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Arthrose - Anzeichen, Ursachen & Behandlung der Volkskrankheit

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Arthrose im Überblick

Definition: Nicht altersbedingter, übermäßiger Gelenkverschleiß

Medizinischer Name: Arthrosis deformans

Häufigkeit: Sehr häufig, über 5.000.000 Betroffene in Deutschland

Risikogruppe: Ältere Menschen, Frauen nach der Menopause

Gefährdete Gelenke: Fingerknochen, Knie, Hüfte, Ellbogen

Behandlung: Orthokin-Therapie, Schmerzmittel, Cortison, Ultraschalltherapie

Definition Arthrose: Wie entsteht der Gelenkverschleiß?

Unter Arthrose oder Arthrosis deformans versteht man den Verschleiß eines Gelenks, der deutlich über das übliche altersgemäße Maß hinausgeht. Arthrose ist die häufigste Gelenkkrankheit. Als Arthrose wird der Zustand bezeichnet, wenn die schützende Knorpelschicht eines Gelenkes zerstört ist und Knochenveränderungen eintreten. Als Folge beklagen Patienten Schmerzen und mangelnde Bewegungsfreiheit.

Mediziner gehen davon aus, dass heute jeder Mensch jenseits des 30. Lebensjahres mindestens ein Gelenk hat, das von Arthrose betroffen ist. Etwa jeder dritte Mensch zwischen 25 und 75 Jahren leidet darunter. Ältere Menschen sind dabei öfter betroffen als jüngere; Frauen häufiger als Männer.

Gelenke: Aufbau & Funktion

Der menschliche Körper basiert auf einem Skelett aus Knochen. Wo zwei Knochen aneinanderstoßen, sorgt ein Gelenk für die Bewegung. Gelenke bestehen aus dem Knochen, Schleimhaut, Knorpel, Gelenkhöhle sowie der Gelenkkapsel und Bänder. Die Gelenkschleimhaut bildet dazu noch die Gelenkschmiere aus.

Die Knorpel erfüllen eine Stoßdämpfer-Funktion und ermöglichen letztlich erst die Bewegung der Gelenke. Durch Arthrose entstehen genau hier Knorpelschäden, die für die Schmerzen sorgen und die Bewegungsmöglichkeiten einschränken. Auch Stöße können nicht mehr abgefedert werden.

Arthrose Arten: Welche Formen des Gelenkverschleiß existieren?

  • Bei einer primären Arthrose geht man von einer zugrundeliegenden Minderwertigkeit des befallenen Knorpelgewebes aus.
  • Dagegen ist eine sekundäre Arthrose die Folge mechanischer Belastung, von Stoffwechselproblemen oder Gelenksentzündungen.

Eine Arthrose lässt sich in vier Stadien einteilen. Die Schädigung reicht dabei von der leichten Erweichung des Knorpels in Stadium 1 bis hin zum völligen Verlust des Knorpels in Stadium 4. Bleibt die Erkrankung im Stadium 2 unbehandelt, geht sie immer in Stadium 3 über. Arthrose als Krankheit ist also fortschreitend und schädigt das Gelenk Stück für Stück weiter.

Stadien der Kniearthrose

Unterschied zwischen Arthrose & Arthritis erklärt

Häufig herrscht Unklarheit darüber, wie sich Arthrose und Arthritis voneinander unterscheiden. Oft werden beide Begriffe im Volksmund auch parallel benutzt. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Ausprägungen des Gelenkverschleißes.

Unter Arthrose versteht man den reinen Verschleiß, der durch Alterung, fehlende Bewegung oder andere Risikofaktoren ausgelöst bzw. begünstigt wird. Es kommt zu einer geringen Gelenkbelastbarkeit und starken Schmerzen. Bei der Arthrose wird nicht zwischen akut und chronisch unterschieden, allerdings gibt es die aktivierte Arthrose. Hierunter versteht man eine Arthrose, die nach starker Belastung zu Entzündungen führt.

Arthritis ist eine akute oder chronische Gelenksentzündung. Dabei muss nicht einmal ein Gelenkverschleiß vorliegen. Stattdessen können Stoffwechselerkrankungen oder extreme Belastungen die Ursachen sein. Auch Infektionen durch Viren oder Bakterien können eine Arthritis hervorrufen.

Typische Arthrose Symptome: Woran erkennt man Gelenkverschleiß?

