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Heliotherapie: So hilft Sonnenlicht bei Hautkrankheiten und Winterdepression

Die Heliotherapie macht sich Sonnenlicht zunutze, das künstlich erzeugt werden kann. Es hilft bei verschiedenen Hautleiden, kurbelt den Vitamin D-Stoffwechsel an und kann außerdem bei saisonalen Depressionen für Besserung sorgen. (Foto: Jürgen Fälchle | Adobe Stock)

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Sonnenlicht macht nicht nur glücklich, sondern kann auch heilen. Sowohl Haut und Knochen als auch das Immunsystem sowie die Psyche können von Sonnenlicht profitieren, weshalb die Behandlung mit Sonnenlicht, auch Heliotherapie genannt, eine anerkannte Behandlungsmethode verschiedener Beschwerden ist.

Definition Heliotherapie: Wie funktioniert die Heilung mit Licht?

Bei der Heliotherapie wird die Kraft der Sonnenstrahlung – insbesondere von kurzwelliger UVB-Strahlung – eingesetzt, um Beschwerden zu lindern. Helios ist das griechische Wort für Sonne. Schon seit der Antike wird die Sonne als natürliches Heilmittel genutzt.

Heutzutage wird mit echtem Sonnenlicht unter freiem Himmel nur noch während einer Kur gearbeitet, zum Beispiel während einer Balneo- oder einer Klimatherapie. In der Regel kommen spezielle Lampen zur Anwendung, die die Strahlen der Sonne imitieren und einen ähnlichen Effekt haben.

Die physikalische Grundlage der Heliotherapie basiert auf dem Spektrum von ultravioletter, sichtbarer sowie infraroter Strahlung. Diese kann jedoch auch negative Effekte haben, schließlich können insbesondere die kurzwelligen UVB-Strahlen, aber auch die UVA-Strahlen, die Haut schädigen, Sonnenbrände verursachen und im schlimmsten Fall Hautkrebs auslösen. Umso wichtiger ist es daher, die Heliotherapie unter Anleitung durchzuführen.

Sonnenlicht hat eine umfassende Wirkung auf den Körper und Geist. © contrastwerkstatt | Adobe Stock

Wie ist die Wirkung der Heliotherapie?

UV-Strahlen sind nachgewiesenermaßen medizinisch wirksam, indem über die Einstrahlung auf der Haut Vitamin D im Körper gebildet wird, das der Körper nicht selbst produzieren kann. Es muss also über die Ernährung und/oder die Sonne aufgenommen werden.

Insbesondere im Winter, wenn die Sonneneinstrahlung in Mitteleuropa zu schwach ist, um die Vitamin D-Produktion anzukurbeln, steigt die Nachfrage nach Heliotherapien an. Schließlich kann sich ein Vitamin D-Mangel auf die Psyche auswirken und zu Winterdepressionen führen. Doch auch auf andere Körperbereiche hat Vitamin D einen positiven Einfluss:

  • Reduktion von Bluthochdruck
  • Positive Auswirkungen auf Herz-Kreislauf– sowie Gefäßerkrankungen
  • Stärkung des Immunsystems und der Infektabwehr
  • Antioxidativer Effekt zur Bekämpfung von freien Radikalen und Schadstoffen im Körper
  • Verbesserung der Knochenstabilität, verbesserter Knochenstoffwechsel
  • Positiver Einfluss auf Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2

Der Einfluss von Sonnenlicht reicht noch weiter:

  • Auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) können mit Sonnenlicht therapiert werden.
  • Juckreiz oder Entzündungen der Haut lassen sich ebenfalls mit Heliotherapie behandeln.
  • Außerdem wirkt die Strahlung gegen saisonale Depressionen und verbessert das allgemeine Wohlbefinden.

Früher wurde Tuberkulose mit Sonnenlicht behandelt, was die Symptome verbesserte. Heutzutage gibt es andere Medikamente gegen Tuberkulose sowie Impfungen, die dafür gesorgt haben, dass die Krankheit in Europa selten geworden ist.

Wie wird die Heliotherapie durchgeführt?

Bei der Heliotherapie ist der Patient unbekleidet oder in Badekleidung unter freiem Himmel in der Sonne. Dadurch kann über die Haut am gesamten Körper Sonnenlicht aufgenommen und Vitamin D gebildet werden.

Alternativ oder ergänzend zur Heliotherapie an der frischen Luft kann mit künstlicher Strahlung in Form einer sogenannten Höhensonne gearbeitet werden. Die Höhensonne ist eine spezielle Lampe, deren gasgefüllte Leuchtröhren sowohl sichtbares Licht, Infrarotstrahlen als auch UV-A, -B und -C-Strahlen erzeugen können. Der Vorteil der Strahlung aus der Lampe im Gegensatz zur Sonne unter freiem Himmel ist, dass bei der Lampe gesundheitsschädliche UV-Strahlen herausgefiltert werden können.

