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Die 17 wichtigsten Dinge, die Sie über Hormone wissen müssen

Es sind viele Irrtümer über Hormone im Umlauf, manche Fehleinschätzungen und viele Unwahrheiten. Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema. (Foto: jarun011 - Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Es sind viele Irrtümer über Hormone im Umlauf, manche Fehleinschätzungen und viele Unwahrheiten. Mal werden diese Botenstoffe unseres Körpers verdammt, dann wieder als völlig harmlos abgetan.

Ich möchte, dass Sie über diese wichtigen Stoffe richtig informiert sind und Bescheid wissen, wie Sie sie gezielt anregen und steuern können.

Großaufnahme von Hormonen oder Nerven
© Sebastian Kaulitzki - Fotolia

 Die wenigsten Menschen erkennen, wie entscheidend Hormone den Körper beeinflussen. Viel zu schnell wird eine Hormontherapie begonnen, sei es in den Wechseljahren der Frau oder – wie neuerdings Mode – als Schönheitstherapie. Aber ist so eine leichtfertige Verwendung von Hormonen wirklich ratsam?

Immerhin wirken Hormone in nicht geringem Umfang auf sämtliche  Körperabläufe.

Damit Sie in Zukunft genau wissen, was Hormone alles können, aber auch nicht mehr darauf hereinfallen, wenn Hormone als grundsätzlich ungefährlich dargestellt werden, habe ich für Sie die wichtigsten Fragen zu diesem Thema zusammengestellt und möchte Ihnen die entsprechenden Antworten an die Hand geben.

Können Hormone Sie glücklich und sogar leistungsfähiger machen?

Das geht – ich erinnere Sie nur an das so genannte Chefhormon, das Serotonin. Serotonin sorgt dafür, dass Sie gute Laune haben, vor allem aber hat es die Fähigkeit, Sie hoch leistungsfähig und kreativ zu machen.

Es ist das Hormon, das Sie in Lösungen und nicht in Problemen denken lässt. Dann gibt es die Endorphine.

Sie entstehen zum Beispiel dann, wenn Sie sich bewegen, also durch regelmäßigen Sport. Sie heißen im Volksmund auch „Glückshormone“, und dieser Name beschreibt die Aufgabe der Hormone sehr gut:

Endorphine versetzen Sie in eine glückliche, teilweise sogar euphorische Laune. Aber Endorphine können noch mehr: Sie werden bei einem starken Unfall oder ähnlichen Situationen ausgeschüttet und blockieren Schmerzen.

Ein Hormon, das ebenfalls glücklich macht, ist Oxytocin. Es wird nur dann ausgeschüttet, wenn Sie beim Geschlechtsverkehr zum Orgasmus kommen, und sorgt für das wunderbar entspannte Gefühl hinterher.

Sind Stresshormone gefährlich?

Wenn Sie den Stress „vernünftig“ abbauen würden, wären die Hormone überhaupt nicht gefährlich.

Das liegt an den eigentlichen Gründen für Stress: Bei den Steinzeitmenschen entwickelte Stress sich immer in Gefahrensituationen, zum Beispiel bei einer Bedrohung durch wilde Tiere.

Dann diente das Stresshormon Adrenalin dazu, den ganzen Körper in Fluchtbereitschaft zu versetzen: Der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an – und auf der Flucht vor der Gefahr wurden die Stresshormone wieder abgebaut.

Heute reagiert Ihr Körper zwar immer noch mit den gleichen Symptomen auf Stress.

Was fehlt ist die Fluchtmöglichkeit – denn wenn Stress droht, zum Beispiel durch zu viel Arbeit, können Sie nicht einfach davonlaufen. Das Stresshormon Adrenalin kann so nicht abgebaut werden.

Folgen weitere Stresssituationen, die ebenfalls nicht richtig verarbeitet werden, wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet.

Es hat zur Folge, dass es Ihren Körper schwächt, Infekte sich häufen und Muskeleiweiß abgebaut wird. Nach einiger Zeit dann lässt die Cortisolproduktion so stark nach, dass Sie nicht mehr zu viel, sondern plötzlich zu wenig dieses Hormons im Körper haben.

Es kommt nach und nach erst zu Lustlosigkeit und Müdigkeit, dann zu einem Burn-out-Syndrom, dem  chronischen Müdigkeitssyndrom.

