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Zypresse: Die Heilpflanze bei Erkältung   

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Bei Erkältungen und Husten wird bereits seit der Antike auf die Zypresse zurückgegriffen. Heute kommt der säulenartige Nadelbaum auch bei vielen weiteren Beschwerden zum Einsatz. So soll die Pflanze wundheilend und östrogenregulierend wirken, weshalb sie oftmals bei schlecht heilenden Wunden und Frauenbeschwerden Verwendung findet. Lesen Sie hier, welche Wirkungen und Einsatzgebiete das Zypressengewächs als Heilpflanze noch hat. Erfahren Sie außerdem, wie Sie die Zypresse naturheilkundlich für Ihre Gesundheit nutzen können.

Die Zypresse wird seit der Antike als Heilpflanze eingesetzt. © Marnel Tomić | Adobe Stock

Steckbrief der Zypresse als Heilpflanze

  • Zypresse: bis zu 35 m hoher säulenartiger Nadelbaum aus Asien, mit heilwirksam nutzbaren Zweigen und Früchten
  • Heilwirkung: antibakteriell, antiviral, antioxidativ, thrombosehemmend, leber- und nierenstärkend, wundheilend
  • Anwendung: innerlich als Tinktur bzw. Tee, äußerlich als Bad, Öl zur Aromatherapie oder Tinktur zum Einreiben bzw. für Umschläge
  • Einsatzgebiete: v. a. bei Beschwerden der Atemwege, Erkältungen, Husten, Darmerkrankungen und Frauenbeschwerden
  • Inhaltsstoffe: u. a. ätherische Öle, Tannine, Flavonoide und Phenolverbindungen

Was macht die Zypresse als Zier- und Heilpflanze aus?

Die Zypresse (lat. Cupressus sempervirens) stammt aus der Familie der Zypressengewächse (lat. Cupressaceae) und ist als Zier- und Heilpflanze bekannt. Im Volksmund wird sie auch echte Zypresse oder Mittelmeer-Zypresse genannt. Tatsächlich ist der Baum mit Ursprüngen in Asien heute über den gesamten Mittelmeerraum und milde Gebiete Mitteleuropas verbreitet.

Auch die Bezeichnung als Säulenzypresse ist bekannt. Diese wiederum ist von der charakteristischen säulenartigen Form des Baums inspiriert: Er wächst in schmalen Säulen, die über 35 Meter hoch und mehrere Tausend Jahre alt werden können. Die Zypresse ist aber nicht nur anhand ihrer Form zu erkennen, auch der würzig-holzige Duft der Zypressenöle ist markant.

Diese ätherischen Öle sind es, die überhaupt erst die Entdeckung der Zypresse als Heilpflanze anregten. So erkannte Hippokrates im alten Griechenland, dass die Inhalation der Zypressenöle einen günstigen Einfluss auf Tuberkuloseerkrankte nahm. In der Folge wurde die Zypresse zu einer beliebten Heilpflanze bei Atemwegsbeschwerden, Darmerkrankungen oder Beschwerden der Gebärmutter. Auch heute werden der Zypresse gesundheitsförderliche Effekte zugeschrieben. Dabei kommen neben dem Holz auch Äste und Zapfen (Früchte der Zypresse) zum Einsatz.

Bei welchen Beschwerden und Krankheiten kommt die Zypresse zum Einsatz?

Die Zypresse hat eine lange Tradition als Heilpflanze bei Erkältungskrankheiten und Husten. Anwender greifen aber auch auf das Naturprodukt zurück, um Frauenbeschwerden, Hämorrhoiden oder Krampfadern zu lindern.

Darüber hinaus untersuchen Wissenschaftler den Nutzen von Cupressus sempervirens als pflanzliche Alternative bei verschiedenen Erkrankungen der Leber und der Niere. Hierfür liegen vielversprechende klinische Befunde vor.

Ein Extrakt aus den Zapfen der Zypresse erweist sich außerdem als wirksam darin, virale Infektionen bei Mäusen vorzubeugen und Symptome zu mildern. Damit scheint der gängige Einsatz der Heilpflanze bei Erkältungskrankheiten und Infekten durchaus wissenschaftlich legitimiert.

Auch Bakterienstämme, die Infektionen auf der menschlichen Haut, im Verdauungstrakt oder in den Atemwegen auslösen (namentlich Staphylokokken, Escherichia coli oder Salmonellen) ließen sich im Laborexperiment mit Wirkstoffen der Zypresse eindämmen. Das macht die Pflanze zu einer wertvollen natürlichen Behandlungsmethode beispielsweise bei Wunden.

