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Lästig, aber harmlos – Das Handgelenks-Ganglion (Überbein)

(Foto: lunglee - Adobe Stock)

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Die hässliche Schwellung auf Ihrem Handgelenk stört Sie. Kann eine Operation Abhilfe schaffen? – Wahrscheinlich nicht! Sie leiden vermutlich an einem Handgelenks-Ganglion (Überbein).

Dieses sieht oft so aus oder fühlt sich so an wie eine kleine Schwellung unter der Hautoberfläche. Meistens bilden sich diese festen, glatten Erhebungen an der Rückseite des Handgelenks. Sie können Sie dort leicht ertasten.

 
Ganglion Handgelenk
Das Handgelenks-Ganglion ist ein meistens lediglich ästhetisches Problem und bedarf in der Regel keiner ernsthaften Behandlung. © Lovrencg - Fotolia

Handgelenks-Ganglien wachsen ohne Schmerzen und stören nur wenig. Es gibt zwar effektive Behandlungs-Methoden, so z. B. eine Punktion der Flüssigkeit. Manchmal wird danach ein kortisonhaltiges Medikament injiziert. Aber oft ist die Behandlung gar nicht notwendig, da die Schwellungen mit der Zeit zurückgehen können und die Zyste von alleine verschwindet.

Das Handgelenks-Ganglion: Eine harmlose, wenn auch störende Schwellung

Medizinisch wird ein Überbein Ganglion genannt. Es ist eine blasenartige Ausstülpung, die manchmal hart werden kann, als säße ein Knochen darin. Sie tritt im Bereich von Gelenkkapseln oder an der Oberfläche von Sehnenscheiden auf. Ein Überbein fällt erst auf, wenn es eine bestimmte Größe erreicht hat. Am häufigsten sind Überbeine auf dem Handrücken, in der Nähe des Handgelenks oder an den Fingergelenken zu finden. Selten tritt ein Ganglion an Fuß, Ellenbogen oder Knie auf.

Diese Ganglien gehören zu den häufigsten stets gutartigen Neubildungen. Sie erreichen manchmal Walnussgröße und sind mit einer durchsichtigen bis gelblichen Flüssigkeit (Mycin) gefüllt. Denn die durch Dehnung und Belastung veränderten Gelenkzellen bilden vermehrt Flüssigkeit, die sich an Schwachstellen auswölbt. Ein Ganglion, das an einer Gelenkkapsel entstanden ist, hat immer eine Verbindung zum Gelenkinnenraum. Dadurch entsteht ein Austausch der Flüssigkeit. Das kann den Druck erhöhen und zu Schmerzen führen. Bei sehr großen Geschwulsten kommt es zu einem verstärkten Druck auf die umliegenden Nerven und Gefäße, was mit heftigen Schmerzen verbunden sein kann. Gelegentlich schränkt ein Ganglion die Bewegungsfähigkeit ein.

Ein Handgelenks-Ganglion ist ein gutartiger Tumor. Er kann ähnliche Symptome im Handgelenk, der Hand oder im Fuß hervorrufen wie ein bösartiger Tumor. Sie sollten daher einen Arzt zu Rate ziehen, wenn sich an einer der genannten Stellen ein Geschwulst bildet.

Eine Schwellung, deren Ursache im Dunkeln liegt

Die Mediziner wissen nicht, wie das Handgelenks-Ganglion entsteht. Einige Ärzte gehen davon aus, dass sie durch wiederholte kleine Verletzungen hervorgerufen werden. Sie wachsen von der Gelenk-Oberfläche an den Sehnen des Handgelenks und der Finger vorbei in die Unterhaut. Normalerweise behindern sie die Finger-Beweglichkeit nicht.

Diskutiert wird auch eine Überbeanspruchung des entsprechenden Körperteils, die zu chronischen Reizzuständen führt. Es kann aber auch sein, dass ein Überbein einfach ganz spontan entsteht, sagen die Handchirurgen.

