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Anämie - Ursachen, Formen, Anzeichen & Behandlung der Blutarmut

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Informationen über Anämie

Definition: Mangel an roten Blutkörperchen & Hämoglobin

Ursachen: Unter anderem Eisenmangel oder Eisenverwertungsstörungen

Symptome: Unter anderem Müdigkeit, Blässe, Schwindel, Atemnot

Behandlung: Ernährungsumstellung mit Fokus auf Eisen und Folsäure

Anämie Definition: Was ist die Blutarmut?

Unter Anämie versteht der Mediziner das, was der Volksmund Blutarmut nennt. Infolge einer Verringerung der Konzentration von roten Blutkörperchen sowie rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) im Blut wird insbesondere der Transport von Sauerstoff im Körper gestört.

Rote Blutkörperchen und Hämoglobin

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) gehören zu den häufigsten Zellen im menschlichen Blut. Sie transportieren Sauerstoff von der Lunge in alle Ecken und Enden des Körpers. Erythrozyten haben eine flachovale Form mit einer Einbuchtung in der Mitte. Damit ähneln sie einem Donut, nur dass das Loch in der Mitte nicht durchgehend ist.

Damit die roten Blutkörperchen erfolgreich Sauerstoff an sich binden können, benötigen sie den eisenhaltigen Proteinkomplex Hämoglobin. Er verleiht dem menschlichen Blut seine charakteristische rote Farbe. Hämoglobin besteht aus je zwei HB-Alpha- und HB-Beta-Ketten. Der Eisenkomplex, welcher in den Ketten die Sauerstoffmoleküle zu binden vermag, wird als Häm bezeichnet.

Häufigkeit und Herkunft der Anämie

An Blutarmut (Anämie) leiden allein in Deutschland 10 % der Frauen und fast 2 % der Männer. Besonders häufig sind Jugendliche in der Wachstumsphase und ältere Menschen in der zweiten Lebenshälfte betroffen.

Anämie kann die Folge einer ganzen Reihe von Erkrankungen sein, bei denen die Transportfähigkeit des Bluts für Sauerstoff herabgesetzt ist. Dabei handelt es sich nicht um eine Folgeerscheinung des natürlichen Alterungsprozesses. Erwachsene in fortgeschrittenem Alter entwickeln jedoch häufiger Anämien als jede andere Blutkrankheit.

Unser Blut besteht aus dem Blutplasma und den darin gelösten Blutzellen. Das sind die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die für die Blutstillung verantwortlichen Blutplättchen (Thrombozyten) und den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Mit ihrer Aufgabe des Sauerstofftransports, haben die Erythrozyten eine sehr wichtige Stellung im Körper, denn Sauerstoff kann nur dann zu den Organen und Körperzellen gelangen, wenn der zuvor beschriebene Konstrukt aus Eisen, Hämoglobin und Erythrozyt richtig funktioniert.

Wie funktioniert der Sauerstofftransport im Detail?

Der Körper bildet die roten Blutkörperchen im Knochenmark, wo sie sich mit eisenhaltigem Hämoglobin anreichern.

Gelangen die roten Blutkörperchen in den Blutkreislauf, bindet das Hämoglobin den Sauerstoff aus der Lunge und transportiert ihn ins Körpergewebe und in die Organe. Während die roten Blutkörperchen im Blutkreislauf zirkulieren, sterben ständig alte Zellen ab und werden durch neue Zellen ersetzt. Die durchschnittliche Lebensdauer eines roten Blutkörperchens beträgt etwa vier Monate.

Von einer Anämie spricht man, wenn die Bildung der roten Blutkörperchen oder ihr Alterungsprozess nicht normal verläuft oder der Zerfallsprozess zu früh einsetzt. Infolgedessen nimmt das Blut nicht die entsprechende Menge an Sauerstoff auf. Dabei kommt es im gesamten Organismus zu einer Sauerstoff-Unterversorgung, die die Lebensqualität deutlich einschränken kann.

Anämie Folgen: Wie gefährlich ist eine Anämie?

Eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Körpers kann natürlich schwerwiegende Folgen haben, wenn wichtige Organe nicht mehr versorgt werden. Die Gefährlichkeit einer Anämie ist allerdings immer davon abhängig, was die Ursachen für den Mangel an Blutkörperchen sind. Ist es lediglich ein Eisenmangel, so kann dieser durch eine Nahrungsumstellung beseitigt werden. Die Anämie stellt dann keine große Gefahr dar. Sind jedoch andere Faktoren an der Entstehung der Anämie beteiligt, kann die Erkrankung auch gefährlich werden.

