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Großes Blutbild – Die wichtigsten Werte erklärt

Mit einem großen Blutbild können alle Hormone, Vitamine, Spurenelemente sowie Eiweiß nachgewiesen und gemessen werden. Hier mehr dazu: (Foto: Spectral-Design - Fotolia)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes zum Thema großes Blutbild

Definition: kleines Blutbild, welches um wichtige Parameter bezüglich Leukozyten ergänzt wird

Häufigkeit: regelmäßig, einmal pro Jahr oder bei Verdacht auf Erkrankungen

Kosten: mehrere hundert Euro, werden jedoch meist von der Krankenkasse übernommen

Voraussetzungen: Nüchternheit bei der Blutabnahme

Wichtige Werte: Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, Thrombozyten, MCV, MCH, MCHC, Leukozyten

Viele Patienten denken beim großen Blutbild an einen Rundum-Check aller Blutwerte. Dies ist jedoch nicht der Fall! Während das kleine Blutbild schon routinemäßig bei einer Standardlaboruntersuchung ermittelt wird, ist das große Blutbild wesentlich komplexer in der Analyse.

Wie sich großes und kleines Blutbild jedoch im Detail unterscheiden, wann und wie oft ein großes Blutbild erstellt werden sollte und welche Werte bei der Blutuntersuchung besonders wichtig sind, erfahren Sie hier.

Was ist ein großes Blutbild?

Übersicht zum großen Blutbild

Die Bezeichnung großes Blutbild ist für viele Menschen irreführend. Konkret handelt es sich bei einem großen Blutbild um ein kleines Blutbild, welches um wichtige Parameter ergänzt wurde. Diese Parameter beziehen sich vor allem auf die weißen Blutkörperchen (auch: Leukozyten).

Viele Werte haben das kleine und das große Blutbild jedoch gemeinsam:

  • rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
  • roter Blutfarbstoff (Hämoglobin)
  • Anteil der Zellen im Blut (Hämatokrit)
  • Blutplättchen (Thrombozyten)

Weiters wird im kleinen als auch im großen Blutbild auf diverse Mengen und Konzentrationen näher eingegangen. Es wird das mittlere Volumen der roten Blutzellen und die durchschnittliche Hämoglobinmenge pro roter Blutzelle ermittelt. Auch auf die mittlere Hämoglobinkonzentration in der gesamten Menge der roten Blutkörperchen wird Augenmerk gelegt.

Beim kleinen Blutbild werden auch oberflächliche Parameter ermittelt, welche die weißen Blutkörperchen betreffen. Auf die verschiedenen Arten der weißen Blutkörperchen wird dann jedoch erst im Zuge eines großen Blutbildes näher eingegangen. Das wird auch als Differentialblutbild bezeichnet.

Zu den Arten der Leukozyten zählen:

  • Granulozyten
  • Monozyten
  • Lymphozyten

Die Granulozyten können weiters unterteilt werden in neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten.

Wie wird ein großes Blutbild erstellt?

Die Anfertigung eines Blutbildes ermöglicht es also, die Zahl und Gestalt der Blutzellen sowie die Konzentration des roten Blutfarbstoffes zu bestimmen. Um diese vielen wichtigen Werte auch auf Papier bringen zu können, wird dem Patienten Blut abgenommen. Der Einstich und die Gewinnung des Blutes erfolgt in der Regel über die Armvene. Aus dieser Blutprobe kann dann entweder ein kleines oder ein großes Blutbild erstellt werden.

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Wann muss ein großes Blutbild erstellt werden?

Fühlt man sich schlapp und kränklich, ist oft der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Ein kleines Blutbild wird heutzutage oftmals schon im Zuge einer Routineuntersuchung von diesem durchgeführt. Die darin enthaltenen Werte können Hinweise auf eine Blutarmut oder andere Probleme beim Patienten, wie z.B. eine gestörte Blutbildung, liefern.

Besteht beim Patienten der Verdacht auf eine Infektion, erfolgt zusätzlich die Bestimmung der verschiedenen Leukozyten mittels Differenzialblutbild. So wird aus einem kleinen Blutbild ein großes Blutbild.