Allgemeine Symptome der Erkrankung sind:

  • Gelenkergüsse
  • Steifheitsgefühl
  • Schwellungen oder Verformungen des betroffenen Gelenks
  • Gelenkgeräusche, die mit zunehmender Zerstörung des Knorpelgewebes auffälliger werden
  • Belastungsschmerz nach längerer Beanspruchung
  • Anlaufschmerzen, z. B. nach langem Sitzen oder Liegen
  • leichtes Einknicken oder Hinken auf der befallenen Seite
  • Leistenschmerzen, die in den Oberschenkel oder ins Knie ausstrahlen können
  • Beschwerden beim Abwärtssteigen von Treppen
  • Schmerzen bei Drehbewegungen, etwa beim Aussteigen aus dem Auto
  • Ruheschmerz, auch nachts beim Liegen

Eine Arthrose führt im Anfangsstadium zu Beschwerden, die häufig erst einmal nicht richtig zugeordnet werden. Meistens fängt es ganz harmlos an: Es kommt zu Bewegungsproblemen nach dem Aufstehen, als müsste man erst einmal richtig „in Tritt” kommen.

Viele Menschen schieben diese Morgensteifigkeit allerdings auf das Alter oder schlechten Schlaf, zumal sie relativ schnell wieder verschwindet. Möglich sind aber auch immer wieder einmal auftretende Schwellungen im betroffenen Gelenk oder eine Überwärmung des betroffenen Bereichs.

Das können die ersten Anzeichen für einen Verschleiß des Hüftgelenks (Coxarthrose) sein. Ab dem 60. Lebensjahr sind bereits bei mehr als jedem zweiten Deutschen im Röntgenbild Abnutzungserscheinungen am Hüftgelenk nachweisbar.

Anzeichen von Arthrose

Arthrose Ablauf: So bilden sich die Symptome aus

  • Das Gelenk mit seinen rauen Knorpelflächen muss sich sozusagen durch Bewegung erst wieder „einschleifen”.
  • Wenn das Gelenk erst einmal wieder in Funktion ist, wird es durch bessere Durchblutung seiner Umgebung auch besser mit Nährstoffen versorgt.
  • Schmerz, selbst in Ruhe, sowie schmerzhafte Gelenkschwellungen mit Ergüssen (Ödemen) kennzeichnen das entzündete Stadium der Arthrose.
  • Ist die schmerzhafte Entzündung vorbei, bleibt noch eine mehr oder minder starke Deformation (Schwellung, Höcker) zurück sowie oft eine bleibende Bewegungseinschränkung. Im Röntgenbild zeigt sich eine Verschmälerung des Synovialspaltes (Gelenkspalt).
  • Die Knorpelschicht, die als Stoßdämpfer zwischen den im Gelenk aufeinandertreffenden Knochen wirkt, ist durch die häufige belastende Bewegung abgetragen und damit immer dünner geworden.
  • Die Gelenkhaut produziert nicht mehr ausreichend Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere), die den Knorpel ernährt.
  • Infolge dieser ineinandergreifenden Vorgänge reiben die Knochen aneinander, was den heftigen Schmerz verursacht.

Wie fühlt sich Arthrose an?

Je nach Gelenk lassen sich andere Anzeichen einer beginnenden Arthrose feststellen. Der Verlauf ist dabei auch von Person zu Person unterschiedlich. Eine Arthrose verläuft möglicherweise ganz ohne Symptome.

Anzeichen nach Gelenk:

  • Fingerarthrose: Die Finger sind morgens sehr steif. Nachdem einige Bewegungen durchgeführt wurden, verschwindet diese Steifigkeit allerdings rasch wieder. Wärmeanwendungen sorgen dafür, dass sich die Beweglichkeit schnell einstellt. Wärme lässt zudem die Schmerzen verschwinden, die das zweite Symp­tom für eine Fingerarthrose sind.
  • Hüftarthrose: Wenn man sich anstrengt, treten Hüftschmerzen auf, die allerdings auch schnell wieder vergehe. Schmerzen morgens früh, nachdem man aufgestanden ist, weisen ebenfalls auf diese Art des Verschleißes hin. Die Beschwerden klingen nach fünf bis zehn Minuten wieder ab. Viele Patienten klagen zudem darüber, dass sich die Hüfte eher eingerostet anfühlt. Schreitet die Erkrankung weiter fort, dauern auch die Schmerzen an. Sie klingen zunächst in Bewegung nicht mehr ab. Nach einiger Zeit kommt es sogar im Ruhezustand zu starken Beschwerden, die sich auf den Oberschenkel- und ­Leistenbereich beschränken.
  • Kniegelenksarthrose: Auch hier beginnt der Verschleiß mit einem Steifheitsgefühl, vor allem beim Auftreten. Nachdem man ein paar Meter gegangen ist, kehrt die Fähigkeit zurück, das Knie wieder komplett beugen und strecken zu können. Vielen Menschen bereiten zudem Treppensteigen und/oder Bergabgehen große Probleme. Auch kommt es bei Drehbewegungen im Kniegelenk zu starken Schmerzen.

