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Arthritis - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Informationen über Arthritis

Definition: Autoimmune Abnutzung der Gelenk-Knorpel

Formen: zahlreiche Formen, besonders bekannt: Rheuma

Ursachen: Entzündung & Zerstörung der Knorpel

Symptome: Schmerzende Gelenke, Rötung, Fieber, Gelenkergüsse

Behandlung: Medikamentös, durch Bewegung und Ernährungsumstellung

Bei fast allen Tätigkeiten, die uns im Alltag begegnen, sind wir auf unsere Hände angewiesen. Wie wichtig die Hände und Finger sind, merken wir häufig erst, wenn etwas mit ihnen nicht stimmt. Wer an Arthritis leidet, einer Krankheit, die sich vor allem in den Fingergelenken und im Handgelenk abspielt, für den sind einfache Handgriffe – etwa beim Anziehen oder beim Schneiden mit einem Messer – schmerzvoll und schwierig. Tägliche Aufgaben werden so immer mehr zu einer schmerzhaften Last.

Arthritis Definition: Was ist die Gelenkentzündung?

Bei Abnutzungs-Erkrankungen wie Osteoarthritis dünnt der Gelenk-Knorpel aus, sodass sich die Knochenenden berühren und aneinander zu reiben beginnen. Die Folge dieser Abnutzungs-Erkrankung stellt beispielsweise die Rheumatoide Arthritis dar. Dies bezeichnet eine Autoimmunerkrankung, die die Gelenk-Gewebe beeinträchtigt oder sogar das ganze Gelenk zerstört.

Obwohl man häufig über Arthritis als einheitliches Krankheitsbild spricht, sieht die Wirklichkeit anders aus: Arthritis tritt in mehr als 100 verschiedenen Formen auf.

Wie ist ein Gelenk aufgebaut?

Um die verschiedenen Ausprägungen der Arthritis zu verstehen, hilft die Kenntnis der Gelenk-Bestandteile. Gelenke befinden sich überall dort, wo zwei oder mehr Knochen aufeinandertreffen, um eine bewegliche Struktur zu bilden. Als Beispiele dienen Grundgelenke der Finger, Ellenbogen, Hüftgelenke und Knie

Zu den wichtigen Teilen der Gelenke gehören:

  • Knorpel: Die Knochenenden im Gelenk sind mit Stoß dämpfendem Knorpel überzogen. Dieses Material ist zäh, glatt sowie gleitfähig und verhindert den direkten Kontakt der Knochen.
  • Synovialmembran (Gelenkhaut): Die Synovialmembran umschließt und versorgt das Gelenk. Sie sondert die Gelenk-Schmiere ab und erhält die Gleitfähigkeit.
  • Gelenkkapsel: Dieses zähe, faserige Bindegewebe verbindet die Knochen auf der Außenseite eines Gelenkes und stabilisiert die Knochenverbindung.
  • Ligamente (Bänder): Dies sind kurze Stränge aus einer starken Faser, die außen am Knochen ansetzen und dem Gelenk zusätzlichen Halt geben. Sie leisten auch die richtige Ausrichtung der Knochen.
Arthritis

Formen von Arthritis erklärt

Arthritis ist relativ häufig. Die Krankheit beginnt typischerweise im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, vorzugsweise bei Frauen, aber auch junge Menschen vor dem 40. Geburtstag sowie Kinder können davon betroffen sein. Die entzündliche Gelenk-Erkrankung wird in zwei verschiedene Formen unterteilt.

Die beiden entzündlichen Formen der Gelenkentzündung:

  1. Die eitrige, bakterielle Arthritis, charakterisiert durch ins Gelenk eingedrungene Bakterien
  2. Die nichtbakterielle Arthritis, beispielsweise als eine Begleiterscheinung rheumatischer Erkrankungen

Bei Arthritis wird ebenfalls unterschieden:

  • Postinfektiöse Arthritis
  • Stoffwechselbedingte Arthritis, die in Verbindungen mit Stoffwechsel-Erkrankungen auftritt

Was ist der Unterschied zwischen Rheuma und Arthritis?