Wer bezahlt ein großes Blutbild?

In der Regel erfolgt eine Blutuntersuchung in Form eines Blutbildes bei Routineuntersuchungen. Wer für die Kosten aufkommt, ist davon abhängig, in welcher Weise der Patient versichert ist. Im Normalfall werden die Kosten für ein großes Blutbild durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen.

Anders ist die Situation für privatversicherte Patienten. Hier werden die Kosten für ein Blutbild nur dann übernommen, wenn es medizinisch notwendig erscheint. Das bedeutet, dass ein Verdacht auf eine Krankheit oder bereits eine Erkrankung vorliegen muss. Wer ohne konkreten Verdacht auf eigene Faust eine Blutuntersuchung in Form eines großen Blutbildes durchführen lässt, muss somit auch selbst für die Kosten aufkommen.

Derzeit liegen die Kosten für die reine Blutuntersuchung in Form eines kleinen Blutbildes bei ca. 25 €. Dazu kommen die Kosten für die ärztliche Blutabnahme und die Besprechung der Werte. Auch Laborkosten fallen an, deren Höhe stark variiert, je nach dem, welche und wie viele Werte gemessen werden. Hier unterscheiden sich kleines und großes Blutbild deutlich, da bei einem großen Blutbild Laborkosten bis zu 95 € entstehen können.

Hinweis

Ein großes Blutbild kann somit leicht einige hundert Euro kosten, je nachdem welche und wie viele Werte gemessen werden.

Die zusätzliche Analyse weitere Blutwerte im großen Blutbild, wie Cholesterin oder Kreatinin, verursacht Kosten, die im Einzelfall erheblich sind. Das liegt an den teils sehr aufwändigen Analyseverfahren.

Wie oft kann man ein großes Blutbild machen lassen?

Patienten, die gesetzlich versichert sind, haben die Möglichkeit, einmal im Jahr ein großes Blutbild inkl. Differentialblutbild durchführen zu lassen. Die Kosten dafür werden dann von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Hat der Patient bereits Vorerkrankungen (wie z.B. Diabetes) darf er jederzeit eine Blutuntersuchung in Form eines großen Blutbildes machen lassen, ohne für die Kosten selbst aufkommen zu müssen. Gleiches gilt für Patienten bei denen der Verdacht auf eine Erkrankung besteht.

Welcher Arzt macht ein großes Blutbild?

Das Blut, welches für die Blutuntersuchung benötigt wird, kann von jedem Hausarzt ganz einfach aus der Armvene abgenommen werden. Nachdem die Einstichstelle gründlich desinfiziert wurde, wird vom Arzt über ein Blutabnahmeröhrchen das benötigte Blut entnommen. Danach wird ein Pflaster aufgetragen, um vor möglichen Infektionen zu schützen.

Die Blutwerte werden anschließend im Labor untersucht, bevor es zu einem Wertegespräch zwischen Arzt und Patient kommt. In diesem werden dem Patienten die Werte der Laboruntersuchung erklärt. Gibt es Auffälligkeiten, werden diese vom Arzt angesprochen, näher erläutert und (wenn nötig) weitere Untersuchungen bei Spezialisten durchgeführt.

Kann jedes Labor ein großes Blutbild erstellen?

Jeder Arzt arbeitet mit einem Labor zusammen, um Blutuntersuchungen durchführen zu können. Jedes Labor ist somit in der Lage, neben den Werten eines kleinen Blutbildes auch noch weitere Parameter zu ermitteln, welche für die Abklärung in Form eines großen Blutbildes nötig sind. Der Arzt muss lediglich angeben, welche Werte geprüft werden sollen.

Ein Labor muss immer vor Ort sein, um lange Transportwege so gut es geht vermeiden zu können. Während der Zeit des Transportes können sich Blutbestandteile nämlich verändern, verringern oder vermehren, was zu verfälschten Ergebnissen der Blutuntersuchung führen kann.

Haben Sie’s gewusst?

