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Hagebutte – so gesund ist die winterliche Power-Frucht

(Foto: Madeleine Steinbach - Adobe Stock)

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Wo im Sommer Rosen blühen, grüßen später im Jahr fast immer auch Hagebutten: Noch im tiefsten Winter kann man sich beim Spazieren im Grünen, aber auch in der Nachbarschaft an den leuchtend roten Früchten erfreuen. Doch die Hagebutte schafft nicht nur willkommene Farbtupfer in der kalten Jahreszeit, sondern ist auch als wärmender Hagebuttentee oder süße Marmelade beliebt bei Jung und Alt. Und obendrein sind die kleinen Vitaminbomben auch noch richtig gesund! Welche Inhaltsstoffe die Hagebutte so wertvoll machen und wie die roten Früchte als natürliches Heilmittel eingesetzt werden können, erfahren Sie hier.

Kleine Vitaminbombe: Die Hagebutte auf einen Blick

Botanik: runde oder eiförmige rote Scheinfrüchte von Rosengewächsen, besonders von der Hundsrose (Rosa canina)

Warum ist die Hagebutte so gesund?

Vitamine und Vitalstoffe: Hagebutten sind gesund, denn sie enthalten unter anderem Vitamin C, Vitamin B1 und B2, Vitamin K und Betacarotin. In der Schulmedizin ist das rote Winterobst geschätzt, denn verschiedene Studien haben bereits die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe der Hagebutte bestätigt. Die positiven Eigenschaften aus den sogenannten Scheinfrüchten der wilden Rose lassen sich sowohl als Tee und Pulver als auch in Form von Ölen, Salben, Cremes und Kapseln nutzen.

Dabei ist die Hagebutte vor allem für ihren hohen Gehalt an Vitamin C bekannt, das besonders für seine antioxidative (freie Radikale bindende) Wirkung geschätzt wird. Doch auch weitere Antioxidantien wie Betacarotin und Lycopin sind in den kleinen roten Früchten enthalten. Außerdem bringt das Wildobst die wertvollen Vitamine B1, B2 und K sowie den Ballaststoff Pektin auf den Tisch. Unsere Tabelle erklärt die wichtigsten Inhaltsstoffe im Überblick:

InhaltsstoffWas ist das?
Vitamin CDas auch als Ascorbinsäure bekannte Vitamin C ist an vielen Stoffwechselvorgängen sowie am Aufbau von Knochen, Zähnen und Bindegewebe beteiligt. Daneben wirkt Vitamin C antioxidativ, bindet also schädliche Umwelteinflüsse (freie Radikale) und unterstützt somit das Immunsystem. Der Körper kann aber nur eine bestimmte Menge des Vitamins aufnehmen – was darüber hinaus geht, scheidet der Körper ungenutzt wieder aus.
Vitamin B1 und B2Vitamin B1 ist besonders für eine normale Funktion des Nervensystems wichtig. Das Vitamin B2 ist außerdem am Energiestoffwechsel sowie am Wachstum beteiligt und erhält zusätzlich die Sehkraft.
Vitamin KDas fettlösliche Vitamin ist vor allem für die Blutgerinnung zuständig, aber auch für den Knochenstoffwechsel und die Nierenfunktion. Deshalb ist es vor allem zur Vorbeugung gegen Atherosklerose und Osteoporose nützlich.
Betacarotin Betacarotin fällt besonders durch seine orange Farbe auf, die sich auch in der Haut ablagern kann. Weil es im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird, nennt man es auch Provitamin A. Betacarotin sorgt für ein normales Zellwachstum und ist außerdem für seine Wirkung als Antioxidans bekannt.
LykopinAuch das Lykopin ist ein Farbstoff aus der Familie der Carotine. Die fettlösliche Substanz steht ebenfalls in dem Ruf, antioxidativ und damit zellschützend zu sein. In dieser Funktion soll es sogar Krebs und Herzinfarkten vorbeugen.
GalaktolipideAls Galaktolipide sind Verbindungen, die aus Zucker- und Fettsäuren bestehen. Der Stoff ist vor allem an der Bildung von Kollagen im Körper beteiligt und kann deshalb positiv auf Knorpel und Gelenke wirken. Zudem gibt es Hinweise auf entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften.
PektinePektine gehören zur Gruppe der Ballaststoffe und werden z. B. in Marmeladen als Geliermittel eingesetzt. Sie regen die Verdauung und die Darmflora an und sorgen außerdem für einen ausgeglichenen Cholesterinspiegel.
Gut zu wissen: Der Ruf der Hagebutte als Vitamin-C-Bombe ist nur bedingt gerechtfertigt. Studien aus dem Jahr 1990 ergaben, dass er Anteil an Ascorbinsäure (Vitamin C) bereits in frischen Früchten erheblich schwanken kann. Durch Trocknung oder längere Lagerung wird das Vitamin oft weiter zerstört. Deshalb enthalten viele fertig erhältliche Präparate mit Hagebutten künstlich zugesetzte Ascorbinsäure, um diese natürlichen Schwankungen auszugleichen.