An welchen Gelenken kann Arthrose auftauchen?

Grundsätzlich sind viele Gelenke anfällig für den Gelenkverschleiß. Insbesondere aber die Gelenke, die häufig bewegt werden und auch eine entsprechend starke Stoßdämpfer-Funktion hinsichtlich des Gewichts erfüllen müssen. Aber auch Gelenke, die besonders oft bei Drehungen zum Einsatz kommen, sind anfällig.

Diese Gelenke sind anfällig für eine Arthrose:

  • Fuß & Sprunggelenk
  • Knie
  • Hüfte
  • Fingerknochen
  • Wirbelsäule
  • Ellbogen
  • Halswirbel
Arthrose

Arthrose Ursachen: Wie entsteht Verschleiß an den Gelenken?

Im Gegenzug zu einer Arthritis beginnt eine Arthrose stets am Knorpel. Dieser verliert an Elastizität, die Schleimbeutel produzieren weniger Gelenkschmiere. Der sogenannte Gelenkspalt verengt sich, wodurch die Gelenkflächen aufeinander reiben. Schilfert der Knorpel ab, ist er im Gelenkspalt ein Fremdkörper.

Dieser drückt auf den gegenüberliegenden Knochen, die Knochenhäute entzünden sich. Die Folge sind starke Schmerzen. Kommt noch ein Irritationsfaktor wie eine stärkere Belastung oder eine Verletzung hinzu, nimmt die Entzündung ihren Lauf.

Entzündungsverlauf bei einer Arthrose:

  • Aus der stummen Arthrose wird eine aktivierte Arthrose (Osteoarthritis).
  • Dabei wird die Gelenk- oder Knochenhaut so gereizt, dass sie anschwillt (Ödem) und sich entzündet.
  • Die Arthrose schmerzt nun nicht nur bei Belastung, sondern auch im Ruhezustand.

Arthrose Auslöser

Auslöser einer Arthrose ist eine Verletzung oder dauernde Überbelastung des schützenden Knorpels. Zusammen mit der Gelenkflüssigkeit ist der Knorpel eine Art Stoßdämpfer für die Gelenke. Bei einer Arthrose wird die schützende Knorpelschicht nach und nach dünner, der Gelenkspalt verschmälert sich und der Druck auf den Knochen nimmt zu.

Die ständige Reibung kann zu Entzündungen führen. Die Abnutzung kann so weit gehen, dass der Knochen teilweise oder sogar ganz freiliegt. Generell betrachtet man heute also mechanische Überbelastungen als Ursache eines Gelenkverschleißes.

Das Risiko für diese Erkrankung erhöht sich unter anderem mit zunehmendem Alter. Außerdem tragen Frauen nach der Menopause sowie solche, die hohe Schuhe tragen, ein erhöhtes Arthroserisiko. Doch wir wissen, dass nicht nur das Alter oder Geschlecht die Ursache für die Gelenkprobleme sind.

Vielmehr kommt es durch verschiedenste Ursachen zu immer wieder auftretenden Gelenksentzündungen. Die schädigen das Gelenk auf Dauer so, dass es nicht mehr richtig arbeiten kann. Es wird unregelmäßig abgenutzt und die Nährstoffversorgung funktioniert nicht mehr optimal. Erst dadurch kommt es zum Gelenkverschleiß und zur Arthrose.

