Säureschutzmantel der Haut: gesund dank Hautpflege

Säureschutzmantel der Haut: gesund dank Hautpflege
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Inhaltsverzeichnis

Was besteht vornehmlich aus Schweiß, Talg sowie Fetten, schützt uns vor Krankheiten und ist essenziell für ein gesundes Leben? der Säureschutzmantel unserer Haut. Doch wie funktioniert dieser überhaupt? Und welche Gefahren lauern auf ihn? All das und viele Tipps für die richtige Hautpflege erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist der Säureschutzmantel der Haut?

Bis zu zwei Quadratmeter Hautfläche besitzt ein Erwachsener durchschnittlich, damit ist die Haut das größte Organ des menschlichen Körpers. Dabei erfüllt sie Aufgaben wie die Wärmeregulation, hat Einfluss auf den Stoffwechsel und schützt den Menschen vor schädlichen Umwelteinflüssen sowie Gesundheitsproblemen.

Letzteres übernimmt die Oberhaut, welche von einem Säuremantel – auch Hydrolipidfilm (Hydro = Wasser; Lipid = Fett) genannt – umschlossen wird. Dieser legt sich schützend über unseren Körper und besteht vorwiegend aus Talg, Schweiß, Lipiden sowie abgestorbenen Hornzellen, Wasser und Enzymen. Zudem ist dort die Hautflora angesiedelt, welche sich aus einer Vielzahl an willkommenen Mikroorganismen zusammensetzt, die wiederum schädliche Keime bekämpfen.

Wie der Name schon verrät, ist die so wichtige Hautbarriere im sauren Milieu angesiedelt. Das liegt vor allem an der Schweißbildung, wodurch der Säureschutzmantel der Haut einen durchschnittlich sauren pH-Wert zwischen vier und sechs aufweist.

Dieses Zusammenspiel zwischen einem sauren pH-Wert sowie den von Hautdrüsen abgesonderten Sekreten wie Schweiß und Talg verhindert das Eindringen von Bakterien, Viren, Pilzen und anderen schädlichen Mikroorganismen in unseren Körper.

Säureschutzmantel der Haut: Welche Rolle spielt der pH-Wert?

Generell gibt der pH-Wert an, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Dabei bewegen sich die Werte zwischen null (sehr sauer) und 14 (sehr basisch), der Wert sieben macht dagegen die neutrale Mitte aus. Und auch beim Säuremantel der Haut spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle.

Während nämlich der pH-Wert im Inneren des Körpers sowie in den tieferen Hautschichten zwischen sieben und neun liegt, pendelt er sich auf der Hautoberfläche zwischen vier und sechs ein. In diesem sauren Milieu haben Krankheitserreger wie Bakterien oder andere Mikroorganismen schlechtere Überlebenschancen, denn diese fühlen sich eher in neutralen oder basischen Umgebungen wohl.

Gerät der pH-Wert aus dem Gleichgewicht, kann die Hautbarriere empfindlich geschwächt werden.

Wogegen schützt der Säureschutzmantel den Körper?

Nicht ohne Grund trägt der Säureschutzmantel das Wort „Schutz“ in seinem Namen, denn er bewahrt uns vor äußerlichen Einflüssen wie Hitze oder Kälte und stellt eine natürliche Barriere vor Bakterien oder Viren dar. Das liegt wie bereits erwähnt an dem sauren Milieu des Säureschutzmantels, aber auch an dem darin enthaltenen Schweiß, Talg sowie willkommenen Mikroorganismen. Ein gesunder Hydrolipidfilm kann die Haut sodann vor den folgenden Beschwerden schützen:

  • Trockene, schuppige Haut,
  • Hautirritationen,
  • Unreinheiten,
  • Rötungen,
  • Spannungsgefühle,
  • Juckreiz,
  • erhöhte Empfindlichkeit der Haut,
  • Ekzeme und Abzesse,
  • Allergien.

Außerdem zeigte sich, dass Hautkrankheiten wie Akne oder Neurodermitis ebenfalls mit dem pH-Wert der Haut und somit indirekt mit dem Säureschutzmantel zusammenhängen: So besserten sich die Symptome, sobald der pH-Wert der Haut gesenkt wurde.

Eine weitere wichtige Funktion übernimmt der Säureschutzmantel in Bezug auf den Feuchtigkeitshaushalt der Haut, den dieser im Gleichgewicht hält. Dies wird erreicht, indem der Säureschutzmantel die Verdunstung der in der Haut gespeicherten Feuchtigkeit verringert. Gleichzeitig sorgen sogenannte natürliche Feuchthaltefaktoren dafür, dass die Feuchtigkeit im Säureschutzmantel bleibt. Die Feuchtigkeit schafft es also nicht, aus der Haut auszutreten, wodurch die Haut glatt und weich bleibt.