Eine Anämie kann tödlich enden. Beispielsweise, falls sie nicht behandelt wird und es sich um eine Form handelt, die mit einer Unfähigkeit des Knochenmarks zusammenhängt, neue Blutkörperchen herzustellen. In einem solchen Fall kann unter Umständen eine Knochenmarkstransplantation notwendig sein.

Anämie und die Rolle des HB-Wertes

Bei Frauen werden normalerweise Hämoglobinwerte von mehr als 12 g/dl gemessen, bei Männern liegen sie um die 13 g/dl. Unterhalb dieser Werte spricht die Medizin von einer Blutarmut oder Anämie. Tatsächlich aber handelt es sich nicht um zu wenig Blut, sondern um zu wenig rote Blutkörperchen oder eine Verminderung der Hämoglobin-Konzentration.

Verbraucht der Körper mehr Eisen als er aufnimmt, zapft er zunächst seine sprichwörtlichen eisernen Reserven an. Das sind etwa 27 % des gesamten Eisenvorrates im Körper (3 bis 5 g). Eine schwere Blutarmut ab Werten unterhalb von 6 bis 7 g/dl (wenn also die Hälfte des Blutes verloren gegangen ist), macht eine sofortige Blutübertragung erforderlich.

Anämie Ursachen: Was verursacht Blutarmut?

Hinweise auf die möglichen Ursachen einer Anämie liefert die Größe der roten Blutkörperchen. Zu kleine rote Blutkörperchen weisen auf einen Eisenmangel hin. Es können allerdings auch schwere und langanhaltende Infektionen, rheumatische Erkrankungen oder Krebserkrankungen dahinterstecken. Zu große rote Blutkörperchen treten häufig bei einer Unterversorgung mit Vitamin B12 oder Folsäure auf. Dieser Mangel behindert die Zellteilung, worauf das Knochenmark größere Zellen mit mehr Hämoglobin bildet.

Normal große Blutkörperchen finden sich oft nach unbemerkten Blutverlusten im Magen- und Darmtrakt; etwa bei Magengeschwüren oder noch nicht diagnostizierten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Anämie: Eisenmangel oder Eisenverwertungsstörung

Es könnte auch sein, dass der Mangel auf eine Eisenverwertungsstörung im Darm zurückzuführen ist. Verschreibt Ihnen der Arzt ein Eisenpräparat (z. B. Tardyferon®), sollten Sie zur Einnahme keinesfalls Kaffee, Tee, Kakao oder Rotwein trinken. Diese hemmen durch ihre Gerbstoffe generell die Aufnahme des Minerals. Die Aufnahme von Eisen im Darm lässt sich durch Vitamin C verbessern. Deshalb gibt es viele Kombinationspräparate.

Verschiedene Formen der Anämie erklärt

Eisenmangel im Blut – diese Kurzdiagnose umschreibt die weltweit am häufigsten auftretende Form von Anämie. Die größte Verbreitung der Eisenmangelanämie findet sich in den tropischen Entwicklungsländern aufgrund schlechter Ernährung und Hakenwurmparasitose mit Darmblutungen.

Eisenmangelanämie: Eine häufige Form der Blutarmut

In Europa sind von der Eisenmangelanämie zwischen 10 bis 15 % der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen, da sie durch die monatlichen Regelblutungen einen erhöhten Eisenbedarf haben. Die Häufigkeit bei erwachsenen Männern beträgt 2 bis 3 % und die von Kindern liegt bei 9 %.

Eisenmangel ist dennoch nur eine von vielen möglichen Ursachen. Auch in der zweiten Lebenshälfte leiden viele Menschen unter Blutarmut. Hier führen chronische Krankheiten wie entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) ebenso zu einem Eisenmangel wie die langfristige Einnahme von Medikamenten. Vor allem Schmerz- und Rheumamittel (z. B. Acetylsalicysäure (ASS), Diclophenac, Ibuprofen) lösen in der Magenschleimhaut kleinste Blutungen aus, die zu einem ständigen Eisenverlust führen.

Ausgeschlossen werden müssen auch Erkrankungen wie Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre sowie ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie), die zu Sickerblutungen und damit zu Eisenverlust führen können.