Anwender berichten darüber hinaus bei zahlreichen weiteren Erkrankungen und Beschwerden von Behandlungserfolgen mit der Zypresse als Heilpflanze. Dazu zählen:

  • Asthma
  • Durchfall
  • Hämorriden (entzündliche Darmerkrankung)
  • Krampfadern
  • Fieber
  • Frauenleiden (wie Menstruationsbeschwerden oder Beschwerden während der Wechseljahre)
  • rheumatische Beschwerden
  • schlecht heilende Wunden

Diese Vielfalt möglicher Einsatzgebiete ist angesichts der vielen Heilwirkungen, die der Zypresse zugeschrieben werden, naheliegend.

Welche Wirkung hat die Zypresse auf die Gesundheit?

Die Zypresse ist für ihre antibakterielle und antivirale Wirkung bekannt. Sie kann außerdem antioxidativ, thrombosehemmend, nierenstärkend und wundheilend wirken. Anwender schreiben ihr darüber hinaus beruhigende und krampflösende Effekte zu.

Zypresse wirkt nicht nur antibakteriell und antiviral, sondern auch wundheilend und antioxidativ. © Dmitriy Popov | Adobe Stock

Studien belegen, dass die Zypresse vor allem folgendermaßen wirken kann: 

  • antimikrobisch: wirkt v.a. gegen Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten
  • antioxidativ: soll freie Radikale eindämmen
  • blutverdünnend: soll die Blutgerinnung reduzieren
  • insektizid: soll gegen Insekten schützen
  • krebshemmend: bietet v.a. in der Prophylaxe von Krebs eine Perspektive
  • lipidsenkend: kann v.a. Cholesterin senken
  • leberprotektiv, leber- und nierenstärkend: kann Leber/ Niere stärken bzw. schützen
  • östrogenregulierend: kann dem weiblichen Hormonhaushalt zugutekommen
  • thrombosehemmend: soll die Ansammlung von Blutplättchen unterbinden und damit Verstopfungen in den Blutgefäßen vorbeugen
  • wundheilend: soll die Heilung (offener) Wunden unterstützen

In der Erfahrungsheilkunde werden den Pflanzenteilen der Zypresse noch weitere Effekte zugeschrieben. Folgende Wirkungen zählen hinzu:

  • beruhigend
  • fiebersenkend
  • harn- und schweißtreibend
  • krampf- und schleimlösend

Damit hat die Zypresse das Potenzial, das allgemeine Wohlbefinden bei verschiedenen Beschwerden zu steigern. Doch es sind nicht nur die ätherischen Öle verantwortlich. Seit der Entdeckung der Heilpflanze in der Antike wurden noch weitere Inhaltstoffe entdeckt und mit den heilwirksamen Effekten in Verbindung gebracht.

Welchen Inhaltsstoffen ist die Heilwirkung der Zypresse zu verdanken?

Alle Pflanzenteile der Zypresse enthalten wertvolle ätherische Öle, die auch für den besonderen Duft der Pflanze verantwortlich sind. Doch auch Tannine, Flavonoide und Phenole können heilwirksame Effekte bewirken.

Folgende Inhaltsstoffe machen den Nutzen der Zypresse als Heilpflanze aus:

  • Ätherische Öle: sollen der Zypresse antimikromische, antivirale und antioxidative Eigenschaften verleihen
  • Phenolverbindungen: wirken ebenfalls antimikromisch, antiviral, und antioxidativ
  • Tannine: wirken Experimenten an Zellkulturen und Mäusen zufolge antiviral
  • Flavonoide: sollen vor allem antioxidative, leberschützende und cholesterinregulierende Effekte haben

Wissenswert: Nicht jeder Teil der Pflanze beinhaltet alle Inhaltsstoffe gleichermaßen. Während die Zapfen beispielsweise eine wertvolle Quelle für Tannine sind, bieten sich zur Gewinnung von Phenolen oder Flavonoiden eher die Äste und Nadelblätter an.

Wie kann die Zypresse als Heilpflanze angewendet werden?

Die Zypresse kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Für Tee, Bäder, Aromatherapie, Umschläge und Waschungen wird dabei auf alle Pflanzenteile zurückgegriffen – vom Holz, über die grünen kreuzgegenständigen Blätter bis hin zu den Früchten.