Rheumatoide Arthritis ist Rheuma. Zwischen beiden Begriffen besteht kein Unterschied. Rheuma ist altgriechisch und bedeutet „Fluss, Strömung”. Dies hängt mit dem fließenden Charakter der Schmerzen zusammen, die von der Krankheit ausgelöst werden. Im 16. Und 17. Jahrhundert glaubte man entsprechend der Körpersäfte-Theorie, dass Rheuma durch vom Gehirn herabfließenden Schleim ausgelöst würde. Krankheiten des rheumatischen Formenkreises, wie Rheuma auch genannt wird, können sehr unterschiedliche Krankheitsbilder beinhalten, darunter die rheumatische Arthritis, aber auch Spondylarthritiden, Kollagenosen, Vaskulitiden und auch die Fibromyalgie.

Was ist der Unterschied zwischen Arthritis und Arthrose?

Haben Sie’s gewusst?
Die Begriffe Arthrose und Arthritis werden im allgemeinen Sprachgebrauch gerne einmal durcheinandergeworfen. Dabei handelt es aber sich um zwei verschiedene Erkrankungen.

Unter einer Arthrose versteht man eine Gelenk-Erkrankung. Sie entsteht aufgrund eines Verschleißes an den Gelenkflächen. Verursacht wird dieser wiederum durch Knorpelschäden. Diese können des Weiteren zu einer Entzündung der Gelenk-Innenschleimhaut führen.

Kommt es schließlich zu einer solchen Entzündung der Gelenk-Innenschleimhaut, ohne dass vorher ein Verschleiß an den Gelenken entstanden ist, spricht man wiederum von einer Arthritis. Diese kann sogar dazu führen, dass schlimmstenfalls das komplette Gelenk zerstört wird.

Das bedeutet, dass sich eine beginnende Arthrose in ihrem entzündlichen Stadium durch eine Arthritis äußern kann.

Unterschied Arthritis vs Arthrose

Arthritis Symptome: Was sind Beschwerden bei Arthritis?

Arthritis geht mit Schmerzen, Schwellungen und einer spürbaren Wärme-Entwicklung im betroffenen Gelenk einher. Zu den bekanntesten und häufigsten Formen zählen die Osteoarthritis und die rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis genannt.

Beschwerden der rheumatoiden Arthritis

Ein Kennzeichen der rheumatoiden Arthritis ist, dass sie auf beiden Seiten des Körpers mehrere Gelenke befällt – sozusagen spiegelbildlich.

Die hauptsächlichen Symptome dieser Gelenk-Erkrankung sind:

  • Sehr starke Schmerzen, ausgelöst durch eine Entzündung im betroffenen Gelenk
  • Eine Rötung des Gelenks
  • Möglicherweise auch hohes Fieber
  • Ein weiteres typisches Merkmal ist das Auftreten eines Gelenk-Ergusses, einer Vermehrung von gelenkuntypischen Flüssigkeiten im Gelenk (z. B. Blut oder Eiter)

Das primäre Symptom der Arthritis sind sicherlich die starken Schmerzen, Schwellungen und die charakteristische Morgensteifigkeit.

Die Beschwerden treten häufig schubweise auf. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann der Entzündungs-Prozess den Knorpel schädigen. Dies kann zu chronischen Schmerzen und einer Verschlechterung der Beweglichkeit bis hin zu einer völligen Versteifung des betroffenen Gelenks führen. Kinder reagieren oft mit Spielunlust und versuchen, das betroffene Gelenk nicht mehr zu belasten oder zu bewegen.

Schreitet die Krankheit dann weiter fort, können neben den Hand-, Knie- und Fußgelenken auch zahlreiche weitere Gelenke und mitunter sogar innere Organe befallen sein.

Darüber hinaus fallen die Symptome sehr unterschiedlich aus. Während die einen Patienten über Schmerzen, Steifigkeit, Rötung und Schwellung an den Finger-, Hand- und Knöchelgelenken klagen, haben andere möglicherweise ausschließlich Knieschmerzen. Gleichzeitig kann es auch sein, dass die Schmerzen nur nach einer Belastung oder aber ständig in Schüben auftreten.

Arthritis Ursachen: Was sind die Auslöser für rheumatoide Arthritis?

Um die Ursachen von Arthritis genauer zu benennen, müssen verschiedene Aspekte betrachtet werden. Forscher verschiedener Länder haben in gemeinsamen Untersuchungen zeigen können, dass hierfür bestimmte Zellen des Bindegewebes verantwortlich sind.

