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Laktoseintoleranz - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Fakten zur Laktoseintoleranz

Definition: Milchzucker kann wegen fehlendem Darmenzym Laktase nicht in Bestandteile aufgespalten werden, somit nicht verdaulich

Arten: Primäre, sekundäre & angeborene Laktoseintoleranz

Symptome: Blähbauch, Völlegefühl, Darmwinde, laute Darmgeräusche, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Diagnose: Wasserstoffatemtest, Laktose-Toleranztest, Gentest oder Dünndarmbiopsie

Behandlung: Nicht heilbar. Ernährungsumstellung auf laktosearme bzw. -freie Produkte, Laktasepräparate,

Definition: Was versteht man unter Laktoseintoleranz?

Bei der Laktoseintoleranz kann der mit der Nahrung aufgenommene Milchzucker nicht vollständig verdaut werden. Das liegt daran, dass das Verdauungsenzym Laktase vermindert oder gar nicht produziert wird. Es handelt sich bei der Laktoseunverträglichkeit nicht um eine Allergie, sondern, wie der Name schon sagt, um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, welche Milch und Milcherzeugnisse betrifft.

Laktose kann durch das Enzym Laktase in seine zwei Bestandteile, nämlich Glukose und Galaktose gespalten werden. Wenn der Prozess ohne Probleme abläuft, erfolgt die Aufnahme der zwei Bestandteile vom Dünndarm ins Blut. Das ist wichtig, da Glukose aber auch Galaktose wichtig für die Energieproduktion im menschlichen Körper sind. Fehlt es der Laktase jedoch an Kraft oder ist das Enzym zu wenig stark ausgeprägt, kann es die Laktose nicht spalten. Sie gelangt somit unaufgespalten in den Dickdarm, wo Bakterien folglich Gas und Säuren produzieren.

Um festzustellen, ob eine Laktoseintoleranz vorliegt, kann man ausprobieren, was passiert, wenn man einige Tage Produkte mit Milchzucker reduziert oder meidet. Wenn die Beschwerden, wie Blähungen oder Durchfall, nachlassen, deutet dies auf eine Laktoseintoleranz hin, besonders wenn man im Anschluss daran wieder Milchprodukte zu sich nimmt und die Symptome wiederkehren.

Um sicherzugehen, sollte man aber einen Spezialisten aufsuchen und einen sogenannten H2-Atemtest durchführen lassen. Bei diesem wird unter ärztlicher Aufsicht eine laktosehaltige Lösung getrunken und danach in bestimmten zeitlichen Abständen in ein Messgerät gepustet. Dieses misst dann die Konzentration an Wasserstoff in der Atemluft. Ist Wasserstoff in der Atemluft nachweisbar, spricht das für eine Laktoseunverträglichkeit. Das liegt daran, dass Laktose, die nicht im Dünndarm gespalten wird, von den Bakterien im Dickdarm zu Wasserstoff vergärt wird. Dieser gelangt dann über das Blut in die Lunge und von dort aus in die Atemluft.

Eine Laktoseintoleranz ist keine Milcheiweißallergie. Das Immunsystem ist bei dieser Unverträglichkeitsreaktion nicht beteiligt. Je nachdem, wieviel Milchzucker aufgenommen werden kann, bis Beschwerden entstehen, unterscheidet man verschiedene Arten der Laktoseintoleranz.

Primäre Laktoseintoleranz

Dass sich die Enzymaktivität mit der Zeit verringert, ist entwicklungsgenetisch bedingt. Bei vielen Menschen passiert es, dass das Enzym Laktase seine Aktivität verringert, nachdem man aus dem Babyalter draußen ist. Das ist deshalb so, weil es von der Natur nicht vorgesehen ist, dass man das ganze Leben Milch trinkt. Neugeborene können Laktose normalerweise ohne Probleme verstoffwechseln, denn auch die Muttermilch enthält Laktose. Bereits nach den ersten Lebensmonaten nimmt die Menge des Enzyms jedoch ab und es kann zur sogenannten primären Laktoseintoleranz (auch: Hypolaktasie) kommen.

Sekundäre Laktoseintoleranz

Im Unterschied zur primären Laktoseintoleranz ist die sekundäre Laktoseunverträglichkeit die Folge anderer Erkrankungen. Die Produktion der Laktase wird hierbei durch eine Schädigung der Darmschleimhaut verringert. Auslöser für die sekundäre Laktoseintoleranz können sein:

  • Operationen im Magen-Darm-Trakt
  • Autoimmunerkrankungen (z. B. Morbus Crohn)
  • Magen-Darm-Grippe mit schwerem Verlauf
  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)

Manchmal beeinflussen auch Medikamente die Darmfunktionen und können ein Laktasedefizit auslösen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Antibiotika über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen. Normalerweise verschwindet die sekundäre Laktoseunverträglichkeit aber wieder, sobald sich die Schleimhaut im Darm erholt hat. Es ist jedoch auch möglich, dass sie sich zu einer chronischen Unverträglichkeit entwickelt. Dies kommt aber nur in sehr wenigen Fällen und äußerst selten vor.

