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Das wichtigste zum Thema Ayurveda-Ernährung

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Ayurveda Ernährung – die Grundlagen

Ayurvedische Küche bedeutet nicht, dass Sie indisch kochen und Ihre bisherigen Lieblingsspeisen nicht mehr genießen sollen. Sie können die Erkenntnisse aus der ayurvedischen Koch- und Heilkunst auch auf europäische Nahrungsmittel anwenden. Ziel ist einfach, bestimmte Gewürze, Geschmacksrichtungen, Gemüse-, Obst- Getreide-, und bei Bedarf Fleischarten zu bevorzugen oder zu meiden.

Dazu kommen allgemeine Ernährungsregeln, die sich unabhängig von Ihrem Dosha förderlich auf Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit auswirken. Sie können alle ayurvedischen Ernährungsempfehlungen auf Ihre bisherige Kost beziehen, aber auch mit indischen Gerichten experimentieren und Ihren Speiseplan bereichernAuf jeden Fall fördert es Ihre Verdauung und Gesundheit, wenn Sie typische ayurvedische Gewürze wie Ingwer, Kurkuma, Kreuzkümmel und Koriander, die auch schon in unseren heimischen Küchen Einzug gehalten haben, in Ihre Küche mit aufnehmen.

Vom ayurvedischen Verdauungstee gegen Heißhungerattacken über das Triphala-Wasser zur Gewichtsreduktion bis hin zur goldenen Milch als Schlaftrunk: Hier finden Sie zahlreiche köstliche ayurvedische Rezepte für Ihre Gesundheit.

Das ist das Ziel von ayurvedischer Ernährung

Im Ayurveda dient die Ernährung der Vorbeugung und Behandlung von KrankheitenFalsche Ernährung zählt zu den wichtigsten Krankheitsursachen im Ayurveda. Außerdem wirkt die Auswahl der Nahrungsmittel auf Seele und Geist, selbst auf die spirituelle Entwicklung.  

In der ayurvedischen Ernährung liegt der Schwerpunkt auf dem Ausgleich Ihrer individuellen Konstitution. Wenn Sie z.B. zu hitzig und aggressiv sind, d.h. zu viel an Pitta-Dosha, der Pitta-Konstitution, haben, gleicht es Sie aus, Essen und Getränke nicht zu heiß, sondern zimmerwarm zu sich zu nehmen, nicht mit Chili, sondern z.B. mit Koriander zu würzen. Auf diese Weise werden Gewürze, Gemüse, Obst, Getreidearten, Getränke den Doshas zugeordnet. Sie können sich nach Belieben aus der großen Auswahl für Ihr Dosha heraussuchen, wozu Sie gerade Lust haben, und damit sofort etwas für Ihre Gesundheit tun 

Unterscheidung: Ayurvedische Ernährung und westliche Ernährungswissenschaft

Im Westen werden die Nahrungsmittel nach ihren Inhaltsstoffen analysiert. Danach werden Referenzwerte festgelegt, wieviel von jedem Nährstoff der Mensch entsprechend seines Alters und Geschlechts benötigt. So können Sie sich ausrechnen, wie viel von jedem Nahrungsmittel Sie brauchen, um Ihren Bedarf an Nährstoffen zu decken. Daneben gibt es Empfehlungen für alle: Lange Zeit galt z.B. das Frischkornmüsli am Morgen als das Nonplusultra. Und zwar für jeden.

Aus Sicht der ayurvedischen Ernährung ist kaltes Essen für Pitta-Typen machbar, für Vata-Typendie sehr nervös sind und warme Mahlzeiten benötigen, dagegen völlig falsch. Sie zählen zu den Menschen mit wenig Verdauungsfeuer, die nach ayurvedischer Betrachtung kalte, rohe Kost nicht gut verdauen können. Sie führt bei ihnen zu Verdauungsstörungen, Blähungen und Ansammlung von Ama (Schlacken). Im Ayurveda gibt es keine Normen. Jeder ist anders und braucht eine individuelle Therapie. 

