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Schlafapnoe: Ursachen, Folgen und alle Behandlungsmöglichkeiten

Lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen von mindestens zehn Sekunden ist das typische Merkmal des Schlafapnoe-Syndroms. Erfahren Sie hier mehr. (Foto: Adobe Stock – nastenka_peka)

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Lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen von mindestens zehn Sekunden ist das typische Merkmal des Schlafapnoe-Syndroms (griech A-Pnoe = ohne Luft).

Bei den Betroffenen ist der Schlafrhythmus gestört und der Schlaf nicht mehr erholsam. Einschlafneigung am Tag, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen sind die unangenehmen Folgen. Längerfristig werden Ihre Organe während der Nacht nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Was ist eine Schlafapnoe?

Schlafapnoe (auch Schlafapnoe-Syndrom oder SAS) zeichnet sich durch Atemstillstände während des Schlafs aus, die den erholsamen Schlaf empfindlich stören.

Man unterscheidet zwei Erscheinungsformen: Obstruktive Schlafapnoe und zentrale Schlafapnoe. Darüber hinaus kommen Mischformen vor.

Formen und Ursachen

Die obstruktive Schlafapnoe tritt häufiger auf. Hierbei kommt es durch eine übertriebene Entspannung der Muskulatur der oberen Atemwege zu einem Kollaps der oberen Luftröhre.

Bei der zentralen Schlafapnoe liegt eine Störung des zentralen Nervensystems und in der Folge eine unzureichende Steuerung der Atemmuskulatur vor. Eine rein zentrale Schlafapnoe kommt in seltenen Fällen vor.

Es gibt keine alleinige Ursache für eine Schlafapnoe. Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht, Polypen, eine Verkrümmung der Nasenscheidewand, vergrößerte Rachenmandeln, Alkohol- oder Drogenkonsum und angeborene Kieferfehlstellungen.

Symptome und Diagnose

Die Schlafapnoe zeigt folgende Symptome:

  • Atemausfälle (zehn Sekunden bis eine Minute)
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit während des Tages
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen und Mundtrockenheit nach dem Aufstehen
  • vermehrtes Schwitzen und
  • vermehrter Harndrang während der Nacht
  • Sekundenschlafattacken
  • Konzentrationsstörungen
  • depressive Verstimmungen
  • Impotenz

Die Diagnose stellen Ärzte nach ausführlicher Beobachtung im Schlaflabor. Zur Behandlung einer Schlafapnoe stehen verschiedene konservative, operative sowie alternative Methoden zur Verfügung. Diese wählt man je nach Art und Schwere der Schlafapnoe aus.

Mögliche Folgen der Schlafapnoe

Sauerstoffmangel beim Schlafapnoe-Syndrom ist im Verdacht, eine ganze Reihe von Erkrankungen und Fehlfunktionen zu begünstigen. Die Betroffenen steigen morgens wie gerädert aus dem Bett und die Nacht war alles andere als erholsam. Die Schlafapnoe geht also mit Leistungsminderung und Müdigkeit einher. Sie stellt zugleich einen der Risikofaktoren für die Entstehung eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls dar.

Abgesehen davon nahmen Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und einer erektilen Dysfunktion genauer unter die Lupe. Die neueste Studie an 400 Patienten, die sich in einem Schlaflabor beobachten ließen, ergab, dass der nächtliche Sauerstoffmangel stärker als bisher angenommen zur Entstehung einer erektilen Dysfunktion beiträgt.

Doch eine Schlafapnoe kann noch zu vielen weiteren Folgen führen:

  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzinsuffizienz
  • erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • Potenzstörungen
  • Tagesmüdigkeit (mit stark erhöhter Unfallgefahr)

Verantwortlich für die Schlafapnoe können eine Einengung der oberen Luftwege durch die nach hinten gerutschte Zunge, ein zu weiches Gaumensegel oder eine Fehlfunktion der Atemmuskulatur sein.

Bei den über 60-Jährigen wird die Häufigkeit bei Männern auf 10 Prozent und bei Frauen auf 5 Prozent geschätzt.

Starke Auswirkungen auf das Gehirn von Frauen

Dass besonders Frauen von den negativen Folgen der Schlafapnoe betroffen sind, entdeckten Wissenschaftler der University of California. Sie hatten in einer ersten Studie entdeckt, dass sich bei Männern, die an Schlafapnoe erkrankt sind, die weiße Hirnmasse verringert. Nun führten sie eine ergänzende Studie durch, bei der sie 10 Frauen betrachteten, bei denen eine Schlafapnoe gerade erst diagnostiziert worden war.

