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Balneotherapie: So helfen Ihnen die therapeutischen Heilbäder

Die Balneotherapie umfasst verschiedene Bäder, Inhalationen sowie Trinkkuren. Doch welche Wirkung haben diese Behandlungsformen auf den Körper? Und gegen welche Beschwerden kann die Balneotherapie eingesetzt werden? (Foto: Kzenon | Adobe Stock)

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Trinken, inhalieren und in erster Linie baden – das sind die drei Bestandteile der Balneotherapie, die eine große Wirkung haben kann. Balneotherapie wird auch Bädertherapie genannt (balneo = griechisch für Bad), und setzt das heilende Wasser in den Fokus.

Dabei geht es nicht nur darum, in gewöhnlichem Wasser zu baden, sondern dieses mit Zusätzen wie Schwefel, Moor- und Schlamm sowie Koch- und Meersalz anzureichern. Das ist gut für die Haut und hat eine therapeutische Wirkung auf Körper und Geist. Ergänzend dazu kommen in der Balneotherapie:

  • Trinkkuren mit Heilwasser
  • sowie Inhalationen.

So werden die wertvollen Stoffe sowohl über die Haut als auch über den Magen sowie über die Schleimhäute aufgenommen und die Balneotherapie kann ihrem Namen alle Ehre machen: Die Heilung durch Bäder.

Balneotherapie: Wie wirkt sie genau?

Balneotherapie hat verschiedene Effekte auf den Körper:

  • Sie reduziert Stress.
  • Die Muskeln entspannen sich.
  • Schmerzen werden gelindert.
  • Die Durchblutung wird gefördert.
  • Das Immunsystem wird gestärkt.
  • Entzündungen werden gelindert.
  • Die Verdauung wird angeregt.
  • Der Kreislauf wird angeregt, ohne dass der Blutdruck steigt.
  • Das Hautbild verbessert sich.
  • Das Wohlbefinden wird gesteigert.

Alle Inhaltsstoffe mit denen gearbeitet wird, sind ausschließlich natürlich. Dadurch ist die Balneotherapie gut verträglich.

Welche Arten von Bädern gibt es in der Balneotherapie?

Es gibt verschiedene Arten von Bädern, die Sie auf Anraten eines Mediziners oder Physiotherapeuten durchführen können. Der Temperaturbereich des Wassers liegt zwischen 29 und 38 °C. Die heilende Wirkung der Bäder kommt sowohl von der Wärme als auch durch die heilenden Zusätze.

Die Balneotherapie umfasst verschiedene Bäderarten. © rh2010 | Adobe Stock

Unterschieden wird zwischen Vollbädern, Sitzbädern, sowie Teilbädern. Außerdem gibt es Inhalationsbäder, bei denen der heiße Dampf eine zusätzliche Wirkung entfaltet.

Einen Teil dieser Bäder können Sie auch zuhause auf eigene Faust machen. Unter anderem gibt es diese Bad-Varianten:

  • Solebäder: Dabei wird in Heilwasser mit einem hohen Salzanteil von bis zu 3,5 % gebadet.
  • Schwefelbäder: Dabei ist das Bad mit Schwefel versetzt, was zwar unangenehm riecht, aber eine positive Wirkung hat.
  • Moorbäder: Sehr heißes Wasser mit Moor angereichert.
  • Ölbäder: Dabei wird ein zur Krankheit passendes Heilöl in das Wasser gegeben.
  • Bewegungsbäder: Diese können zum Beispiel in Wasserparcours durchgeführt werden oder in großen Becken, in denen es beispielsweise einen Gegenstromkanal gibt oder anderer Körpereinsatz nötig ist.
  • Wechselbäder: Immer abwechselnd in kaltes und heißes Wasser eintauchen.

Bei welchen Krankheitsbildern macht eine Balneotherapie Sinn?

Die Balneotherapie wird häufig als Rehabilitationsmaßnahme eingesetzt, zum Beispiel nach einem Unfall oder einer Erkrankung. Doch auch bei akuten oder chronischen Beschwerden kann sie auf schonende Weise und mit verschiedenen Arten von Behandlungen effektiv helfen:

  • Hautkrankheiten wie Psoriasis, Akne, Ekzeme sowie Neurodermitis (Schwefelbäder, Ölbäder oder Solebäder).
  • Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck sowie arterieller Verschlusskrankheit (Kohlensäurebäder).
  • Chronisches Rheuma (Moorbäder, Schlammbäder und Solebäder).
  • Schmerzen oder Verletzungen am Bewegungsapparat (Moor- und Schlammbäder).
  • Menstruationsschmerzen oder Wechseljahrbeschwerden sowie andere Frauenleiden (Moorbäder, Schlammbäder und Solebäder).
  • Arthrose und Osteoporose (Bewegungsbad).
  • Verdauungsbeschwerden, Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sowie Blase, Harnleiter und Nieren (Moorbäder und Schlammbäder).

Welche Vorteile hat die Balneotherapie noch?