Welche Gefahren lauern auf den Säureschutzmantel der Haut?

Unsere Haut ist ständigen Veränderungen ausgesetzt, die einen negativen Effekt auf den Säureschutzmantel haben können. Dazu gehören Umwelteinflüsse wie das Wetter, ein ungesunder Lebensstil oder das Alter. Doch auch auf Stress und die falsche Pflege reagiert unsere Haut.

Wenn der pH-Wert aus dem Gleichgewicht kommt: Folgen für den Säuremantel

Veränderungen des Hydrolipidfilms – aus welchen Gründen auch immer – gehen meist mit einem aus dem Gleichgewicht geratenen pH-Wert einher. Dies kann schwere Folgen für die Haut haben.

Ist der Säureschutzmantel zu sauer, ist die Haut von Trockenheit und Spannungen betroffen. Hinzukommt, dass sie weniger aufnahmefähig ist. Passiert das Gegenteil, also ist der Säureschutzmantel zu basisch, wird die Haut ölig und somit anfällig für schädliche Bakterien.

Pflege der Haut: Welche Auswirkungen Seifen und Co. auf den Säureschutzmantel haben können

Die falsche Pflege der Haut bzw. das Verwenden von schädlichen Kosmetik- und Pflege-Produkten hat ebenfalls einen massiven Einfluss auf den Säureschutzmantel, da diese die Hautbarriere schwächen und somit zu Gesundheitsproblemen führen können.

Während der pH-Wert beim gesunden Säureschutzmantel der Haut zwischen etwa vier und sechs, also im sauren Bereich, liegt, haben viele Hautpflege-Produkte wie Seife einen basischen pH-Wert zwischen acht und elf. Das führt nicht nur dazu, dass sich der pH-Wert der Haut beim Einseifen kurzfristig erhöht, sondern trägt ebenfalls zur Zerstörung von wichtigen Fetten sowie Mikroorganismen auf der Haut bei. In Kombination mit Wasser, welches einen neutralen pH-Wert von sieben hat, wird also bei jedem ausgiebigen Duschen oder Baden der Säureschutzmantel der Haut aus dem Gleichgewicht gebracht.

Aber keine Panik! Sollte Ihre Haut gesund sein, erholt sie sich wieder innerhalb weniger Stunden. Dennoch sollte die natürliche Hautbarriere nicht unnötig strapaziert werden.

Welche Inhaltsstoffe sollte man bei Hautpflege-Produkte vermeiden?

Seifen, Duschgels, Bodylotions oder Hautcremes – sie alle sollten unserer Haut eigentlich gut tun. Doch viele von ihnen enthalten Inhaltsstoffe, die unseren Säureschutzmantel eher schwächen als ihn zu stärken.

Entfernen wichtige Fette: Emulgatoren und Tenside

Viele Pflege-Produkte enthalten sie, um die unterschiedlichen Inhaltsstoffe (vor allem Fett und Wasser) miteinander zu verbinden: Emulgatoren und Tenside. Dabei sind es gerade diese beiden Inhaltsstoffe, welche die wichtigen Fette auf der Haut zerstören. Dies passiert, weil Emulgatoren sowie Tenside nicht zwischen den künstlichen und natürlichen Fetten unterscheiden können.

Das Ergebnis ist zwar eine zunächst glatte Haut, darunter sind jedoch Lücken entstanden. Die Haut wird dadurch durchlässiger, kann austrocknen und Hautirritationen oder Rötungen verursachen. Vielen Herstellern ist die Wirkung von Emulgatoren und Tensiden bewusst, weshalb sie ihren Produkten rückfettende Substanzen hinzufügen.

Konservierungsstoffe, Alkohol und Co.

Passen Sie auch bei Konservierungs- und Duftstoffen sowie Alkohol auf. All diese Inhaltsstoffe können vor allem bei einer geschwächten Hautbarriere Reizungen, Allergien oder Irritationen hervorrufen. Zudem kann Alkohol der Haut Feuchtigkeit entziehen.

Welche Hautpflege-Produkte eignen sich für den Säureschutzmantel der Haut?

Generell eignen sich alle Hautpflege-Produkte, welche auf die oben genannten Inhaltsstoffe verzichten und einen durchschnittlichen pH-Wert von 5,5 aufweisen. Sie sollten beim Einkauf also auf die folgenden Eigenschaften achten:

  • pH-Wert zwischen 4 und 5,5 bzw. hautneutral oder seifenfrei,
  • beruhigende und an den Hauttypen angepasste Inhaltsstoffe,
  • gründliche, aber dennoch sanfte Reinigung.

