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Gicht: Die richtige Ernährung bei zu viel Harnsäure im Körper

Um Gicht den Nährboden zu entziehen, müssen Sie überschüssige Harnsäure abbauen und deren Neubildung einschränken. Erfahren Sie hier, wie das geht. (Foto: Johanna Mühlbauer - adobe stock)

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Gicht Ernährung
Bei der Gicht spielt hauptsächlich die Ernährung eine Rolle, denn diese ist essentiell, um einer Gicht entweder vorzubeugen oder aber neue Gichtanfälle zu vermeiden.
Bei der Gicht spielt hauptsächlich die Ernährung

 

Gicht ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die heutzutage immer mehr Menschen betrifft. Gründe sind vor allem eine falsche Ernährung und zu viel Alkohol. Mit einer purinarmen Kost bekommen Sie das Gelenkleiden in den Griff und mindern die Zahl Ihrer Gichtanfälle.

Die Gicht früher und heute

Früher galt die Gicht als Krankheit der Könige und der besser gestellten „alten Knaben”. Denn man wusste schon früh, dass das Leiden an den reichlichen Genuss von Alkohol und Fleisch gekoppelt ist.

In der Umgangssprache wird Gicht noch heute als „Wohlstandskrankheit” bezeichnet. In schlechten Zeiten, also etwa nach dem Zweiten Weltkrieg, gab es kaum Gichtkranke.

Heute, wo Lebensmittel im Übermaß zur Verfügung stehen, hat sich die Zahl der Gichtkranken vervielfacht. Knapp 5 Prozent aller Männer und knapp 1 Prozent der Frauen sind von der schmerzhaften Gelenkerkrankung betroffen.

Experten gehen davon aus, dass etwa 10 Prozent der Bundesbürger einen erhöhten Harnsäurespiegel haben. Bei Frauen steigt der Anteil nach den Wechseljahren weiter an. Erste Symptome treten heute allerdings auch schon bei 20- bis 30-Jährigen auf.

Zu viel Harnsäure lagert sich in den Gelenken an

Die Gicht ist eine Folge erhöhter Harnsäurewerte im Blut. Harnsäure entsteht im Körper durch den Abbau von Purinen, die sowohl in pflanzlicher als auch in tierischer Nahrung vorkommen. Ihr Körper selbst bildet ebenfalls Purine.

Diese sind ein Bestandteil aller Zellen, vor allem der Zellkerne. Normalerweise wird die aus ihnen entstehende Harnsäure über die Nieren ausgeschieden.

Ist diese Ausscheidungsmöglichkeit aber gestört oder befindet sich zu viel Harnsäure im Blut, bleibt sie im Körper und lagert sich an verschiedenen Stellen als kristallförmiger Rückstand an: vor allem in den Gelenkkapseln, aber auch in der Haut und anderen Körpergeweben. Es bilden sich Harnsäurepools. Jetzt droht ein Gichtanfall.

Bei 60 Prozent ist zunächst das Großzehengrundgelenk betroffen. Es kommt zu Schwellungen und Hautrötungen an den Gelenken, zusätzlich können Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen auftreten.

Die Gelenkumgebung ist heiß und schmerzt, insbesondere bei Druck. Gichtanfälle stellen sich meist nachts ein, mehrere Nächte nacheinander. Ein akuter Gichtanfall wird häufig durch Trink- und Essexzesse ausgelöst, kann aber auch durch Fasten, Stress und die Einnahme von Diuretika hervorgerufen werden.

Ihr Harnsäurespiegel steigt, wenn die Ausscheidung langfristig geringer ist als die körpereigene Produktion und die Zufuhr durch die Nahrung. Dabei spielt vor allem die Ernährung eine krankheitsfördernde Rolle.

Gefährliche Konsequenzen für Ihre Gesundheit

Die erhöhten Harnsäurewerte sind nicht nur für die Gicht verantwortlich, sondern auch für Nierenfunktionsstörungen und die Bildung von Nierensteinen. Langfristig können die Harnsäurekristalle Ihre Knochen zerstören und die Gelenke stark verändern.

Zudem können die Ablagerungen Ihre Nieren schädigen und zu Nierensteinen führen. Gichtbedingte Nierensteine können auch auftreten, wenn Sie noch nie Schmerzen an den Gelenken hatten.

In diesen Normbereich gehört Ihr Harnsäurespiegel

Als normal gelten bei Männern 7,7 mg/dl Blut und bei Frauen 5,5 mg/dl. Wenn Ihre Harnsäurewerte im Blut steigen, also bei Männern auf über 9 mg/dl und bei Frauen auf 8,5 mg/dl, liegt eine Hyperurikämie (erhöhte Harnsäurewerte) vor. Dann sind Sie akut gichtgefährdet und müssen mit Gichtanfällen rechnen.