Ayurvedische Ernährung zielt auf die Behandlung des ganzen Menschen und seine Vitalität und Ausgeglichenheit ab

Im Ayurveda wird der ganze Mensch in seiner gesamten Befindlichkeit betrachtet und auch in seiner Gesamtheit behandelt. Über die Ernährung wird Einfluss auf seinen Körper, seine Seele und seinen Geist ausgeübt.

Die aufgenommene Nahrung wird in drei Teile geteilt: Der grobstoffliche Teil wird als Stuhlgang ausgeschieden, der mittlere Teil zu Körpergewebe umgewandelt und der feinstoffliche Teil beeinflusst Geist und Seele.

Ein Stück Fleisch mag aus westlicher Sicht reich an wichtigen Proteinen sein. Aus der Sicht des Ayurveda enthält es die Energie von Tod, Gewalt und Verfall, was sich auf Seele und Geist entsprechend auswirkt. Essen wirkt auf den ganzen Menschen und durch seine Wahl der Nahrungsmittel auf die Natur. 

Dennoch ist Fleisch nicht grundsätzlich verboten: Für Fleischesser werden die Fleischarten den einzelnen Doshas zugeordnet und Sie können sich die für Sie günstigste Fleischsorte zubereiten 

Ernährung im Ayurveda ist auch ohne wissenschaftliche Analyse vielseitig und gesund 

Gesundheit und Heilung bedeuten Ausgleich und Harmonie auf allen Ebenen. Da Fastfood und stark verarbeitete Lebensmittel im Ayurveda nicht empfohlen werden und die Nahrungsmittel-Auswahl sehr groß, abwechslungsreich und gesund ist, kann man auch nach westlichen ernährungswissenschaftlichen Gesichtspunkten davon ausgehen, dass der Körper mit vielseitiger Vitalkost optimal versorgt wird. Und das mit dem Zusatzgewinn von seelischer Ausgeglichenheit, geistiger Klarheit und körperlicher Leichtigkeit durch den Ausgleich der Doshas und das Vermeiden von Schlacken und Giftstoffen  

Achten Sie auf frische Nahrungsmittel

Ganz wichtig ist die Zubereitung frischer Nahrungsmittel. Vermeiden Sie:  

  • Tiefkühlkost 
  • Nahrung, die schon länger als ein Tag im Kühlschrank war (Reste vom Vortag) 
  •  Erhitzen des Essens mit der Mikrowelle 
  • Fertigprodukte (auch Bio-Fertigprodukte sind zu stark verarbeitet) 
  • Produkte, die nicht regional hergestellt sind

Abnehmen mit ayurvedischer Ernährung?

Wenn Sie sich nach den Regeln des Ayurveda ernährenwerden Sie feststellen, dass Sie ganz von selbst ein wenig abspecken. Denn hier wird nur dann gegessen, wenn man wirklich hungrig ist und die letzte Mahlzeit verdaut ist. Auch mehr zu essen als nötig ist, im Ayurveda tabu. 

Zusätzlich verhindert die ausgewogene Ernährung mit allen nötigen Nährstoffen das Entstehen von Heißhungerattacken, denn der Körper signalisiert dem Gehirn, dass er rundum gut versorgt ist. Wenn Sie die ayurvedische Ernährung in ihren Grundzügen und passend zu Ihrem Dosha in Ihrem Leben umsetzen, ernähren Sie sich gesund, versorgen Körper, Geist und Seele, entgiften sich und gewinnen erfahrungsgemäß an Lebensfreude und Leichtigkeit. Das kann so manchen Gang zum Kühlschrank ersparen. Ayurveda und seine Ernährungsweise sind keine Wundermittel. Aber sie können zur Gesundheit beitragen und Sie mehr in Ihre Mitte bringen. Das verändert Ihre Haltung dem Leben und sich selbst gegenüber – Ausgangspunkt zum entspannten Abnehmen

Und Sie brauchen sich nicht zu verbiegen: Auch mit Obst und Gemüse vom heimischen Wochenmarkt können Sie sich und Ihrer Linie etwas Gutes tun. 