Tragen Hormone auch zur Schönheit bei?

Diese Frage kann ich eindeutig mit Ja beantworten. Es sind gerade Östrogen und Progesteron, die sich als Schönheitshormone einen Namen gemacht haben.

Beide sorgen für ein straffes Bindegewebe, sie halten die Haut frisch und elastisch. So vermindern sie zudem die frühzeitige Entstehung von Falten.

Diese positiven Wirkungen auf die Haut haben in Amerika dazu geführt, dass Hormonbehandlungen für die Schönheit zurzeit ganz groß in Mode sind.

Dieser Trend schwappt auch zu uns nach Deutschland herüber. Es gibt mittlerweile Cremes, die versprechen, die Hormone ganz einfach über die Haut zuzuführen und dadurch ein straffes Bindegewebe sowie eine glatte Haut zu erhalten.

Aber Vorsicht: Sie greifen mit diesen Cremes stark in den natürlichen Hormonhaushalt Ihres Körpers ein. Die späteren gesundheitlichen Folgen sind immer noch nicht wirklich erforscht.

Also Finger weg von solchen Mitteln! Generell sollten Sie eine Behandlung mit Hormonen immer nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen.

Können Sie die Hormonproduktion Ihres Körpers beeinflussen?

Das können Sie in der Tat – und Sie brauchen dafür keine Pillen und keine Cremes, die eventuelle schädliche Nebenwirkungen haben.

Die meisten Hormone können Sie schlicht durch einige Verhaltensregeln locken.

  • Das Wachstumshormon (HGH) ist wichtig gegen vorzeitige Alterung. Es wird am Abend produziert – aber nur unter einer Bedingung: wenn Ihr Magen nichts zu tun hat. Essen Sie also spätestens um kurz vor 18 Uhr die letzte Mahlzeit und gehen Sie früh zu Bett. Ihre Wachstumshormon- Produktion läuft dann auf Hochtouren.
  • Die Endorphine regen Sie durch regelmäßige Bewegung an. Es muss dabei kein Marathon sein. Die tägliche halbe Stunde Ausdauertraining reicht, damit Sie sich ausgeglichen und glücklich fühlen.
  • Serotonin, Ihr Chefhormon, beweist, wie wichtig die richtige Ernährung ist. Serotonin wird aus der Aminosäure Tryptophan gebildet. Diese ist in eiweißreichen Lebensmitteln vorhanden, zum Beispiel in Hüttenkäse, aber auch in Bananen.
  • Grundsätzlich sollten Sie sich eiweißreich ernähren, das lässt auch Ihren Hormonspiegel steigen. Denn Hormone werden aus Aminosäuren gebildet – und kein anderes Lebensmittel ist so aminosäurenreich wie Eiweiß.

Können Hormone Ihnen beim Abnehmen helfen?

Eine Meldung, die in regelmäßigen Abständen durch die Medien geistert: Das Hormon, das schlank macht, ist gefunden worden! Was dran ist? Leider nicht viel.

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler 3 oder 4 solcher Hormone gefunden, die Ihnen dabei helfen sollen, schnell schlank zu werden – verabreicht werden können sie als Tabletten oder Spritzen.

Aber die erwünschten Wirkungen blieben in den meisten Fällen aus. Darüber hinaus kann solch eine „Hormon-Diät“ viele Nebenwirkungen mit sich bringen.

Es ist also eine sehr unsichere Sache, sich auf diese Art der Schlankheitskur zu verlassen.

Kann man mit Hormonen die Potenz erhöhen?

Ja, es gibt Hormone, die für die Libido und die Potenz wichtig sind. Das sind die Östrogene, aber vor allem die Androgene.

Androgene sind männliche Hormone, die sowohl beim Mann als auch bei der Frau für die Libido zuständig sind. Fehlen Ihnen Androgene, dann haben Sie keine Lust mehr auf Sex. Ist das bei Ihnen der Fall, können Sie einfach Haferflocken essen.

Diese enthalten Substanzen, die den Androgenen in ihrer Struktur ähnlich sind und so die Libido wieder anregen.

Inwieweit helfen Hormone beim Muskelaufbau?

