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Wach und gesund mit schwarzem Tee: Wie gut ist das beliebte Heißgetränk wirklich?

(Foto: nolonely - Adobe Stock)

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Schwarzer Tee ist eine der beliebtesten Teesorten und gilt als belebend, konzentrationssteigernd und gesundheitsfördernd. Zwar hat er dem Kaffee noch nicht den Rang abgelaufen, dennoch trinken ihn viele Menschen regelmäßig und gerne.

162 Liter Kaffee werden pro Kopf und pro Jahr in Deutschland getrunken, bei Schwarztee sind es immerhin 26 Liter pro Kopf und pro Jahr. Schwarzem Tee wird eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt, doch was ist dran an diesem Effekt? Und wie müssen Sie ihn zubereiten, um von seiner gesunden Wirkung optimal zu profitieren?

Welche gesunden Stoffe enthält schwarzer Tee?

Schwarzer Tee enthält sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Flavonoide, Gerbstoffe sowie einige relevante Nährstoffe, darunter:

  • B-Vitamine wie Vitamin B1 und B2
  • Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium
  • Spurenelemente wie Phosphor, Kupfer und Mangan

Diese Nährstoffe sind jedoch nur in geringen Mengen im Tee enthalten und reichen bei weitem nicht aus, um den Tagesbedarf zu decken. Dafür hat schwarzer Tee keine Kalorien und trägt zur Versorgung des Körpers mit ausreichend Flüssigkeit bei.

Außerdem enthält schwarzer Tee Koffein, der auch Teein genannt wird. Es handelt sich um denselben Stoff, der auch in Kaffee enthalten ist, allerdings wirkt das Teein im Tee etwas anders.

Welche Wirkung hat schwarzer Tee?

Dank des Teeins bzw. Koffeins hat schwarzer Tee eine belebende Wirkung und kann als Alternative zu Kaffee getrunken werden, wenn es darum geht sich wacher zu fühlen. Jedoch enthält eine Tasse Kaffee doppelt so viel Koffein wie eine Tasse Tee, wodurch die Wirkung durch den Tee deutlich schwächer ist. Das Koffein wird vom Körper langsamer aufgenommen, da das Koffein an gewisse Pflanzenstoffe gebunden ist und erst im Darm freigesetzt wird. Dafür hält der wachmachende Effekt länger an. Auch die Konzentration wird durch das Koffein gefördert.

Die Gerbstoffe im Schwarztee haben eine beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt, weshalb schwarzer Tee auch als ein natürliches Heilmittel bei Durchfall zum Einsatz kommt. Sie sorgen dafür, dass sich die Gefäße zusammenziehen und die Darmschleimhaut beruhigt wird, wodurch die überschießende Darmaktivität sich normalisiert.

Weitere Wirkungen des schwarzen Tees sind diese:

  • Er kann den Blutdruck senken (auch wenn die wissenschaftliche Lage dazu noch dünn ist).
  • Er kann den Cholesterinspiegel senken.
  • Er wirkt antibakteriell.
  • Er stärkt das Immunsystem.

Aufgrund der enthaltenen Flavonoide soll schwarzer Tee sogar das Herzinfarktrisiko senken, was darauf zurückzuführen ist, dass er die Blutgefäße erweitert. Darüber hinaus geben Studien Hinweise darauf, dass schwarzer Tee den Insulinspiegel erhöhen kann, wodurch der Entstehung von Diabetes vorgebeugt werden kann.

Menschen, die regelmäßig schwarzen Tee trinken, leiden laut Studien seltener an Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs. Das kann auf die im Tee enthaltenen Polyphenole zurückgeführt werden, die die Zellen schützen.

Wie wirkt schwarzer Tee auf die Zähne?

Ebenfalls eine positive Wirkung hat schwarzer Tee auf die Zähne. Er kann zwar bei häufigem Verzehr zu Verfärbungen der Zähne führen, allerdings hemmt der im Tee enthaltene Gerbstoff Catechin sowie das enthaltene Fluorid die Säureproduktion im Mund, die unter anderem für die Plaque- und Karies-Bildung verantwortlich ist. Auch Zahnerkrankungen kann dank der Flavonoide vorgebeugt werden.

Für diesen positiven Effekt sollten Sie fünf Mal in einem Abstand von drei Minuten für 30 Sekunden ihren Mund mit schwarzem Tee ausspülen.

Welche Wirkung hat Schwarztee auf die Haut?

Auch auf die Haut kann schwarzer Tee wirken, allerdings nicht als Getränk, sondern als Auflage. So kann ein mit Schwarztee getränkter Lappen, der mehrmals am Tag auf die Haut aufgelegt wird, gegen Neurodermitis wirken.

Hautentzündungen können ebenfalls gelindert werden, wodurch schwarzer Tee eine natürliche Alternative zu Cortison sein kann. Der Grund für die antientzündliche Wirkung sind die im Tee enthaltenen Gerbstoffe.