Die Geschmacksrichtungen im Ayurveda

Jede Mahlzeit sollte sich harmonisch aus allen sechs Geschmacksrichtungen zusammensetzen. Ob Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot, immer sollten die Elemente süß, salzig, sauer, scharf, bitter und herb enthalten sein.

Ayurvedische Ernährung wird immer der jeweiligen Konstitution des Menschen angepasst. So sollten zum Beispiel Kapha-Typen scharfe und leichte Speisen mit viel Gemüse wählen, um ihre Schwere auszugleichen. Mehr zu den einzelnen Dosha-Typen erfahren Sie unter Vata-DoshaPitta-Dosha und Kapha-Dosha. 

Im Ayurveda sagt man: „Wer richtig isst, braucht keine Medizin, wer falsch isst, dem nützt keine Medizin.“

Nur mit der richtigen Ernährung sind die drei Doshas PittaVata und Kapha im Gleichgewicht und der Mensch ist gesund, entspannt und zufrieden. 

Jeder Geschmacksrichtung werden eine Eigenschaft und eine bestimmte Wirkung auf den Körper zugeordnet. Ein Übermaß der jeweiligen Geschmacksrichtung kann sich negativ auswirken, so dass eine ausgewogene Ernährung immer alle sechs Geschmacksrichtungen enthalten sollte. 

Süß (madhura)

Süßes spendet Freude und Zufriedenheit. Die Geschmacksrichtung besteht aus den Elementen Wasser und Erde und ist sehr nährend und kräftigend. Ein Übermaß an Süß kann auf psychischer Ebene zu Wunschdenken, Bedürftigkeit, Müdigkeit und Trägheit führen. Auf körperlicher Ebene sind zum Beispiel Übergewicht, Diabetes und Verdauungsbeschwerden mögliche Folgen. 

Zu den süßen Nahrungsmitteln zählen alle Nahrungsmittel, die energiespendend sind. Dazu gehören Früchte, Honig, Zucker, Brot, Reis und Nudeln aber auch Öle und Fette, Nüsse und Hülsenfrüchte. Süß erhöht Kapha. Wer ernsthaft abnehmen möchte, sollte deshalb auch aus ayurvedischer Sicht auf süße, kohlenhydratreiche Nahrungsmittel und natürlich auch auf Süßigkeiten verzichten.  

Sauer (amla)

Sauer macht lustig, sagt ein deutsches Sprichwort und auch im Ayurveda wird der Geschmacksrichtung Sauer eine anregende Wirkung auf Geist und SinneAppetit und Verdauung zugeschrieben. Sauer wirkt erfrischend, wärmend und stärkt das HerzUmgekehrt führt ein Übermaß an Sauer zu Neid, Ungeduld, Reizbarkeit und PessimismusAuf körperlicher Ebene können Kraftlosigkeit, Fieber, Juckreiz und Herpes die negativen Folgen sein,wennSie zu viel saure Lebensmittel zu sich nehmen. Amla besteht aus Feuer und Erde. 

Zu den sauren Lebensmitteln gehören Zitrusfrüchte, Joghurt, KäseEssig und Tomaten. Sauer verstärkt Pittada es  für dieses Dosha zu heiß ist, und reizt Kapha, da es für diese Konstitution zu feucht ist. Nur für Vata sind saure Lebensmittel geeignet, da es die Elemente Feuer und Erde enthält, die dem Luft-Typus fehlen.  

Salzig (lavana)

Die Geschmacksrichtung Salzig besteht aus Feuer und Wasser. Sie erhitzt, fördert die Verdauung und kann leicht abführend wirken. Anderen Geschmacksrichtungen gegenüber ist sie dominant. Salzig beruhigt und erweicht das Gewebe. Es öffnet auch auf emotionaler Ebene dazu, Ihre Gefühle zu zeigen und Ihre Bedürfnisse zu artikulieren.  

