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Huflattich: Heilpflanze als Tee wirksam bei Husten und Bronchitis

Huflattich ist eine beliebte Heilpflanze, die vor allem bei Husten und anderen Atemwegserkrankungen wahre Wunder wirkt. Doch Huflattich sollte nicht uneingeschränkt verzehrt werden. (Foto: chamillew | Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Der Huflattich (Tussilago farfara) gehört zur Familie der Korbblütler und ist die einzige Pflanzenart der Gattung Tussilago. Sein lateinischer Name setzt sich aus den beiden Wörtern „tussis“ und „ago“ zusammen, was übersetzt so viel wie „Husten“ und „vertreiben“ bedeutet. Da ist es kein Wunder, dass sich Huflattich auch als Heilpflanze besonderer Beliebtheit erfreut. Denn traditionell soll er gegen allerlei Atemwegserkrankungen und insbesondere bei festsitzendem Husten wirksam sein. Aber Achtung: Huflattich ist aufgrund seiner Inhaltsstoffe nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Lesen Sie hier, wer Huflattichblätter- oder blüten als Tee, Sirup oder Saft lieber nicht zu sich nehmen sollte.

Huflattich: Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Huflattich: Frühblüher, dessen gelben Blüten und Blätter heilend wirken
  • Heilwirkung: antibakteriell, blutstillend, entzündungshemmend, schleimlösend, schweißtreibend, stoffwechselanregend, beruhigend, fiebersenkend und tonisierend
  • Einsatzgebiet: Reizhusten, Bronchitis, Asthma, Heiserkeit, Brustfell- und Kehlkopfentzündungen, Appetitlosigkeit, Venenentzündungen, Entzündungen des Verdauungstrakts und der Haut
  • Anwendung: Tinktur, Tee, Bäder, Saft, Sirup
  • Inhaltsstoffe: z.B. Polysaccharide, Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine
  • Weitere Namen: Tussilago farfara, Bachblümlein, Brustlattich, Fohlenfuß, Hufblatt oder Märzblume
  • Achtung: Huflattich enthält auch Pyrrolizidinalkaloide, die giftig sind. Schwangere, Stillende und Kinder sollten von der Anwendung von Huflattich als Heilpflanze absehen. Nehmen Sie das Kraut nur nach Absprache mit einem Arzt ein.

Welche Inhaltsstoffe enthält Huflattich?

Der Huflattich ist vor allem wegen der enthaltenen Polysaccharide wie Mucopolysaccharide, Pectin und Inulin bekannt. Er enthält unter anderem aber auch Flavonoide, Terpene, Gerbstoffe, Gerbsäure, Bitterstoffe, Saponine, Vitamin C, ätherische Öle, Zink und Pyrrolizidinalkaloiden.

Huflattich ist eine hochwirksame Heilpflanze. Doch nicht jeder Inhaltsstoff ist auch wirklich gesund für den menschlichen Körper. © Gerisch | Adobe Stock

Doch nicht alle Inhaltsstoffe, die im Huflattich enthalten sind, sind auch gesundheitsförderlich. Denn im Gegensatz zu den Schleimstoffen, die heilend wirken, stehen die Pyrrolizidinalkaloide im Verdacht, leberschädigend und eventuell sogar krebserregend zu sein. Daher ist die Einnahme von Huflattich, beispielsweise als Tee oder Sirup, nur unter bestimmten Umständen und nach Absprache mit einem Arzt möglich.

Welche toxischen Stoffe sind im Huflattich enthalten?

Neben den Schleimstoffen sind im Huflattich auch geringe Mengen Pyrrolizidinalkaloide enthalten, die teilweise giftig sind. Dabei handelt es sich um bestimmte Stoffe, die die Pflanze vor Schädlingen schützt – die aber bei Menschen toxische Reaktionen auslösen und die Leber schädigen können. Darüber hinaus gelten manche Stoffe im Huflattich als Krebsauslöser. Die in den Blüten und Blätter enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide im Überblick:

  • Senecionin
  • Senkirkin
  • Seneciphyllin
  • Tussilagin
  • Intergerrimin
  • Isotussilagin
  • Isomere

Nachdem der Huflattich nicht nur gesundheitsförderliche, sondern auch nachteilige Eigenschaften hat, sollte die Einnahme der Heilpflanze in jedem Fall nur nach Absprache mit einem Mediziner erfolgen. Auch wenn es mittlerweile die Möglichkeit gibt, den Huflattich so zu züchten, dass keine toxischen Pyrrolizidinalkaloide mehr in der Pflanze enthalten sind.

Achtung: Wer sich für eine Therapie mit Huflattich als Heilpflanze entscheidet, sollte wissen, dass die Huflattich-Therapie auf keinen Fall länger als sechs Wochen im Jahr andauern darf. Außerdem empfiehlt es sich, die Pflanze nur in geringer Dosierung zu verwenden, da Huflattich auch Nebenwirkungen hervorrufen kann. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 4,5-6 g mit nicht mehr als 1 µg Pyrrolizidinalkaloide pro Tag. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist die Einnahme von Huflattich verboten. Die Inhaltsstoffe der Pflanze könnten sich nachteilig auf den Fötus auswirken und irreversible Schäden auslösen.