Gicht

Die richtige Ernährung bei Gicht

Wenn Sie der Gicht den Nährboden entziehen wollen, müssen Sie unbedingt überschüssige Harnsäure abbauen und die erneute Bildung einschränken. Da sie zum größten Teil durch den Abbau von Purinen entsteht, sollten Sie als erstes die Aufnahme dieser organischen Verbindungen mit der Nahrung drastisch einschränken. Sie schränken die Purinaufnahme ein, wenn Sie:

  • täglich nicht mehr als 150 g Fleisch oder Wurst zu sich nehmen
  • wenig Hülsenfrüchte (Bohnen, Linden, Erbsen) essen
  • beim Geflügel die Haut entfernen
  • sehr fetten Fisch (z. B. Makrele, Sardinen, Hering) meiden
  • auf Meeresfrüchte verzichten

Trinken Sie nur wenig Alkohol, denn dieses Genussmittel hemmt ebenso wie Medikamente die Harnsäureausscheidung. Kaffee ist dagegen ohne Einschränkungen erlaubt.

Eine Studie der Universität in Vancouver in Kanada hat sogar 2007 nachgewiesen, dass Probanden, die täglich zwischen zwei und sechs Tasse Kaffee tranken, niedrigere Harnsäurewerte hatten als die Nichtkaffeetrinker.

Bei Quark und Joghurt dürfen Sie auch reichlich zugreifen, denn diese eiweißhaltigen Nahrungsmittel enthalten so gut wie keine Purine.

Harntreibende Tees

Die Natur bietet wahrscheinlich Heilmittel gegen jegliche Probleme, da stellt die Gicht keine Ausnahme dar. Die folgenden Naturprodukte eignen sich als Tee gegen Beschwerden der Erkrankung:

  • Birkenblätter-Tee: Übergießen Sie zwei Esslöffel grob zerschnittene Birkenblätter (aus der Apotheke) mit einer Tasse kochendem Wasser. Zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Trinken Sie kurmäßig vier bis sechs Wochen lang zwei bis drei Tassen täglich zwischen den Mahlzeiten. Wirkt schmerzlindernd und harntreibend.
  • Bohnen-Tee: Übergießen Sie einen Esslöffel getrockneter Bohnenschalen und -hülsen (aus der Apotheke) mit einer Tasse kaltem Wasser und lassen Sie dies acht Stunden lang ziehen. Danach einmal kurz aufkochen, abseihen, über den Tag verteilt in kleinen Schlucken trinken.
  • Brennnesselblätter-Tee: Erhiten Sie zwei Teelöffel mit einem halben Liter Wasser langsam zum Sieden. Zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Acht Wochen lang morgens und abends eine Tasse trinken. Erhöht die Harnsäureausscheidung.
  • Knöterich-Tee: Überbrühen Sie einen Esslöffel Knöterich mit einer Tasse Wasser und trinken Sie die Mischung kalt am Morgen auf nüchternen Magen.
  • Löwenzahnkraut– oder Löwenzahnwurzeltee: Zwei Teelöffel mit einem halben Liter Wasser langsam zum Sieden erhitzen. Zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Acht Wochen lang morgens und abends eine Tasse trinken. Aktiviert den Stoffwechsel und wirkt harntreibend.
  • Rosmarin-Tee: Bringen Sie einen Teelöffel Rosmarinnadeln mit einer Tasse Wasser zum Kochen, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen und vor jeder Mahlzeit eine Tasse trinken.
  • Wacholderbeeren-Tee: Bringen Sie einen Teelöffel angedrückte Wacholderbeeren mit einer Tasse Wasser zum Kochen, fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen, zwei- bis dreimal täglich eine Tasse trinken. Achtung: Bei längerer Anwendung von Wacholderbeeren beschrieben Patienten Nierenschädigungen. Verwenden Sie diesen Tee aus dem Grund nur kurweise für vier bis sechs Wochen. Bei einer entzündlichen Nierenerkrankung oder Schwangerschaft ist dieser Tee für Sie tabu.

Überschüssige Harnsäure über die Haut loswerden

Die Haut gilt in der Naturheilkunde als dritte Niere, denn was die Nieren nicht schaffen, kann mit den Sekreten der Schweißdrüsen ausgeschieden werden. Diese Ausscheidungsfähigkeit der Haut können Sie wirkungsvoll zum Entsäuern nutzen und dadurch überschüssige Harnsäure ausleiten.

Für diese entsäuernden Maßnahmen benötigen Sie ein Basenpulver, das Sie in Apotheken und Bioläden erhalten.

Mit diesem Pulver können Sie sich ein Basenbad zubereiten, in dem Sie für eine gründliche Entsäuerung einmal wöchentlich bei etwa 38 °C mindestens eine halbe Stunde lang baden.

Um die Poren zu öffnen und den Abtransport der Schlacken und Säuren zu fördern, sollten Sie sich dabei alle zehn Minuten lang mit einer Naturborstenbürste abbürsten.

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Beate Rossbach
Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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