Im Übermaß genossen, führt die Geschmacksrichtung zu hohem Blutdruck, Durst, Kraftlosigkeit und Hautkrankheiten. Zu viel Salz kann Begierde und Sucht wecken. Jeder kennt das vom Chips oder Pommes Essen. Seelisch führt zu salzige Nahrung zu Ärger, Reizbarkeit, Aggression und schlechter Laune.  

Zu den salzigen Lebensmitteln zählt alles Salzige, Fisch, Meeresfrüchte und Algen. Auch Fertigprodukte enthalten meist zu viel Salz. Salzig verstärkt Pitta, da es schon heiß ist, und Kapha, weil es schon feucht ist. Vata ist das einzige Dosha, das von salzigen Nahrungsmitteln profitiert: Es bekommt Wasser und Feuer.  

Scharf (katu)

Die Geschmacksrichtung Scharf besteht aus den Elementen Feuer und Luft. Demnach erhitzt es den Körper, fördert die Verdauung und wirkt allgemein reinigend und entschlackend auf den Organismus. Im Übermaß genossen kann katu zu Magengeschwüren, Hitze und Schwindel führen. Auf psychischer Ebene fördert Scharfes geistige Klarheit und Motivation. Zu viel Schärfe im Essen dagegen führt zu Wut und Ungeduld.

Zu den scharfen Lebensmitteln gehören Chili, Ingwer, Zimt, Knoblauch, Pfeffer, Senf und Rettich. Scharf mildert mit seiner Hitze und Trockenheit Kapha. Es hilft beim Abnehmen. Wenn Sie Pitta (Feuer) oder Vata (Luft, Trockenheit) sind, sollten Sie scharfe Gerichte eher meiden. 

Bitter (tikta)

Die bittere Geschmacksrichtung besteht aus den Elementen Luft und Äther. Sie wirkt entgiftend auf den Körper und unterstützt die anderen Geschmacksrichtungen. Bitter reinigt das Blut, wirkt antibakteriell und verdauungsfördernd und hilft besonders beim Verarbeiten von Zucker und beim Abbau von Fett. Im Übermaß kann Bitter Kälte und Frieren verschlimmern. Auf der geistigen Ebene schafft Bitter Klarheit. Zu viele bittere Speisen können Traurigkeit, Ernüchterung und negative Gefühle bewirken.    

Zu den bitteren Lebensmitteln gehören Kümmel, Kurkuma, Kürbiskerne, Chicorée, Endivien und Rhabarber. 

Bitter wirkt trockend und kalt. Es vermindert übermäßiges Pitta und Kapha. 

Herb/Zusammenziehend (kasaya)

Herb besteht aus den Elementen Luft und Erde. Die herbe Geschmacksrichtung stärkt das Gefäßsystem, reinigt das Blut, wirkt schleimlösend und fördert die Verdauung. Ein Übermaß kann zu Verstopfung und Herzproblemen führen. Auf psychischer Ebene gibt sie Energie, weitet und klärt den Geist. Sie kann bei einem Übermaß an herben Speisen aber auch zu Enge, Ernsthaftigkeit, Angst und Schlaflosigkeit führen. 

Herbe, adstringierende Lebensmittel sind zum Beispiel Linsen, Bohnen, Ziegenkäse, Koriander, unreife Bananen, Spinat, Sellerie, schwarzer Tee und dunkelgrünes Blattgemüse. 

Herbe Lebensmittel reduzieren Pitta und verstärken Vata. 

Eine ausgewogene Mahlzeit enthält im Prinzip alle sechs Geschmacksrichtungen. Allerdings sollten die vorherrschenden Richtungen jeweils den Konstitutionstyp berücksichtigen. 

Süßes ist erlaubt und erwünscht

Der Geschmacksrichtung „süß“ kommt im Ayurveda eine wichtige Rolle zu. Siegilt im Unterschied zur westlichen Ernährungslehre nicht als grundsätzlich schlecht. 