Wie wirkt Huflattich?

Huflattich besitzt einige gesundheitsförderliche Eigenschaften. Demnach wirken die Blüten und Blätter der Heilpflanze antibakteriell, blutstillend, entzündungshemmend, schleimlösend, schweißtreibend, stoffwechselanregend und tonisierend. Zudem senkt Huflattich Fieber und beruhigt das Nervensystem.

Die Polysaccharide Mucopolysaccharide, Pectin und Inulin stimulieren das Immunsystem und tragen dazu bei, Entzündungen zu lindern. Flavonoide, wie beispielsweise Quercetin und Glycoside, wirken ebenfalls entzündungshemmend und haben darüber hinaus eine krampflösende Funktion. Neben den Terpene Tussilagon, Faradiol, Stereole und Phenolsäure enthält der Tussilago, den Gerbstoff Tannin. Er verhindert das Eindringen von Fremdstoffen und trägt so zur Wundheilung bei. Ferner fördert es auch den Auswurf bei Husten. Die im Huflattich enthaltenen Saponine hemmen zudem Entzündungen und lösen den Schleim.

Huflattich kann nicht nur gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt werden. © kraichgaufoto | Adobe Stock
Huflattich kann nicht nur gegen Atemwegserkrankungen

Wann wird Huflattich angewendet?

Die Blüten und Blätter des Huflattichs können im Rahmen der Pflanzenheilkunde vielseitig eingesetzt werden. Aufgrund seiner Wirkstoffe hilft die Pflanze aber vor allem bei der Behandlung von allerlei Atemwegserkrankungen.

Dazu gehören zum Beispiel: 

  • Husten
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Heiserkeit
  • Brustfellentzündung
  • Kehlkopfentzündung
  • Erkältungskrankheiten

Über gute Erfolge berichten Anwender auch bei Appetitlosigkeit, Frühjahrsmüdigkeit, Entzündungen des Verdauungstrakts, Venenentzündungen und entzündlichen Problemen der Haut. Beispiele für Letzteres sind infizierte Wunden, Geschwüre, Pickel, Furunkel, Gesichtsrose oder leichte Brandwunden.

Schleimlösender Huflattich Tee: Beliebtes Mittel bei Husten

Für die Anwendung von Tussilago farfara gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann er zum Beispiel als Huflattich Saft, Huflattich Sirup oder (Fuß)Bad genutzt werden. Da die Pflanze einen sehr hohen Gehalt an Schleimstoffen hat, ist sie in geringer Dosierung und nach Absprache mit einem Arzt ein Mittel gegen Heiserkeit, Reizhusten und alle Entzündungen des Mund- und Rachenraumes. Ein Tee aus Huflattichblüten und -blättern hilft darüber hinaus auch bei Durchfällen, während ein Umschlag aus dem Sud seiner Blüten Hautkrankheiten lindert.

Die Zubereitung aus den Blüten und/oder Blättern des Hutflattichs geht ganz schnell. Allerdings sollten Sie am Tag nicht mehr als 3 frisch aufgebrühte Tassen Huflattich Tee trinken. Das entspricht in etwa 0,6 l.

Huflattichtee gegen Husten und Mundraumentzündung

So bereiten Sie den Huflattlich Tee zu:

  1. Übergießen Sie 2 Teelöffel getrocknete Blätter mit ¼ Liter kochendem Wasser.
  2. Lassen Sie den Tee 5 Minuten ziehen.
  3. Seihen Sie den Tee ab.

Achten Sie darauf, nur hochwertige Pflanzenteile aus der Apotheke zu verwenden. Diese sind im Gegensatz zu wildwachsendem Huflattich frei von toxischen Pyrrolizidinalkaloiden und dürfen nach Absprache mit ihrem Arzt eingenommen werden.

Huflattich wird bei Husten und anderen Atemwegserkrankungen oftmals als Tee angewandt. © Madeleine Steinbach | Adobe Stock

Huflattich Tee kann entweder pur oder als Mischung mit anderen schleimlösenden Kräutern wie Thymian getrunken werden. Eine Mischung aus Huflattich, Königskerze und Süßholz, als Tee in kleinen Schlücken möglichst heiß getrunken, wirkt zum Beispiel gut gegen trockenen Hustenreiz und Bronchitis. Außerdem empfiehlt es sich, dem Hutflattichtee eine kleine Menge Honig hinzuzugeben, um den gewöhnungsbedürftigen Geschmack, der durch die Bitterstoffe entsteht, abzumildern.

Hat Huflattich Tee Nebenwirkungen?