So werden bei einer rheumatoiden Arthritis sogenannte synoviale Fibroblasten aktiv. Sie setzen Botenstoffe frei, die die rheumatische Entzündung fördern. Nach und nach wird dadurch der Knorpel zerstört.

Das bedeutet, das Immunsystem eines von Arthritis Betroffenen greift gesunde Körperzellen der Gelenke an und setzt entzündliche Prozesse in Gang. Entsprechend handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, nach dem griechischen Begriff „autos” = selbst.

In den meisten Fällen sind es hauptsächlich Abnutzungserscheinungen, die eine Arthritis begünstigen. Forscher entdeckten kürzlich allerdings ein Gen, das mit Arthritis verbunden ist und in Familien vorkommt. Wer arthritische Finger besitzt, hat sicherlich in der Familie weitere Fälle von Arthritis. Ob jedoch ein kausaler Zusammenhang besteht, müssen weitere Studien zeigen.

Behandlung Arthritis

Arthritis Behandlung: Wie wird die Gelenkentzündung behandelt?

Arthritis lässt sich zwar nicht komplett stoppen, kann dafür aber mit Hilfe von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert werden. Auch Knorpelrückbildungen sind dadurch möglich. Zum einen helfen Medikamente, zum anderen aber auch eine stetige Bewegung und Umstellung der Ernährung.

Therapie bei rheumatoider Arthritis

Bei einer eitrigen oder rheumatoiden Arthritis wird in der Regel eine chirurgische Intervention unternommen, die meist eine Gelenk-Öffnung oder eine Gelenk-Spiegelung umfasst. Gegenstand dieser Behandlung ist die Entfernung der entzündeten Gelenkhaut. Dies lindert Schmerzen und Schwellungen. In manchen Fällen kann die Entzündung nach der Operation jedoch erneut auftreten.

Eine Wiederherstellung der Ligamente im frühen Stadium der Erkrankung kann sich dennoch als hilfreich erweisen. Wenn die Oberflächen eines Gelenks schwerwiegend geschädigt sind, wird das betroffene Gelenk entweder durch ein künstliches Implantat ersetzt oder der Chirurg entfernt das kranke Gelenk und ersetzt es durch ein Sehnenstück.

Exkurs: Neue operative Verfahren gegen Arthritis im Daumen

Ein neues Verfahren für das Ersetzen des Daumengelenks befindet sich derzeit noch in der Erprobungsphase. Dabei werden eine metallene und eine Plastikprothese in das Gelenk implantiert, um normale Beweglichkeit und größere Stabilität zu gewährleisten.

Andererseits bedeuten Probleme mit Fingerfertigkeit und Versteifung nicht zwangsläufig eine Operation. Der Schlüssel zur Bewältigung von Arthritis im Daumen liegt im Vermeiden von Überstrapazierungen.

Gleichzeitig sollte das Gelenk beweglich gehalten werden. Tägliche kreisförmige Bewegungen und Biegungen helfen, die Schmerzen zu reduzieren. Die Schmerzgrenze darf dabei allerdings nicht überschritten werden.

Medikamente gegen Arthritis: Diese Präparate helfen bei der Gelenkentzündung

Bei jeder Form der Arthritis wird eine medikamentöse Behandlung vorgenommen, die aus dem Verabreichen von Schmerzmitteln, Entzündungs-Hemmern und teils Chemotherapeutika besteht. Diese können nicht nur Schmerzen und Entzündungen im Zusammenhang mit einer Arthritis lindern, sondern auch Gelenk-Funktionen verbessern und die langsame Gelenk-Deformation verzögern.

Typische Medikamente zur Behandlung der Osteoarthritis beinhalten Schmerzmittel:

  • Paracetamol
  • Nichtsteroidale Antirheumatika
  • COX-2-Inhibitoren

Dieselben Schmerzmittel setzt man bei der rheumatoiden Arthritis ein, aber man ergänzt sie durch weitere Medikamente. Bei der rheumatoiden Arthritis kommen orale Kortikosteroide und Antirheumatika zum Einsatz.