Allerdings sindim Ayurveda mit Süß nicht etwa nachträglich gesüßte Lebensmittel wie Cola oder Schokolade gemeint, sondern Nahrungsmittel, die von Natur aus eine süßliche Note aufweisen, beispielsweise Getreide, Fleisch, ungesäuerte Milchprodukte oder Fette. Süße Speisen verleihen Kraft, sind sättigend und sie wirken laut Caraca, einem der Urväter des Ayurveda, „besänftigend auf alle sechs Sinne“. 

Gunas – Die energetische Ebene der drei Doshas

Jedem Dosha ist eine feinstoffliche Ebene zugeordnet, die zusätzlich durch die Ernährung beeinflusst werden kann. Diese drei feinstofflichen Ebenen werden Gunas genannt. Durch die Ernährung werden folgende Eigenschaften gefördert: 

  • Sattva, die energetische Ebene von Vata: Klarheit, Erkenntnis, Harmonie, Mitgefühl, Toleranz, Gleichgewicht, Ruhe, Zufriedenheit, Erleuchtung 
  • Rajas, die energetische Ebene von Pitta: Aktivität, Leidenschaft, Schwung, positive Impulse, aber auch Unruhe 
  • Tamas, die energetische Ebene von Kapha: Trägheit, Inaktivität, Unwissenheit 

 Sattva – Freude und Licht

Sattvische oder sattvige Ernährung ist ursprünglich für Menschen gedacht, die Yoga betreiben und Ihr Bewusstsein erweitern möchten. Sie stärkt Prana, die Lebensenergie, die Chakras und die Nadis (Energiekanäle). Sie fördert die Kraft und Klarheit des Geistes und die Meditation. Sie öffnet das Herz für Liebe und Mitgefühl und das Bewusstsein für die Natur.

Sattva ist die reinste Form der Ernährung. Sie enthält fast nur Lebensmittel mit der Geschmacksrichtung Süß oder Nahrung, die die süß riecht: Obst, Salate, Gemüse, Vollkorngetreide, besonders Reis, Hafer und Weizen, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen (ungesalzen, frisch geröstet), Gewürze und Kräuter. Als sattvische Fette gelten Ghee, Olivenöl, Sesamöl und Kokosnussöl.  Sattvische Gewürze sind z.B. Ingwer, Kardamon, Zimt, Koriander, Kurkuma und Fenchel. Quellwasser und Kräutertees gelten als sattvische Getränke.  

Sattwische Ernährung ist frei von Fleisch, Fisch, Alkohol, Tabak, Drogen, Eier, rajassigen und tamassigen Nahrungsmitteln.   

Rajas – Aktivität und Unruhe

Rajas treibt an und macht unruhig. Zur rajassigen Nahrung gehören Kaffee, Kakao, Schwarztee, weißer Zucker und scharfe Gewürze. Bis zu einem bestimmten Grad geben sie Power, indem sie aufputschen. Bei größeren Mengen überwiegen die negativen Wirkungen wie Unruhe, Begierde und hektisches Essen. 

Tamas – Trägheit 

Tamasische Ernährung ruft die negativen Seiten des Kapha-Doshas wach: Trägheit und Faulheit, was auch die Übersetzung von tamas ist

Tamasisch sind Fleisch und Fisch, Alkohol, unreife Nahrungsmittel, abgestandenes Essen, übermäßiges Essen und zu spätes Essen in der Nacht.  

Agni, das Verdauungsfeuer – So erkennen Sie, ob Ihr Verdauungsfeuer zu schwach oder zu stark ist

Das Verdauungsfeuer (Agni) ist für die Aufnahme und Verstoffwechselung der Nahrung zuständig. Es kann je nach Dosha schwankend (Vata), stark (Pitta) oder schwach (Kapha) sein.

