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Linde - vielseitig anwendbar und gesund

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Inhaltsverzeichnis

Die Linde – Ein Steckbrief

Merkmale: Laubbaum mit ausladender Krone; herzförmige Laubblätter; gelblich-weiße stark duftende Blüten; kugelförmige kleine Früchte, welche ein Hochblatt tragen

Verbreitung: Winterlinde & Sommerlinde in Mitteleuropa; weitere Arten in asiatischen Ländern

Sommerlinde: Grüne, beidseitig behaarte Blätter; kantige, gräuliche Früchte

Winterlinde: Graugrüne Blätter ohne Behaarung an der Oberseite; weiche, bräunliche Früchte

Naturheilkundliche Wirkung: Blutreinigend, schweißtreibend, die Nerven beruhigend, entzündungshemmend

Anwendung in der Naturheilkunde: Tee, Sirup, Honig, Badezusatz, Tinktur

Dorflinde, Gerichtslinde und Unter den Linden: Der Lindenbaum hat eine wichtige Bedeutung in der deutschen Kultur. Er steht als Ort der Kommunikation an Dorfplätzen und eignet sich hervorragend als Alleebaum. Die Linde kann bis zu 1.000 Jahre alt werden. Mindestens genauso lange ist man sich der naturheilkundlichen Bedeutung des besonderen Baumes bewusst.

Beschreibung & Merkmale: Wie erkennt man eine Linde?

Bei der Pflanzengattung der Linden (Tilia) handelt es sich um Laubbäume, die je nach Art bis zu 40 Meter hoch werden können. Freistehende Linden erkennt man unter anderem an dem geraden Stamm und der ausladenden Baumkrone, die viel Schatten spendet.

Ein typisches Merkmal der Linde sind die herzförmigen Blätter, auf denen ein leichter Flaum spürbar ist. Je nach Art treten dabei kleine bis kaum merkliche Unterschiede in der Blattform auf. Die gelblich-weißen, stark duftenden Blüten entwickeln sich im Sommer. Insbesondere Insekten, aber auch der Wind dienen der Bestäubung und Vermehrung.

Nach dem Verblühen bilden sich kleine kugelförmige Früchte, welche ein schmales, sogenanntes Hochblatt tragen. Dieses erinnert an ein Segel und funktioniert auch als ein solches, um die Frucht der Linde mit dem Wind über weitere Strecken zu transportieren.

Übersicht zur Linde

Verbreitung: Welche Arten der Linde wachsen in Europa?

In unseren Breiten in Mitteleuropa herrschen zwei Arten der Linde vor:

  • Sommerlinde (Tilia platyphyllos)
  • Winterlinde (Tilia cordata)

Die beiden Lindenarten sind sich sehr ähnlich und nur durch kleine Details zu unterscheiden. Während die Sommerlinde gleichmäßig grün gefärbte Blätter aufweist, die auf der Ober- und Unterseite behaart sind, zeichnen sich die Blätter der Winterlinde durch eine blau-/graugrüne Färbung aus. Bei dieser Art ist an der Oberseite keine Behaarung vorhanden.

Entsprechend ihres Namens unterscheiden sich die Lindenarten durch ihre Blütenfarbe. Der Blütenstand der Sommerlinde trägt etwa zwei bis fünf grünlich-weiße Blüten, während die Winterlinde bis zu zwölf weiße Blüten an einem Blütenstand tragen kann.

Wussten Sie?

In China wachsen bis zu zwanzig verschiedene Arten der Linde. 15 davon sind ausschließlich in dem asiatischen Land zu finden.

Sommerlinde im Vergleich mit der Winterlinde

Die Frucht der Linde: Wie sieht sie aus?

Nach dem Abblühen der Lindenblüten entstehen die etwa 8-10 mm großen Früchte der Linde. Jede ist mit einem länglichen Blatt versehen, welches der Verbreitung der Samen durch den Wind dienlich ist. Unter der harten Schale finden sich zumeist ein oder zwei Samen.

Die „unreife“ Frucht der Linde ist anfangs grün gefärbt und leicht behaart. Später entsteht die typische bräunliche Farbe. Anders als die Blätter der Lindenbäume fallen nicht alle Früchte im Herbst oder Winter zu Boden. Sie können am Baum verbleiben und erst im Frühjahr verbreitet werden.

Unterscheidung der Arten anhand der Frucht der Linde:

  • Winterlinde: braune Früchte, die eher weich und leicht zu zerdrücken sind
  • Sommerlinde: graue kantige Früchte, die mit einem leichten Filz überzogen sind

Kann man die Frucht der Linde essen?

Die ölhaltigen Früchte der Linde sind essbar.

Kurz nach dem Entstehen– etwa gegen Ende des Monats Juni – haben die Früchte eine weiche Konsistenz. Sie können beispielsweise wie Kapern in Salzlake oder Essig eingelegt werden. Nach der Reife lässt sich die Frucht der Linde schälen und roh zum Knabbern oder als Salatbeilage nutzen.