Die innerliche Anwendung bietet sich vor allem bei Frauenleiden, Beschwerden der Atemwege und Erkältungen mit Husten an. Die Formen zur äußeren Anwendung eignen sich hingegen mehr zur Behandlung von Krampfadern, Hämorrhoiden oder Wunden.

Folgende Darreichungsformen der Zypresse lassen sich unterscheiden:

  • Öl: für ein Zypressenbad oder Aromatherapie
  • Badezusatz: für Vollbad oder Teilbad
  • Tinktur: für Tee, Waschung oder Umschläge
  • Tee: zum Trinken, für Waschungen oder Umschläge

Das Öl der Zypresse ist nur unter sehr großem Aufwand selbst zu gewinnen und sollte daher besser gekauft werden. Badezusatz, Tinktur und Tee lassen sich hingegen auch selbst herstellen. Dafür benötigen Sie nur Zweige, Holz oder Zapfen des Baums.

Die Zypresse kann sowohl innerlich als Tee als auch äußerlich als Umschlag, Tinktur oder Öl verwendet werden. © Vladimir Liverts | Adobe Stock

Zypressenbad für Entspannung

Ein Zypressenbad wird häufig gegen Reizbarkeit empfohlen. Sie können dabei entweder einige Tropfen Zypressenöl aus der Apotheke ins Badewasser geben oder einen Badezusatz aus den frischen Zweigen des Baums selbst herstellen.

Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  1. Schneiden Sie eine Hand voll selbst gepflückter Zypressenzweige in kleine Stücke
  2. Kochen Sie die Stücke in zwei Litern Wasser 15 Minute lang aus
  3. Nutzen Sie ein Sieb zum Abseihen der Zweige und geben Sie den Sud in die Badewanne
  4. Füllen Sie den Badezusatz mit warmem Wasser auf
  5. Baden Sie etwa 20 Minuten im Zypressenbad

Tipp: Anstelle eines Vollbades können Sie auch nur ein Körperteil (z.B. Hand, Arm, Fuß oder Bein) baden. Dafür geben Sie den Sud nicht in die Badewanne, sondern in eine Waschschüssel und nutzen einen Schwamm für eine Waschung der zu behandelnden Körperpartie.

Tinktur zur vielfältigen Einnahme oder Anwendung

Eine Zypressen-Tinktur lässt sich ebenfalls für Waschungen hernehmen. Auch für Umschläge mit der Heilpflanze bietet sich die Tinktur an. Zudem kann man die Zypressen-Tinktur in verdünnter Form auch oral einnehmen.

Sie lässt sich folgendermaßen herstellen:

  1. Ernten Sie Zweige, Blätter, Früchte oder Holz der Zypresse frisch
  2. Zerkleinern Sie die Pflanzenteile und geben Sie sie in ein Schraubdeckelglas
  3. Übergießen Sie das Ganze mit Weingeist oder Doppelkorn, bis alle Teile von Flüssigkeit bedeckt sind
  4. Verschließen Sie das Glas fest und lassen Sie es zwei bis sechs Wochen ruhen
  5. Nutzen Sie ein Sieb zum Abseihen der Tinktur in eine dunkle Flasche

Nehmen Sie einige Tropfen der Tinktur (maximal 50 Stück) dreimal am Tag oral ein. Verdünnen Sie sie dafür mit Wasser. Sie können die Tinktur aber auch für Wickel, Umschläge oder Waschungen nutzen. Geben Sie dafür wenige Tropfen der Tinktur auf ein angefeuchtetes Baumwolltuch oder in eine Waschschüssel mit warmem Wasser.

Tee für Atemwege, Gebärmutter und Darm

Zypressentee kann aus Zweigen, Holz oder Früchten gewonnen werden. Tee aus Zweigen und unreifen Früchten (Zapfen) folgt dabei demselben Rezept:

  1. Ernten Sie Zypressenzweige oder Früchte
  2. Geben Sie zwei Teelöffel davon in eine Tasse
  3. Kochen Sie eine Tasse Wasser auf
  4. Übergießen Sie die Pflanzenteile mit dem kochenden Wasser
  5. Lassen Sie den Zypressentee 10 Minuten ziehen, bevor Sie die festen Bestandteile abseihen

Trinken Sie ein bis drei Tassen täglich bei Beschwerden der Atemwege oder Frauenleiden. Nehmen Sie den Zypressentee allerdings nicht länger als sechs Wochen ein, um unerwünschte Langzeitwirkungen zu vermeiden.