Wie kann die Hagebutte als Naturheilmittel eingesetzt werden?

Dank ihrer zahlreichen Inhaltsstoffe ist die Hagebutte auch ein bewährtes Heilmittel in der Naturmedizin. Besonders in der roten Schale, aber auch in den Kernen sind wertvolle Bestandteile enthalten. Obwohl manche Wirkungen (noch) nicht wissenschaftlich belegt sind, schwören viele Anwender seit langer Zeit auf die gesunden Früchte, die schon in Omas Hausapotheke eingesetzt wurden.

Hilft Hagebuttentee bei Erkältung?

Vor allem bei Erkältungskrankheiten ist der Hagebuttentee ein beliebtes Heilmittel. Zurecht, denn der hohe Gehalt an Ascorbinsäure (Vitamin C) kann dem Immunsystem richtig auf die Sprünge helfen. In der Hagebutte steckt sogar 20-mal mehr Vitamin C als in Zitronen – das gilt allerdings nur für die frischen Früchte.

Bei der Trocknung und Lagerung zersetzt sich das auch als Ascorbinsäure bekannte Vitamin C zusehends und auch sonst sinkt der Vitamingehalt. Frisch verarbeitet und heiß aufgegossen ist der bewährte Hagebuttentee aber durchaus ein guter Vitamin-C-Lieferant: eine Tasse Tee enthält immerhin zwischen 3 und 12 Milligramm des wertvollen Vitamins.

Frischer Hagebuttentee: Setzen Sie 2 gehäufte Teelöffel klein geschnittene Hagebutten (wahlweise mit oder ohne Kerne) mit einem Viertelliter Wasser an. Lassen Sie den Tee für zehn Minuten ziehen. Danach abseihen (bitte kein Metallsieb). Wenn Sie den Tee mit einem Teelöffel Honig süßen, versorgen Sie Ihr Abwehrsystem gleichzeitig auch mit dessen immunstimulierenden Wirkstoffen.

Alternativ gibt es in Apotheken und Reformhäusern auch fertige Zubereitungen für Hagebuttentee zu kaufen. Die hier verarbeiteten Früchte sind besonders schonend getrocknet und sind auf ihren Vitamingehalt geprüft. Manchen Teemischungen ist auch zusätzliche Ascorbinsäure beigefügt, um natürliche Schwankungen auszugleichen. Achten Sie aber beim Einkaufen auf das Haltbarkeitsdatum, denn mit der Zeit verliert das wertvolle Vitamin C seine Wirkung. Lagern Sie getrocknete Hagebutten außerdem immer kühl und dunkel, um die wertvollen Inhaltsstoffe möglichst lange zu erhalten.

Schon gewusst? Heißes Teewasser kann ebenfalls viele Vitamine und gesunde Pflanzenstoffe zersetzen. Hier hat die Hagebutte aber einen Vorteil: Die harte Schale und festen Zellen schützen die Nährstoffe besser, sodass Hagebuttentee im Vergleich zu anderen Tees einen höheren Vitamingehalt vorweisen kann.

Hagebuttentee
Hagebuttentee bewirkt aufgrund seines überdurchschnittlich hohen Vitamin C-Gehalts wahre Wunder bei einer Erkältung. © LianeM - Fotolia

 

Arthrose und Rheuma: Sind Hagebutten entzündungshemmend?

Forscher aus Dänemark haben in einer Studie aus dem Jahr 2007 festgestellt, dass die regelmäßige Einnahme von Hagebuttenpulver nicht nur die Beweglichkeit der Gelenke steigert, sondern auch schmerzlindernd wirkt. Dabei nahmen die Probanden über drei Monate hinweg zweimal täglich 2,5 g standardisiertes Hagebuttenpulver ein.