Herkömmliche Seifen haben einen basischen pH-Wert, deshalb haben sich mittlerweile sogenannte Syndets auf dem Markt etabliert. Dies sind Flüssigseifen, Reinigungsgele etc., welche auf synthetischen Detergenzien basieren. Ihnen wird eine bessere Verträglichkeit bei Problemhaut nachgesagt.

Ceramide und Glycerin: Dem Säureschutzmantel eine Hilfe

Es gibt jedoch auch Inhaltsstoffe, die den Erhalt des Säureschutzmantels fördern bzw. ihn gegebenenfalls wieder reparieren können. Dazu zählen Glycerin sowie Ceramide.

Letztere sind einfach formuliert Lipide, also Fette, die natürlich in der Haut vorkommen und sich daher zur Reparatur des Säuremantels eignen. Das tun sie, weil sie die beschädigten Zellen wieder zusammen kleben können.

Glycerin versorgt dagegen die Haut mit Feuchtigkeit, wodurch es die obere Hornschicht stärkt und vor dem Austrocknen schützt. Damit diese Wirkung eintritt, muss das Glycerin jedoch in der richtigen Konzentration enthalten sein.

Schutz der Hautbarriere: Tipps für die richtige Hautpflege

Auf den richtigen pH-Wert des Pflege-Produktes achten und schauen, welche Inhaltsstoffe es enthält – damit tun Sie Ihrer Haut schon sehr viel Gutes. Aber Sie können noch viel mehr unternehmen, um den Säureschutzmantel Ihrer Haut zu unterstützen. Hier sind unsere Tipps.

Säureschutzmantel der Haut: Schweiß ist essenziell für den Aufbau

Schweiß ist am Aufbau des Säureschutzmantels beteiligt. Auch bei starkem Schwitzen entsteht erst ein unangenehmer Geruch, wenn der Schweiß durch Hautbakterien zersetzt wird. Ein einfaches Abwaschen der Achseln mit klarem Wasser ist also vollkommen ausreichend, um unangenehme Gerüche zu verhindern.

Finger weg von Deos, die Aluminium enthalten!

Aluminiumchlorohydrat (ACH) verengt die Schweißdrüsen und bremst so bis zu 50 % des Schweißflusses. Durch diese Abflussbehinderung können Irritationen, Juckreiz und sogar Schweißdrüsen-Abszesse entstehen. Zusätzlich steht Aluminium im Verdacht, gravierende Erkrankungen bis hin zu Brustkrebs zu begünstigen. Verwenden Sie statt Deos lieber Körperpuder. Unparfümierter Körperpuder aus dem Drogeriemarkt oder auch Babypuder bestehen zum größten Teil aus Talkum. Sie saugen den Schweiß auf, ohne die Haut und ihren Schutzmantel anzugreifen.

Auch beim Säureschutzmantel: Das Alter spielt eine Rolle

Mit dem Alter verändert sich auch die Zusammensetzung des Säureschutzmantels sowie dessen pH-Wert. Letzterer erhöht sich im Laufe der Zeit, weshalb sich die Haut langsamer wieder erholt. Nutzen Sie aus diesem Grund für die reifere Haut Pflege-Produkte mit einem niedrigen pH-Wert (4). So gleicht sich alles wieder aus.

Bauen den Säureschutzmantel wieder auf: natürliche Fette und Öle

Anstatt zu Hautpflege-Produkten mit Mineralölen oder minderwertigen Silikonen zu greifen, können Sie auch natürliche Fette und Öle zum Schutz Ihres Säureschutzmantels einsetzen. Zu empfehlen ist hier Sheabutter. Diese enthält die gesunden Fette in einer fast so hohen Konzentration wie die eigene Haut. Der Vorteil: Sheabutter schützt nicht nur Ihre Hautbarriere, sondern baut sie nach einer Schädigung auch wieder auf. Das gilt ebenfalls für kalt gepresste Öle wie Hagebutten-, Mandel- oder Jojobaöl.

Fazit: Ohne den Säureschutzmantel der Haut kein gesunder Körper

Der Säureschutzmantel unserer Haut besteht vorwiegend aus Talg, Schweiß, Fetten sowie abgestorbenen Hornzellen und Wasser. Dies und sein saurer pH-Wert machen ihn zur perfekten Hautbarriere unseres Körpers, an dem Bakterien, Viren oder andere schädliche Mikroorganismen abprallen.

Doch viele Hautpflege-Produkte sind schädlich für den Säureschutzmantel. Deshalb sollten Sie darauf achten, welchen pH-Wert Seifen, Duschgels, etc. haben und ob diese ungesunde Inhaltsstoffe enthalten.