Angeborene Laktoseintoleranz

Die angeborene Laktoseintoleranz, welche auch als kongenitaler Laktasemangel bezeichnet wird, ist eine sehr seltene Form der Laktoseunverträglichkeit. Sie betrifft Säuglinge, welche aufgrund eines Gendefekts vom Lebensbeginn an entweder gar keine oder nur kleine Mengen des Enzyms produzieren können. Das Baby zu stillen ist nicht möglich, da es bereits nach wenigen Tagen zu anhaltendem Durchfall durch die Muttermilch kommen kann. In seltenen Fällen kann die ungespaltenen Laktose beim Neugeborenen auch direkt in die Blutbahn gelangen und schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Für die absolute Laktoseintoleranz gibt es keine Heilung, als einzige Therapie gilt der lebenslange Verzicht auf laktosehaltige Produkte.

Gesunde Säuglinge sind von Natur aus bestens mit Laktase ausgestattet, weshalb sie die laktosehaltige Muttermilch gut verdauen können. Auch Flaschenmilch stellt somit in den meisten Fällen kein Problem dar. Wenn Neugeborene Probleme mit Milchzucker haben, muss allerdings nicht immer ein angeborener Gendefekt dahinterstecken. Der Verdauungstrakt ist in den ersten Lebenswochen sehr empfindlich und auch die Laktaseproduktion funktioniert noch nicht einwandfrei. Oftmals stellen sich die Symptome dann von selbst ein und man muss sich keine Sorgen wegen einer etwaigen angeborenen Laktoseintoleranz (auch: Alaktasie) machen.

Wie häufig ist Laktoseunverträglichkeit?

Das Phänomen, dass Menschen keine Laktose vertragen, ist nicht selten. Alleine in Deutschland beträgt der Anteil der laktoseintoleranten Menschen 20%. Es zeichnet sich auch ein deutlicher Trend ab, welcher zeigt, dass ein Laktasedefizit in der Bevölkerung von Nord- nach Südeuropa zunimmt. Somit weisen nur 2% der Skandinavier die Nahrungsmittelunverträglichkeit auf, während es in Süditalien über 70% sind. So gesehen bilden die Nord- und Mitteleuropäer, die Milch auch bis ins hohe Alter vertragen, eher die Ausnahmen als die Regel.

Das hat vermutlicherweise mit den von Generation zu Generation übernommenen Ernährungsgewohnheiten zu tun. Bei Asiaten und Afrikanern bedeutet das, dass sie die Fähigkeit, Laktose aufzuspalten, verloren oder gar nie erworben haben. Das liegt daran, dass seit Generationen keine oder nur wenig Milch verzehrt worden ist. Was man jedoch mit Sicherheit weiß ist, dass auch Erbfaktoren eine wesentliche Rolle für die Anfälligkeit spielen.

Haben Sie’s gewusst?
Weltweit spricht man von etwa 5,34 Milliarden Menschen mit Laktoseintoleranz, das entspricht 70% der Weltbevölkerung. Unverträglichkeit von Milch und Milchprodukten sind auch in vielen ethnischen Bevölkerungsgruppen verbreitet. Vor allem bei Menschen orientalischer, asiatischer oder indianischer Herkunft findet man oft ein Laktasedefizit.

Symptome: Wie äußert sich eine Laktoseintoleranz?

Folgende Symptome sind typisch für eine Laktoseintoleranz:

  • Blähbauch
  • Völlegefühl
  • Darmwinde
  • Laute Darmgeräusche
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall

Die Bakterien, die sich im Dickdarm befinden, übernehmen grundsätzlich eine wichtige Aufgabe für die Verdauung. Bei Laktoseunverträglichkeit produzieren dieselben Bakterien bei der Zersetzung des Milchzuckers jedoch Gase. Dadurch entstehen folglich Blähungen und Bauchschmerzen. Häufig kommen auch noch übelriechende Darmwinde hinzu. Diese werden von den Betroffenen verständlicherweise oft zurückgehalten, was jedoch in Folge dazu führt, dass sich der Darm weiter ausdehnt und die Bauchschmerzen zunehmen.

Weitere Abfallstoffe, die bei der Zersetzung der Laktose im Dickdarm anfallen, wirken „wasserziehend“. Milch- und Fettsäuren führen beispielsweise dazu, dass vermehrt Flüssigkeit in den Darm einströmt und Durchfall erzeugt wird. Interessanterweise kann eine Milchzuckerunverträglichkeit auch zu Verstopfungen führen. Das passiert, wenn bei der Zersetzung der Laktose überwiegend Methan produziert wird, welches die Darmtätigkeit stark verlangsamt.