Eisenarme Ernährungsweise als Ursache von Anämien

Gerade eine eisenarme Ernährungsweise verlangsamt die Produktion von roten Blutzellen. Da die meisten Europäer und Amerikaner genügend Eisen mit der Nahrung aufnehmen, ist dies eine seltene Ursache einer Anämie. In Deutschland ist für Männer die Aufnahme von Eisen in keiner Altersklasse problematisch, Frauen erreichen allerdings im Schnitt nur 75 % der empfohlenen Tagesdosis.

Aplastische Anämie behindert die Bildung von Knochenmark

Diese seltene und schwerwiegende Form der Blutarmut kann die Bildung von Knochenmark drastisch behindern. Ausgelöst werden kann sie durch Probleme des Immunsystems, verschiedene Medikamente oder bestimmte toxische Chemikalien. Zur Behandlung dienen Bluttransfusionen, die Gabe von Antithymocytenglobulin oder Blut- bzw. Knochenmarkstransplantationen.

Hämolytische Anämie

Wenn Blutzellen schneller vom Körper abgebaut als produziert werden, könnte eine hämolytische Anämie die Ursache sein. Zu diesen Formen der Blutarmut gehören Sichelzellanämie und Thalassämie, die beide vererbt werden. Hämolytische Anämie kann durch Infektionskrankheiten, die Einnahme von Antibiotika oder anti-entzündliche Wirkstoffe sowie durch Autoimmunkrankheiten wie Lupus erythematodes ausgelöst werden.

Megalosblastäre Anämie

Diese Form der Anämie kann auftreten, wenn die roten Blutkörperchen nicht richtig heranreifen. Die Blutkörperchen, die im Knochenmark gebildet werden, sind überdurchschnittlich groß, ihre Eisenresorptionsfähigkeit ist jedoch vermindert. Die Ursache dieser Art von Anämie ist fast immer ein Vitaminmangel.

Vitaminmangel, der Anämien verursacht:

  • Vitamin-B12-Mangel: Ein Defizit ergibt sich meist infolge ungenügender Vitamin-B12-Resorption durch den Darmtrakt. Diese Anämie wurde lange als perniziöse („verderbliche”) Anämie bezeichnet, da sie nicht behandelbar war und einem Todesurteil gleichkam. Mittlerweile ist der Begriff allerdings veraltet, da die Sterblichkeitsrate inzwischen gering ist. In seltenen Fällen entsteht ein Vitamin-B12-Mangel durch den Verzicht auf Fleisch- und Milchprodukte, die reichlich Vitamin B12 enthalten.
  • Folsäure-Mangel: In den westlichen Ländern findet sich diese Art von Vitaminmangel typischerweise bei Alkoholikern. Er tritt auf, wenn Alkohol als Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung dient. Es kommt auch zu einem Abfall des Folsäurespiegels. In selteneren Fällen ist der Mangel durch eine Störung der Folsäure-Resorption bedingt, weil eine Erkrankung wie Zöliakie oder tropische Sprue zugrunde liegt. Die Therapie besteht in einer gesunden Ernährung und der Einnahme von Folsäure nach ärztlicher Verordnung.

Blutarmut Anzeichen: Welche Symptome bei Anämie?

Die Auswirkungen einer Anämie sind anfänglich meist unmerklich. Mit fortschreitender Anämie fühlt sich der Patient allerdings häufig müde und zeigt eine fahle Blässe. Bei einer schweren Anämie kann der Herzschlag unregelmäßig oder erhöht sein: das Herz muss mehr Blut durch den Körper pumpen, um das Sauerstoffdefizit auszugleichen. Schwindel, Schwäche, Verwirrung, Kurzatmigkeit (besonders bei Anstrengung) und kalte Hände und Füße können weitere Symptome sein. Personen mit einer Herzerkrankung können häufigere Episoden einer Angina pectoris erleiden.

Das sind die Symptome der Blutarmut

Die typischen Beschwerden einer Blutarmut können alle auf die schlechte Sauerstoffversorgung der Organe zurückgeführt werden. Wer an einer Blutarmut leidet, zeigt meistens ein ähnliches Bild der Beschwerden nach sich.