Die Linde und ihre Frucht im Laufe der Geschichte

Zu der Zeit der Germanen hatte die Linde den Ruf als heiliger Baum inne, der mit der Göttin Freya in Verbindung gebracht wurde. Diese gilt als die Göttin der Fruchtbarkeit, der Liebe und des Wohlstandes. Später entwickelte sich die Linde, welche in der Nähe von Gebäuden Schutz vor Blitzschlaf bot, zum Symbol des Dorfplatzes.

Vor allem in Mitteleuropa und insbesondere Deutschland verfügen viele Orte über eine sogenannte Dorflinde, die das Zentrum markierte. Dort fanden tägliche Zusammenkünfte und die Kommunikation unter den Dorfbewohnern statt. Als Tanzlinde bot der Baum bei Festen und Hochzeiten Schatten; Gerichtsverhandlungen wurden unter der Gerichtslinde durchgeführt. Im Sommer dient der Baum auch als guter Schattenspender.

Wussten Sie?

In Deutschland finden sich etwa 850 Ortsnamen oder Bezeichnungen für Ortsteile, welche auf die Linde zurückgeführt werden.

Der Lindenbaum (Tilia europaea L.) kommt in Europa in zwei Variationen vor. Als Sommerlinde sowie als Winterlinde, die zu verschiedenen Zeiten blühen. Beide sind als Heilpflanzen gleich wirkungsvoll.

Welche Wirkung hat die Linde als Heilpflanze?

Erst im 18. Jahrhundert begann man, Blätter und Blüten der Linde für naturheilkundliche Zwecke zu sammeln. Davor kochte man vor allem die Rinde ab, deren Sud zur Behandlung von kolikartigen Schmerzen bei Blasen-, Nieren- und Gallenleiden genutzt wurde.

In der Naturheilkunde wirkt die Linde

  • blutreinigend
  • schweißtreibend
  • beruhigend auf die Nerven
  • entzündungshemmend

Vor allem bei Erkältungskrankheiten, Kopfschmerzen und Hexenschuss kommen die heilsamen Inhaltsstoffe der Lindenblüten zur Anwendung.

Lindenblüten: Anwendung der Linde in der Naturheilkunde

Sobald die Linde in der Blüte steht – die Sommerlinde Anfang Juni, die Winterlinde einige Wochen später – können die Blüten gesammelt werden.

Die Inhaltsstoffe der Lindenblüten sind divers:

  • Ätherische Öle: Farnesol, das die Bildung von Pilzen hemmt
  • Flavonoide: Unterstützen die körpereigene Immun-Abwehr
  • Saponine: Schützen die Pflanze gegen den Befall von Pilzen; wirken entzündungshemmend
  • Gerbstoffe: Wirken antimikrobiell & entzündungshemmend
  • Schleimstoffe: Wirken entzündungshemmend & können das Immunsystem steigern

Regen kann dafür sorgen, dass die Inhaltsstoffe der Blüten nicht mehr so konzentriert sind. Darum sollte das Sammeln so früh wie möglich nach dem Aufblühen erfolgen. Beim Sammeln im Juni sollten nur frisch geöffnete Blüten gewählt werden.

Tipp

Wer sich das Sammeln der Blüten ersparen möchte, kann getrocknete Lindenblüten in der Apotheke besorgen. Diese sind etwa ein Jahr haltbar.

Lindeblüten Inhaltsstoffe

Anwendung von Lindenblüten in der Naturheilkunde:

  • Bei Hustenreiz
  • Bei Katarrhen der oberen Atemwege
  • Als Schwitzkur bei fieberhaften Erkältungen
  • Zur Lösung von Krämpfen
  • Zur Entwässerung
  • Zur Beruhigung des Magens

Richtige Aufbewahrung von Lindenblüten

Nach dem Sammeln sollten Lindenblüten locker in einem Korb aufbewahrt werden. Luftundurchlässige Plastiktüten sind dabei zu vermeiden. Zum Trocknen werden die Blüten von den Dolden (Blütenstand) getrennt und auf einem Zeitungspapier an einem warmen, trockenen Ort aufgelegt.

Sobald die Blüten bei Berührung auseinanderfallen, sind sie vollständig getrocknet.

Die richtige Aufbewahrung von Lindenblüten:

  • In einer luftdurchlässigen Papiertüte
  • Ohne Dolden
  • Warm & trocken
Tipp

Alternativ kann das Trocknen auch bei etwa 50 °C im Backofen erfolgen.

Wie werden Lindenblüten in der Naturheilkunde verwendet?

Lindenblüten werden in der Naturheilkunde auf verschiedene Art und Weise verwendet, beispielsweise als Heißwasseraufguss bzw. Tee, als Tinktur, Umschlag oder als Badezusatz.

Grundrezept für Lindenblütentee

  • Gießen Sie eine Handvoll getrocknete Lindenblüten mit einem Liter kochendem Wasser auf.
  • Lassen Sie den Tee für etwa fünf Minuten zugedeckt ziehen.
  • Seihen Sie die Blüten ab.
  • Trinken Sie den Tee bei einer herannahenden Erkältung in kleinen Schlucken.