Für den Tee aus dem Holz der Zypresse gehen Sie wie folgt vor:

  1. Ernten Sie frisches Zypressenholz
  2. Zerstoßen und zerkleinern Sie das Holz
  3. Geben Sie zwei Teelöffel in eine Tasse
  4. Übergießen Sie sie mit einer Tasse kochendem Wasser
  5. Lassen Sie den Tee 25 Minuten ziehen, bevor Sie das Holz abseihen

Dieser Tee findet bei Gebärmutter- und Dickdarm-Beschwerden Anwendung. Er wird genauso dosiert wie der Tee aus Zapfen oder Ästen und darf ebenfalls maximal sechs Wochen am Stück angewendet werden.

Wo bekommt man die Zypresse als Heilpflanze her?

Die Zypresse wächst nicht nur in der Toskana, sondern auch immer häufiger in heimischen Gärten. Um in den Geschmack der Heilpflanze und ihren Duft zu kommen, müssen Sie also nicht zwangsläufig in die Apotheke oder ans Mittelmeer.

Die Zypresse wächst nicht nur in der Toskana oder am Mittelmeer, sondern auch in heimischen Gärten. © Lori Ellis | Adobe Stock

Folgendes gilt es bei der eigenständigen Ernte von Pflanzenteilen der Zypresse zu beachten:

  • Zweige sollten Sie im späten Winter oder Frühling sammeln (die Zypresse ist winterhart, kann aber auch im Topf überwintern, allerdings dürfen die Temperaturen nicht zu tief sinken. Dies gilt es zu beachten, sollten Sie überlegen eine Zypresse zu kaufen)
  • Früchte gilt es hingegen zwischen Mai und Juni zu ernten, denn da sind die Zapfen noch jung genug zur naturheilkundlichen Verwendung
  • Zypressenholz können Sie hingegen das ganze Jahr über ernten

Wenn Sie keinen Zypressenbaum in der Nähe haben, bietet es sich an, auf Präparate aus der Apotheke zurückzugreifen.Folgende Zypressen-Präparate sind üblich:

  • Zypressenöl
  • Badezusatz
  • Tabletten

Lassen Sie sich bei den Präparaten aus der Apotheke unbedingt zur Dosierung und Dauer der Anwendung beraten, denn diese sind meist höher konzentriert als selbst hergestellte Mittel.

Was gilt es bei der Verwendung der Zypresse als Heilpflanze zu beachten?

Es gibt einige Personen, denen prinzipiell von der naturheilkundlichen Verwendung der Zypresse abgeraten wird. Zudem kann die Heilpflanze keine ärztliche Behandlung ersetzen und bei falscher Anwendung giftig sein.

Das ätherische Zypressenöl ist für folgende Personen gänzlich ungeeignet:

Achtung: Auch, wenn Sie keiner der genannten Personengruppen angehören, sollten Sie die Zypresse nicht sorglos als Heilpflanze einsetzen. Lassen Sie sich auf jeden Fall vor der Anwendung von einem Arzt oder Apotheker zu Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Dosierungsvorgaben aufklären.

Auch auf die Dauer der Anwendung kommt es an. Insbesondere von einer langfristigen Anwendung (über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen) ist dringendst abzuraten. Nicht nur aufgrund möglicher unerwünschter Langzeiteffekte, sondern auch wegen der nachgewiesenen geringen Giftigkeit (Toxizität) der Pflanze. Die Zypresse ist für den Menschen zwar nur in sehr hohen Dosen giftig, dennoch sollten Sie Dosierhinweise ernstnehmen und wachsam für gegebenenfalls auftretende Nebenwirkungen sein. Zudem gilt – wie für alle Heilpflanzen – die Zypresse kann keine Beratung oder Behandlung bei einem Arzt ersetzen.

Fazit: Zypresse als Heilpflanze – auch heute noch beliebt

Die ersten Befunde über die naturheilkundliche Verwendung der Zypresse gehen bis in die Antike zurück. Die Begeisterung für die vielen möglichen Heilwirkungen und Einsatzgebiete hat bis heute angehalten.

Nicht nur bei Erkältungen, sondern auch bei Frauenleiden, Darmerkrankungen und Wunden kommt die Zypresse heute als Heilpflanze zum Einsatz. Dort soll sie durch ihre antibakteriellen, antioxidativen, blutverdünnenden und hormonregulierenden Eigenschaften Abhilfe verschaffen. Einige der zugeschriebenen Effekte sind dabei wissenschaftlich bestätigt, andere werden durch Erfahrungsberichte von zufriedenen Anwendern nahegelegt.

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