Weiter nahmen 20 Männer mit frisch diagnostizierter Schlafapnoe an der Untersuchung teil, verglichen wurden die Befunde mit denen von 20 Frauen und 30 Männern, die gesund waren. Die Wissenschaftler untersuchten die Hirnstrukturen aller Studienteilnehmer. Es zeigte sich, dass die erkrankten Frauen deutlich größere Hirnschäden aufwiesen als die ebenfalls erkrankten Männer. Betroffen waren besonders die Gehirnbereiche, die Stimmungen regeln und für Entscheidungen verantwortlich sind. Dementsprechend lässt sich übrigens beobachten, dass Frauen, die unter Schlafapnoe leiden, gleichzeitig auch an Depressionen erkrankt sind oder Angstsymptome aufweisen.

Die Forscher wollen nun im nächsten Schritt der Frage nachgehen, was Ursache und was Wirkung ist. Noch ist nicht absolut klar, ob die Schäden im Gehirn die Schlafapnoe verursachen oder ob die Gehirnschäden zu den Atemaussetzern führen.

Schlafapnoe beeinträchtigt Knochendichte

Durch nächtliche Aussetzer der Atmung ist auch die Knochengesundheit gefährdet. Das haben Wissenschaftler des Chi Mei Medical Center in Taiwan herausgefunden, die Gesundheitsdaten von über 1.300 Menschen mit Schlafapnoe mit denen von über 20.000 gesunden Menschen verglichen hatten.

Sechs Jahre lang beobachteten die Wissenschaftler das eventuelle Auftreten von Knochenschwund. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die unter Schlafapnoe litten, dreimal so häufig unter Osteoporose litten. Grund ist wahrscheinlich ein Sauerstoffmangel: Beim Vorhandensein von Schlafapnoe erschlaffen die Gaumenmuskeln und die Luftwege verschließen sich, teilweise sogar komplett. Dadurch kommt es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff – bis zu zwei Minuten lang. Diese führt dazu, dass auch Gewebe, Knochen und Organe zu wenig Sauerstoff erhalten.

Eine vorhandene Schlafapnoe macht sich durch Atemaussetzer in der Nacht sowie starkes Schnarchen bemerkbar. Wenn Ihr Partner, Ihre Partnerin dies bei Ihnen feststellt, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt und danach zur genauen Diagnose in ein Schlaflabor.

Potenzprobleme durch Schlafstörungen

Sauerstoffmangel, der durch Atemaussetzer in der Nacht verursacht wird, erhöht das Risiko für Erektionsstörungen deutlich. Das haben Forscher aus Regensburg und München herausgefunden. Sie untersuchten über 400 Patienten, die an Schlafapnoe litten. Zudem stellten sie fest, wie häufig die Patienten auch unter Potenzstörungen litten. Dies war bei 69 % der Studienteilnehmer der Fall.

Bei einigen von ihnen wurden die Potenzstörungen durch andere Gesundheitsprobleme hervorgerufen, wie durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dennoch konnten die Forscher feststellen, dass die nächtlichen Atemaussetzer das Risiko für die so genannten erektile Dysfunktion deutlich erhöhten.

Die gängigste Therapie – die Maskenbeatmung

Ob Sie tatsächlich an einer Schlafapnoe leiden, kann nur eine Untersuchung im Schlaflabor eindeutig zeigen. Dabei wird der Schlafapnoe-Index (AI) berechnet. Ein AI von 20 bedeutet, dass 20 Atempausen pro Stunde aufgezeichnet wurden. Das entspricht einem hochgradigen Apnoe-Syndrom.

Herkömmlicherweise werden diese schweren Fälle mit Hilfe einer CPAP-Maske behandelt (engl.: CPAP = Continuous Positive Airway Pressure, kontinuierliche Überdruckbeatmung).

Hierbei wird während des Schlafs mit einer Beatmungsmaschine ein Überdruck erzeugt, der die Atemwege frei hält und so das Schnarchen verhindert.

Das Verfahren wird von den Krankenkassen bezahlt, ist meist erfolgreich, aber es ist für Sie als Patient mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden.

Die Nachteile der Maskenbeatmung

  • störende Geräusche der Atemmaschine
  • Druckgefühl und Hautirritationen durch die Atemmaske
  • Schäden an der Lunge durch Aufblähung der Lungenbläschen
  • Nur die Symptome, aber nicht die Schlafapnoe selbst werden behandelt.