Verantwortlich dafür ist der sekundäre Pflanzenstoff Galaktolipid, der aus Zucker und Fettsäuren besteht. Er bildet neues Kollagen und sorgt für eine bessere Funktion des Knorpels an den Gelenken. Auch der natürliche Abbau des Knorpels verzögert sich deshalb deutlich. So belegen die Studien, dass nach der dreimonatigen Kur mit Hagebuttenpulver eine wesentlich höhere Beweglichkeit der Gelenke an Schulter, Hüfte und Knien sowie eine geringere Morgensteifigkeit bei Arthrose festzustellen war.

Die Galaktolipide in der Hagebutte wirken außerdem entzündungshemmend und schmerzlindernd. Im Rahmen der Studie waren die Probanden deshalb deutlich seltener auf die Einnahme von Schmerzmitteln angewiesen.

Wer mit der Kraft der Hagebutte gegen Arthrose angehen möchte, sollte aber beachten, dass die wirksamen Galaktolipide fettlöslich sind und durch Hitze zerstört werden. Der beliebte Hagebuttentee ist deshalb leider nicht geeignet. Auch Hagebuttenmarmelade enthält als eingekochtes Lebensmittel nahezu kein Galaktolipid mehr.

Wer der Arthrose zu Leibe rücken will, ist stattdessen mit der Einnahme eines Pulvers aus getrockneten Hagebutten, wie es in Apotheken und Drogerien erhältlich ist, am besten beraten. Ob eingerührt in Müsli und Joghurt oder als Zusatz in kalten Getränken – 1-2 Teelöffel Hagebuttenpulver täglich eignen sich hervorragend als schmackhafte Ergänzung zu einer gesunden Ernährung.

Achtung: Bevor Sie eine Kur mit Hagebuttenpulver beginnen, sollten Sie sich unbedingt mit Ihrem Arzt beraten, um beispielsweise Wechselwirkungen mit Medikamenten oder andere gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Hagebutten und die Verdauung – So wirken die roten Früchte auf den Darm

Der kleinen roten Winterfrucht wird außerdem eine anregende Wirkung auf die Verdauung nachgesagt. Tatsächlich enthält besonders die Schale der Hagebutte jede Menge gesunder Ballaststoffe wie beispielsweise Pektin, das auch als Geliermittel bekannt ist. Die pflanzliche Alternative zu tierischer Gelatine hat aber noch andere Vorzüge:

Da Pektin die Fähigkeit hat, Wasser zu binden, sind Hagebuttenschalen ein bewährtes Hausmittel gehen Verdauungsbeschwerden mit Durchfall. Aber auch bei Verstopfungen könne die Ballaststoffe aus der Hagebuttenschale förderlich sein – vorausgesetzt, sie werden mit genügend Flüssigkeit eingenommen. Ist das Pektin nämlich mit Wasser vollgesogen, vergrößert es das Volumen der Ausscheidungen und fördert so die Darmtätigkeit. Und auch die Darmflora profitiert von den roten Früchten.

In der Apotheke und im Reformhaus, aber auch in Drogerien sind die Hagebuttenschalen als fein gemahlenes Pulver erhältlich. Zur Verdauungsförderung hat es sich bewährt, 2-mal täglich etwa einen Teelöffel in einem großen Glas Wasser aufzulösen. Alternativ gibt es aber auch praktische Kapseln mit Hagebuttenschalen – nehmen Sie diese aber immer mit ausreichend Flüssigkeit ein, um einen negativen Effekt auf die Verdauung zu vermeiden. Achten Sie außerdem immer auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse – denn diese kann kein Nahrungsergänzungsmittel ersetzen.

Blase und Nieren: Wirken Hagebutten harntreibend?

Auch auf Blase und Nieren sollen die Früchte der Wildrose einen positiven Effekt haben. Die Erfahrungsheilkunde rät beispielsweise bei Blasenentzündung zu einer Kur mit Hagebuttentee. Bisher gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Beleg für die förderliche Wirkung der Hagebutte auf den Harntrakt. Besonders in den Kernen befindet sich allerdings eine nicht unerhebliche Menge an Flavonoiden, also pflanzlichen Farbstoffen, die für ihre harntreibende Wirkung bekannt sind.