Die im Korbblütler enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sind hepatoxisch. Das bedeutet, dass sie bei falscher Dosierung die Leber schädigen und im schlimmsten Fall einen Lebervenenverschluss, eine Leberzirrhose oder Lebertumore hervorrufen können. Hinzu kommt, dass die Alkaloide des Huflattichs abortiv und embryotoxisch wirken. Aus diesem Grund ist die Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit verboten.

Auch die Verwechslung mit Pestwurz kann zu Vergiftungen führen. Denn Heilpflanze Tussilago farfara wird wegen ihres Aussehens (Blätter, Blüten, Stängel) häufig mit der weißblühenden Pestwurz verwechselt, die ebenfalls toxische Stoffe enthält. Aus diesem Grund sollte man Huflattich nicht selber sammeln, sondern ausschließlich Pyrrolizidinalkaloid-freie Produkte aus der Apotheke beziehen.

Bei falscher Anwendung des Huflattich Tees sind darüber hinaus weitere Nebenwirkungen möglich. Dazu gehören zum Beispiel Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfälle, Müdigkeit sowie Hitze- oder Kältegefühl. Nebenwirkungen dieser Art gelten jedoch als vergleichsweise harmlos und haben meist lediglich einen ausbleibenden Therapieeffekt zur Folge.

Warum ist Huflattich während der Schwangerschaft und Stillzeit verboten?

Aufgrund der toxischen Pyrrolizidinalkaloide ist der wildwachsende Huflattich in der Schwangerschaft und Stillzeit besonders gefährlich. Das liegt daran, dass die in der Heilpflanze enthaltenen Alkaloide den Fötus schädigen und Geburtsdefekte auslösen können. Umstritten ist auch, ob pflanzliche Huflattich Medikamente, die diese Stoffe nicht enthalten, für Schwangere geeignet sind. Deshalb gilt es, während der Schwangerschaft und Stillzeit die Einnahme von Huflattich in jeglicher Form zu vermeiden.

Huflattich: Anwendungsrezepte für Tee, Sirup und heilende Umschläge

Die gelben Blätter der Huflattich Pflanze werden als Tee getrunken oder als Lösung zum Gurgeln oder Spülen verwendet. Für eine Gurgellösung gegen Halsentzündung oder zum Spülen bei Entzündungen im Mundraum empfiehlt sich die Anwendung mehrmals täglich. Hier stellen wir Ihnen weitere Tipps vor, wie Sie die Heilwirkung des Huflattichs bei den genannten Anwendungsgebieten nutzen können.

Gesichtswaschungen mit Huflattichtee

Bei unreiner oder schlaffer Haut ist es ratsam, das Gesicht 3- bis 4-mal täglich mit der Lösung abzutupfen. Für eine Gesichtswaschung wird der Huflattich Tee allerdings ein bisschen anders zubereitet:

  1. Mischen Sie 25 g getrockneten Huflattich und 25 g Erdrauchkraut.
  2. Überbrühen Sie 1 EL der Mischung mit 1/2 l kochendem Wasser.
  3. Lassen Sie den Auszug zugedeckt 1/2 Stunde ziehen, bevor Sie ihn abgießen.
Auch getrockneter Huflattich hat eine große Wirkkraft. © Lumistudio | Adobe Stock

Huflattich-Umschlag gegen Venenentzündungen

Ein Umschlag mit Huflattich kann schweren Beinen entgegenwirken:

  1. Bereiten Sie aus frischen pürierten Huflattichblättern und süßer Sahne eine streichfähige Masse.
  2. Streichen Sie diese 1- bis 2-mal täglich auf die Haut über der (oberflächlich) entzündeten Vene.
  3. Lassen Sie die Huflattich-Mixtur 15 Minuten einwirken, bevor Sie sie mit einem Tuch wieder abnehmen.

Huflattichsirup gegen Husten selber machen

Bei Atemwegsbeschwerden empfiehlt es sich, 2- bis 4-mal täglich 1 TL Sirup pur oder in Tee gelöst einzunehmen. In einer dunklen Flasche hält sich der Sirup ein halbes Jahr im Kühlschrank.

  1. Zerkleinern Sie 25 g getrocknete Huflattichblätter und 25 g Fenchelsamen im Mörser.
  2. Übergießen Sie die Kräuter mit 3/4 l kochendem Wasser.
  3. Geben Sie 1 cm frische, klein geschnittene Ingwerwurzel hinzu.
  4. Köcheln Sie die Mischung auf etwa ein Drittel ein.
  5. Fügen Sie 1 Glas Bio-Honig (ca. 225 g) hinzu.
  6. Lassen Sie den Sirup kurz aufwallen.

Huflattich als Heilpflanze anwenden: nur nach Rücksprache mit einem Arzt

Huflattich gilt als probate Heilpflanze bei Husten und Atemwegserkrankungen. Jüngste Studien haben jedoch herausgefunden, dass die Pflanze nicht nur gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe hat. Eine Anwendung ist daher nur nach Rücksprache mit einem Mediziner zu empfehlen. Schwangere und stillende Frauen müssen auf Huflattich gänzlich verzichten.

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