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Überbein: Operation fast immer überflüssig

Ein Überbein (Ganglion) sieht auf den ersten Blick gefährlich aus. Doch eine Operation ist in den meisten Fällen überflüssig. Erfahren Sie hier warum. (Foto: wildworx - Fotolia)

Medizinisch wird ein Überbein Ganglion genannt. Es ist eine blasenartige Ausstülpung, die manchmal hart werden kann, als säße ein Knochen darin. Sie tritt im Bereich von Gelenkkapseln oder an der Oberfläche von Sehnenscheiden auf. Ein Überbein fällt erst auf, wenn es eine bestimmte Größe erreicht hat. Am häufigsten sind Überbeine auf dem Handrücken, in der Nähe des Handgelenks oder an den Fingergelenken zu finden. Selten tritt ein Ganglion an Fuß, Ellenbogen oder Knie auf.

Diese Ganglien gehören zu den häufigsten stets gutartigen Neubildungen. Sie erreichen manchmal Walnussgröße und sind mit einer durchsichtigen bis gelblichen Flüssigkeit (Mycin) gefüllt. Denn die durch Dehnung und Belastung veränderten Gelenkzellen bilden vermehrt Flüssigkeit, die sich an Schwachstellen auswölbt. Ein Ganglion, das an einer Gelenkkapsel entstanden ist, hat immer eine Verbindung zum Gelenkinnenraum. Dadurch entsteht ein Austausch der Flüssigkeit. Das kann den Druck erhöhen und zu Schmerzen führen. Bei sehr großen Geschwulsten kommt es zu einem verstärkten Druck auf die umliegenden Nerven und Gefäße, was mit heftigen Schmerzen verbunden sein kann. Gelegentlich schränkt ein Ganglion die Bewegungsfähigkeit ein.

Ein Überbein kann nicht bösartig werden

Warum sich solche Ganglien bilden, ist noch unbekannt. Diskutiert wird eine Überbeanspruchung des entsprechenden Körperteils, die zu chronischen Reizzuständen führt. Es kann aber auch sein, dass ein Überbein einfach ganz spontan entsteht, sagen die Handchirurgen. Der Arzt kann ein Ganglion meist schon mit dem bloßen Auge diagnostizieren – unter anderem an der Lage und Form. In unklaren Fällen wird der Arzt etwas Flüssigkeit aus dem Überbein entnehmen und sich mit Ultraschall Klarheit verschaffen. Im Röntgenbild ist ein Überbein nicht zu erkennen.

Meist bildet sich ein Überbein von allein zurück

Eine Behandlung ist tatsächlich selten erforderlich, weil das Überbein meist keine Probleme bereitet. Ist es auf Überanstrengung zurückzuführen, sollten Sie dem betreffenden Körperteil zunächst einmal Ruhe gönnen – also etwa die Hand für eine Weile ruhigstellen. Allein dadurch bildet sich das Ganglion meist schon zurück.

Die einfachste Form der Behandlung besteht darin, das Überbein zu zerdrücken – das wird manuelle Pression genannt. Dabei kommt es häufig zu Knochenbrüchen und Gefäßschäden. Heute wird das Ganglion meist mit einem bestimmten Druck massiert, damit die Flüssigkeit ins Gelenk zurückgebracht werden kann. In der Hälfte aller Fälle kommt das Überbein jedoch wieder.

Häufig wird das Ganglion punktiert (aus seinem Inneren wird die Flüssigkeit abgesaugt). Doch auch bei dieser Methode ist der Erfolg meist nicht von Dauer. Eine operative Behandlung ist nur dann sinnvoll, wenn die Beschwerden sehr heftig sind. Kosmetisch gesehen ist das oft von Nachteil, denn der Eingriff bringt Narben mit sich und kann zu Einschränkungen der Beweglichkeit führen. Zudem ist eine OP hochkompliziert und sollte nur von einem wirklich erfahrenen Handchirurgen vorgenommen werden. Die operierte Hand kann erst nach sechs Wochen wieder belastet werden. Auch nach einem Eingriff stellt sich das Überbein in vielen Fällen nach einer Weile wieder ein.

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