Weiters gibt es auch Symptome, welche für eine Laktoseintoleranz sprechen, sich aber nicht auf den Magen-Darm-Trakt beziehen. Zu diesen zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Gedächtnisstörungen
  • Antriebslosigkeit
  • Gliederschmerzen
  • Akne
  • Depressive Verstimmungen
  • Schlafstörungen
  • Schweißausbrüche
  • Herzrhythmusstörungen

Diese Symptome sind zwar nicht typisch, können jedoch zusammen mit den Magen-Darm-Trakt Beschwerden oder aber auch alleine auftreten. Treten die Symptome alleine auf, ist die Krankheit oft nicht so leicht zu erkennen. Eine wissenschaftlich fundierte Erklärung, warum diese Beschwerden bei einer Laktoseintoleranz auftreten, gibt es derzeit noch nicht. Ein möglicher Ansatz ist jener, dass bei der Zersetzung des Milchzuckers Stoffwechselprodukte ins Blut gelangen und von dort im Körper Schäden anrichten können.

Welche Faktoren beeinflussen die Symptome bei Laktoseunverträglichkeit?

Die oben genannten Laktoseintoleranzsymptome können von Mensch zu Mensch stark variieren. Während der eine verhältnismäßig große Mengen an Milchzucker verträgt, ohne Beschwerden aufzuweisen, kann der andere bereits bei der kleinsten Spur von Laktose im Lebensmittel Symptome zeigen. Es gibt wesentliche Faktoren, welche die Symptome bei Laktoseunverträglichkeit maßgeblich beeinflussen:

  • Grad des Laktasemangels: Wie schon erklärt handelt es sich bei der Laktoseintoleranz um den Mangel an Laktase, welcher jedoch unterschiedlich sein kann. Bei einem Betroffenen wird gar keine Laktase produziert, während es beim anderen noch eine gewisse Aktivität des Enzyms gibt. Je weniger Laktase produziert wird, desto schwerer werden die Beschwerden ausfallen.
  • Laktosegehalt in der Mahlzeit: Wie auch beim vorherigen Punkt variiert auch der Gehalt an Laktose in Mahlzeiten deutlich. Je mehr Milchzucker im Lebensmittel enthalten ist, desto stärker werden die Beschwerden sein. Aber auch die Nahrungsmittel, mit welchen die Laktose aufgenommen wird, hat maßgeblichen Einfluss auf die Verarbeitung im Darm.
  • Zusammensetzung der Darmflora: Die Darmflora bezeichnet die Bakterien, welche sich im Dickdarm angesiedelt haben und dort einen wichtigen Beitrag für die menschliche Verdauung leisten. Je besser die vorhandenen Bakterien die Laktose spalten können, desto schwerer werden die Beschwerden ausfallen. Dabei geht es jedoch nicht nur darum, wie viele Gase von den Darmbewohnern produziert werden, sondern auch welche. Wenn die Bakterien überwiegend Kohlenstoffdioxid produzieren, werden die Darmwinde weniger übelriechend sein, als wenn überwiegend Methan produziert wird.
  • Geschwindigkeit des Nahrungstransports: Zwar ist der Weg, den die Nahrung im Körper zurücklegen muss um verdaut und wieder ausgeschieden zu werden, bei allen Menschen gleich, die Zeit, die sie dafür benötigt aber nicht. Je kürzer die laktosehaltige Nahrung also im Dünndarm verweilt, desto stärker werden die Symptome auftreten. Das liegt daran, dass durch die schnelle Geschwindigkeit, mit der die Nahrung transportiert wird, mehr ungespaltene Laktase in den Dickdarm befördert wird.
  • Persönliches Schmerzempfinden: So wie in fast allen Lebensbereichen gibt es auch bei der Milchzuckerunverträglichkeit Schmerzgrenzen, die individuell von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Personen mit Reizdarmsyndrom, welche noch dazu keine Laktose verdauen können, haben beispielsweise eine hohe Schmerzempfindlichkeit im Magen-Darm-Trakt, weshalb sie etwaige Symptome auch stärker wahrnehmen als andere.

Wann sollte man mit Laktoseintoleranz zum Arzt?

Bei Kindern mit anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden sollte man grundsätzlich nicht zu lange abwarten und einen Arzt aufsuchen. In diesem Fall wäre der Hausarzt, aber auch ein Spezialist für innere Medizin der richtige Ansprechpartner. Zuerst erfolgt ein Gespräch mit dem zuständigen Arzt, welcher durch dieses schon viele hilfreiche Informationen erhält.

Tipp
Wenn der Verdacht auf Laktoseintoleranz besteht, ist es ratsam, schon vorab ein Ernährungstagebuch zu führen. In diesem wird aufgelistet, wann was gegessen wurde und ob bzw. welche Beschwerden aufgetreten sind. Dieses Tagebuch kann den Arzt bei der Diagnose maßgeblich unterstützen.