Diese Faktoren begünstigen Gelenkverschleiß: Arthrose Risikogruppe

  • Angeborene Beinfehlstellungen: Bei starken X- oder O-Beinen wird das Kniegelenk entweder auf der inneren oder aber auf der äußeren Seite stark belastet.
  • Entzündungen: Entzündungen in den Gelenken können das Auftreten einer Arthrose begünstigen.
  • Ungesunde Ernährung: Forscher haben herausgefunden, dass unsere Ernährung Stoffe enthalten kann, die Entzündungen im Gelenk hervorrufen und damit das Entstehen einer Arthrose begünstigen können.
  • Genetisch bedingte Hüftschäden: Durch angeborene Hüftfehlstellungen wird der Druck in der Hüfte nicht richtig verteilt. Es kommt zu einem raschen Hüft­gelenksverschleiß.
  • Mangelnde Bewegung: Gerade mangelnde Bewegung ist ein großer Faktor für die Verschleißerkrankung. Wenn man sich kaum bewegt, wird auch das Gelenk nicht mehr ausreichend mit Gelenkschmiere versorgt und es bekommt keine Nährstoffe mehr.
  • Übergewicht: Schon einige Kilogramm zu viel auf der Waage führen dazu, dass das Risiko für eine Kniegelenksarthrose stark ansteigt. Dementsprechend sind Menschen mit Übergewicht besonders häufig und schon in jungen Jahren von Arthrose betroffen.
  • Hohe Blutzuckerwerte: Erhöhte Blutzuckerwerte können Knorpelzellen zerstören und Entzündungen auslösen.
  • Überlastung der Gelenke: Es gibt Berufe, die für die Gelenke Gift sind und die überdurchschnittlich häufig zu einer Arthrose führen. Bestes Beispiel ist der Beruf des Fliesenlegers, der seine Arbeit überwiegend im Knien durchführt und so eine Knie­gelenksarthrose durch Verschleiß geradezu provoziert.
  • Veränderung des Hormonhaushalts: Frauen haben nach den Wechseljahren ein höheres Risiko für eine Arthrose als Männer im vergleichbaren Alter.
  • Vererbung: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass auch ein familiäres Risiko zur Entwicklung einer Arthrose besteht.
  • Verletzungen: Bänderrisse können schon im frühen Alter auftreten und eine Arthrose begüns­tigen. Auch Knochenbrüche können den Verschleiß beschleunigen, weil dadurch die Gelenkbewegung nicht mehr reibungslos funktioniert.

Arthrose Therapie: Wie wird Gelenkverschleiß behandelt?

Bei der Arthrosetherapie legt man ein besonderes Augenmerk auf Schmerzfreiheit, um den Patienten ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Darüber hinaus verhindert man durch die Therapie, dass auf lange Sicht Veränderungen und Deformationen im Gelenk entstehen. Sie führen dazu, dass Bewegung eingeschränkt und nur unter Schmerzen möglich ist.

Dazu stehen neben Medikamenten und Physiotherapie verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung. Auch die Homöopathie hat ein bewährtes Hilfsmittel zu bieten: Rhus toxicodendron.

Zunächst ist es aber stets empfehlenswert, konservative Methoden zu versuchen. Dazu zählen beispielsweise Physiotherapie, Ergotherapie oder Chiropraktik. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz.

Was hilft bei Arthrose?

  • Hitze- & Kältebehandlung
  • Stressreduktion
  • Korrektur schlechter Haltung
  • Vernünftiger Einsatz von Schmerzmitteln

Diese Optionen können wirksam Schmerzen bekämpfen.

Experten empfehlen eine möglichst frühe Behandlung. Zum Beispiel, wenn das Knie beim Bergab- oder Bergauflaufen schmerzt oder die Schmerzen in der Hüfte beim Aufstehen oder Hinsetzen belastend sind.

Was hilft bei akuten Gelenkschmerzen?

Bei akuten Schmerzen durch eine Gelenkentzündung hilft als Sofortmaßnahme meist Kälte: Das schmerzend Gelenk sollte kalt abgeduscht oder eine Kältekompresse angelegt werden. Diese Kompresse sollte nicht im Eisfach kühlen, sonst kann sie einen Kälteschaden auf der Haut verursachen. Zu viel Kälte kann zudem die Durchblutung des Gelenkes behindern.

Nach der Kompresse sollte ein kühlender Salbenverband angelegt und das belastete Gelenk ein oder zwei Tage ausgeruht werden, bevor man es gezielt wieder bewegen kann.