Typische Medikamente zur Behandlung von rheumatoider Arthritis:

  • Hydroxychloroquin (Plaquenil®)
  • Methotrexat (Rheumatrex®)
  • Leflunomid (Arava®)

Das Arthritis-Medikament TNF

Darüber hinaus erhielten in den letzten Jahren wirksame Medikamente für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis eine Zulassung. Dazu gehören Inhibitoren des Tumor-Nekrose-Faktors (TNF) und Antagonisten des Interleukin-1-Rezeptors. Beide Wirkstoff-Klassen reduzieren die Immun-Antwort, die für Entzündung und Zerstörung der Gelenke verantwortlich ist.

Warnung:
Die Wirkstoffe verursachen unter Umständen Nebenwirkungen. Stimmen Sie sich mit Ihrem Arzt darüber ab, welche Medikamente sich für Sie eignen.

Prostaglandine zur Arthritis Behandlung

Die COX-2-Hemmer wirken wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), aber schneller und großenteils ohne deren Nebenwirkungen. Der Effekt der NSAR wie Acetylsalicylsäure besteht darin, dass sie die Bildung von Prostaglandinen hemmen.

Von diesen Gewebs-Hormonen gibt es mehrere Formen: Einige lösen Schmerzen und Schwellungen aus, die wie bei einer Arthritis mit akuten Entzündungen gekoppelt sind. Andere Prostaglandine schützen den Magen vor Übersäuerung – und damit vor Geschwüren. Wieder andere schützen vor Arteriosklerose oder Blutungen.

Die Wirkung der NSAR läuft über ein Enzym, das sich an der Entstehung von Prostaglandinen beteiligt: das Enzym Cyclooxygenase (COX). Wird dieses Enzym COX gehemmt, reduzieren sich die Prostaglandine und damit Schmerzen und Entzündung. Gleichzeitig treten eventuell Magenprobleme auf. Neuere COX-Hemmer oder nicht-NSAR wie Tramadol (Tramal®) sind jedoch deutlich magenfreundlicher.

Weitere Medikamente gegen Arthritis

  • Etanercept ist ein neues Medikament gegen rheumatoide Arthritis. Es hilft, die Symptome zu reduzieren. Es ist das erste Arthritis-Medikament einer neuen Klasse von Substanzen, die das Immunsystem des Körpers beeinflussen. Es wird zweimal pro Woche injiziert.
  • Leflunomid, ein weiteres neues Medikament, wird hingegen als Tablette verabreicht. Ähnlich dem Etanercept lindert es Schmerzen und reduziert die Schädigung der Gelenke

Sowohl Etanercept als auch Leflunomid sind bedeutende Behandlungsmöglichkeiten, die bei einer rheumatoiden Arthritis eingesetzt werden können. Sie eignen sich besonders für Personen, die auf bisherige Therapien nicht ansprechen. Mögliche, unerwünschte Langzeit-Wirkungen müssen allerdings noch erforscht werden.

Ein weiteres Medikament, dessen möglicher Einsatz bei rheumatoider Arthritis erforscht wird, ist Infliximab. Der neue Wirkstoff Golimumab soll den Krankheitsverlauf von rheumatoider Arthritis laut Studien-Ergebnissen sogar komplett stoppen können.

Natürliche Hausmittel gegen Arthritis

Chronische Entzündungen sind ein großer Feind des Körpers: Was als kleine Entzündung beginnt, kann auf Dauer zu gefährlichen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs führen. Dabei können sie Entzündungsvorgänge im Körper verringern. Das funktioniert sogar mit Pflanzen und Gewürzen.

Entzündungen, welche die Krankheitsgefahr vergrößern, werden heutzutage ganz einfach bekämpft. Der Arzt zückt den Rezeptblock und verschreibt schnell ein entzündungshemmendes Medikament. Die bekanntesten sind sicherlich Cortison und COX-2-Hemmer. Leider haben sie einen gravierenden Nachteil: Sie bringen starke Nebenwirkungen mit sich.

Entzündungs­hemmer aus der Natur zur Arthritis Behandlung

Dabei geht es auch ohne diese Nebenwirkungen der chemischen Medikamente, denn die Natur hat eigene Entzündungshemmer hervorgebracht. Diese helfen wirkungsvoll und können sogar vorbeugend verwendet werden. Zum Teil eignen sie sich zudem als leckeres Gewürz und geben Speisen einen ganz neuen, interessanten Geschmack.