Ihr Verdauungsfeuer ist optimal, wenn Ihre Doshas und Ihre Gefühle ausgeglichen sind. Ob Ihr Verdauungsfeuer gerade zu schwach oder zu stark ist, erkennen Sie an folgenden Symptomen:

Das sind Anzeichen für ein zu schwaches Verdauungsfeuer 

  • Blähungen 
  • Aufstoßen 
  • Langsame Verdauung 
  • Schwierigkeiten, morgens aufzustehen 
  • Geistige Müdigkeit 
  • Kaum Schweißabsonderung 
  • Verstopfung 

Daran erkennen Sie ein zu starkes Verdauungsfeuer 

  • Heftiges Aufstoßen 
  • Intensives Schwitzen 
  • Durchfall 
  • Brennen im Verdauungstrakt 
  • Hautausschläge 
  • Übererregbarkeit, viel Reden 
  • Reizbarkeit und Wut 

Bei zu schwachem Verdauungsfeuer sollten Sie die Empfehlungen zum Kapha-Dosha beachten. Bei zu starkem Verdauungsfeuer, helfen Ihnen die Tipps für das Pitta-Dosha. 

Ghee – das goldene Elixier im Ayurveda

Ghee ist geklärte Butter, ein Butterfett. Sie wird durch Erhitzen und Köcheln gewonnen. Dabei wird das Wasser verkocht und Milcheiweiß und Milchzucker setzen sich ab. Zurück bleibt eine Butter, die zu fast 100 % aus Fett besteht. Im Vergleich dazu sind es bei normaler Butter nur 80 %. Ghee kann viel höher, bis zu 190 Grad, erhitzt werden.

Es muss nicht in den Kühlschrank, sondern Sie können es auch angebrochen wochenlang bei Zimmertemperatur aufbewahren. Grund ist, dass geklärte Butter ohne Wasser nicht mikrobiell befallen werden kann. Auch bei Laktoseintoleranz können Sie Ghee verwenden. Ghee ist am besten für Vata und Pitta, weniger für Kapha geeignet 

Ghee gilt als Allheilmittel im Ayurveda. Es wirkt u.a. entgiftend, entzündungshemmend, blutreinigend, immunstärkend und wird in der ayurvedischen Ernährung genauso angewendet wie im medizinischen AyurvedaBei der Panchakarma-Kur zur intensiven Entgiftung trinkt der Kurende flüssiges, warmes Ghee. Für die Küche und insbesondere zur medizinischen Anwendung sollten Sie Bio-Ghee kaufen, z.B. im Bioladen oder Reformhaus. Kosten: 500 g, 12-14 Euro. Wichtig: Nicht mit feuchtem Messer oder Löffel in das Ghee gehen, da es aufgrund des Wassers verdirbt.  

Woraus setzt sich die ayurvedische Küche zusammen?

Die Ayurveda-Küche setzt vor allem auf pflanzliche Produkte wie Getreide, Hülsenfrüchte oderWurzelgemüse. Das bevorzugte Getränk ist Wasser. Wohltuend sind auch Tees und Säfte.

Wesentlich ist die Auswahl der Lebensmittel, Getränke und Gewürze, die Ihr Dosha ausgleichen. Machen Sie dazu den TestDie Tipps zur Ernährungs- und Lebensweise finden Sie jeweils unter Vata-DoshaPitta-Dosha und Kapha-Dosha

12 Tipps zur ayurvedischen Ernährung

1. Starten Sie mit einer Tasse heißem Wasser in den Tag 

Nach Abschluss Ihrer morgendlichen Mundhygiene trinken Sie mindestens eine Tasse warmes oder heißes Wasser. Je nach Dosha können Sie etwas frischen Saft einer Bio-Zitrone (Vata und Kapha) oder einer Limette (Pitta) hinzugeben. Beide Früchte schmecken zwar sauer, wirken im Körper aber basisch und damit entsäuernd. Zitrone für Vata und Kapha, weil sie erhitzend wirkt, während Limette aus ayurvedischer Sicht einen kühlenden Effekt hat und deshalb beim Pitta-Dosha empfohlen wird.