Nach einem Erstgespräch erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt vorsichtig den Bauch abtastet und sich die Darmgeräusche genauer anhört. Auch ein Blutbild oder ein Ultraschall können angefordert werden, um etwaige andere Krankheiten schon vorab auszuschließen. Wenn der Arzt ebenfalls den Verdacht äußert, es könne sich um eine Laktoseunverträglichkeit handeln, kann vorerst auf eine laktosearme Diät gesetzt werden, um herauszufinden, ob die Beschwerden nachlassen. Endgültige Sicherheit liefern jedoch nur die extra dafür vorgesehenen Laktoseintoleranz-Tests.

Diagnose: Wie wird eine Laktoseintoleranz festgestellt?

Es gibt viele Magen-Darm-Erkrankungen, welche dieselben Beschwerden hervorrufen, wie eine Milchzuckerunverträglichkeit. Auch wenn durch die Symptome viel für eine Laktoseunverträglichkeit sprechen würde, kann diese ausschließlich mittels eines ärztlich anerkannten Tests festgestellt werden. Es gibt vier verschiedene Arten von Laktoseintoleranztests, mit welchen auf die Milchzuckerunverträglichkeit getestet werden kann. Diese vier Arten sind:

  • Wasserstoffatemtest
  • Laktose-Toleranztest (Blutzucker-Test)
  • Gentest
  • Dünndarmbiopsie

Der Wasserstoffatemtest, auch als H2-Atemtest bekannt, ist das häufigste Testverfahren, mit welchem auf Laktoseintoleranz getestet wird. Bei diesem wird mittels Pustens in ein Messgerät der Wasserstoffgehalt in der Atemluft bestimmt. Je mehr Wasserstoff in der Atemluft vorhanden ist, desto stärker ist die Laktoseunverträglichkeit ausgeprägt. Menschen, welche diesen Test durchführen wollen, dürfen zwölf Stunden vor der Untersuchung weder essen noch trinken, da die Messwerte sonst verfälscht werden könnten. Auch darf sechs Stunden vor dem Test nicht mehr geraucht werden und auf schwer verdauliche Speisen muss sogar bis zu 24 Stunden vorher verzichtet werden.

Bei Untersuchungsbeginn wird zuerst der Nüchternwert (Basalwert) bestimmt, anschließend wird das laktosehaltige Zuckergetränk verabreicht. Danach werden in regelmäßigen Zeitabständen Messwerte gesammelt, welche notiert werden. Insgesamt dauert der Test zwei bis vier Stunden.

Bei der Auswertung ist, wie schon erwähnt, auf den Wasserstoffgehalt in der Atemluft zu achten. Steigt dieser nicht nur gering, sondern sehr stark an, spricht das für eine Laktoseintoleranz. Auch auftretende Beschwerden, wie Durchfall oder Blähungen, sollten dem Arzt sofort mitgeteilt werden, da es die Auswertung vereinfachen kann. Leider ist die Auswertung jedoch nicht immer korrekt. Mögliche falsche Auswertungen können sein:

  • Falsch-positives Ergebnis bei bakterieller Fehlbesiedlung: In diesem Fall leben im Dünndarm mehr Bakterien als normalerweise, was dazu führen kann, dass der H2-Test positiv ausfallen kann, obwohl keine Laktoseunverträglichkeit besteht.
  • Falsch-negatives Ergebnis bei „Non-Respondern”: Non-Responder sind jene Menschen, welche keine wasserstoffproduzierenden Bakterien im Darm besitzen. Das kann dazu führen, dass der Wasserstoffgehalt in der Atemluft trotz vorhandener Milchzuckerunverträglichkeit nicht ansteigt und das Ergebnis negativ ausfällt. Hier ist es wichtig, auf andere auftretende Beschwerden zu achten, wie beispielsweise Durchfall, Blähungen oder Übelkeit.

Der Wasserstoffatemtest ist für die meisten Menschen vollkommen ungefährlich. Für laktoseintolerante Personen können die Beschwerden unangenehm sein, diese klingen jedoch normalerweise ein paar Stunden nach dem Test wieder ab.

Eine weitere Testung, welche häufig angewendet wird, ist der Laktose-Toleranztest. Bei diesem wird mittels der Blutzuckerwerte auf die Unverträglichkeit getestet. Er wird oft als Alternative zum H2-Test angewendet, kann aber auch gleichzeitig durchgeführt werden. Er ist jedoch lange nicht so genau wie der Wasserstoffatemtest und kann die Werte von Patienten mit Zuckerkrankheit verfälschen.