Beschwerden bei Blutarmut:

  • Als Erstes fällt meist Dritten auf, dass Sie blass sind. Das können Sie insbesondere an den Schleimhäuten, z. B. an der Innenseite des Augenlides, feststellen.
  • Sie fühlen sich in Ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt und permanent müde.
  • Es fällt Ihnen schwer, sich zu konzentrieren und Ihrer Arbeit zu Hause oder im Beruf wie gewohnt nachzukommen.
  • Häufig verspüren Sie Schwindel und haben scheinbar Probleme mit dem Gleichgewicht. Schnelles Aufstehen, z. B. aus dem Bett, fällt Ihnen schwer.
  • Unter Belastung und manchmal auch im Ruhezustand kommt es zu Atemnot.
  • Auch Herzrasen kann auftreten. Das Herz schlägt Ihnen dann sprichwörtlich bis zum Hals.

Bei Eisenmangel können Sie weitere Symptome feststellen

  • Ihre Haare werden brüchig, Gleiches gilt für Ihre Nägel. Hier bilden sich außerdem Rillen.
  • Trockene und rissige Haut verursacht Ihnen Unwohlsein.
  • Es können Einrisse an den Mundwinkeln entstehen.
  • Sie haben häufig Kopfschmerzen.
  • Durchfall oder Verstopfung sowie Blähungen machen Ihnen zu schaffen.
  • Ihr Appetit ist vermindert oder fehlt ganz.
  • Schluckbeschwerden und Zungenbrennen können vorkommen.
  • Besteht der Eisenmangel sehr lange, kommt es zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen.
Vorsicht:
Eine Blutarmut kann Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen! Sollten Sie oder ein Angehöriger mehrere der aufgelisteten Symptome über einen Zeitraum von einigen Wochen durchgängig zeigen, suchen Sie unbedingt Ihren Arzt auf.

Anämie Diagnose: Wie erkennt man eine Blutarmut?

Ob hinter den Beschwerden tatsächlich eine Anämie steckt, findet der Arzt mithilfe einer einfachen Blutuntersuchung heraus. Zeigen sich nur niedrige Erythrozyt-Werte so ist klar, dass ein entsprechender Mangel vorliegt.

Obwohl eine Anämie häufig auftritt, kann sie sich bei der Diagnose und Behandlung zum komplexen Problem entwickeln, da sie viele mögliche Ursachen hat. Fühlen Sie sich ungewöhnlich müde, sollten Sie nicht davon ausgehen, dass auch Ihr Blutkreislauf „müde” ist. Anämie führt zwar in vielen Fällen zu Müdigkeit. Das heißt jedoch nicht, dass jede auftretende Müdigkeit auf eine Anämie hindeutet.

Wenn Sie lediglich ein Eisenpräparat zu sich nehmen oder sich um eine gesündere Ernährung bemühen, bekämpfen Sie möglicherweise nicht die Ursache der Anämie. Bleibt diese Gesundheitsstörung unbehandelt, kann sich daraus eine ernsthafte Erkrankung entwickeln. Eine Anämie kann wegen der vielen verschiedenen Ursachen ein komplexes Problem für Diagnose und Therapie sein. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, einen Arzt zu konsultieren, wenn Sie an einer unerklärlichen Müdigkeit leiden.

Anämie Behandlung: So wird Blutarmut therapiert

Unglücklicherweise halten viele Ärzte Anämie bei älteren Menschen für eine typische Erkrankung, die mit dem Altern einhergeht. Infolgedessen wird eine Anämie dann häufig nicht behandelt. Das ist ein Fehler, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass Anämie die Sterblichkeit von Menschen mit chronischen Krankheiten wie Herzkrankheiten dramatisch erhöht. Zudem kann Anämie auch die Entstehung von Krebs unterstützen, der in einer Zellumgebung, die wenig Sauerstoff aufweist, gut gedeiht.

Um eine Anämie erfolgreich zu behandeln, stehen daher unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere Nahrungsergänzungsmittel, aber auch eine Umstellung der Essgewohnheiten.

Brennnessel und Walnussblätter gegen Anämien

Eine Extraportion Eisen und Folsäure bekommen Sie mit Brennnesseln und Walnussblättern. Aus beiden Kräutern lässt sich leicht ein Tee herstellen, indem Sie zwei Teelöffel des jeweiligen getrockneten Krauts mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen.

Auch Algen sind hervorragend geeignet, um die Blutbildung zu unterstützen. Besonders Chlorella- und Spirulina-Algen verfügen über einen hohen Gehalt an Eisen und Vitaminen des B-Komplexes. Achten Sie beim Kauf von Algenpräparaten unbedingt darauf, dass sie ein Prüfsiegel eines unabhängigen Labors haben, damit Sie vor einer eventuellen Schadstoffbelastung geschützt sind.