Doch es gibt einfache Alternativen zu den „lästigen” CPAP-Masken: Spezielle Zahnschienen verhindern, dass Ihre Rachenmuskulatur im Schlaf zusammenfällt, und halten so die Luftwege frei.

Individuell angepasste Zahnschienen als Therapie-Form

Im Jahr 2009 wurde erstmals wissenschaftlich gezeigt, dass diese Mundstücke tatsächlich Erfolg haben: Wissenschaftler des St. Johns Hospital in Edinburgh (Großbritannien) und des Royal Perth Hospital in Australien passten 60 Schlafapnoe-Patienten ein individuelles Mundstück an, bei dem der Unterkiefer etwas vorgestreckt wurde.

Nach vier Jahren Beobachtungszeit hatte sich der Schlaf bei 63 Prozent der Patienten gebessert, Atemaussetzer hatten abgenommen und bei 35 Prozent der Probanden war die Schlafapnoe sogar komplett verschwunden.

Solche Zahnschienen erhalten Sie in vielen unterschiedlichen Varianten. Manche halten den Unterkiefer vorn, während andere die Zunge am Zurückrutschen hindern.

In der Apotheke erhalten Sie bereits vorgefertigte „Schlafhilfen”. Allerdings sollten Sie eher Produkte verwenden, die vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden speziell nach Ihrem individuellen Gebissabdruck angefertigt werden.

Denn nur so können Sie sicher sein, dass das Mundstück auch tatsächlich perfekt auf Sie zugeschnitten ist.

Allerdings hat Qualität auch ihren Preis: Zwischen 300 und 2.000 Euro kosten individuelle Schienen. Die einfachen Systeme „von der Stange” erhalten Sie bereits ab 15 Euro. Die Kosten werden generell nicht von den Krankenkassen übernommen.

In den ersten Wochen des Tragens können Sie morgens ein Druckgefühl im Kiefer bemerken, ähnlich wie bei einem Muskelkater.

Viele Patienten klagen anfangs zudem über starken Speichelfluss. Wenig effektiv sind die Schienen, wenn Ihre Nase verstopft ist (Erkältung, Allergien).

Pillar-Methode als Therapie: Kunststoffstifte stabilisieren Gaumensegel

Eine weitere neue Alternative bei Schlafapnoe ist die Pillar-Methode: Bei HNO-Ärzten oder -Kliniken können Sie sich ambulant innerhalb von nur zehn Minuten unter örtlicher Betäubung spezielle Polyesterstäbchen in den Weichgaumen einsetzen lassen.

Die drei kleinen, etwa 18 mm langen Stäbe wirken wie ein „Miniaturkorsett” und stabilisieren das Gaumensegel. Ein nächtlicher Verschluss der Atemwege wird so verhindert.

Wissenschaftler der Universität von Cincinnatti (Ohio/USA) haben im Jahr 2008 die Wirksamkeit der Methode untersucht. 100 Patienten mit milder bis mittelschwerer Schlafapnoe wurde entweder ein Pillar-Implantat oder ein funktionsloses Scheinimplantat eingesetzt.

Das Ergebnis: Bei den Pillar-Patienten ging der Schlafapnoe-Index nach drei Monaten durchschnittlich um 26 Prozent zurück, in der Kontrollgruppe nur um 10 Prozent.

Nebenwirkungen der Stäbchen sind bislang nicht bekannt. Nur kurz nach dem Eingriff haben Sie das Gefühl einer leichten Mandelentzündung. Das Einsetzen kostet etwa 500 Euro und wird in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, jedoch teilweise von privaten Kassen.

Bei etwa jedem 20. Patienten verrutschen die Implantate jedoch im Laufe der Zeit, beispielsweise durch Kaubewegungen. Dann müssen die Stifte gezogen und erneut implantiert werden.

Die Kosten hierfür werden vom Hersteller übernommen. Langzeiterfahrungen (über acht Jahre) fehlen allerdings bis jetzt. Noch immer gilt bei Schlafapnoe die CPAP-Maske bei Ärzten und Krankenkassen als die beste Methode.

Wenn Sie allerdings Wert auf mehr Lebens- und Schlafqualität legen, sollten Sie Ihren Arzt einmal auf die neuen Verfahren ansprechen.

Blasinstrumente verringern Risiko für Schlafapnoe

Forscher haben herausgefunden, dass es Menschen gibt, die ein deutlich verringertes Risiko für diese Erkrankung haben. Das sind diejenigen, die ein Blasinstrument spielen.