Bei Schmerzen durch Gelenkverschleiß lindert Wärme die Beschwerden. Diese spendet eine Wärmflasche, Gelenkschoner aus Angorawolle oder Wärmepolster bzw. -pflaster aus der Apotheke. Schwimmen oder leichte Gymnastik im warmen Wasser wärmen und entlasten die schmerzenden Gelenke ebenfalls.

Schmerzmittel als Teil der Arthrose-Therapie

Die Verabreichung von Schmerzmitteln kann ebenfalls nötig sein. Bei chronisch Kranken müssen dann auf Dauer die ausleitenden Organe gestützt werden, um Folgeschäden der Dauermedikation zu vermeiden. Geeignete Medikamente lindern Beschwerden, heilen die Arthrose aber nicht. Zum Einsatz kommen hier nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen oder auch Coxibe (z. B. Etoricoxib/Arcoxia oder Celecoxib/Celebrex).

Wichtig
Es gibt kein wirksames Schmerzmittel ohne Nebenwirkungen. Die genannten Medikamente bergen Risiken, etwa für Herz- und Nierenpatienten. Man sollte grundsätzlich nur so viel wie nötig, so wenig wie möglich einnehmen.

Hilft Cortison bei Arthrose?

Cortison hat einen schlechten Ruf – und das nicht zu Unrecht: Zu hoch dosiert und zu lange angewendet, können Cortison-Präparate zu starken Nebenwirkungen führen. Doch bei einer akuten Gelenkentzündung (wie eben der Arthrose) ist Cortison nach wie vor die wirksamste Substanz. Die Arthrose wird ebenso wenig geheilt wie eine rheumatoide Arthritis, aber die Entzündung der Gelenkschleimhaut wird gebremst, die Flüssigkeitsproduktion (Erguss) nimmt ab und die Schmerzen werden reduziert.

Wichtig
Auch hier drohen Nachteile: Cortison greift die Gelenkflächen an und kann Knorpelschäden verursachen.

Ultraschalltherapie bei Arthrose

Eine Ultraschalltherapie bei Arthrose kann Schmerzen lindern und die Heilung von Knorpelschäden begünstigen. Die Behandlung ist frei von Nebenwirkungen und für alle Arten von Arthrose geeignet. Das Grundprinzip der Ultraschalltherapie: Durch den direkten Kontakt mit den ausgestrahlten Wellen bringt sie das Gewebe zum Vibrieren und erzeugt dadurch Wärme.

Die Anwendung eignet sich bei Gelenkverschleiß in folgenden Regionen:

  • In Knie- & Fußgelenken
  • In den Schultern
  • In den Ellbogen
  • In den Hand- & Fingergelenken

Die Ultraschallwellen dringen nicht sehr tief ins Gewebe ein, deshalb sind kleine und oberflächliche Gelenke besser geeignet als große und tiefliegende. Als begleitende Maßnahme empfiehlt sie sich also durchaus. Nur an akut entzündeten Gelenken sollte sie nicht angewendet werden. Die Kosten für eine Ultraschall-Therapie werden in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Die Orthokin-Therapie

Bei dieser Therapieform werden dem Körper körpereigene Stoffe zugeführt. Dem Patienten wird auf die übliche Weise Blut abgenommen. Dieses Blut wird in den speziellen Orthokinspritzen („EOTII-Spritzen”) einige Stunden im Labor bei Körpertemperatur gelagert.

Die EOTII-Spritzen enthalten Glasperlen mit einer speziellen Oberfläche, welche die Blutzellen dazu anregen, große Mengen an Signalproteinen abzugeben. Dabei werden überwiegend entzündungshemmende und wachstumsfördernde Signalproteine abgegeben.

Die Menge an IL-1RA beispielsweise steigt durchschnittlich auf das Zehnfache an. Bei manchen wachstumsfördernden Proteinen beträgt der Anstieg durchschnittlich fast das Hundertfache. Nach Abschluss der Behandlung in der EOTII-Spritze werden alle Blutzellen in einer Zentrifuge abgetrennt.

Übrig bleibt das sogenannte Serum, das in dieser Form – angereichert mit entzündungshemmenden und wachstumsfördernden Proteinen – als Orthokin-Serum oder „autologes konditioniertes Serum” („autolog” bedeutet „körpereigen”) bezeichnet wird. Gebräuchlich ist auch die Abkürzung ACS, von der englischen Bezeichnung autologous conditioned serum.