Die gleiche Menge getrocknete Holunderblüten (in der Apotheke erhältlich) verstärkt den schweißtreibenden Effekt.

Tipp

Lindenblütenhonig oder selbst gemachter Sirup verstärkt die Wirkung des Lindenblütentees.

Kalter Lindenblütenauszug gegen Hitzewallungen

  • Setzen Sie zwei Handvoll getrocknete Lindenblüten in einem Liter kaltem Wasser an.
  • Lassen Sie den Ansatz acht Stunden zugedeckt ziehen.
  • Seihen sie die Blüten ab.

Zum Süßen dieses Erfrischungsgetränks eignet sich ebenso Lindenblütenhonig oder -Sirup.

Lindenblütensirup gegen Erkältungen

Rezept für einen Sirup aus Lindenblüten:

  • Kochen Sie 840 g braunen Zucker in 1,5 l Wasser auf.
  • Rühren Sie 150 g Bio-Honig und eine Handvoll frische Lindenblüten hinein.
  • Lassen Sie den Sirup abkühlen.

Zur Verfeinerung des Lindenblütensirups:

  • Fügen Sie zwei Scheiben Bio-Zitrone und 30 g Zitronensäure (aus dem Supermarkt) hinzu.
  • Lassen Sie die Lösung an einem kühlen, dunklen Ort (Keller) zugedeckt fünf Tage ziehen.
  • Seihen Sie den Sirup in dunkle Flaschen ab.

Fest verschlossen, hält sich der Sirup aus Lindenblüten im Kühlschrank ca. ein halbes Jahr.

Beruhigendes Lindenblütenbad

  • Überbrühen Sie vier Handvoll getrocknete Lindenblüten mit zwei Liter kochendem Wasser
  • Seihen Sie den Aufguss nach fünf Minuten durch ein Sieb direkt in die bereits gefüllte Badewanne ab.
  • Baden Sie ca. 15 Minuten bei etwa 36 bis 38 °C.
  • Gehen Sie anschließend gleich zu Bett.

Für unsere Großmütter war Lindenblütentee das Hausmittel Nr. 1 bei Erkältungen, weil er nicht nur abwehrstärkend, sondern auch schweißtreibend und damit entgiftend wirkt. Dies verkürzt den Krankheitsprozess.

Achtung

Starkes Schwitzen kann bei Herz- Kreislauferkrankungen sehr belasten.

Lindenblüten in der Frauenheilkunde

Lindenblütentee entspannt die Muskeln sowie die Nerven und löst Ängste. Er wirkt lindernd auf Spannungsschmerzen vor oder während der Menstruation, vor allem bei Kopfschmerzen.

  • Lindenblütentee in der Schwangerschaft und bei der Geburt

Früher gab man den Tee Frauen in der späten Phase der Schwangerschaft zu trinken, weil er angstvolle Verspannungen löst, die Geburt erleichtert und Entbindungsschmerzen mildert.

  • Lindenblütentee nach der Geburt

Nach der Geburt stärkt Lindenblütentee den Milchfluss der Frau und hilft dem Säugling bei Koliken, Erbrechen oder Verstopfung.

  • Lindenblütentee in den Wechseljahren

Bei vermehrtem Herzklopfen in den Wechseljahren verschafft die beruhigende Wirkung des Tees Linderung. Die Linde besänftigt wohltuend ein aufgeregtes Herz. Ihr entspannender Effekt wirkt sich auf einen durch Stress erhöhten Blutdruck aus, den sie milde senken kann.

  • Lindenblütentee bei leichten Schlafstörungen

Lindenblütentee kann bei leichten Schlafstörungen entspannend wirken, jedoch sollte er aufgrund der schweiß- und harntreibenden Wirkung nicht direkt vor dem Schlafengehen getrunken werden.

Tipp

Für den Abend besser geeignet ist ein Bad mit Lindenblüten. Es trägt außerdem zur Straffung der Haut bei und bringt Erleichterung bei Migräne.

Fazit

Die naturheilkundliche Wirkung des Lindenbaumes war schon früh bekannt. Der Laubbaum mit der ausladenden Krone kann am besten an den herzförmigen Blättern erkannt werden. Die stark duftenden Blüten des Baumes haben eine gelb-weißliche Farbe. Die Frucht der Linde ist bis zu 10 mm groß und wie eine Kugel geformt. Zwischen den in Mitteleuropa heimischen Arten der Winter- und Sommerlinde gibt es bezüglich der Merkmale kaum Unterschiede.

Kurz nach dem Aufblühen des Baumes lassen sich die zahlreichen Blüten sammeln und zum Trocknen auflegen. Sie lassen sich zu Tee oder Sirup weiterverarbeiten und als Badezusatz nutzen. Die heilsamen Wirkstoffe der Linde helfen bei Erkältungen, grippalen Infekten, Husten oder Krämpfen. Besonders Frauen profitieren in der Schwangerschaft, während und nach der Geburt sowie in den Wechseljahren von den Inhaltsstoffen der Lindenblüten.

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