Unterstützung der Neubildung roter Blutkörperchen

Verzehren Sie zudem häufig eisenhaltige Nahrungsmittel. Außer Leber und Rinderfilet versorgen Sie Vollkornprodukte, Mais, grüne Bohnen und dunkle Trauben besonders gut mit Eisen. Setzen Sie darüber hinaus Folsäurelieferanten auf Ihren Speiseplan. Bereichern Sie Ihr morgendliches Müsli mit folsäurehaltigen Weizenflocken und Walnüssen. Essen Sie öfter Fenchel, Brokkoli, Spinat und Kohlgemüse.

Weitere Tipps zur Unterstützung:

  • Machen Sie eine Kur mit blutbildendem Kräutertee. Lassen Sie sich in der Apotheke 50 g Brennnesselkraut, 25 g Löwenzahnwurzel und -kraut sowie 35 g Schafgarbenkraut mischen. Übergießen Sie einen Teelöffel der Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser und lassen Sie den Ansatz zehn Minuten ziehen. Trinken Sie über vier Wochen täglich drei Tassen von dem Tee.
  • Mixen Sie sich einen Rote-Bete-Cocktail. Schälen Sie eine Rote Bete, einen Apfel und zwei Karotten und pressen Sie die Zutaten durch einen Entsafter. Sie erhalten etwa 500 ml Saft, den Sie anschließend noch mit einem kleinen Stück frisch geriebenen Ingwer würzen können. Trinken Sie täglich ein bis zwei Gläser davon. Im Kühlschrank aufbewahrt, behält der Cocktail zwei Tage lang seine Wirksamkeit.

Künstliches Erythropoetin (Epoetin) zur Behandlung von Anämien

Die Produktion und Reifung der roten Blutkörperchen wird durch ein natürliches Hormon namens Erythropoetins – auch Epo genannt – stimuliert. Ihre Nieren produzieren über 90 % des körpereigenen Erythropoetins (einen kleinen Teil bildet die Leber). Da rote Blutkörperchen beim gesunden Menschen eine Lebensdauer von nur etwa 120 Tagen haben, müssen sie kontinuierlich neu produziert werden. Die Nieren stellen deshalb immer eine bestimmte Menge an Erythropoetin her.

Vor der Einführung von künstlich hergestelltem EPO galten Bluttransfusionen als Mittel der Wahl bei Blutarmut. Da diese Behandlung aber die Gefahr von Infektionen und Unverträglichkeitsreaktionen barg, wurde lange nach alternativen Therapien gesucht.

In den späten 80er Jahren wurde schließlich eine synthetische Epo-Variante entwickelt: das Epoetin. Dieses Medikament ist teuer und wird gespritzt. Je nach Dosierung und Verabreichungsplan kann eine Spritze viele Hundert Euro kosten. Diese Kosten werden aber meist von den Krankenkassen übernommen, wenn die allgemeinen Therapierichtlinien eingehalten werden und eine Zulassung für das Anwendungsgebiet besteht.

Verschreibungspflichtiges Epoetin ist in Deutschland erhältlich als Epoetin Alfa (Erypo®), Epoetin Beta (NeoRecormon®) und als länger wirkendes Medikament aus derselben Gruppe als Darbepoetin (Aranesp®).

Bei vielen Menschen beruht die Blutarmut auf einem Eisenmangel. Neben der Beseitigung bzw. Behandlung der Blutungsquelle hilft in diesen Fällen keine Epo-Gabe, sondern der Zusatz von Eisenionen zur Nahrung. Eine schwere Anämie auf Grund zu geringer Epo-Produktion erfordert eine Spezialbehandlung.

Die Behandlung einer schweren Anämie hängt von der Ursache ab und wie gut der Patient Epoetin verträgt. Das Ziel bei der Therapie mit Epoetin ist, den Hämoglobingehalt auf nicht mehr als 12 g/dl zu erhöhen. Daher wird der Gehalt des roten Blutfarbstoffs sorgfältig überprüft, während das Medikament gegeben wird, und Dosierungen je nach Zielgröße angepasst.

Die Wirkung einer angemessenen Epoetin-Behandlung macht sich meist innerhalb von ein bis zwei Wochen bemerkbar. Die Erschöpfung geht zurück und ein allgemeines, körperliches Wohlgefühl ist die Folge. Obwohl Epoetin den Bedarf an Bluttransfusionen nicht vollständig ersetzen kann, ist es eine sichere Alternative und verringert die erforderliche Häufigkeit von Bluttransfusionen. Außerdem treten bei richtiger Handhabung nur wenige Nebenwirkungen auf.