 Kapha-Typen können zusätzlich einen Teelöffel Bio-Honig in warmes (nicht heißes!) Wasser einrühren. Honig wirkt erhitzend und reduziert Kapha. Honig sollte nicht in heißes Wasser oder heißen Tee gegeben und nicht zum Kochen verwendet werden, da bei höheren Temperaturen Ama (Schlackenstoffe) entstehen kann.

Für Pitta ist Honig ungeeignet, da er energetisch erhitzt, und Vata sollte auf ihn verzichten, da er zu austrocknend wirkt. Das Wasser als Einstieg in den Tag soll das Gewebe befeuchten. Trinken Sie auch über den Tag verteilt warmes Wasser oder warmen Tee.    

2. Kochen und essen Sie in ruhiger Atmosphäre  

Im Ayurveda spielt nicht nur das „was“ eine Rolle beim Essen, sondern auch das „wie“. Der ayurvedischen Lehre zufolge sollen Mahlzeiten achtsam, ruhig und in angenehmer Umgebung zubereitet und eingenommen werden.

Auf unseren Alltag übertragen bedeutet das, dass wir während des Kochens und Essens weder lesen noch fernsehen sollen. Auch das schnelle Frühstück im Stehen verbietet sich gemäß der ayurvedischen Lehre. Schwierige Gesprächsthemen und Streitereien sollten nicht beim Essen stattfinden. Harmonie und Ruhe werden hier ganz groß geschrieben. 

3. Kochen Sie die Hauptmahlzeit am Mittag ein

Die größte Mahlzeit des Tages nehmen Sie im Ayurveda dann ein, wenn die Sonne am höchsten steht, da dann auch die Verdauungskraft am stärksten ist, d.h. spätestens um 14 Uhr. Starten Sie mit einem kleinen Frühstück in den Tag.

Der Grund: Ihr Körper ist am Morgen noch mit der Entgiftungsarbeit beschäftigt. Wenn Ihre Hauptmahlzeit bei der Arbeit stattfindet, essen Sie möglichst nicht nebenher während des Arbeitens und auch nicht am Computer.

Sie tun sich und Ihrer Gesundheit einen großen Gefallen, wenn Sie den Raum verlassen und an einem ruhigen Platz oder wenn es das Wetter zulässt, im Freien essen.

4. Essen Sie drei Mahlzeiten am Tag ohne Naschen zwischendurch

Essen Sie drei Mahlzeiten am Tag. Lassen Sie zwischen den Hauptmahlzeiten jeweils vier bis fünf Stunden vergehen, damit die Nahrung vollständig verdaut werden kann. 

Durch echte Essenspausen bekommt der Körper die Möglichkeit, zu entgiften und gespeicherte Energievorräte zu nutzen. Selbst gesunde Zwischenmahlzeiten wie Gemüse-Sticks sind nicht von Vorteil, sondern stören den Entgiftungsprozess.  

5. Bevorzugen Sie warme und gekochte Nahrung und Getränke 

Essen Sie den größten Teil Ihrer Nahrung in gekochter (nicht verkochter!) Form, da der Körper gekochte oder zumindest erwärmte Nahrung leichter aufnehmen kann. Rohkost gibt es möglichst nur mittags als Beilage (Salat), denn zu dieser Zeit hat Ihr Verdauungssystem die meiste Energie. Rohkost am Abend schafft Sie bestenfalls mit einem Pitta-Dosha

Besonders im Winter tut es Ihnen gut, auf ungekochte und kalte Nahrung sowie kalte Getränke zu verzichten. Wärme fördert die Verdauung und kostet den Körper keine Energie. Anders sieht im Sommer aus: Da sind richtig heiße Speisen ungeeignet 

6. Füllen Sie Ihren Magen nur zu zwei Drittel

Essen Sie nicht zu große Mengen. Achten Sie darauf, dass Ihr Magen nur zu ungefähr zwei Drittel gefüllt ist. Das entspricht etwa zwei offenen Handvoll Essen. Das genügt, wenn das Essen nährstoffreich und leicht verdaulich ist.