Menschen, die über ausreichend Laktase verfügen, spalten im Dünndarm Laktose in Glukose und Galaktose. Beide Moleküle werden resorbiert und in den Blutkreislauf aufgenommen. Menschen die Milchzucker verdauen können, zeigen nach der Aufnahme von Milchzucker einen Blutzuckeranstieg. Wenn ein Patient laktoseintolerant ist, steigt der Blutzuckerspiegel dagegen nicht an, da die in der Laktose enthaltene Glukose nicht aufgenommen werden kann.

Auch beim Laktose-Toleranztest, welcher auch unter dem Namen Blutzucker-Test bekannt ist, wird ein laktosehaltiges Zuckergetränk verabreicht und danach in regelmäßigen Abständen der Blutzucker gemessen. Steigt der Zuckergehalt im Blut kaum an, so deutet dies auf eine Laktoseintoleranz hin. Auch hier ist auf etwaig auftretende Symptome zu achten.

Auch ein Gentest kann durchgeführt werden, die Sinnhaftigkeit ist jedoch fraglich. Mittels diesem kann nämlich nur auf eine primäre, nicht jedoch nicht auf eine sekundäre Laktoseunverträglichkeit getestet werden. Geht es jedoch nur darum herauszufinden, ob eine Laktoseintoleranz angeboren oder nur die Folge einer Erkrankung ist, kann das mit einem Gentest ermittelt werden. Bezahlen muss ihn der Patient jedoch aus der eigenen Tasche, da die Krankenkasse hierbei keine Kosten übernimmt.

Die letzte Art der Laktosetestung ist die Dünndarmbiopsie. Hierbei werden Gewebeproben aus dem Dünndarm entnommen und anhand dieser die Laktaseaktivität direkt geprüft. Es ist die aussagekräftigste, aber auch die aufwändigste Methode, weshalb sie nur selten angewendet wird.

Kann man selbst testen, ob man laktoseintolerant ist?

Tests wie den Wasserstoffatemtest kann man nicht alleine ohne ärztliche Aufsicht durchführen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, seine Toleranzmenge an Milchprodukten selbst zu testen. Zuerst legt man sich eine Probezeit fest und wählt ganz bestimmte Milchprodukte aus, welche man zu sich nimmt. Diese Probezeit sollte einige Tage bis hin zu einer Woche andauern, auf alle anderen laktosehaltigen Lebensmittel (außer die ausgewählten) wird verzichtet.

Am besten beginnt man mit Joghurt, da es Mikroorganismen enthält. Diese nützlichen Bakterien produzieren das Enzym Laktase zur Verdauung der Laktose selbstständig und bauen so Laktose ab. Aus dem Grund tolerieren die meisten Menschen Joghurt am ehesten. Man sollte mit kleinen Mengen beginnen und diese, je nach Verträglichkeit, täglich steigern. Treten Beschwerden auf, reduziert man die Menge wieder.

Behandlung: Wie wird eine Laktoseunverträglichkeit behandelt?

Laktoseintoleranz ist keine Krankheit, demnach ist sie auch nicht heilbar. Mit einer laktosearmen bzw. laktosefreien Ernährung kann man den Körper jedoch unterstützen und die Beschwerden lindern. Auch die künstliche Zufuhr von Laktase in Form von Tabletten ist möglich. Laktasekapseln enthalten das fehlende Enzym und werden vor oder zu den jeweiligen Mahlzeiten eingenommen. Allerdings wirken die Präparate nicht bei jedem Menschen und bei jedem Essen gleich gut. Deshalb kann es bei empfindlichen Menschen dennoch zu Beschwerden kommen. Auch bei der gleichzeitigen Einnahme von Eisenpräparaten ist Vorsicht geboten, da es zu Wechselwirkungen kommen kann.

Was kann man selbst bei Laktoseintoleranz tun?

Die Beschwerden hören normalerweise auf, wennlaktosehaltige Lebensmittel gemieden werden. Zu Beginn der Ernährungsumstellung ist es empfehlenswert, die Zutatenlisten auf den Verpackungen gründlich zu lesen, da Laktose oft auch dort enthalten ist, wo man nicht damit rechnet. Das kann zum Beispiel bei Fertiggerichten oder auch Medikamenten der Fall sein. Manchmal reicht es auch aus, bestimmte Nahrungsmittel mit einem besonders hohen Laktosegehalt zu meiden. Oder man probiert vorsichtig aus, welche Mengen man von einem laktosehaltigen Lebensmittel verträgt, ohne dass Probleme auftreten.

Sobald man mit kleinen Mengen laktosehaltiger Produkte klar kommt, kann man die Mengen kontinuierlich steigern. Unter Umständen kann es auch passieren, dass man ein wenig Milch zu einer Mahlzeit besser verträgt, als wenn diese alleine zwischen den Mahlzeiten getrunken wird. Eventuell bekommt einem auch Frischmilch besser als H-Milch. Da die extrem hohe Erhitzung der H-Milch neben den verderblichen Bakterien auch die nützlichen, verdauungsfördernden zerstört, eignet sich H-Milch nicht bei Laktoseintoleranz. Man sollte vorsichtig einen Schluck Frischmilch trinken und die Menge allmählich steigern.

