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Mit Licht heilen? Dank der Phototherapie ist das möglich

Die Phototherapie ist eine anerkannte Behandlungsmethode bei Schuppenflechte und Neurodermitis. Doch wie genau funktioniert die Lichttherapie? Von der Anwendung über die Wirkung bis hin zu den Risiken: Erfahren Sie hier das Wichtigste zur Phototherapie. (Foto: Yuliya Loginova | Adobe Stock)

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Licht hebt nicht nur die Stimmung, sondern kann auch eine positive Wirkung auf die Haut haben. Mit Licht zu therapieren ist daher eine anerkannte Methode aus der physikalischen Therapie und die Phototherapie kann sowohl Neugeborenen als auch Erwachsenen bei verschiedenen Leiden helfen.

Wie funktioniert die Phototherapie genau?

Wenn Hauterkrankungen mit einer Phototherapie behandelt werden, werden die betroffenen Körperstellen mit UVB-Licht oder langwelligem UVA1-Licht bestrahlt. Die Phototherapie (insbesondere mit UVA-Licht) wird häufig mit einer Tablettengabe oder Creme kombiniert (Psorale-UV-A-Therapie = PUVA), was die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht und die Wirkung der Strahlung erhöht. Auch die Kombination mit einem vorherigen Bad in Salzwasser kann erfolgreich sein.

Die Lichttherapie wird in der Regel in einer spezialisierten dermatologischen Praxis oder Klinik durchgeführt und der Patient trägt zum Schutz der Augen eine UV-Schutzbrille. Das Licht wird durch spezielle Leuchtröhren transportiert und kann für eine Teilbehandlung oder Ganzkörperbehandlung eingesetzt werden.

Wirkung der Phototherapie: Bei welchen Erkrankungen hilft Licht?

Eine Phototherapie kann bei vielen Hautkrankheiten hilfreich sein und als alleinige oder alternative Medizin eingesetzt werden:

Die Phototherapie trägt nicht nur dazu bei, dass Entzündungen, Schmerzen, Juckreiz oder Brennen gelindert werden, sondern, dass sich auch das optische Erscheinungsbild der Haut deutlich verbessert. Das hat für die Betroffenen auch einen psychischen Effekt, die unter Psoriasis oder Vitiligo häufig stark leiden und dazu neigen, ihre Haut weitestgehend zu bedecken.

Der Lichttherapie wurde eine umfassende Wirkung auf Körper und Psyche nachgewiesen. © lashkhidzetim | Adobe Stock

Forscher gehen aktuell davon aus, dass der Wirkmechanismus des Lichts folgender ist:

  • Regulation des Immunsystems
  • Beeinflussung des Kollagenstoffwechsels
  • Entfernen infizierter, beschädigter oder kranker Zellen (Apoptose)

Was müssen Sie vor einer Lichttherapie beachten?

Um die Therapie so schonend wie möglich zu gestalten, wird vor dem Beginn einer Phototherapie in der Regel ein sogenannter MPD-Test durchgeführt, bei dem die UV-Empfindlichkeit der Haut bestimmt wird. So lässt sich individuell feststellen, welche Strahlendosis für welchen Hauttyp geeignet ist.

Welche Nebenwirkungen hat die Phototherapie?

Die Therapie mit UV-Licht birgt wie auch die natürliche Sonneneinstrahlung Risiken, auch wenn das UV-Licht künstlich erzeugt wurde. Mögliche Folgen sind:

  • Sonnenbrand
  • Trockenheit der Haut
  • Lippenherpes (bei Menschen, die zu Herpes neigen)
  • Vorübergehende rote Hautflecken
  • Entzündungen der Haarwurzeln

Insbesondere bei der oralen PUVA, also der Kombination aus UV-Licht und Medikamenten, die die Haut lichtempfindlicher machen, steigt das Hautkrebsrisiko an. Mediziner empfehlen, nicht mehr als 150 einzelne PUVA-Behandlungen durchführen zu lassen. Zudem sollen am Tag der Therapie natürliches Sonnenlicht sowie Solarien gemieden werden, denn beides kann die Haut nicht nur langanhaltend schädigen, sondern auch zu schweren Verbrennungen führen.

Pflegen und cremen Sie Ihre Haut außerdem nach jeder Sitzung, um sie feucht zu halten und sie zu beruhigen. Ihr Hautarzt kann Sie zu einer passenden Hautpflege beraten.

Wie lange dauert eine Phototherapie?

Für eine Phototherapie brauchen Sie Geduld. Mindestens 15 bis 20 Termine sind in der Regel nötig, um eine Verbesserung der Krankheit beziehungsweise der Symptome zu erzielen.

Bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis müssen Sie bei zwei bis drei Behandlungen pro Woche rechnen, die jeweils nur 1 bis 3 Minuten dauern. Bis eine sichtbare Besserung eintritt, dauert es in der Regel mindestens drei bis vier Wochen.