Schwarzen Tee zu den Mahlzeiten trinken oder lieber zwischendurch?

Um optimal von den positiven Eigenschaften des schwarzen Tees zu profitieren, sollten Sie diesen nicht zu Mahlzeiten trinken. Da der Tee viele Tannine (Gerbstoffe) enthält, wird im Körper die Aufnahme von Eisen aus dem Essen gehemmt. Insbesondere für Menschen, die eh unter einem niedrigen Eisenspiegel leiden, kann sich das Problem dadurch noch verschlechtern.

Welche Nebenwirkungen hat schwarzer Tee?

Aufgrund des enthaltenen Koffeins kann schwarzer Tee dieselben unangenehmen Nebenwirkungen auslösen wie Kaffee, darunter:

Allerdings treten diese Nebenwirkungen bei schwarzem Tee seltener auf als bei Kaffee, da der Koffeingehalt geringer ist und das Koffein im Körper anders aufgenommen wird.

Ist schwarzer Tee gesünder als Kaffee?

Beide Getränke stammen von unterschiedlichen Pflanzen, daher lässt sich nur schwer eine pauschale Aussage treffen. Betrachtet man nur den Koffeingehalt, ist schwarzer Tee in der Regel besser verträglich. Mehr als 400 mg Koffein sollten Erwachsene pro Tag nicht zu sich nehmen. Zwei Tassen Kaffee erreichen schon fast diese Menge, bei Tee sind es vier bis fünf Tassen.

Ernährungstipp: Insgesamt geht die Empfehlung vieler Ärzte dahin, dass von schwarzem Tee pro Tag maximal ein Liter getrunken werden sollte.

Kaffee und Schwarztee können beim Abnehmen unterstützen, da sie den Stoffwechsel ankurbeln. Schwarzer Tee kann für den Magen-Darm-Trakt besser verträglich sein als Kaffee, doch auch da reagiert jeder Mensch anders. Entscheidend ist auch, wie die beiden Getränke zubereitet werden, schließlich hängt die gesundheitsfördernde Wirkung auch vom richtigen Brühprozess ab.

Wie bereiten Sie schwarzen Tee richtig zu?

Damit schwarzer Tee seine gesundheitsfördernde Wirkung entfaltet, sollten Sie ihn ohne Milch trinken, denn das Kasein aus der Milch hemmt die Aufnahme der wertvollen Polyphenole und anderen sekundären Pflanzenstoffen aus dem Tee. Eine kurze Ziehzeit des Tees von bis zu drei Minuten sorgt dafür, dass der Tee eher anregend wirkt. Das liegt daran, dass sich weniger Gerbstoffe lösen, wenn die Teeblätter nur kurz im Wasser sind, wodurch das Koffein aus dem Tee vom Körper schneller aufgenommen werden kann.

Bei einer längeren Ziehzeit gehen mehr Gerbstoffe in das Wasser über, wodurch die Koffeinaufnahme langsamer erfolgt. Dadurch erfolgt der wachmachende Effekt bei einer Ziehzeit zwischen drei und fünf Minuten deutlich später. Eine beruhigende Wirkung, wie einem lange gezogenen Schwarztee aber häufig nachgesagt wird, hat er aber nicht. Ab einer Ziehzeit von fünf Minuten wird der Tee bitter, was an den Gerbstoffen bzw. Tanninen liegt und nicht jedem schmeckt.

Schwarzen Tee lieber lose oder lieber als Beutel trinken?

Eine Faustregel bei Tee ist, dass je größer die Teeblätter sind, desto hochwertiger ist er. Während die Blätter bei Schwarztee im Beutel sehr fein zermahlen sind, sind sie bei losem Tee meist noch deutlich größer. Außerdem ist bei losem Tee der Geschmack meist etwas feiner, was unter anderem an der Zubereitung liegt.

Da die fein zermahlenen Blätter im Beutel viel Wasser aufsaugen, wird der Tee schneller bitter. Die Ziehzeit sollte bei Beuteltee also deutlich strenger eingehalten werden. Zudem ist Tee aus dem Beutel deutlich häufiger mit Schadstoffen belastet als loser Tee. Grundsätzlich empfiehlt sich immer der Kauf von Bio-Tee, da dieser meist qualitativ hochwertiger ist und auch die Bedingungen in den Anbaugebieten besser sind.

Sind Schwarztees mit Schadstoffen belastet, die Krebs verursachen können?