Das Orthokin-Serum kann über mehrere Monate im Labor des Arztes im Gefrierschrank gelagert werden. Die Wirksamkeit bleibt dabei erhalten. In der Regel wird es den Patienten in drei bis sechs Sitzungen über einen Zeitraum von wenigen Wochen in den Gelenkspalt gespritzt.

Eine groß angelegte klinische Studie zur wissenschaftlichen Bewertung der Wirksamkeit der Orthokin-Behandlung bei Arthrose kam im Jahr 2009 zu einem positiven Ergebnis: Drei Monate nach der Behandlung waren die Schmerzen und auch alle anderen Symptome deutlich reduziert. Diese Wirkung hielt über mindestens zwei Jahre an.

Die Behandlungskosten werden bislang noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet, nach Angaben des Herstellers übernehmen jedoch einige private Krankenkassen die Kosten.

Gelenkersatz Operation notwendig?

Allein in Deutschland werden pro Jahr über 400.000 große Gelenkersatz-Operationen durchgeführt: die „neue” Hüfte, das „neue” Knie, die „neue” Schulter. Diese Sparte der modernen Medizin ist natürlich für viele Menschen ein wahrer Segen und befreit sie oft von schrecklichen Schmerzen.

Dennoch hat sie auch Nachteile, die spätestens dann beginnen, wenn eine Wechseloperation ansteht. Wenn die Verschleißerscheinungen der Gelenke zu weit fortgeschritten sowie alle Möglichkeiten der konservativen und medikamentösen Therapie ausgeschöpft sind, bleibt meist nur noch eine Endoprothese (künstliches Gelenk).

Da bei jeder Operation ein Teil des gesunden Knochens zur Verankerung der Prothese geopfert werden muss, wird sie so lange wie möglich hinausgeschoben. Die Frage nach der genauen Technik und dem verwendeten Material bzw. Modell wird der Operateur ausführlich erklären.

Viel wichtiger sind seine Erfahrung und die Zahl der von ihm bereits durchgeführten Gelenkersatz-Operationen. Das gilt auch für den von ihm gewählten Gelenkzugang (Schnittführung). Darüber hinaus sollte man sich beim Operateur wohlfühlen. Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Operateur und Patienten ist für eine erfolgreiche Behandlung sehr wichtig.

Natürliche Hilfsmittel bei Arthrose & alternative Behandlungsmethoden

Neben der Schulmedizin helfen auch natürliche Behandlungsmethoden, die Symptome von Arthrose zu lindern. Allen voran sollte man sich mit der Ernährung beschäftigen, Bewegung nicht vernachlässigen und wissen, wie Wärme und Kälte wirken.

Wie wirkt Wärme & Kälte bei Arthrose?

  • Wärme: Bei „normalen” Arthrosebeschwerden hilfreich, sollte aber niemals bei akuten Entzündungen angewandt werden. Wärme wirkt durchblutungs- und heilungsfördernd, muskelentspannend, beweglichkeitsfördernd und schmerzlindernd. Durch Wärmewickel, -bäder und -packungen; Wärmflaschen, Heizkissen, Rotlicht; Wärmesalben und -pflaster sowie in einem Bad mit warmen Rapssamen für die Hand, kann Wärme wirksam eingesetzt werden. Es sollte nur die Muskulatur ober- und unterhalb des erkrankten Gelenks (etwa 30 Minuten und niemals direkt auf dem Gelenk) erwärmt werden.
  • Kälte / Kühlung: Sollte vor allem bei akut entzündeten und geschwollenen Gelenken angewandt werden. Die Wirkung ist stoffwechseldrosselnd, entzündungshemmend, abschwellend und ebenfalls schmerzlindernd. Kühle lässt sich gut mit kaltem Wasser, Eispackungen, Kühlgels, gekühlten Erbsen, Linsen oder Sand übertragen. Bei Arthrose in den Händen sollten diese im „Kühlgut” platziert und die gekühlten Proben durch die Finger bewegt werden. Alternativ kann auch einfach ein Beutel mit Tiefkühlerbsen auf das schmerzende Gelenk gelegt werden. Angewandt werden kann Kälte direkt am Gelenk (maximal 15 Minuten kühlen); „Kühlgut” sollte in ein Tuch gewickelt werden, bevor es auf der Haut platziert wird.
Tipp
Quarkwickel wirken auf milde Weise wärmeabführend und abschwellend, auch wenn das Gelenk entzündet ist. Man sollte den Quark ein bis drei Stunden lang einwirken lassen.