Einzelne Werte im großen Blutbild variieren von Labor zur Labor, da oft mit unterschiedlichen Messmethoden gearbeitet wird. Obwohl diese Unterschiede nur geringfügig sind, sollten Sie darauf bestehen, dass Ihr Arzt die Blutwerte immer im gleichen Labor ermitteln lässt.

Was muss man vor dem großen Blutbild beachten?

Information zur Blutabnahme

Bei jeder Blutabnahme wird man vom behandelnden Arzt gebeten, nüchtern zu erscheinen. Das liegt daran, dass diese Nüchternheit eine bessere Vergleichbarkeit der Werte ermöglicht. Nüchtern zu sein bedeutet in diesem Fall jedoch nicht nur, dass vor der Untersuchung kein Alkohol getrunken werden darf. Nüchtern zu sein heißt, dass vom Vorabend bis zur eigentlichen Untersuchung weder etwas getrunken noch etwas gegessen werden darf.

Einzige Ausnahme: Getränke sind in einem gewissen Rahmen erlaubt. Kaffee, Tee und Wasser darf getrunken werden. Wichtig dabei ist, dass die Getränke ungesüßt sind. Auch Milch darf keine beigemengt werden. Limonaden, Säfte und auch Light-Getränke sind deshalb tabu. Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, dem drohen falsche Blutwerte, die nicht aussagekräftig sind.

Da nicht jeder Mensch dasselbe zum Frühstück zu sich nimmt, ist es auch nicht möglich, einen generellen Abweichungswert der Parameter einzuführen. Selbst eine kleine Mahlzeit vor der Blutuntersuchung, wie z.B. ein Apfel oder eine Schale Müsli, kann die Werte im Differenzialblutbild sehr stark beeinflussen. Am einfachsten ist es deshalb, wenn Sie zu einer Blutuntersuchung immer nüchtern erscheinen.

Welche Werte enthält das große Blutbild?

Mit einem Blutbild werden nicht nur Erkrankungen des Blutes selbst diagnostiziert. Auch Erkrankungen verschiedener Organe (wie z.B. der Leber oder der Niere) können zu einer veränderten Zusammensetzung der Blutbestandteile führen. Dabei reagieren die verschiedenen Zellarten im großen Blutbild unterschiedlich auf Krankheiten.

Wichtige Parameter des großen Blutbildes

Aus diesen Gründen ist es wichtig zu verstehen, was die unterschiedlichen Werte im großen Blutbild aussagen.

Erythrozyten-Wert im großen Blutbild: Rote Blutkörperchen

Die roten Blutkörperchen geben Auskunft darüber, ob genug Sauerstoff im Blut vorhanden ist. Ist die Anzahl der roten Blutkörperchen zu niedrig, kann dies auf eine Blutarmut (auch: Anämie) hindeuten. Eine Anämie entsteht dann, wenn ein Mangel an Eisen besteht. Auch kann ein niedriger Erythrozyten-Wert auf eine Niereninsuffizienzhindeuten.

Ist der Erythrozytenwert jedoch erhöht, so weist dies auf einen Sauerstoffmangel des Körpers hin. Dieser kann sich auf Lungen- und Herzkrankheiten beziehen.

Hämoglobin-Wert im großen Blutbild: Roter Blutfarbstoff

Der rote Blutfarbstoff Hämoglobin hat die Aufgabe, Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut zu binden. Da es sich dabei um einen eisenhaltigen Komplex innerhalb der Erythrozyten handelt, korreliert der Anteil des Hämoglobins immer mit der Zahl der Erythrozyten. Bei Männern liegt der Hämoglobin-Wert im großen Blutbild aufgrund des Hormons Testosteron deutlich höher, da es die Blutbildung anregt.

Ist der Hämoglobin-Wert im Blut zu hoch, so kann dies auf einen Schlaganfall oder auf einen Gehirntumor zurückzuführen sein. Ist der Hämoglobin-Wert hingegen zu niedrig, ist die Wahrscheinlichkeit einer Anämie gegeben. Auch eine Nieren- bzw. Magen-Darm-Erkrankung macht sich durch einen zu niedrigen Hämoglobin-Wert im großen Blutbild bemerkbar.

