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Weihrauch und seine Wirkung: Heilendes Harz der Boswellia-Bäume

(Foto: Sonja Birkelbach - stock.adobe.com)

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Beim Stichwort Weihrauch denken die meisten wie auch bei der Myrrhe sofort an die Heiligen 3 Könige und christliche Liturgie bzw. die Weihnachtsmesse in der Kirche. Tatsächlich ist Weihrauch sehr wertvoll – auch im Hinblick auf die Gesundheit. Im indischen Ayurveda wird die Heilpflanze schon lange für ihre gesundheitsförderlichen Eigenschaften geschätzt. Doch welche Wirkung hat Weihrauch und wie ist das Harz einzunehmen?

Weihrauch Wirkung
Weihrauch ist ein traditioneller Harz der erstmals in Indien entdeckt wurde und seither auch medizinisch eingesetzt wird. © unpict - Fotolia

Weihrauch: Alles Wichtige auf einen Blick

  • Weihrauch Arten: Afrikanischer Weihrauch (Boswellia carterii), Indischer Weihrauch (Boswellia serrata)
  • Heilwirkung: entzündungshemmend, schmerzstillend, immunsuppressiv, antimikrobiell und antiviral
  • Einsatzgebiet: Arthritis, Bronchialasthma, Rheuma, Magen-Darm-Erkrankungen
  • Einnahme: standardisierte Weihrauch-Trockenextrakte, Weihrauchpräparate (Nahrungsergänzungsmittel, kein Medikament)
  • Wirkstoffe: Boswelliasäuren (z.B. AKBA-Säure und KBA-Säure) sowie ätherisches Öl

Was ist Weihrauch?

Als Weihrauch (auch Olibanum) bezeichnet man das Harz des Weihrauchbaumes, das an der Luft getrocknet wird. Dieses ist von gelber oder weißer Farbe und wird in kleinen Körnchen verkauft.

Weihrauch wird aus mehreren Balsamstrauchgewächsen gewonnen. Je nach Verbreitungsort tragen die Weihraucharten unterschiedliche botanische Namen. Dazu zählen:

  • Boswellia serrata aus Indien und Pakistan
  • Boswellia sacra aus dem Jemen und Oman
  • Boswellia carterii aus Somalia (wird manchmal als eigene Art, manchmal aber auch als Synonym für Boswellia sacra aufgeführt)
  • Boswellia papyrifera aus Äthiopien und Eritrea

Um das kostbare Gummiharz zu gewinnen, muss die Rinde des Weihrauchbaumes eingeritzt werden. Die austretende Flüssigkeit trocknet an der frischen Luft in Form von Harztropfen – hierbei handelt es sich um das Weihrauchharz. Das daraus gewonnene Extrakt wird dann zu Nahrungsergänzungsmitteln oder Arzneimitteln weiterverarbeitet oder für Räucherungen eingesetzt.

Welche gesundheitsförderliche Wirkung hat Weihrauch?

Weihrauch soll unterstützend gegen Arthritis, Bronchialasthma, Rheuma und Magen-Darm-Erkrankungen (z. B. Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) wirken. Dabei hat das Weihrauchharz entzündungshemmende, schmerzstillende, immunsuppressive, antimikrobielle und antivirale Wirkung.

In der Naturheilkunde und in der ayurvedischen Medizin, in der Weihrauch eine bedeutsame Rolle spielt, wurde Weihrauch seit Jahrtausenden als Mittel gegen verschiedenste Krankheitsbilder eingesetzt. Mit dem Aufkommen der modernen gesundheitsfördernden Medizin Ende des 19. Jahrhunderts wurde es hingegen still um den Weihrauch.

Erst in den letzten Jahren wurden zum ersten Mal fundierte medizinische Forschungen angestellt, die den Schluss nahelegen, dass das goldene Harz tatsächlich eine hemmende Wirkung auf Entzündungen haben, Schübe von Multipler Sklerose abmildern und Krebszellen zurückbilden könnte. Allerdings ist die Studienlage noch zu schwach, um Weihrauchpräparate als Arzneimittel für diese Behandlungen anerkennen zu können.

Dennoch sagt die Volksmedizin dem Gummiharz der Boswellia-Arten viele gesundheitsförderliche Wirkungen nach. Demnach soll Weihrauch bei folgenden Beschwerden Abhilfe schaffen:

Achtung: Grundsätzlich sollten solch schwerwiegende Krankheiten allerdings zunächst ärztlich abgeklärt und behandelt werden, bevor eine zusätzliche Therapie mit Weihrauch in Frage kommt. Sprechen Sie vor der regelmäßigen Einnahme von Weihrauch mit einem Arzt oder Apotheker.

Ist die Weihrauch-Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden?

Bisher zeigen sich nur wenige Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Weihrauch-Einnahme. Sie reichen von Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu allergischen Reaktionen. Selten tritt Juckreiz auf.

Zudem kann es zu Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten kommen. Wenn Sie regelmäßig Medikamente, zum Beispiel Blutgerinnungshemmer einnehmen, sollten Sie mit einem Arzt sprechen, bevor Sie Weihrauch zu sich nehmen.

Ist die Wirkung von Weihrauch wissenschaftlich belegt?