So schützt Ingwer vor Übelkeit und Entzündungen

Sowohl frischer Ingwer als auch Ingwerkapseln enthalten Stoffe, die Entzündungen verhindern. Zudem sorgt die Kombination verschiedener Ingwerinhaltsstoffe, darunter der zähflüssige Ingwer-Balsam, Gingerole sowie ätherische Öle dafür, dass Ingwer eine antiemetische Wirkung hat. Das bedeutet, dass er gegen Übelkeit wirkt. Auch Schmerzen und Schwellungen an den Gelenken gehen durch dieses Extrakt deutlich zurück.

Wenn Sie Arthrose– oder Arthritisschmerzen vorbeugen wollen, können Sie zu frischem Ingwer greifen. Trinken Sie jeden Tag eine Tasse Ingwertee oder nutzen Sie frischen Ingwer als Würzmittel für Ihr Essen. In Akutfällen sollten Sie zu Ingwerkapseln greifen. Diese erhalten Sie in der Apotheke, 90 Stück kosten rund 30 Euro.

Hagebutte lindert Rheumabeschwerden

Auch Hagebutten-Extrakt kann Arthritis reduzieren. Aber nicht jede Hagebutte ist geeignet: Das Extrakt stammt von der Rosa canina, die auch als Hecken- oder Hundsrose bekannt ist. Es enthält die beiden Wirkstoffe Mono- und Diglycerin, welche die Fähigkeit besitzen, Entzündungen zu hemmen.

Sie können die Präparate in der Apotheke kaufen, aber auch in Reformhäusern sind sie erhältlich. 30 Kapseln kosten etwa 6 Euro.

Kurkumin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Kurkumin ist der Wirkstoff der Kurkuma, eines Gewürzes, das auch Gelbwurz genannt wird. Kurkumin hat eine hohe antioxidative Wirkung und kann so aktiv gegen die für unseren Körper schädlichen freien Radikalen agieren. Es reduziert dauerhaft die Werte des C-reaktiven Proteins im Blut. Dadurch wird das Risiko für einen Herzinfarkt, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch für Arthritis deutlich reduziert.

Kochen Sie immer wieder mit Kurkuma. In akuten Fällen sollten Sie zu Kurkumin-Kapseln greifen, die Sie unter diesem Namen in der Apotheke oder im Reformhaus bekommen (90 Stück kosten rund 17 Euro).

Weihrauch hemmt Entzündungen

Weihrauch wird schon seit Jahrtausenden in der traditionellen Medizin vieler Völker eingesetzt. Grund für seine Wirkungen ist die Boswelliasäure. Diese Säure ist in der Lage, Entzündungen zu verringern. Weihrauchpräparate werden in der Medizin bei allen Erkrankungen eingesetzt, bei denen chronisch entzündliche Vorgänge ablaufen. Hierzu gehören unter anderem Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Polyarthritis und rheumatoide Arthritis. Auch gegen verschiedene Tumorzellen wie Leberkarzinome können Weihrauchpräparate wirken. Grund hierfür ist ebenfalls die enthaltene Boswelliasäure.

Medizinisch gibt es in der EU keine zugelassenen Weihrauch-Fertigarzneimittel. Allerdings kann Ihnen der Apotheker Weihrauchkapseln als Rezepturarzneimittel herstellen. Verwendet werden sollte hierfür nur indischer Weihrauch; enthalten sein sollten 500 mg Weihrauch.

Arthritis Ernährung: Welche Lebensmittel sind bei Arthrose verboten?

Es gibt sieben grundsätzliche Diät-Ansätze. Allesamt wirken sie gegen die Entzündungsherde im Körper, die für eine Arthritis mit verantwortlich sind.