Nur in seltenen Fällen verschwindet das Enzym Laktase vollständig. Bei den meisten Menschen bleibt eine Restproduktion und man kann den Körper trainieren, wieder mehr davon zu bilden. Der Körper lernt und passt sich wieder an. Wichtiger als möglichst schnell die Menge zu steigern ist die Regelmäßigkeit des Verzehrs von Milch oder Milchprodukten.

Kalziumversorgung bei Laktoseintoleranz

Milch und Milchprodukte sind die besten Quellen für den Knochenbaustoff Kalzium. Bei einer milchzuckerarmen Kost muss unbedingt darauf geachtet werden, dass zusätzliche Kalziumquellen im Speiseplan enthalten sind, um den täglichen Kalziumbedarf von 1000 mg zu decken. Kalziumreiches Mineralwasser oder Fruchtsäfte mit Kalziumzusatz aber auch bestimmter Käse (Emmentaler, Tilsiter, Gouda, Butterkäse und Edamer) versorgen den Körper mit dem wichtigen Stoff.

Auch Gemüse ist eine gute Kalziumquelle. Besonders diese Sorten sind gut, um den täglichen Kalziumbedarf zu decken:

GemüsesorteKalziumgehalt pro 100g des Nahrungsmittels
Grünkohl212g
Spinat117g
Brokkoli105g
Mangold103g
Lauch87 g
Wirsing64g
Schwarzwurzel53g
Fenchel38g

Bei einem kompletten Verzicht auf Milchprodukte empfehlen sich auch Nahrungsmittel wie grünes Blattgemüse, Nüsse und Fisch. Häufig passiert es, dass beim Verzicht auf Milchprodukte auf die Kalziumversorgung vergessen wird. Es besteht die Gefahr einer Osteoporose, weshalb oftmals die zusätzliche Einnahme von Kalziumpräparaten erforderlich wird. Insbesondere bei Kindern kann durch den Verzicht auf Milchprodukte ein Kalziummangel und damit eine Knochenmineralisationsstörung entstehen. Grundsätzlich ist eine Laktoseintoleranz aber nur selten der alleinige Grund für eine Osteoporose.

Was sollte man bei der Ernährung bei Laktoseunverträglichkeit beachten?

Der erste Schritt im Kampf gegen die Beschwerden ist immer eine Ernährungsumstellung. Dies ist anfangs oft nicht leicht, da man auf vieles verzichten muss, was vorher ganz selbstverständlich am Speiseplan stand. Laktoseunverträglichkeit bedeutet aber nicht, dass man gar keine Milchprodukte mehr konsumieren kann. Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Toleranzgrenze, welche die beschwerdefreie Aufnahme von Laktose erlaubt. Wo genau diese Toleranzgrenze liegt, variiert also von Mensch zu Mensch und muss demnach ausprobiert werden. Es ist jedoch ratsam, auf Produkte mit einem sehr hohen Laktosegehalt, zu verzichten.

Es gibt auch Produkte in den Supermarktregalen, welche als „laktosefrei” betitelt und verkauft werden. Das bedeutet aber nicht, dass gar keine Laktose im Produkt enthalten ist, sondern, dass maximal 0,1g Laktose pro 100g Nahrungsmittel enthalten sind.

Welche Lebensmittel enthalten (versteckte) Laktose?

Es gibt viele Lebensmittel, welche Laktose enthalten, obwohl man es nie vermuten würde. Deshalb sollte man immer einen genauen Blick auf die Zutatenliste werfen. Folgende Lebensmittel enthalten überraschenderweise oft Laktose:

  • Margarine
  • Backwaren aller Art
  • Brotaufstriche
  • Fertiggerichte
  • Fischkonserven
  • Gemüsekonserven
  • Gewürzmischungen
  • Müslimischungen
  • Salatdressing
  • Pesto
  • Mayonnaise
  • Fleisch- und Wurstwaren

Die Nahrungsmittelindustrie benutzt Milchzucker gerne als Füllmittel, um Lebensmitteln einen „volleren” Geschmack im Mund zu verleihen. Deswegen taucht Milchzucker beispielsweise manchmal auch in Brot, Fleisch und vielen Fertiggerichten auf. Die Laktosemengen sind jedoch meist vernachlässigbar gering.

Auch findet sich häufig Laktose in Tabletten, bei welchen der Stoff als Bindemittel eingesetzt wird. Vor der Einnahme empfiehlt es sich also, einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen und sich gegebenenfalls von einem Arzt oder Apotheker beraten zu lassen. Laktoseintoleranz bedeutet dadurch aber nicht gleich Tablettenintoleranz. Die meisten Menschen, die an der Unverträglichkeit von Milchzucker leiden, verfügen noch über eine geringe Restaktivität des Enzyms Laktase. Meist ist diese Restaktivität ausreichend, um noch mit bis zu 10 oder 12g Milchzucker fertig zu werden. Eine Tablette enthält nur äußerst selten mehr als 200 mg Milchzucker. Das ist eine Menge, die auch Menschen mit einer Laktoseintoleranz noch verarbeiten können.