7. Trinken Sie nicht während des Essens

Aus Sicht des Ayurveda reduziert Trinken während der Mahlzeiten das Verdauungsfeuer. Auch nach westlicher Betrachtung wird vom Trinken beim Essen abgeraten, da es die Verdauungssäfte verdünnt.  

8. Mischen Sie Obst nicht mit anderen Nahrungsmitteln

Essen Sie Früchte am besten allein für sich. Mischen Sie Obst nicht mit anderen Lebensmittelgruppen. Am besten nehmen Sie Ihr Obst, besonders wenn es roh ist, 45 bis 60 Minuten vor dem Frühstück zu sich. So kann Ihr Körper die Nährstoffe ausreichend vor den Hauptmahlzeiten verarbeiten. Als Pitta– und Kapha-Typ können Sie auch nur Obst zum Frühstück essen.

9. Vermeiden Sie diese Kombinationen mit Milch, Joghurt, Ei & Co.

Milch verträgt sich aus ayurvedischer Sicht nicht mit Fleisch, Fisch, Salz, Bananen oder sauren Früchten. Diese Kombinationen sollen die Blut- und Lymphbahnen verstopfen. Milch gilt in der indischen Ernährungslehre ohnehin als schwer verdaulich. Durch Gewürze wie Zimt, Kardamom oder Kurkuma kann der Körper sie besser aufnehmen und verwerten. 

Joghurt sollten Sie nicht mit Nudeln, Brot, Fisch, Tomaten, Kartoffeln, Käse, sauren Früchten oder Auberginen kombinieren. Eier isst man am besten nicht zusammen mit Fleisch, Fisch, Käse, Bananen und Milch. Honig und Butter, auch Ghee, vertragen sich nicht. In gleichen Teilen wirkt diese Kombination stark toxisch. Getreide sollten Sie nicht mit Bananen, Rosinen und Datteln kombinieren 

10. Meiden Sie unfermentierte Sojaprodukte 

Verzichten Sie möglichst auf unfermentierte Produkte aus Soja, wie Sojamilch und Tofu. Fermentierte Sojaprodukte können Sie in kleinen Mengen verwenden, wie zum Beispiel Sojasauce, Tempeh oder Miso.

11. Nehmen Sie alle sechs Geschmacksrichtungen zu sich

Ob Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot, immer sollten die Elemente süß, salzig, sauer, scharf, bitter und herb in ausgewogenem Verhältnis passend zu Ihrem Dosha enthalten sein.

12. Nutzen Sie zunehmend ayurvedische Gewürze

Verwenden Sie zum Würzen Ihrer Mahlzeiten ayurvedische Gewürze wie Kurkuma, Kreuzkümmel, KorianderGaram Masala, Chili und Ingwerund zwar passend zu Ihrem Dosha. Sie verleihen den Gerichten nicht nur ihre typisch ayurvedische Note, sondern erleichtern vor allem die Verdauung der Lebensmittel. 

Insbesondere wenn Sie Gemüse und andere Nahrungsmittel zu sich nehmen, die für Ihr Dosha eigentlich nicht empfohlen werden, können Sie durch die richtigen, d.h. Ihrem Dosha entsprechenden Gewürze, die negative Wirkung reduzieren. 

Vielleicht fallen Ihnen manche Punkte der ayurvedischen Ernährungsregeln leicht, während Sie sich andere gar nicht vorstellen können. Kein Problem! Greifen Sie die Empfehlungen auf, die Ihnen entsprechen oder die Sie gerne ausprobieren möchten.

Machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen, um sich ein erstes Bild von der indischen Gesundheitslehre zu machen. Schon wenn Sie wenige Punkte bei Ihrer Ernährung beherzigen, können Sie ohne großen Aufwand positive Veränderungen erfahren. 

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Über den Autor
Beate Helm Astrologie Expertin
Beate Helm

Beate Helm ist Chefredakteurin von "Heilen mit den Sternen – Ganzheitliche Gesundheit mit den Methoden der Astromedizin" bei unserem Verlag.

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