Die therapeutische Wirkung der Balneotherapie reicht noch weiter:

  • Entlastung der Gelenke: Durch den Auftrieb durch das Wasser, werden Muskeln und Gelenke entlastet. Insbesondere für Patienten, die Einschränkungen in ihrer Bewegungsfreiheit aufgrund ihres Körpergewichts oder aufgrund von Schmerzen haben, ist die Balneotherapie gut geeignet.
  • Entspannende Wärme: Die Wärme entspannt zusätzlich, wirkt sich positiv auf die Psyche aus und regt darüber hinaus den Stoffwechsel an.
Die Balneotherapie hat unterschiedlichste Wirkungen – und zwar auf den Körper und den Geist. © Alena Ozerova | Adobe Stock

Balneotherapie während eines Kuraufenthaltes?

Durch die Ergänzung des Badens mit dem Trinken von Heilwasser sowie der Inhalation, können Sie Ihren Organismus auf verschiedene Weise mit den heilenden Substanzen in Kontakt bringen. Lassen Sie sich von einem Arzt oder Physiotherapeuten beraten, wie Sie die verschiedenen Elemente der Balneotherapie kombinieren und richtig anwenden können.

Üblicherweise wird Patienten mit besonders schwerem oder chronischem Leiden eine Kur verschrieben, bei der tägliche Balneotherapie-Anwendungen vorgesehen sind. Diese dauern in der Regel drei Wochen und können in verschiedenen Kureinrichtungen in Deutschland durchgeführt werden.

Auch ambulante Balneotherapie ist zum Beispiel in Rehabilitationseinrichtungen möglich. Die Kosten der Therapie werden von der Krankenkasse übernommen, sofern diese medizinisch angeraten ist und von einem Arzt verschrieben wurde.

Hat die Balneotherapie Nebenwirkungen?

Bei einer Balneotherapie kann es in seltenen Fällen zu Hautreaktionen durch die Stoffe im Wasser kommen, wie zum Beispiel Ausschlag. Bei offenen Wunden sollten Sie auf Solebäder oder Moorbäder verzichten und das pure Heilwasser vorziehen. Auch kann ein heißes Bad den Blutdruck in die Höhe treiben, weshalb Herzpatienten diese nur nach Rücksprache mit einem Arzt nehmen sollten.

Weitere Risiken bei der Balneotherapie sind Unfälle, zum Beispiel durch Ausrutschen im feuchten Badebereich. Alle diese Nebenwirkungen sind aber selten und in der Regel nichts, was Sie von einer Balneotherapie abhalten sollte.

Welchen Hintergrund hat die Balneotherapie?

Schon in der Antike wurden warme oder kalte Wasseranwendung zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Der Begründer der wissenschaftlichen Balneologie, also der Bäderheilkunde, ist der Mediziner Emil Osann.

Die Balneotherapie soll verschiedene Reize des Körpers stimulieren und seine Selbstheilungskräfte anregen. Dies funktioniert über diese fünf Komponenten:

  • Hydrotherapie, also Therapie durch Wasseranwendungen
  • Bewegungstherapie
  • Phytotherapie, also Therapie durch Heilpflanzen
  • Ernährung
  • Ordnungstherapie

Die Balneotherapie kann auch mit anderen Therapieformen wie zum Beispiel dem Stangerbad aus der Elektro-Hydro-Therapie oder der Phototherapie kombiniert werden. So kann beispielweise die Kombination aus Licht und entsprechenden Bädern ein wirksames Mittel gegen Neurodermitis oder Schuppenflechte sein.

Die Balneotherapie kann auch von Zuhause durchgeführt werden. Dafür ist lediglich ein Badezusatz wie zum Beispiel Meersalz erforderlich. © Anna Om | Adobe Stock

Balneotherapie zuhause – geht das?

Grundsätzlich können Sie die Balneotherapie auch zuhause durchführen. Kaufen Sie sich Meersalz, Öle oder andere Zusätze wie Moor für Ihre Badewanne und genießen Sie ein wohltuendes Entspannungsbad in der heimischen Badewanne. Auch Inhalieren oder das Trinken von Heilwasser ist zuhause möglich, ebenso das Anwenden von Schlammpackungen.

Allerdings ersetzt diese Form der Balneotherapie zuhause nicht den Effekt eines Aufenthaltes in einem Kurort, in dem das Heilwasser direkt aus den Heilquellen kommt und wo Sie unter professioneller Anleitung durch die Balneotherapie geführt werden.

Fazit: So heilsam ist die Balneotherapie

Bei der Balneotherapie geht es um Baden in Heilwasser, das mit Salzen, Moor, Schlamm oder Schwefel versetzt ist. Zudem können noch Trinkkuren oder Inhalationen durchgeführt werden. Bei verschiedenen Erkrankungen wie Rheuma, Arthrose, Schuppenflechte, Neurodermitis, Schmerzen oder Entzündungen kann das heiße Heilwasser die Beschwerden lindern.

Balneotherapie kann als ambulante oder stationäre Kur durchgeführt werden – Sie können aber auch zuhause Ihr Badewasser mit den heilenden Zusätzen versehen. Nebenwirkungen gibt es praktisch keine, weshalb die Balneotherapie gerade nach Unfällen oder Erkrankungen sowie zur Behandlung chronischer Leiden vorwiegend positive Effekte hat.

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