Besteht jedoch eine schwere Intoleranz für Laktose, bei der die Restaktivität des zuständigen Darmenzyms gewissermaßen nicht mehr vorhanden ist, gibt es die Möglichkeit, vor oder direkt mit der Einnahme des laktosehaltigen Medikamentes ein rezeptfreies Laktasepräparat einzunehmen. So kann das fehlende Enzym ebenfalls als Tablette zugeführt und das eigentliche Medikament im Darm verarbeitet werden.

Welche Lebensmittel haben einen hohen Laktosegehalt?

Neben jenen Lebensmitteln, welche versteckte Laktose enthalten, gibt es auch jene, welche einen offensichtlichen und besonders hohen Laktosegehalt haben. Als besonders hoch wird ein Laktosegehalt ab 5g pro 100g des Lebensmittels verstanden. Folgende Lebensmittel sind für laktoseintolerante Menschen nicht geeignet:

LebensmittelLaktosegehalt pro 100g des Lebensmittels
Milch5g
Schmelzkäse6g
Eiscreme7g
Milchschokolade10g
Kondensmilch10g
Magermilchpulver50g
Molkepulver70g

Auch findet man häufig Laktose in Lebensmitteln wie:

  • Abgepackte Wurstwaren
  • Tütensuppen (z. B. Cremesuppen)
  • Fertigsaucen
  • Nuss-Nougat-Creme
  • Paniermehl
  • Torten und Kuchen
  • Fast Food (z. B. Hamburger, Cheeseburger)
  • Schoko- und Keksriegel
  • Fruchtgummi
  • Schokolade
  • Kartoffelpüree
  • Süßstofftabletten
  • Nahrungsergänzungsmittel

Welche Lebensmittel haben einen geringen Laktosegehalt?

Als ein geringer Laktosegehalt gilt, wenn pro 100g Lebensmittel unter 1g Laktose enthalten sind. Diese Produkte sind in der Regel sehr gut verträglich. Zu den Produkten mit einem geringen Laktosegehalt zählen:

LebensmittelLaktosegehalt pro 100g des Lebensmittels
Lang gereifte Käsesorten0,00 – 0,05g
Butterschmalz0,1g
Camembert0,1 – 1g
Mozzarella und Brie0,5g
Feta-Käse0,5 – 1g
Bitterschokolade0,5g

Auffällig ist, dass enorm viele Käsesorten einen geringen Laktoseanteil aufweisen. Dies folgt einer einfachen Regel: Je länger der Käse gereift ist, desto niedriger ist der Laktosegehalt. Daher werden Hartkäse wie Parmesan oder reifer Gouda meist gut vertragen. Auch bei Lebensmitteln mit einem moderaten Laktosegehalt treten bei den meisten Menschen keine (schweren) Beschwerden auf. Sie weisen eine Laktosemenge zwischen 1g und 5g pro 100g des Lebensmittels auf. Dazu zählen beispielsweise Sauerrahm, Sahne, Quark, Joghurt und Hüttenkäse.

Welche Lebensmittel enthalten keine Laktose?

Natürlich gibt es auch Lebensmittel, welche ganz ohne Milchzucker auskommen. Vor allem Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch und Ei, aber auch Kartoffel, Reis, Nudeln und naturbelassenes Müsli zählen zu den Favoriten laktoseintoleranter Menschen. Auch greifen Personen mit Laktoseunverträglichkeit häufig auf Getränke wie Leitungswasser, Tee, Kaffee oder Fruchtsäfte zurück, anstatt ein Glas Milch zu trinken.

In den letzten Jahren haben sich auch eine Reihe an Milchersatzprodukten entwickelt, um den Verzehr von Müsli weniger trocken zu gestalten. Dazu zählen:

  • Kokosmilch
  • Mandelmilch
  • Hafermilch
  • Reismilch
  • Sojadrinks

Man kann also sehen, dass die Laktoseunverträglichkeit nicht mit dem Verzicht auf jegliche Nahrung gleichzusetzen ist. Es gibt eine Menge an Alternativen und laktosefreien Produkten, mit welchen das Essen auch für laktoseintolerante Menschen wieder zum Genuss wird.