Daneben enthält die Hagebutte außerdem Gerbstoffe, deren heilende Wirkung auf die Blasenschleimhaut auch Kräuter wie die Bärentraube zu einem geschätzten Mittel in der Naturheilkunde machen. Daneben legt eine 2007 veröffentlichte Studie nahe, dass die Galaktolipide in Hagebutten entzündungshemmend wirken und sogar das Wachstum des Bakteriums Escherichia coli (E. coli) hemmen könnten. Dieses gilt unter anderem als häufigster Erreger von bakteriellen Blasenentzündungen – ein weiterer Anhaltspunkt für die natürliche Heilkraft der Hagebutte.

Aber auch wenn man diesen Hinweisen keinen Glauben schenkt: Bei einer Blasenentzündung oder Nierenerkrankungen empfehlen auch Schulmediziner das Trinken von ungesüßtem Kräuter- und Früchtetee, beispielsweise aus Hagebutten. Es spricht also nichts dagegen, dem Hagebuttentee eine Chance zu geben.

Aber Vorsicht: Lassen Sie Beschwerden mit Blase und Nieren immer von einem Arzt abklären. Gerade bei Männern und schwangeren Frauen können bereits hinter leichten Schmerzen schwerwiegende Erkrankungen stecken, die unbedingt eine fachkundige Behandlung erfordern!

Hagebutte in der Hautpflege: Natürlich schön mit Hagebuttenöl

Natur pur liegt schon längere Zeit absolut im Trend. Und gerade deshalb sind Naturprodukte sowohl in der Kosmetik als auch in der Alternativmedizin überaus gefragt. Zu den beliebtesten Naturprodukten zählt das Hagebuttenkernöl. Wie der Name schon verrät, wird das heilkräftige Öl aus den Kernen der roten Früchte verschiedener Wildrosen gewonnen. Es ist meist kaltgepresst, damit seine wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Das hellgelbe bis orangerote Hagebuttenöl wird zu verschiedenen Produkten in der Kosmetik und in der Medizin verarbeitet, wie beispielsweise Cremes, Seifen und Salben. Man kann das wertvolle naturbelassene Öl aber auch pur als Pflege anwenden.

Besonders gute Dienste leistet es bei rissiger und trockener sowie bei schuppender Haut. Denn die Trans-Retinsäure des Hagebuttenkernöls kann die Haut anregen, sich zu regenerieren, und den Aufbau von Kollagen fördern. So gelingt es der Haut, mehr Feuchtigkeit zu speichern. Auf die Funktion der Talgdrüsen der Haut übt das Öl bei regelmäßiger Anwendung unter Umständen eine regulierende Wirkung aus.

Am besten entfalten die Pflegeprodukte mit Hagebuttenkernöl ihre positiven Eigenschaften in der Nacht, weil sich während dieser Zeit der ganze Körper und somit auch die Haut regeneriert. Viele Lotionen und Cremes für die Nacht enthalten daher das Öl aus den Kernen der Wildrose.

Kann man Hagebutten selbst sammeln?

Wer von den Vorteilen der Hagebutte profitieren will, braucht nicht unbedingt auf fertige Produkte zurückzugreifen. Wegen der reizenden Härchen im Inneren, die manch einer wohl aus Kindertagen als Juckpulver kennt, sollte man die kleinen roten Früchte jedoch nicht direkt vom Strauch essen. Entfernt man aber die Kerne oder zerstört die Härchen, um Beispiel durch Zerreiben oder Überbrühen mit heißem Wasser, steht auch der Verwendung der frischen Früchte nichts im Weg. Ob als wohlschmeckender Tee oder süßes Hagebuttenmus – die Rosenfrucht ist vielseitig verwendbar.

Der Strauch wächst oft wild auf nährstoffreichen Böden an Weg- und Waldrändern. Nicht nur die Tiere in der Natur haben die roten Powerfrüchte als Nahrung für sich entdeckt; auch den Menschen dient die Hagebutte bereits seit dem Mittelalter medizinisch wie auch kosmetisch. Die griechische Mythologie besagt, dass die Liebesgöttin Aphrodite ihre Schönheit der Hagebutte zu verdanken hat. Das dornige Rosengewächs wird bis zu 3 Meter hoch und besitzt unpaarig gefiederte Blätter. Die Blütezeit liegt zwischen Juni und Juli. Ab Oktober sind die Früchte ausgereift und bereit für die Ernte.

Schneebedeckte Hagebutten
Die Hagebutte kann auch im Winter vielseitig verwendet werden. © nmelnychuk - Fotolia

Welche Hagebutten sind essbar?