Handgelenks-Ganglien stehen oft durch eine Art Ausläufer mit dem Handgelenk in Verbindung. Aus diesem Grund kann eine solche Zyste auch im Handgelenk „verschwinden“. In der Größe variieren sie zwischen Schrotkorn und Pfirsichkern. Zudem können sie von Tag zu Tag größer oder kleiner werden. Oft ist es so, dass die Beule bei großer körperlicher Anstrengung an- und in Ruhestellung wieder abschwillt. Dies ist weder mit Schmerzen noch mit einer Rötung oder einer Wärme-Entwicklung verbunden.

Behandlung und Diagnose des Überbeins

Der Arzt kann ein Ganglion meist schon mit dem bloßen Auge diagnostizieren – unter anderem an der Lage und Form. In unklaren Fällen wird der Arzt etwas Flüssigkeit aus dem Überbein entnehmen und sich mit Ultraschall Klarheit verschaffen. Im Röntgenbild ist ein Überbein nicht zu erkennen.

Eine Behandlung ist tatsächlich selten erforderlich, weil das Überbein meist keine Probleme bereitet. Ist es auf Überanstrengung zurückzuführen, sollten Sie dem betreffenden Körperteil zunächst einmal Ruhe gönnen – also etwa die Hand für eine Weile ruhigstellen. Allein dadurch bildet sich das Ganglion meist schon zurück.

Die einfachste Form der Behandlung besteht darin, das Überbein zu zerdrücken – das wird manuelle Pression genannt. Dabei kommt es häufig zu Knochenbrüchen und Gefäßschäden. Heute wird das Ganglion meist mit einem bestimmten Druck massiert, damit die Flüssigkeit ins Gelenk zurückgebracht werden kann. In der Hälfte aller Fälle kommt das Überbein jedoch wieder.

Häufig wird das Ganglion punktiert (aus seinem Inneren wird die Flüssigkeit abgesaugt). Doch auch bei dieser Methode ist der Erfolg meist nicht von Dauer. Eine operative Behandlung ist nur dann sinnvoll, wenn die Beschwerden sehr heftig sind. Kosmetisch gesehen ist das oft von Nachteil, denn der Eingriff bringt Narben mit sich und kann zu Einschränkungen der Beweglichkeit führen.

OP verspricht den größten Erfolg, ist aber nicht zwangsweise nötig

Ein Handgelenks-Ganglion kann – wie schon erwähnt – manchmal wieder zurückkehren, unabhängig davon, wie es behandelt wurde. Dennoch bestehen mit einer Operation die besten Heilungs-Chancen.

Bei einer operativen Entfernung des Überbeins (Ganglion-Ektomie) werden der komplette Handgelenks-Ganglion und sein Ausläufer entfernt. Mit einer Operation haben Sie die größten Chancen, eine Wiederkehr zu vermeiden. Dennoch treten in 10% der operierten Patienten neue Zysten auf.

Nach der Operation können Sie Ihr Handgelenk vielleicht für 2 Wochen nicht bewegen. In dieser Zeit müssen Sie eventuell eine Schiene tragen. Die Fäden werden i. d. R. nach 2 oder 3 Wochen gezogen. Eine weitere Woche lang sollten Sie keine schweren Gegenstände heben oder Aktivitäten unterlassen, die das Handgelenk oder die Hand belasten.

Moderne Medizin bietet Behandlungs-Alternative

In den letzten Jahren haben einige Chirurgen damit begonnen, dass Handgelenks-Ganglion mit Hilfe einer ambulanten Arthroskopie zu entfernen.

Die Vorteile für den Patienten liegen in einer kleineren Narbe und einer schnelleren Genesung als bei der o. g. herkömmlichen Methode.

Der Chirurg setzt 1 oder 2 kleine Schnitte nahe dem Handgelenk und führt ein Arthroskop ein. Das ist ein dünner Draht, der eine Kamera, ein Objektiv und eine Beleuchtungsquelle enthält. So können dreidimensionale Bilder des Handgelenks auf einen Bildschirm projiziert werden. Dem Operateur wird so Einblick ins Innere des Gelenks gewährt. Ein weiteres Instrument kann dann dafür benutzt werden, den Ausläufer in der Gelenkhöhle zu entfernen.

Hinweis: Eine Operation des sogenannten Überbeins ist allerdings fast immer überflüssig.

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