Hämatokrit-Wert im großen Blutbild: Anteil der Zellen im Blut

Der Hämatokrit-Wert zeigt das Verhältnis zwischen flüssigen und festen Bestandteilen der Erytrozyten im Blut an. Ist dieser Wert sehr hoch, bedeutet dass, dass das Blut sehr dickflüssig ist und nur langsam durch den Körper fließen kann. Folglich bilden sich oftmals Blutgerinnsel, was sich in einem erhöhten Risiko für Embolien äußert.

Ursachen für einen erhöhten Hämatokrit-Wert kann eine geringe Flüssigkeitszufuhr oder ein erhöhter Flüssigkeitsverlust sein.

Thrombozyten-Wert im großen Blutbild: Blutplättchen

Die Blutplättchen, die sogenannten Thrombozyten, werden im Knochenmark gebildet und sind für die Blutgerinnung verantwortlich. Sie deuten oftmals auf entzündliche Prozesse hin und sind dementsprechend nach akuten Infektionen, Operationen oder Krebserkrankungen oftmals stark erhöht.

Eine verminderte Anzahl an Thrombozyten wird durch Mängel, wie z.B. Eisen- oder Vitamin B12 Mängel, begründet. Wenn Mängel dieser Art bestehen, führt dies dazu, dass das Blut schlechter gerinnen kann und Wunden nur sehr langsam verheilen. Auch chronische Lebererkrankungen oder bestimmte Medikamente könnten den Wert der Thrombozyten im großen Blutbild stark vermindern.

MCV-Wert im großen Blutbild: Mittleres zelluläres Volumen

Unter dem MCV-Wert verstehen Mediziner das mittlere zelluläre Volumen. Dieser Wert gibt, vereinfacht gesagt, Aufschluss über die durchschnittliche Größe der roten Blutkörperchen.

Der MCV-Wert ist, neben dem MCH-Wert und dem MCHC-Wert, wichtig für die Diagnose diverser Krankheiten, wie z.B. einer Blutarmut. Der MCV-Wert alleine gibt allerdings keinen genauen Hinweis auf eine mögliche Erkrankung. Er muss mit anderen Blutwerten verglichen werden, damit eine genaue Diagnose gestellt werden kann.

Ein niedriger MCV-Wert kann auf einen Mangel an Eisen oder Vitamin B6 hindeuten. Auch eine Infektion, eine Blutung oder aber ein Tumor machen sich mittels eines kleinen MCV-Werts bemerkbar. Erhöhte Werte können auf Alkoholmissbrauch oder die Einnahme bestimmter Medikamente zurückzuführen sein.

MCH-Wert im großen Blutbild: Mittleres korpuskuläres Hämoglobin

Der MCH-Wert steht für den mittleren Gehalt an Hämoglobin in den Blutzellen. Es handelt sich dabei um den Quotienten aus dem Hämoglobin und der Anzahl der Erythrozyten. Niedrige Werte können ein Hinweis auf Eisenmangel sein, während erhöhte Werte oftmals mit einem Mangel an Vitamin B12, B1 oder Folsäure einhergehen.

MCHC-Wert im großen Blutbild: Mittlere Hämoglobinkonzentration aller Erythrozyten

Als MCHC-Wert wird die mittlere Hämoglobinkonzentration in der gesamten Menge der roten Blutkörperchen bezeichnet. Alleine gibt dieser Wert relativ wenig Auskunft über mögliche Erkrankungen. Im Zusammenspiel mit MCV-Wert und dem MCH-Wert lassen sich jedoch mögliche Anämien diagnostizieren und differenzieren.

Berechnet wird der MCHC-Wert mit dem Hämoglobin und dem Hämatokrit. Niedrige MCHC-Werte können auf einen Eisenmangel hindeuten, während höhere Werte eher auf eine Blutarmut (im speziellen auf eine Sphärozytose) hindeuten.