Wie viel Bewegung ist bei Arthrose nötig?

Für die Gelenkgesundheit ist es wichtig, dass der Organismus ausreichend bewegt wird. Nur dann werden die Gelenkknorpel ausreichend mit Nährstoffen, aber auch mit Gelenkflüssigkeit versorgt. Auch darf die Bewegung nicht zu einseitig und belastend für die Gelenke sein. Besonders ideal sind daher Walken, Aquasport, Radfahren und ähnliches. Diese Sportarten eignen sich auch, wenn man bereits unter Arthrose leidet.

Viele Arthrose-Patienten können sich nicht überwinden, Sport zu treiben. Der Grund ist in der Regel Angst vor Schmerzen.

Wissenschaftler der Northwestern University hatten nach Methoden gesucht, um ältere Menschen mobil zu halten. Daher hatten sie sich mit der Frage befasst: Wie viel Bewegung ist nötig, um eine Arthrose aufzuhalten oder die Beschwerden sogar zu verbessern?

Dazu führten sie eine Studie mit 1.600 Teilnehmern durch, die unter Knie-, Hüft- oder Fußgelenksarthrose litten. Bei einem Drittel hatten sich die Beschwerden nach zwei Jahren nicht verschlimmert, zum Teil waren sie besser geworden. Die Chance auf eine solche Verbesserung stieg auf rund 50 % an, wenn die Patienten körperlich aktiv waren. Und die körperliche Aktivität musste nicht allzu umfassend sein.

Schon 45 Minuten pro Woche reichten aus, um die Erkrankung so positiv zu beeinflussen. Dies entspricht einem Bewegungspensum von 6 bis 7 Minuten am Tag.

Natürlich, so die Wissenschaftler, gilt auch hier: Je mehr man sich bewegt, umso besser fühlt man sich und umso stärker ist der Nutzen für die Gesundheit. Aber schon kleine Schritte können die Arthrose deutlich verbessern.

Naturheilkunde hilft bei Arthrose

Im ersten und zweiten Stadium der Erkrankung kann die Naturheilkunde helfen, die Knorpelsubstanz zu stärken. Je früher die Therapie gegen Arthrose einsetzt, desto schneller lassen die schmerzhaften Beschwerden als belastendes Symptom nach.

Auch wenn Muskelaufbau und Gewichtsreduzierung die wichtigsten Ansätze sind: Schmerzen lassen sich im Alltag nicht immer verhindern. Schmerzende Gelenke am Abend sind bei Arthrose keine Seltenheit. Hier ist die Naturheilkunde gefragt, die eine Reihe von Therapien bietet, die die Schmerzen lindern können. Vor allem Umschläge sind für die lokale Behandlung hilfreich. Das klassische Beispiel dafür ist der Wickel, der Entzündungen lindert und die Durchblutung fördert.

Wickel gegen geschwollene Gelenke

  • Heilerde
  • Beinwell
  • Weißkohl

Apotheken bieten außerdem Mischungen an, die bereits fertig angesetzt und damit schnell zur Anwendung bereit sind.

Hilft Akupunktur gegen Arthrose?

Akupunktur kann die Schmerzen lindern und eine Operation hinauszögern. Eine Garantie auf eine erfolgreiche Therapie gibt es allerdings nicht.

Eine Studie der Berliner Charité (The Lancet, Juni 2005) zeigte jedoch: Zwölf Akupunkturbehandlungen können die Schmerzen bei einer Kniegelenksarthrose verringern und die Gelenkbeweglichkeit verbessern. Die Besserung durch die Akupunktur nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hielt mindestens acht Wochen an.

Die gesetzlichen Krankenkassen kommen für eine begrenzte Anzahl von Therapiesitzungen auf.

Kontaktstelle
Adressen von qualifizierten Akupunkteuren in der Nähe erhält man im Internet unter: www.akupunktur-aktuell.de sowie bei der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA, Telefon: 089/7 10 05 11, www.daegfa.de).

Welche Ernährung bei Arthrose?