Haben Sie’s gewusst?
Da Epoetin immer wieder von Sportlern zur Leistungssteigerung eingenommen wird, ist das Mittel im Profisport nicht zugelassen. Es wird von den meisten Sportorganisationen als Dopingmittel eingestuft, da es den Hämoglobingehalt signifikant erhöht. Infolge des Missbrauchs im Sport kam es bereits zu Todesfällen durch Epoetin.

Vorsicht bei Medikamenten – Gefahren einer Über-Medikation bei Anämien

Viele Wirkstoffe in Medikamenten be- oder verhindern allerdings die Aufnahme von Nährstoffen. So sind beispielsweise Magensäureblocker verantwortlich für eine reduzierte Aufnahme von Vitamin B12. Auch Antibiotika, Anti-Depressiva, Blutdruck- und Cholesterinsenker, Östrogene und Beruhigungsmittel können dem Körper Vitamine und Nährstoffe entziehen. Und wenn diese Medikamente kombiniert werden, steigt gerade bei älteren Menschen das Risiko der Anämie.

Eine neuere Studie konnte darlegen, dass der durchschnittliche Patient über 50 Jahre 25 Rezepte pro Jahr erhält – das sind doppelt so viele wie noch vor vier Jahren. Die Über-Medikation ist alarmierend hoch und zwei Probleme könnten zu einer großen Gesundheitsbedrohung avancieren.

Herausforderungen für die Gesundheit:

  • Die übermäßige Medikamenteneinnahme verursacht bedrohliche Nebenwirkungen und nicht wenige Ärzte bekämpfen Nebenwirkungen eines Medikaments mit einem weiteren Medikament.
  • Der Medikamenten-Cocktail raubt den Patienten viele wichtige Vitamine, die sie gerade dann brauchen, wenn sie gegen eine Krankheit kämpfen.

Eisenpräparate nicht für Langzeittherapie von Blutarmut geeignet

Auf kurze Sicht können mithilfe von Eisenpräparaten gute Erfolge erzielt werden. Dennoch: Bei einer langen Therapie kann Eisen auch Schaden anrichten. Üblicherweise empfehlen Experten bei den meisten Vitaminpräparaten Dosen, die noch über den empfohlenen Tagesdosen liegen. Aber viele Experten sind sich einig, dass die empfohlene Tagesdosis bei Eisenpräparaten viel zu hoch ist.

Selbst wenn jemand unter Anämie leidet, würden diese Experten die Krankheit nicht mit solchen Eisenpräparaten behandeln. Die Präparate reagieren im Körper zu stark; eine Formation von freien Radikalen, bestehend aus freiem Eisen, ist eine Bedrohung für den Körper. Stattdessen sollte Eisen über natürliche Quellen zugeführt werden. Typische Lieferanten sind Fleisch, Fisch, Rinderleber und Hühnerleber, aber auch Gemüse wie Spinat, Mais und Bohnen.

Gerade ältere Menschen sollten darauf achten, dass sie genug Folsäure und Vitamin B12 zu sich nehmen. Während des Alterungsprozesses sinkt die Fähigkeit, diese beiden Vitamine aus der Nahrung aufzunehmen.

So können Sie einer Anämie vorbeugen

Vielen Formen einer Blutarmut, insbesondere den Mangelerkrankungen, können Sie durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung vorbeugen. Besonders wichtig ist die ausreichende Aufnahme von Eisen, Folsäure und Vitamin B12. Hier genügt meist schon der regelmäßige Verzehr von entsprechenden Zutaten.

Diese Nahrungsmittel beugen Anämie vor:

  • Frisches Obst
  • Frisches Gemüse
  • Salat
  • Nüsse
  • Vollkornprodukte
  • Mageres Fleisch
  • Schalentiere & Fisch
  • Milch & Milchprodukte

Eisen ist vor allen Dingen in Vollkornprodukten, Gemüse, Fleisch und Fleischprodukten vorhanden. Vitamin B12 findet sich ebenfalls in Fleischprodukten und Fisch, Ei, Milch sowie Sauerkraut. Folsäure nehmen Sie zu sich, wenn Sie ausreichend Schalentiere, Fisch, grünes Gemüse, Kakao und Nüsse verzehren.

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