Leukozyten-Wert im großen Blutbild: Weiße Blutkörperchen

Die weißen Blutkörperchen sind für die Funktion des Immunsystems, also die Abwehr von körperfremden und gefährlichen Stoffen, verantwortlich. Eine erhöhte Anzahl der Leukozyten (auch: Leukozytose) kann auf eine Infektion hindeuten, welche durch Bakterien oder Parasiten hervorgerufen wurde. Auch eine Bluterkrankung kann bei einer erhöhten Leukozytenzahl nicht sofort ausgeschlossen werden.

Weitere Ursachen für einen erhöhten Leukozyten-Wert im großen Blutbild sind:

  • Allergien
  • emotionaler Stress
  • Entzündungen
  • Vergiftungen
  • fortgeschrittene Krebserkrankungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Schockzustände
  • Trauma
  • Leukämie

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente oder das Rauchen kann den Leukozyten-Wert nach oben schnellen lassen.

Eine verminderte Leukozytenzahl (auch: Leukopenie) deutet auf eine Immunschwäche, eine Schädigung der Blutbildung oder einen viralen Infekt hin. Häufig tritt ein verminderter Leukozyten-Wert im großen Blutbild infolge einer Chemotherapie auf.

Granulozyten-Wert im großen Blutbild

Granulozyten gehören zur Gruppe der weißen Blutkörperchen und machen den größten Teil der Leukozyten aus. Im Falle einer Infektion, werden sie vermehrt aus dem Knochenmark ins Blut abgegeben.

Erhöhte Granulozyten-Werte im großen Blutbild können auf Infektionen, Entzündungen aber auch auf bestimmte Krebsarten hinweisen. Störungen des Hormonhaushalts, extremer Stress aber auch Autoimmunerkrankungen führen dazu, dass die Granulozyten-Werte erhöht sind.

Niedrige Werte hingegen können mit bestimmten Bluterkrankungen oder der Einnahme von kortisonhaltigen Medikamenten in Verbindung gebracht werden. Eine Blutvergiftung kann sich ebenfalls durch niedrige Granulozyten-Werte bemerkbar machen.

Es gibt drei Arten von Granulozyten, welche unterschiedliche Aufgaben in der Immunabwehr übernehmen:

  • Neutrophile Granulozyten im großen Blutbild: 

Die neutrophilen Granulozyten sind mit einem Anteil von 50 – 80 % die zahlenmäßig stärkste Art der weißen Blutkörperchen. Sie sind die wichtigsten Funktionsträger im unspezifischen Abwehrsystem des Blutes. Je nach der Form ihrer Kerne unterscheidet man stabkernige und segmentkernige neutrophile Granulozyten.

Die segmentkernigen Granulozyten werden auch als reife Granulozyten bezeichnet. Sie haben einen aus drei bis vier Teilen bestehenden Kern. Stabkernige Granulozyten hingegen haben einen länglichen Zellkern. Es handelt sich dabei um die unreife Form der neutrophilen Granulozyten.

Niedrige Werte der neutrophilen Granulozyten können für Infektionen oder Mangelzustände (z. B. Eisen, Vitamin B12) sprechen. Hohe Werte hingegen sind typisch für (chronische) Entzündungen oder Vergiftungen.

  • Eosinophile Granulozyten im großen Blutbild

Eosinophile Granulozyten machen nur 2 – 4 % der weißen Blutkörperchen aus. Sie können Bakterien, Parasiten und Gewebereste “fressen” (auch: phagozytieren) und sind deshalb enorm wichtig für die menschliche Immunabwehr.

Der Wert der eosinophilen Granulozyten ist häufig in Verbindung mit Schock, Stress und Krämpfen sehr niedrig. Auch Überbelastung lässt den Wert sinken. Sind die Werte dagegen erhöht, kommen Allergien bzw. Erkrankungen, wie Asthma oder Heuschnupfen, als Ursache in Betracht.

  • Basilophile Granulozyten im großen Blutbild

Basophile Granulozyten sind die zahlenmäßig schwächste Unterart der Leukozyten. Sie machen unter diesen nur 0,5 – 1 % aus. An der Oberfläche dieser Zellen befinden sich Stellen, an denen bestimmte körperfremde Stoffe andocken können. Diese Stoffe werden als Antigene bezeichnet. Kommt es dazu, dass ein Antigen an diese Rezeptoren andockt, ist eine allergische Reaktion die Folge. Die basophilen Granulozyten werden deshalb auch oft als Gegenspieler zu den eosinophilen Granulozyten gesehen, da diese allergische Reaktionen einzudämmen versuchen.