Indische Wissenschaftler der Chettinad Health City haben nun eine Studie vorgestellt, bei der sie über 60 Menschen beobachtet hatten, die ein Blasinstrument spielten. Sie wurden mit 65 Teilnehmern verglichen, die kein solches Instrument spielten.

Zunächst zeigte sich, dass das Atemtraining durch das regelmäßige Musizieren keinen Einfluss auf die Lungentätigkeit hat. Dafür verringert es das Risiko für Schlafapnoe deutlich.

Gerade Menschen, die Risikofaktoren für diese Erkrankung aufweisen, zum Beispiel Übergewicht oder die Einnahme bestimmter Medikamente, profitieren hiervon.

Grund dafür kann sein, dass die Muskeln der oberen Atemwege durch das Musizieren trainiert werden.

Und da Schlafapnoe sehr häufig auf eine Erschlaffung der Gaumensegel-Muskeln zurückzuführen ist, sind Musiker hier eben im Vorteil.

Übrigens: eine Studie aus der Schweiz hat gezeigt, dass das Spielen eines Didgeridoos, eines australischen Blasinstruments, auch bestehende Schlafapnoe lindern kann, weil hier mit sehr hohem Druck gespielt wird und dadurch die betreffenden Muskeln sehr stark trainiert werden.

Abnehmen verbessert Schlafapnoe

Menschen mit Übergewicht, die an Atemstillständen in der Nacht (obstruktive Schlafapnoe) leiden, profitieren von einer Gewichtsreduktion.

Eine Studie der Universitätsklinik in Kuopio (Finnland) zeigt, dass schon wenige Kilogramm weniger auf der Waage reichen, Symptome wie Atemaussetzer, Schnarchen und Tagesschläfrigkeit zu verbessern.

Auch die Entstehung von Folgekrankheiten (z. B. Bluthochdruck, Diabetes Typ II, Herzinfarkt etc.) kann verhindert werden. Übergewicht erhöht das Risiko für eine obstruktive Schlafapnoe um das Zehnfache, so die Wissenschaftler.

Schätzungsweise 70 Prozent der Apnoe-Patienten sind übergewichtig bis adipös. So ist es naheliegend, als erste notwendige Therapie den Lebensstil zu ändern.

In der ersten Phase kann die Krankheit sogar noch durch Gewichtsreduktion geheilt werden. Bei schweren Fällen kann das Abnehmen zumindest eine Verschlimmerung der Beschwerden verhindern.

57 Personen mit Übergewicht und leichter Apnoe nahmen für die Studie über ein Jahr an einem Abnehmprogramm und Bewegungstraining inklusive einer Lebensstilberatung teil.

Die Auswertung nach fünf Jahren ergab, dass sich bei denjenigen, die mehr als 5 Prozent ihres Körpergewichts verloren hatten (im Durchschnitt waren es 5,5 Kilo), die Symptome deutlich verbessert hatten.

Bei den Teilnehmern, die ihr Abnehmziel nicht erreichten, hatten sich die Symptome der Schlaf-Apnoe im Schnitt weiter verschlimmert.

Nehmen Sie mehr als 5 Prozent Ihres Körpergewichtes ab, können Sie Ihre Schlafapnoe verbessern. Ein langfristig angelegtes Abnehmprogramm plus zwei bis drei Einheiten Sport pro Woche hilft Ihnen dabei.

Schrittmacher soll bei speziellen Schlafapnoe-Fällen helfen

Menschen, die an Schlafapnoe erkrankt sind, bekommen in der Regel eine so genannte Schlafmaske. Für Patienten, die mit einer Atemmaske nicht zurechtkommen, könnte es in Zukunft eine andere Lösung geben: Einen Schrittmacher.

Dieser ist nun auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt worden.

Dabei handelt es sich um ein kleines Gerät, das implantiert werden soll. Kommt es zu den Atemaussetzern, dann gibt dieser Schrittmacher elektrische Impulse ab, die den Zwerchfellnerv stimulieren. Dadurch wird die Atmung wieder aufgenommen.

Gedacht ist der Schrittmacher, der als Weltneuheit gilt, für Menschen, die unter einer mittleren bis schweren Schlafapnoe leiden.

Gleichzeitig soll bei ihnen der Fall sein, dass sie mit einer Atemmaske nicht zurechtkommen. Diese Behandlung soll nämlich weiterhin die erste Wahl bleiben.

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