Grundsätzlich sind alle Hagebutten ungiftig, solange sie nicht mit Düngemitteln oder Schadstoffen aus der Umwelt belastet sind. Manche Sorten eigenen sich für die Verwendung in der Küche und der Heilkunde aber besser als andere: Denn fast alle Rosenarten, darunter auch moderne Züchtungen, bilden nach der Blüte die sogenannten Scheinfrüchte aus. Diese enthalten im Gegensatz zu „echten Früchten“ keine Samen, sondern Kerne, die auch als Nüsschen bezeichnet werden und die eigentlichen Früchte darstellen.

Viele Duft- und Edelrosen werden heute jedoch vor allem für ihre schönen Blüten gezüchtet und haben deshalb nur kleine oder gar keine Hagebutten. Wildrosen wie die Hundsrose (botanisch Rosa canina), auch bekannt als Wild- oder Apfelrose, haben dagegen eher unscheinbare Blüten. Sie bilden aber große und runde Früchte aus, die auch einen größeren Anteil der wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitaminen, Mineralien und Zink enthalten. Aus diesem Grund sind meistens die Früchte der Hundsrose gemeint, wenn von der Hagebutte die Rede ist. Auch für fertig erhältliche Teemischungen und in der Naturheilkunde werden fast ausschließlich die Hagebutten der Wildrose verwendet.

Wie erntet man Hagebutten?

Insgesamt gibt es über 200 Arten der auf der ganzen Welt verbreiteten Hagebutte. Sie bevorzugt einen nährstoffreichen Boden und einen sonnigen Standort. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, ist das Rosengewächs in der Lage, die Kraft der Sonne in sich zu speichern und seine wertvollen Inhaltsstoffe zu entwickeln. Doch vor den gesunden Genuss haben die Götter die Arbeit gesetzt. Denn zum Verzehr sollten Hagebutten immer gewaschen, entkernt und gegebenenfalls getrocknet werden.

Wer seine Hagebutten selbst sammeln möchte, sollte allerdings einige Hinweise beachten:

  • Vorsicht vor Umweltbelastungen: Abgase und künstliche Düngemittel können sich in den Früchten der Hagebutte ablagern. Sammeln Sie deshalb lieber an Sträuchern, die weit entfernt von solchen Einflüssen stehen.
  • Im Herbst ist der beste Zeitpunkt: Am besten sammeln Sie die Hagebutten nach dem ersten Frost. Dann sind sie in der Regel am aromatischsten und haben den höchsten Vitamin-C-Gehalt. Aber auch im Winter können die Früchte noch genießbar sein.
  • Auf die Reife achten: Für den optimalen Nährstoffgehalt sind frische Hagebutten ideal. Das Wildobst ist reif, wenn die Schale auf Ihren leichten Fingerdruck etwas nachgibt und sich die Früchte leicht pflücken lassen. Unreife und sehr weiche Hagebutten lassen Sie besser hängen.
  • Nicht alle Sorten sind gut geeignet: Grundsätzlich sind die Hagebutten aller Rosensorten essbar. Allerdings fallen die Früchte bei vielen Zucht- und Edelrosen relativ klein aus und enthalten weniger der wertvollen Nährstoffe. Am besten eignen sich einfache Sorten und Wildformen wie die Hundsrose (Rosa canina). Sie bilden auch die größten Hagebutten aus.
  • Nicht übertreiben: Die meisten gesunden Inhaltsstoffe sind in der frischen Hagebutte enthalten. Mit der Lagerung zersetzen sie sich schnell. Sammeln Sie deshalb nicht zu viele Früchte auf einmal – denn auch Vögel und Wildtiere freuen sich im Winter über die roten Leckerbissen.

Die Wildrose schmeckt fruchtig sowie leicht herb und ist in vielen kulinarischen Köstlichkeiten enthalten. Natürlich enthalten die frischen Früchte die meisten Vitamine, also warum nicht einfach eine Heckenrose in den Garten pflanzen? So können Sie sich über das Gartenjahr an den schönen Blüten freuen und haben die kleinen Vitamin-C-Bomben ab dem Spätsommer immer zur Hand.

Schonend vorgehen: So können Sie Hagebutten haltbar machen

Auch wenn die frischen Früchte den höchsten Vitamingehalt aufweisen, lohnt es sich, die Hagebutte auch für den Winter haltbar zu machen. Schonendes Trocknen erhält dabei die meisten Inhaltsstoffe, aber der aromatische Geschmack der Hagebutte macht es leicht, sie vielseitig in der Küche zu verwenden: als Tee, als Sirup, Marmelade, Kompott oder in Likör – die Hagebutte kann zu vielen Leckereinen und gesunden Lebensmitteln verarbeitet werden.