Bei einem Bio-Tee sind Sie jedoch auch nicht immer vor Schadstoffen geschützt. So hat eine Untersuchung von Stiftung Warentest ergeben, dass 27 von 27 untersuchten Schwarztees im Beutel von verschiedenen Firmen mit Schadstoffen belastet waren. Auch Bio-Tees waren dabei, darunter der Bio-Darjeeling „Darjeeling-Blatt“ von Alnatura. Diese Schadstoffe können sogar krebserregend wirken, wenn sie im Übermaß konsumiert werden. In den Tees sind die Mengen zum Glück so gering, dass es nicht bedrohlich ist, dennoch überschritten zwei Tees den EU-Grenzwert. Zu den Tees, die am besten abgeschnitten haben, zählen:

  • Die Ceylon-Assam-Mischung von Norma (Cornwall)
  • Die Ceylon-Assam-Mischung von Rewe (ja!)
  • Loser Darjeeling von dm (Das gesunde Plus)

Da unter anderem das Verpackungsmaterial im Verdacht steht, die Schadstoffe im Tee zu verantworten, ist ein loser Tee aus dem Teeladen eine gute Alternative. Auch insgesamt brauchen Sie sich über die Schadstoffe keine großen Sorgen machen und müssen deshalb nicht auf den Tee verzichten, schließlich gehen wenn überhaupt nur minimale Mengen der Schadstoffe aus den Teeblättern in die Flüssigkeit über.

Aus welcher Pflanze stammt schwarzer Tee und wo wird er angebaut?

Schwarzer Tee stammt von derselben Pflanze wie grüner Tee, er wird nur anders hergestellt. Im Gegensatz zu Grüntee wird Schwarztee fermentiert, das heißt er wird nicht direkt an der Luft getrocknet, sondern vorher noch gewalzt. Dadurch gelangt mehr Sauerstoff an den Tee, wodurch er seine dunkle Farbe und seinen kräftigen Geschmack bekommt. Grüntee ist weniger würzig und deutlich leichter im Geschmack. Ihm werden ähnlich viele gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt wie Schwarztee.

Camellia sinensis heißt der Teestrauch mit botanischem Namen und wächst vorwiegend in Ostasien. Zu den größten Anbaugebieten gehören:

  • China
  • Japan
  • Sri Lanka
  • Indonesien
  • Indien
  • Sumatra

Doch schwarzer Tee ist nicht gleich schwarzer Tee. Es gibt viele verschiedene Sorten, die alle einen unterschiedlichen Geschmack haben.

Welche Schwarztee-Sorten gibt es?

Es gibt unzählige Teesorten, die zum Teil auch in ganz unterschiedlichen Ländern angebaut werden. So liegt in Indien beispielsweise der Fokus auf Darjeeling und Assam, während in Sri Lanka vorwiegend Ceylon angebaut wird. Weitere Schwarztee-Sorten sind:

  • Oolong
  • Yunnan
  • Lapsang Souchong

Tees wie Earl Grey oder Chai basieren auf Schwarztee aber werden darüber hinaus noch aromatisiert, so zum Beispiel Earl Grey mit Bergamotte oder Chai mit Kardamom und Zimt. Auch die Ostfriesenmischung ist in Deutschland beliebt, sie besteht zu einem Drittel aus Ceylon- und Sumatra-Schwarztee und zu zwei Dritteln aus Assam-Tee.

Fazit: So gesund ist schwarzer Tee

Sich gesund trinken mit schwarzem Tee ist eine schöne Idee, funktioniert in der Realität aber nur bedingt. Zwar hat schwarzer Tee viele gesundheitsfördernde Eigenschaften, genügt aber als Lebensmittel nicht aus, um zu einer ausreichenden Versorgung des Körpers mit allen relevanten Nährstoffen beizutragen. Dennoch kann er im Rahmen einer ausgewogenen und gesunden Ernährung das Immunsystem stärken, den Blutdruck senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen schmälern. Darüber hinaus hat er eine positive Wirkung auf den Darm und kann bei Durchfall helfen. Auch auf die Zahngesundheit kann sich schwarzer Tee positiv auswirken und die Haut bei entzündlichen Krankheiten wie Neurodermitis pflegen.

Geschätzt wird er außerdem für seine wachmachenden Eigenschaften, die weniger intensiv sind als bei Koffein, dafür aber länger anhalten. Dennoch kann auch schwarzer Tee bei einem übermäßigen Verzehr zu ähnlichen Nebenwirkungen wie Kaffee führen, darunter Herzrasen und innere Unruhe sowie Schlafstörungen.

Schwarzer Tee kommt vorwiegend aus asiatischen Ländern und wird aus derselben Teepflanze gewonnen wie grüner Tee. Es gibt viele verschiedene Sorten von Schwarztee, der am besten lose und nicht im Beutel getrunken wird. Eine Belastung mit Schadstoffen betrifft viele Schwarztees, allerdings ist diese so gering, dass sie nicht problematisch ist, zumal eh nicht mehr als höchstens ein Liter schwarzer Tee pro Tag getrunken werden sollte. Er kurbelt den Stoffwechsel an, hat positive Effekte und trägt zur Flüssigkeitsversorgung des Körpers bei, weshalb er durchaus als ein gesundes Getränk bezeichnet werden kann – eine Wunderwirkung hat er aber nicht.

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