Die Phototherapie übt nicht nur einen positiven Einfluss auf den Körper aus. Auch der Geist und die Psyche profitieren von der Lichttherapie. © Nomad_Soul | Adobe Stock

Welchen Effekt hat Phototherapie auf die Psyche?

Nicht nur bei Hautkrankheiten hilft die Phototherapie, sondern auch bei psychischen Erkrankungen. Dazu zählen:

Bei diesen Krankheiten ist es jedoch die Helligkeit, die den Patienten hilft und nicht die UV-Strahlung. In die entsprechenden Lampen, auch Tageslichtlampen genannt, ist daher ein UV-Filter eingebaut, der die Haut vor Schäden durch die UV-Strahlung schützen soll. Diese Lampen können auch für zuhause angeschafft und in Eigenregie angewendet werden. Während normale Glühbirnen mit einer Intensität von 300 bis 800 Lux strahlen, sind es bei Tageslichtlampen 10.000 Lux, wodurch die Intensität von Sonnenlicht imitiert wird – nur eben ohne die schädliche UV-Strahlung.

Licht wird über den Sehnerv aufgenommen, was zu einer erhöhten Ausschüttung von Serotonin führt, das als Wach- und Glückshormon bekannt ist. Es entspannt, lindert Schmerzen und hat einen entspannenden Effekt. Serotoninmangel kann zur Entstehung psychischer Krankheiten beitragen, weshalb Tageslichtlampen deshalb ein einfaches Mittel sein können, um dagegen zu steuern.

Achtung: Bevor Sie mit einer Lichttherapie beginnen, sollten Sie Ihre Augen von einem Augenarzt untersuchen lassen, um sicherzugehen, dass Sie keine Augenerkrankungen haben, auf die sich die Strahlen negativ auswirken.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Phototherapie?

Wenn eine entzündliche Erkrankung der Haut vorliegt, werden die Kosten für eine Phototherapie von der Krankenkasse übernommen. Dafür müssen eine konkrete Diagnose sowie eine Überweisung von einem Arzt vorliegen.

Es empfiehlt sich aber mit der Krankenkasse nochmal Rücksprache zu halten, um sicherzugehen, dass die Kosten bis auf den üblichen Eigenanteil von 10 Euro pro Verordnung und 10 Prozent der Behandlungskosten auch wirklich von der Versicherung bezahlt werden. Die Kosten für eine Tageslichtlampe werden in der Regel ebenfalls nur dann übernommen, wenn eine entsprechende Diagnose über Depressionen oder Winterdepressionen vorliegt. Zudem muss die Tageslichtlampe CE-zertifiziert sein und einen Mindest-LUX-Wert haben, der ebenfalls mit der Kasse abgeklärt werden sollte.

Phototherapie bei Neugeborenen: Wann kommt sie zum Einsatz?

In der Kinderheilkunde kommt die Phototherapie häufig zum Einsatz, wenn Neugeborene unter Gelbsucht (Ikterus bzw. Neugeborenengelbsucht) leiden. Das meint eine Gelbfärbung der Haut, Augen, Schleimhäute und Organe, die von einer erhöhten Konzentration des Bilirubins (Gallenfarbstoff, der durch den Abbau des Blutfarbstoffs Hämoglobin entsteht) im Körper rührt, das über die noch unreife Leber des Neugeborenen nicht vollständig abgebaut werden kann.

Werden bestimmte Grenzwerte überschritten, können Neugeborene mittels Licht mit Wellenlängen im blauen Bereich behandelt werden, die das Bilirubin in der Haut umwandeln, sodass die Neugeborenen es mit dem Urin ausscheiden können und es nicht über die Leber geht. Diese Behandlung ist deshalb so wichtig, da eine zu hohe Bilirubin-Konzentration zu Schäden am Gehirn führen kann.

Bei leichten Fällen von Gelbsucht bzw. Neugeborenengelbsucht wird die Behandlungsmethode mit Blaulicht vier bis fünf Mal pro Tag eingesetzt, bei schweren Fällen erfolgt die Bestrahlung durchgehend. In der Regel bessern sich die Werte der Babys schon nach vier bis sechs Behandlungsstunden.

Fazit: Eine Phototherapie hilft sowohl Neugeborenen als auch Erwachsenen

Wenn Neugeborene zu viel Bilirubin im Körper haben, da ihre Leber noch nicht richtig arbeitet, hilft eine Therapie mit blauem Licht, das Bilirubin umzuwandeln. Erwachsene können eine Licht- beziehungsweise Phototherapie bei verschiedenen Erkrankungen der Haut durchführen, darunter Neurodermitis, Schuppenflechte und Ekzeme. Bei der Phototherapie, insbesondere bei paralleler Medikamenteneinnahme, die die Haut lichtempfindlicher macht, muss einiges beachtet werden, um Hautschäden zu vermeiden. Auch bei Depressionen und Schlafstörungen kann eine Lichttherapie mit einer Tageslichtlampe helfen. Bei Vorliegen einer Diagnose wird die Phototherapie von der Krankenkasse bezahlt.

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