Ein erhöhter Anteil an basophilen Granulozyten ist sehr selten. Leichte Erhöhungen treten bei erhöhten Blutfettwerten auf, wie es zum Beispiel bei Diabetes mellitus der Fall ist. Sind die Werte der basophilen Granulozyten hingegen niedrig, kann dies auf heftige Infektionskrankheiten oder Entzündungsprozesse hindeuten.

Fazit

Granulozyten sind eine Unterart der weißen Blutkörperchen. Man unterteilt sie in neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten. Sie alle übernehmen verschiedene Aufgaben in der Immunabwehr. Erhöhte oder zu niedrige Werte können auf unterschiedliche Erkrankungen oder Mängel hindeuten.

Monozyten-Wert im großen Blutbild

Monozyten machen 2 – 8 % der weißen Blutkörperchen aus. Sie sind, gemeinsam mit den basophilen Granulozyten, am besten geeignet, Bakterien und andere Eindringlinge unschädlich zu machen. Im Inneren der sogenannten Fresszellen befinden sich nämlich Enzyme, die die aufgenommenen Erreger auflösen können.

Hohe Monozyten-Werte im großen Blutbild treten häufig beim Abheilen von akuten Infekten oder aber auch bei Autoimmunerkrankungen auf. Zu niedrige Werte sind eher selten.

Lymphozyten-Wert im großen Blutbild

Lymphozyten gehören ebenfalls zur Gruppe der Leukozyten und fungieren als die eigentlichen Abwehrzellen des menschlichen Körpers. Sie machen rund 25 – 40 % der weißen Blutkörperchen aus.

Die Anzahl der Lymphozyten gibt Auskunft darüber, ob eine Infektion vorliegt. Lymphozyten lassen sich weiters in B- und T-Lymphozyten unterscheiden, welche unterschiedliche Funktionen in der Abwehr von Krankheitserregern haben. So entwickeln sich B-Zellen zu sogenannten Plasmazellen weiter und bilden spezifische Antikörper gegen Erreger. Die T-Lymphozyten regulieren hingege die Immunantwort auf Erreger, fördern die Entwicklung der B-Lymphozyten und bekämpfen entartete Zellen.

Ist die Zahl der Lymphozyten zu hoch, spricht man von einer Lymphozytose. Erkennt man einen erhöhten Wert der Lymphozyten im großen Blutbild, kann dies ein Hinweis auf einen Infekt oder auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sein. Niedrige Werte hingegen deuten auf enormen Stress oder Erkrankungen des lymphatischen Systems hin.

Großes Blutbild: Was sind die Normalwerte?

Ist das Blut erst einmal abgenommen, wird es im Labor untersucht. Der Arzt erhält dann einen Befund mit den genauen Ergebnissen der Blutuntersuchung. Es kann auch sein, dass man den Befund selbst mittels Postweg zugestellt bekommt, wenn man als Patient direkt im Labor zur Blutabnahme gewesen ist.

In beiden Fällen erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Um sich selbst einen Überblick über den Befund machen zu können, wird in folgender Tabelle erläutert, in welchen Bereichen die Parameter liegen sollten, um als Normalwert bezeichnet werden zu können.

Folgende Werte unterscheiden sich hinsichtlich ihres Normalwerts bei Männern und Frauen:

ParameterNormalwert (Männer)Normalwert (Frauen)
Erythrozyten4,8 – 5,9 Mio./µl4,3 – 5,2 Mio./µl
Hämoglobin14 – 18 g/dl12 – 16 g/dl
Hämatokrit42 – 50 %37 – 45 %

Bei diesen Werten ist der Normalbereich bei Männern und Frauen gleich:

ParameterNormalwert
Thrombozyten150.000 – 400.000 /µl
MCV-Wert78 – 94 fl
MCH-Wert28 – 34 pg
MCHC-Wert30 – 36 g/dl
Leukozyten4.000 – 10.000 /µl
neutrophile Granulozyten50 – 70 %
eosinophile Granulozyten1 – 4 %
basophile Granulozyten0 – 1 %
Monozyten3 – 7 %
Lymphozyten25 – 45 %

Wer legt die Normalwerte im großen Blutbild fest?