Zum Trocknen legen Sie die Hagebutten flach an einem luftigen Ort ein bis zwei Tage aus und trocknen sie im Backofen bei 35 Grad nach. Die Hagebutten sollen nicht bräunen. Gut durchgetrocknete Früchte halten sich sorgfältig verschlossen etwa Jahr.

Doch auch in anderen Varianten enthält die Hagebutte noch viel Gutes: Hagebuttenmus zum Beispiel hat austreibende Wirkung und findet bei Gicht und Rheuma Anwendung. Aber auch Hagebuttenpulver soll Entzündungen bekämpfen. Es wird eingenommen und hilft vor allem Arthrosepatienten, ihre Beweglichkeit zu verbessern und die krankheitstypischen Gelenkschmerzen zu lindern. Hagebuttentee wirkt leicht harntreibend sowie abführend. Und Hagebuttenmarmelade fördert den Appetit und ist reich an Vitamin C. So vereinen sich bei der Heckenrose Wirkung und Geschmack zu einem perfekten Ganzen.

Hagebuttenpulver: Ideal für die Reiseapotheke

Bei der Herstellung dieses Pulvers aus der Hagebutte ist die schonende Weiterverarbeitung der Früchte wichtig. Für das Pulver werden nur einwandfreie und vollreife Früchte verwendet. Zunächst gilt es, die Frucht vom Blütenansatz, vom Stiel und von ihren reizauslösenden Härchen zu befreien. Danach werden die Kerne und die Schale schonend getrocknet, bevor sie zu dem hochwirksamen Hagebuttenpulver gemahlen werden. Wer sich den Aufwand nicht selbst machen will, kann in der Apotheke und sogar in Drogerien aber auch fertiges Hagebuttenpulver kaufen.

Das Pulver der Hagebutten lässt sich auch auf Reisen gut mitnehmen und man kann es unterwegs leicht in Wasser, Saft oder in Milch einrühren. Auch in Quark, Joghurt oder in anderen Milchprodukten löst sich das vitaminreiche Pulver rasch auf. Diese Variante ist besonders zur Aufnahme der wertvollen fettlöslichen Vitalstoffe, wie Galaktolipiden und vielen Vitaminen, bestens geeignet. Zur Unterstützung der Gesundheit ist es empfehlenswert, täglich 2 gehäufte Teelöffel Hagebuttenpulver zusammen mit den Mahlzeiten einzunehmen.

8 interessante Fakten über Hagebutten

  • Das Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“ bezieht sich nicht, wie oft angenommen, auf den Fliegenpilz, sondern auf die Hagebutte.
  • Hagebuttentee, der schöne rote Tee, den es früher immer in der Jugendherberge zum Frühstück gab, ist in den meisten Fällen mit Malve oder anderen färbenden Pflanzenextrakten nachgefärbt. Reiner Hagebuttentee ist weit weniger leuchtend rot.
  • Der Name „Hagebutte“ oder „Hunds-Rose“ setzt sich folgendermaßen zusammen: Ein „Hag“ ist ein Dornbusch oder ein dichtes Gebüsch, während „Butte“ verwandt ist mit „Butze“, also Kerngehäuse. Eine andere Deutung bezieht sich darauf, dass die Hundsrose überall wächst, also „hundsgemein“ ist – „gemein“ ist hier aber im Sinn von „gewöhnlich“ zu verstehen.
  • Hagebuttenfrüchte sind eigentlich Scheinfrüchte, denn die echten Früchte befinden sich im Innern der Hagebutte. Hier wachsen die Nüsschen, die oft mit Samen verwechselt werden.
  • Hagebutten sind wegen der enthaltene Ballaststoffe wirksame Cholesterinsenker.
  • Die feinen Härchen auf den Nüsschen innerhalb der Hagebutte werden von Kindern (und Kindsköpfen) gern als Juckpulver benutzt. Vorsicht: Sie können Allergien auslösen.
  • Hagebuttenmarmelade fördert den Appetit.
  • Weitere Namen der Hagebutten im Volksmund sind zum Beispiel: Hägen, Hiefe, Hiffen, Hiften, Rosenäpfel, Hetschhiven, Hetscherl, Hiven, Hetschepetsche oder Mehlbeere.
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