Die Therapie erfolgt, indem die Patienten unbekleidet in einer Kabine stehen, in der dann das entsprechende Licht erzeugt wird. Je nach Beschwerden, Diagnose und Ziel der Behandlung können entweder nur einzelne Körperteile oder der gesamte Körper bestrahlt werden. Eine Sitzung dauert maximal 20 Minuten, bei vielen Patienten werden die Zeiträume jedoch kürzer gewählt.

Die Heliotherapie erfolgt nicht nur in einer Kabine mit künstlichen UV-Strahlen. Oftmals wird die Therapie mit natürlichem Sonnenlicht durchgeführt. © LIGHTFIELD STUDIOS | Adobe Stock

Was müssen Sie bei der Heliotherapie beachten und welche Nebenwirkungen gibt es?

Vor dem Start der Heliotherapie sollte der Therapeut prüfen, wie viel UV-Strahlung die Haut des Patienten maximal verträgt und die Dosis daran anpassen. Je nach Hauttyp weicht die Verträglichkeit stark voneinander ab, weshalb eine exakte Dosierung wichtig ist.

Sonnenbrände zu vermeiden und die Gefahr für Hautkrebs so niedrig wie möglich zu halten, ist entscheidend. Daher sollte zwischen jeder Bestrahlung mindestens ein Tag Pause liegen und nach dem Abschluss einer Bestrahlungsserie mehrere Wochen oder sogar Monate unterbrochen werden, damit die Haut sich erholen kann.

Außerdem sollte während einer Bestrahlungsserie zusätzliches Sonnenlicht so gut es geht vermieden werden, da die Haut dadurch zusätzlich angegriffen wird. Zudem sollte die Haut stets gut gepflegt und eingecremt werden, um nicht auszutrocknen.

Während der Bestrahlung sollte eine UV-Schutzbrille getragen werden, um die Bindehaut vor Schäden zu schützen. Wenn eine Sonnenallergie auftritt, sollte die Behandlung unterbrochen und neu bewertet werden. Langzeitschäden wie Hautkrebs zu vermeiden, sollte nach dem Erreichen des eigentlichen Therapieziel oberstes Gebot sein. Auch eine frühzeitige Hautalterung kann die Folge einer Heliotherapie sein.

Wer kann eine Heliotherapie durchführen?

Für eine Heliotherapie gibt es keine Altersgrenze. Sowohl Kinder als auch Senioren können von der heilenden Kraft des Sonnenlichts profitieren, solange die persönliche maximale Verträglichkeit von UV-Strahlung berücksichtigt wird. Insbesondere Kinder sollten nur möglichst kurze Dosen und über kurze Bestrahlungsserien erhalten, da ihre Haut besonders empfindlich ist.

Wann sollten Sie auf eine Heliotherapie verzichten?

Bei akuten Infekten, Stoffwechselerkrankungen sowie Schockzuständen ist eine Heliotherapie nicht die richtige Behandlungsmethode. Auch bei krankhaft veränderten Muttermalen oder diagnostiziertem Hautkrebs ist die Heliotherapie nicht empfehlenswert.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Heliotherapie?

Wenn ein medizinischer Befund vorliegt und eine entsprechende Indikation gegeben ist, dann übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten für eine Heliotherapie – bis auf den gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteil.

Heliotherapie zu Hause: Ist das empfehlenswert?

Eine Höhensonne kann auch für den Heimgebrauch gekauft werden. Allerdings sollten Sie den Einsatz nur nach Rücksprache mit einem Arzt erwägen, schließlich bestehen auch hier Risiken durch die UV-Strahlung wie Sonnenbrände, Hautalterung oder im schlimmsten Fall Hautkrebs.

Die Kosten für die künstlichen Sonnenstrahlen für zu Hause können unter Umständen von der Krankenkasse getragen werden, falls die Höhensonne zum Beispiel zur Behandlung einer Winterdepression von einem Arzt verschrieben wird. Eine Höhensonne ist nicht dasselbe wie eine Infrarotlampe. Diese kommt mit einer anderen Strahlung daher und wird für andere Therapiezwecke eingesetzt.

Fazit: So sinnvoll ist die Heliotherapie

Heliotherapie hilft nicht nur bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, sondern auch bei saisonaler Depression sowie bei Vitamin D-Mangel. Bei der Heliotherapie wird die heilende Kraft des Sonnenlichts genutzt, in der Regel wird dieses künstlich erzeugt. Die Patienten werden ihrer Hautempfindlichkeit entsprechend mit dem Licht bestrahlt, das durch die UV-Strahlung äußerst wirksam ist. Allerdings gilt es vorsichtig zu sein und Sonnenbrände sowie Langzeitschäden wie Hautalterung und Hautkrebs zu vermeiden. Bei einer entsprechenden Diagnose übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Heliotherapie und bezahlt unter Umständen auch die Höhensonne für zuhause. Unter gewissen Umständen sollte auf Heliotherapie verzichtet werden, nämlich bei Stoffwechselerkrankungen oder akuten Infekten.

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