Vorstellung der sieben Diät-Ansätze:

  1. Übergewicht gilt als Mitauslöser für Entzündungen im Körper. Ein gesundes Gewicht ist die halbe Miete.
  2. Großzügige Portionen an Gemüse und Obst bekämpfen Arthritis. Pflanzliche Ernährung enthält Wirkstoffe, die die Entzündung im Körper bekämpfen.
  3. Die wertvollen Omega-3-Fettsäuren aus fetten Kaltwasser-Fischen wie Lachs, Makrele und Hering sowie in Grünlippmuscheln haben einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Gelenke.
  4. Gewürze wirken entzündungshemmend! Am besten für ein feuriges Vergnügen geeignet sind Cayenne-Pfeffer und Curry.
  5. Auf „gute Fette” muss nicht verzichtet werden. Dazu gehören kalt gepresstes Olivenöl oder Öl aus Nüssen. Vermieden werden sollten insbesondere alle gesättigten und gehärteten Fette. Auch Transfette sollten nach Möglichkeit gemieden werden.
  6. Während Geflügel als Fleischoption völlig in Ordnung ist, sollte rotes und dunkles Fleisch nicht mehr auf der Speisekarte stehen. Dies gilt besonders für Wurstwaren und Fertigprodukte.
  7. Zucker, geschälter Reis (weißer Reis) und raffinierte Mehle (in Weißbrot, Kuchen und Brötchen) gehören bei Arthritis auf keine Speisekarte. Die positiven Effekte stellen sich bereits nach kürzester Zeit ein.

Bewegung hilft gegen Arthritis

Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin® oder ASS ratiopharm®) und andere nicht-steroidale entzündungshemmende Schmerzmittel tragen dazu bei, Schmerzen bei einer Arthritis zu lindern und die Entzündung einzudämmen. Darüber hinaus können natürliche Medikamente die Symptome lindern. Es gibt allerdings auch nicht-medikamentöse Behandlungs-Alternativen.

Gymnastik als alternative Behandlungsmöglichkeit von Arthritis

So können auch gymnastische Übungen helfen, die Schmerzen zu lindern. Diese stärken die Muskulatur und Gelenke, verbessern die Beweglichkeit und lindern Rückenschmerzen. Fragen Sie Ihren Arzt nach geeigneten Übungen oder einem geeigneten Trainings-Programm. Menschen mit spezieller Art der Arthritis sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Beachten Sie diese Vorsichtsmaßnahmen:

  • Wärme und Kälte: Wärme- oder Kälte-Anwendungen an den entzündeten Stellen lindern sowohl die Schmerzen als auch die Entzündung. Wärme- oder Kältepackungen erfüllen den gleichen Zweck wie ein warmes Bad oder Schwimmen im warmen Wasser. Auch Infrarot-Strahlen in Lichtsaunen erfüllen einen guten Zweck, erweitern die Gefäße, stärken das Immun- und Herz-/Kreislaufsystem und senken den Blutdruck.
  • Massage: Eine Massage an den schmerzenden Gelenken und Muskeln reduziert die Schmerzen. Allerdings sollten geschwollene oder stark entzündete Stellen nicht massiert werden.
  • Akkupunktur: Bei dieser Methode setzt ein speziell dafür ausgebildeter Akupunkteur dünne Nadeln an speziellen Punkten unter die Haut. Akupunktur stimuliert nach ost-asiatischem Verständnis den Fluss der Lebensenergie. Dies kann Schmerzen lindern.

Sowohl eine ausgewogene Ernährung als auch genug Bewegung helfen gleichermaßen die Gelenke und Blutgefäße gesund zu erhalten. Je früher man mit einer regelmäßigen Bewegungstherapie beginnt, desto effektiver kann das Erkrankungs-Risiko gesenkt werden. Darüber hinaus sollten regelmäßig die Herz-Kreislauf-Werte untersucht werden.

Hilfsmittel für die Gelenke – nicht-medikamentöse Therapie von Arthritis

Verbesserte Hilfsmittel für Finger und Handgelenke sowie neuentwickelte Haushaltsgeräte verringern die Belastung für Finger und Hand. Damit können täglichen Aufgaben erledigt werden, ohne dass die Gelenke geschädigt und der Gebrauch der Hände eingeschränkt wird.

Folgende Hilfsmittel unterstützen:

  • Fingerschienen dienen zur Stabilisierung der Gelenke, indem sie den Bewegungs-Radius einschränken. Gleichzeitig stellen sie die Gelenke ruhig. Anders als herkömmliche Schienen sind neuere Modelle zudem bequemer und ansehnlicher.
  • Handgelenks-Manschetten stützen das Hand- und das Daumengelenk. Leichtere und biegsamere Manschetten stellt man aus buntem Gummiband her.
  • Ebenso gibt es eine Reihe von Haushalts-Utensilien, die die Gelenke schonen, indem sie Schraub-, Dreh- und Greifbewegungen auf ein Minimum reduzieren.