Mythen zur Laktoseintoleranz

Rund um das Thema der Laktoseunverträglichkeit haben sich in den letzten Jahren viele Mythen und Irrtümer gebildet. Die häufigsten sind diese:

  • Die richtige Diagnose kann nur der Facharzt stellen: Wenn der Verdacht besteht, unter einer Milchzuckerunverträglichkeit zu leiden, sollte man auf jeden Fall einen Facharzt aufsuchen. Es empfiehlt sich neben dem Hausarzt auch einen speziellen Allergologen zu kontaktieren, da dieser auf Unverträglichkeiten spezialisiert ist. Einzig und allein ein Atemtest liefert eindeutige Ergebnisse und sollte beim Verdacht auf die Unverträglichkeit auf alle Fälle durchgeführt werden.
  • Bei Laktoseunverträglichkeit muss man nicht komplett auf Milchzucker verzichten: Jeder Mensch mit einer Milchzuckerunverträglichkeit hat eine persönliche Toleranzgrenze. Ausschlaggebend dafür ist, wie stark das Enzym Laktase in Ihrem Darm aktiv ist. Im Laufe seines Lebens lässt seine Aktivität oft nach. Es geht also nicht darum, völlig laktosefrei zu essen, sondern darum, dass eine bestimmte Menge nicht überschritten wird. Genau das kann man jedoch einzig und allein durch Ausprobieren herausfinden.
  • Entwarnung für Aromen und Geschmacksverstärker: Alle Zutaten müssen in der Zutatenliste auf der Verpackung von Lebensmitteln genannt werden. Aromen und Geschmacksverstärker sind meist am Ende der Liste zu finden. Laktose kann ein Trägerstoff dieser Zutaten sein, hat dann aber von der Menge her keine Bedeutung. Je weiter vorne die Laktose aber in der Zutatenliste angegeben wird, desto mehr davon ist im Lebensmittel enthalten.
  • Tabletten sind nicht immer eine Gefahr: Bei manchen Medikamenten, aber längst nicht bei allen, wird Milchzucker als Trägersubstanz eingesetzt. Auch wenn es sich nur um sehr kleine Mengen handelt, können sie im Einzelfall Beschwerden auslösen. Die Verpackungshinweise sollten demnach genau durchgelesen werden. Auch ein Apotheker kann bei Fragen zu den Präparaten weiterhelfen.
  • Auf Produkte mit Allergiehinweis „kann Spuren von Milch enthalten” oder „kann Spuren von Laktose enthalten” muss nicht verzichtet werden: Dieser Hinweis ist immer ein sicheres Zeichen, dass es sich um generell unbedenkliche Mengen an Laktose handelt, weil sie entweder gar nicht oder nur in sehr geringen Mengen vorkommt. Der Hinweis ist nur für solche Allergiker eine Hilfe, die bereits auf geringe Mengen Milcheiweiß mit Beschwerden reagieren.
  • Milchsäurebakterien bauen die Laktose in Joghurts nicht immer ab: Gesäuerte Milchprodukte (Joghurt, Dickmilch, Buttermilch und Quark) sind für die Vielzahl der Betroffenen gut bekömmlich, weil die Milchsäurebakterien das Enzym Laktase gleich mitliefern. Viele Fruchtjoghurts werden aber erhitzt, was dazu führen kann, dass die Bakterien nicht mehr ausreichend wirksam sind und somit kaum noch Laktose abbauen. Außerdem werden Joghurts häufig zusätzlich mit Milchpulver angereichert, beispielsweise um die Trockenmasse zu erhöhen. Dadurch erhöht sich aber auch der Laktosegehalt. Am besten verträglich sind säuerliche Naturjoghurts ohne jegliche Zusätze.

Sind laktosefreie Produkte gesünder?

Die Unverträglichkeit von Milchzucker, erfordert einen Verzicht auf alles, was übermäßig viel davon enthält. Das ist richtig und wichtig, sofern man unter dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit wirklich leidet. Immer mehr Menschen greifen jedoch zu Produkten mit der Aufschrift „laktosefrei”, die nicht unter dieser Unverträglichkeit leiden. Der Grund liegt darin, dass manch einer vermutet, es sei generell besser, Milchzucker zu meiden. Schließlich kann dieser ja potenziell zu einer Unverträglichkeit und den damit einhergehenden Beschwerden führen.

Dieser Generalverdacht ist die ideale Steilvorlage für die Lebensmittelindustrie. Sie bringt inzwischen Lebensmittel auf den Markt, die allein schon wegen ihrer Art und Herkunft überhaupt keinen Milchzucker enthalten können. Das Wort „laktosefrei” sorgt so für noch mehr Umsatz. So werden beispielsweise Schinken und sogar Brot als laktosefrei deklariert, obwohl sie ohnehin keine Laktose aufweisen.

Der Preis für laktosefreie Lebensmittel liegt um das durchschnittlich 2,4-fache höher als jener, von normalen Produkten mit Milchzucker. Das lohnt sich, weil diese Produkte derzeit einfach im Trend liegen. Sofern jedoch keine nachgewiesene Unverträglichkeit von Laktose besteht, sollte man aus Liebe zu seinem Portemonnaie die Finger davon lassen.

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