Die Grenzwerte, die einem heutigen Blutbild zugrunde liegen, wurden in den 1950er-Jahren festgelegt. Damals wusste man aber teilweise noch gar nicht genau, wie wichtig bestimmte Blutwerte sind. Es wurden für die Grenzwertbestimmung viele tausend Blutproben gesammelt und ausgewertet.

Aus den Werten aus Millionen von Blutproben und Blutspenden, die sich dabei in der Folge ergeben haben, wurde der statistische Mittel- bzw. Normwert gebildet und als Standard festgelegt. Nicht beachtet wurde, dass sich auch das Blut vieler kranker Menschen in der Stichprobe befangen, weshalb der Normwert nicht zu 100 % aussagekräftig ist.

Bei einer Blutuntersuchung mittels eines großen Blutbilds werden demnach Ihre Werte mit eben genannten Durchschnittswerten verglichen. Auch wenn die Werte des Befunds im normalen Bereich liegen, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie kerngesund sind. Im Normalfall fungieren die Grenzwerte jedoch als eine gute Erstdiagnose.

Veränderte Werte beim großen Blutbild: Was tun?

Leichte Abweichungen bedeuten also nicht zwangsläufig, dass eine der genannten Störungen auch wirklich vorliegt. Weist ein großes Blutbild jedoch eine auffällige Veränderung einzelner Werte auf, muss der Arzt die zugrundeliegende Ursache ermitteln. Häufig liefern vorliegenden Laborwerte jedoch schon Hinweise, um welches Leiden es sich handeln könnte.

Bei stark erhöhten Werten im Bereich der Leukozyten ist vor allem die Abklärung einer Leukämie oder anderer bösartiger (Krebs-)Erkrankung wichtig.

Wichtig

Ein großes Blutbild allein genügt in der Regel nicht, um eine genaue Diagnose stellen zu können! Sollte es zu Abweichungen einzelner Werte kommen, müssen weitere Untersuchungen erfolgen.

Kann HIV im großen Blutbild nachgewiesen werden?

Ein Blutbild bestimmt zwar genau die Anzahl der unterschiedlichen Zellen des Blutes, jedoch wird bei den Untersuchungen weder auf Viren Augenmerk gelegt noch nach Antikörpern im Blut gesucht.

Wenn die Krankheit AIDS ausbrechen sollte, was bekanntlich länger dauern kann, zerstört dieses Virus eine spezielle Art von Blutzellen. Man spricht dabei von den sogenannten T-Helferzellen, welche Teil der weißen Blutkörperchen sind. Tritt bei einem großen Blutbild daher ein Mangel an Leukozyten auf, so kann dies ein Zeichen sein, dass HIV ausgebrochen ist und eine AIDS Erkrankung vorliegt.

Achtung

HIV

kann nur durch einen HIV-Test nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Ein großes Blutbild kann die Erkrankung weder nachweisen noch zur Gänze ausschließen.

Fazit zum großen Blutbild

Eine Blutuntersuchung mittels eines großen Blutbilds ist immer nur eine Momentaufnahme, weshalb sie regelmäßig wiederholt werden muss. Sie bietet eine gute Grundlage, um Ihre Gesundheit zum jetzigen Zeitpunkt wirksam erfassen zu können.

Einzelne Werte, welche erhöht oder zu niedrig sind, können nicht automatisch auf bestimmte Krankheiten umgelegt werden, da sich viele Werte sehr schnell durch äußere Umstände verfälschen. Um Krankheiten wirksam erkennen zu können, muss Ihr Arzt neben dem Blutwert immer auch andere Untersuchungsbefunde miteinbeziehen sowie Ihre medizinische Vorgeschichte betrachten.

Blutkörperchen in Großaufnahme

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