Die Studienlage rund um die gesundheitsförderliche Wirkung des Weihrauchs reicht nicht aus, um den Extrakt als Arzneimittel anzuerkennen. Erste Studien belegen zwar eine mögliche Wirksamkeit, allerdings sind die Erhebungen nicht repräsentativ.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 1998 lieferte erste Anhaltspunkte im Hinblick auf die Wirksamkeit von Weihrauch gegen Asthma. Die Forscher testeten den Weihrauchextrakt 6 Wochen lang an 40 Asthma-Patienten, während eine gleich große Kontrollgruppe ein Placebo erhielt. Bei 70 % der mit Weihrauch Behandelten nahmen die Symptome und die Anzahl der Anfälle nachweisbar ab, in der Placebo-Gruppe jedoch nur bei 27 %, berichtete das Fachmagazin European Journal of Medical Research im Jahr 1998 (Gupta et al., 1998). Allerdings reicht die Anzahl der untersuchten Patienten nicht aus, um eine allgemeingültige Aussage über die Wirksamkeit fällen zu können.

Die Ergebnisse einiger Studien legen auch die Wirksamkeit gegen Arthrose nahe. Doch auch hier fehlen große, aussagekräftige Studien, die einen alleingültigen Schluss zulassen (Steinmeyer, 2017). Und so reichen die bisherigen Erfahrungen mit Weihrauchextrakt für eine Zulassung als Medikament in Deutschland noch nicht aus, da die geforderten Wirkungsnachweise fehlen. Nach aktuellem Kenntnisstand spricht aber nichts dagegen, bei Arthritis oder den genannten anderen entzündlichen Erkrankungen Weihrauch einzunehmen.

Weihrauch in der Anwendung: Das gilt es bei der Einnahme zu beachten

Weihrauch eignet sich sowohl zur inneren als auch zur äußeren Anwendung. Die Weihrauchpräparate entsprechen allerdings oft nicht den medizinischen Standards. Deshalb ist hier Vorsicht geboten. Unbedenklich sind in der Regel Salben und Cremes mit Weihrauch, die auf die Haut aufgetragen werden.

Weihrauch nur auf Rezept – hierzulande noch nicht zugelassen

In Deutschland sind derzeit nur homöopathische Weihrauchpräparate rezeptfrei zu erhalten. „Olibanum RA” können Sie als Tropfen, Tabletten, Kapseln, Globuli oder Salbe in der Apotheke kaufen. Sinnvollerweise sollten Sie dieses Homöopathikum in Absprache mit einem versierten Homöopathen einnehmen.

Da Sie andere Weihrauch-Präparate in deutschen Apotheken nur auf Rezept erhalten, lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt ein Privatrezept geben und fragen dann Ihre Krankenkasse, ob sie die Kosten übernimmt.

Manche Weihrauchmittel werden als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Damit umgehen die Hersteller das Zulassungsverfahren zum Medikament. Hier ist es allerdings ratsam, Vorsicht walten zu lassen: Nahrungsergänzungsmittel sind wissenschaftlich nicht untersucht und die pharmazeutische Qualität ist nicht standardisiert.

Natürliches Heilmittel aus Weihrauch selbst herstellen

Auch bei leichteren Erkrankungen wie den Folgenden kann Ihnen Weihrauch In Form von Olibanum-Öl, das Sie in der Apotheke erhalten, behilflich sein:

  • kleine Druckgeschwüre im Mund (Aphten)
  • Zahnfleischentzündungen
  • Mandel- und Rachenentzündungen
  • Husten und Bronchitis

So können Sie sich beispielsweise entzündungshemmendes Gurgelwasser aus Weihrauch selbst herstellen. Geben Sie dazu 1 bis 5 Tropfen des Öls in warmes Wasser, Salbei- oder Kamillentee. Damit gurgeln Sie einige Male am Tag – schon profitieren Sie von der Wirkung des Weihrauchs.

Wenn Sie unter Akne, kleinen Hautentzündungen oder Lippenherpes leiden, tauchen Sie ein Wattepad in diese Mischung und tupfen damit die betroffenen Stellen ab. Das kühlt, lindert die Schwellung und trocknet den Herd der Entzündung aus.

Olibanum-Dämpfe wirken überdies lindernd auf Schmerzen, entzündungshemmend und desinfizierend. Deshalb eignet sich der Rauch auch gut gegen Schnupfen, Halsweh und eine verstopfte Nase bzw. Heuschnupfen.

Räuchern Sie sich in Stimmung

Traditionell kommt Weihrauch auch beim Räuchern zum Einsatz. Die Rauchmischungen werden heute in speziellen kleinen Räucheröfchen oder -pfännchen verbrannt, von denen Sie inzwischen eine große Auswahl im Handel finden.

Einfacher geht es mit den bekannten Räucherstäbchen und -kegeln. Eine andere Möglichkeit, Duft zu verbreiten, sind Duftlampen und Zimmerbrunnen, in die ätherisches Öl geträufelt wird. Als Zusatz zum Weihrauch passen Sandelholz, Iriswurzel, Patschuli, Myrrhe, Nelke, Bergamotte, Kreuzkümmel, Lavendel, Majoran und Rosmarin.

Weihrauch
Die heilende Wirkung des Weihrauchs wird vor allem in religiösen Kreisen angepriesenen und konnte nun auch von Forschern nachgewiesen werden. © Sonja Birkelbach - stock.adobe.com

Weihrauch: Wirkung bei Krankheiten noch nicht abschließend belegt

Beim Weihrauch handelt es sich um das Harz verschiedener Boswellia-Bäume. Verarbeitet in Präparaten, kann es eingenommen eine gesundheitsförderliche Wirkung entfalten. Dabei soll Weihrauch gegen Arthritis, Bronchialasthma, Rheuma und Magen-Darm-Erkrankungen wirken. Studien liefern zwar erste Beweise für die beschriebenen gesundheitsförderlichen Effekte, große und repräsentative Erhebungen stehen allerdings noch aus. Daher ist Weihrauch wissenschaftlich auch noch nicht als Arzneimittel anerkannt.

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