Diese Werkzeuge erleichtern den Alltag:

  • Eine neuartige Silberring-Schiene beschränkt das Bewegungsausmaß der Fingergelenke zusätzlich. Diese Schiene ist nicht so klobig und unhandlich wie ein herkömmlicher Fingersplint, sodass unter Umständen an einer Hand mehrere gleichzeitig getragen werden können.
  • Ein Gemüseschäler mit extradickem Gummigriff verbessert das Greifen.
  • Ein speziell entwickelter Glasöffner erfordert weniger Kraft beim Aufschrauben mit einer leichten Drehbewegung.
  • Mithilfe einer dünnen Drahtöse können Knöpfe einfacher durch ein Knopfloch gezogen werden.
  • Ein Spezialmesser zum Schneiden von Gemüse mit Hilfe einer leichten Schaukelbewegung anstelle eines kraftvollen Druckes.

Die meisten Geräte und Utensilien für den Haushalt sind im Kaufhaus und in Küchen-Einrichtungshäusern erhältlich. Sanitätshäuser bzw. Sanitätsfachgeschäfte führen Stützhilfen wie Manschetten oder Schienen in ihrem Sortiment oder ordern diese per Sonderbestellung. Die Kosten für die meisten Stützhilfen übernehmen nach ärztlicher Verordnung und Prüfung gesetzliche und private Krankenkassen teilweise oder ganz.

Die Gelenkstützen (Orthesen) und andere Hilfsmittel wählen ausgebildete Fachkräfte für die Patienten individuell aus und passen sie an. Nach dem Kauf eines Korsetts, einer Manschette oder einer Schiene sollte ein Arzt bzw. Therapeut den richtigen Sitz überprüfen.

Vorsicht bei der Verwendung von Orthesen
Viele Stützhilfen richten Schäden an, wenn sie andere Gelenke in ihrer Beweglichkeit einschränken. Wenn die Orthesen nicht richtig sitzen, bessern die Fachleute der Sanitätshäuser sie auf Verlangen des Arztes nach. Anfangs ist es unter Umständen schwer, sich neue Methoden im Umgang mit bestimmten Gegenständen anzugewöhnen. Wenn der Einsatz dieser Geräte aber erst einmal zur Gewohnheit geworden ist, wird man durch mehr Bewegungsfreiheit und weniger Schmerzen belohnt.

Wenn Arthritis-Schmerzen die Nachtruhe rauben

Ganz gleich, ob im Haushalt, am Schreibtisch oder am Fließband: Arthritis-Schmerzen machen das Leben zur Hölle. In vielen Fällen rauben einem die Schmerzen sogar die Nachtruhe. Die folgenden fünf Anregungen können helfen, den Tag und die Nacht besser in den Griff zu bekommen.

Ideen, um den Alltag zu meistern:

  1. Abwechslung bei Tätigkeiten. Wer viel sitzt, muss sich auch häufig bewegen und so oft dehnen, stehen und sich zwischendurch entspannen wie möglich.
  2. Am eigenen Arbeitsplatz sollte nichts Großes und Schweres bewegt werden müssen.
  3. Unterbrechungen der Tätigkeit und Pausen von zwei bis drei Minuten sind wichtig und ein guter Zeitpunkt, um leichte Dehnübungen oder Atemübungen zu machen.
  4. Am Computer sollten die Arme immer entspannt in einem 90-Grad-Winkel aufliegen. Die Augenlinie sollte auf Höhe der Bildschirmoberkante liegen. Außerdem gilt grundsätzlich: Je flacher eine Tastatur, desto besser.
  5. Wann immer möglich sollte eine Freisprecheinrichtung beim Telefonieren verwendet werden. Da gibt es mittlerweile komfortable Geräte, die helfen, die Hände frei zu halten.
Ein Tipp zur Nachtruhe
Besonders wertvoll sind Schlafkissen, die die Arme und Hände in Seitenlage entlasten. Diese sehen aus wie eine große Banane oder eine große Rolle. Sie helfen, die Gelenke im Schlaf optimal zu entlasten.
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