Den meisten Betroffenen ist nicht bekannt, dass der Verlauf von Arthrose durch die Ernährung beeinflusst werden kann. Das gilt natürlich in erster Linie für Übergewicht. Liegt die Diagnose Arthrose vor, sollten die Erkrankten selbst bei leichtem Übergewicht über eine gesunde Diät nachdenken, vor allem bei Erkrankungen von Hüfte, Knie, Sprunggelenk und Mittelfuß.

Eine kritische Analyse der Essgewohnheiten ist daher wichtig. Naturheilkundler und Schulmediziner empfehlen eine basische Ernährungsgrundlage. Fettreiche Gerichte haben auf dem Speiseplan der Betroffenen nichts zu suchen.

Was soll man bei Arthrose nicht essen?

Forscher haben herausgefunden, dass die ungesunde Ernährung an sich die Gelenke schädigen kann: Neben Übergewicht fördert auch eine Übersäuerung die Arthrose-Beschwerden. Ungesunde Fette, synthetische Lebensmittelzusätze, Koffein, Alkohol und Zucker verursachen in großen Mengen verzehrt eine Übersäuerung. Neutralisierte Säuren, im Volksmund „Schlacken” genannt, werden dann im Körper eingelagert. Diese Abbauprodukte können unter anderem den Stoffwechsel im Gelenk stören.

Die folgenden Nahrungsmittel sollten vermieden werden:

  • Gesättigte Fette wie Butter, Sahne, Vollfettkäse, Eigelb
  • Schweinefleisch
  • Rindfleisch
  • Wurst
  • Kaffee, koffeinhaltige Getränke
  • Schwarzer Tee
  • Zucker & Süßigkeiten
  • Alkohol

Stattdessen sollten reichlich Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen oder auch Fisch. Denn Lachs, Hering, Makrele oder Thunfisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken. Durch den Verzehr reduziert man bereits vorhandene Arthroseschmerzen und Schwellungen.

Welche Lebensmittel sind gut gegen Arthrose?

  • Äpfel
  • Birnen
  • Chinakohl
  • Brokkoli
  • Fenchel
  • Grünkohl
  • Junger Spinat
  • Salat
  • Dinkelprodukte (z. B. Brot)
  • Kartoffeln
  • Naturreis
  • Kaltwasserfische oder Seefische
  • Kaltgepresste Öle, z. B. Oliven-, Raps-, Erdnuss-, Sesam-, Walnuss-, Distel- oder Sonnenblumenöl
  • Magerer Käse
  • Magermilch
  • Magerquark
  • Mineralwasser
  • Kräuter

Auch Gelatine wird seit Generationen gegen Arthrose empfohlen. Gelatine gibt es verarbeitet in verschiedenen Lebensmitteln wie Wackelpudding, aber auch als reinen Stoff. Längst bieten Apotheken auch spezielle Präparate auf der Basis von Gelatine an. Die positive Wirkung auf degenerative Gelenkerkrankungen ist seit 1870 bekannt.

Für den Aufbau einer gesunden Knorpel- und Knochensubstanz benötigt der Körper Vitamin D. Dieses Vitamin ist dafür notwendig, dass Kalzium aus dem Darm aufgenommen werden und in die Gelenkstrukturen eingebaut werden kann.

Zwar kann der Körper durch die Einwirkung von Sonnenlicht auch selbst Vitamin D herstellen. Dazu muss man sich allerdings bei Sonnenschein täglich mindestens eine halbe Stunde mit unbedeckten Armen im Sonnenlicht aufhalten. Experten empfehlen inzwischen einheitlich, für eine optimale Versorgung täglich 1.000 I. E. Vitamin D einzunehmen.

Fazit zur richtigen Behandlung von Arthrose

Es gibt kein Allheilmittel und auch keine Einzellösung. Für Betroffene ist es wichtig, früh zu reagieren und die schädlichen Faktoren auszuschalten oder wenigstens deutlich zu reduzieren. Dazu gehören die Anpassung der Ernährung und Ausgleichssport.

Auch wenn Schmerzmittel nicht immer zu vermeiden sind, finden Betroffene mit Wickeln eine weitere gute Möglichkeit, den Schmerz deutlich zu lindern. Nur mit einer vernünftigen und breit aufgestellten Therapie kann das Fortschreiten der Arthrose verlangsamt oder sogar aufgehalten werden.

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