Es ist in der Tat – gerade unter Boby-Buildern – sehr beliebt, Hormone zu schlucken oder zu spritzen, um den Muskelaufbau voranzutreiben. Diese aber können verheerende Nebenwirkungen haben.

Das reicht vom Damenbart über Brustwachstum bei Männern bis hin zu Herzschwäche und Tod. Das sollten Sie nicht riskieren!

Regen Sie lieber auf sanfte Art Ihr körpereigenes Wachstumshormon an. Es ist unter anderem für das Muskelwachstum verantwortlich – aber als körpereigener Stoff ohne Nebenwirkung.

Können Hormone auch dick machen?

Ein Hormon kann tatsächlich eine Gewichtszunahme verursachen: das Östrogen. Wenn Sie dieses zu sich nehmen müssen, kann es bei Ihnen eine Appetitzunahme verursachen und dafür sorgen, dass Sie Wasser einlagern.

Können Sie eine Östrogeneinnahme – aus welchen Gründen auch immer – nicht vermeiden, sollten Sie sich auf eine leichte Gewichtszunahme von 2 bis 3 Kilo einstellen. Hierbei handelt es sich aber nur um Wasser, nicht um Fett.

Zudem sollten Sie zumindest zu Beginn der Einnahme darauf achten, dass Sie nicht übermäßig viel und vor allem salzarm essen.

Welche Hormone werden im Alter weniger produziert?

Im Alter verringert sich die Bildung mehrerer Hormone.

Die wichtigsten sind das Melatonin, das für guten Schlaf und Erholung sorgt, DHEA, der Gegenspieler des Stresshormons Cortisol, der auch für ein gutes Gedächtnis zuständig ist, sowie das Wachstumshormon, das seelische Ausgeglichenheit fördert und den Fettstoffwechsel in Gang hält.

Zudem nehmen die Östrogene ab, die den Geschmacks- und Geruchssinn und den Blutfettstoffwechsel steuern, das Progesterin, das wichtig für den Wasserhaushalt ist und die Androgene, die wichtig für die Libido und ein starkes Bindegewebe sind, werden vermindert.

Woran merken Sie, dass Sie einen Hormonmangel haben?

Es gibt mehrere Anzeichen, die auf einen Hormonmangel hindeuten – leider werden sie oft mit „Alterserscheinungen“ abgetan. Unter anderem sind das:

  • Haarausfall,
  • Nachlassen der Potenz und der Libido,
  • Abnahme der Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und Konzentration,
  • Gewichtszunahme,
  • Abnahme der Muskelkraft,
  • Veränderung der Haut in Dicke und Elastizität,
  • Verminderung der geistigen Leistungsfähigkeit und
  • depressive Verstimmungen.

Wie können Sie die verminderte Produktion natürlich ausgleichen?

Es gibt mehrere Punkte, die Ihnen helfen, die Hormonproduktion auch im Alter aufrechtzuerhalten:

  • Vermeiden Sie häufiges spätes Essen nach 18 Uhr. Dadurch steigt die Produktion von Melatonins und des Wachstumshormons an, da Ihr Körper nicht damit beschäftigt ist, während der Nacht verdauen zu müssen.
  • Schlafen Sie regelmäßig vor Mitternacht. Denn in dieser Zeit wird die größte Menge des Wachstumshormons produziert.
  • Ernähren Sie sich richtig. Erbsen, Bohnen und Linsen für eine Produktion des Wachstumshormons, Serotonin entsteht aus der Aminosäure Thryptophan, die in Bananen enthalten ist. Auch die Melatoninbildung können Sie anregen, wenn Sie Möhren und Tomaten essen.

Welche Wirkung besitzt das Hormon Melatonin?

Das Hormon fängt nachts die gefürchteten freien Radikale ab. Das sind Molekülfetzen, die bei Stoffwechselprozessen in Ihrem Körper entstehen. Nehmen sie überhand, können sie Ihren Körper schädigen. Die freien Radikale beeinträchtigen verschiedene körpereigene Gewebe, so sind sie unter anderem dafür verantwortlich, dass Blutgefäße spröde werden und verkalken, dass in den Zellkernen Erbinformationen zerstört werden und dass sich Krebs bilden kann. Vor diesen aggressiven Teilchen schützt es Ihren Körper und beeinflusst damit, wie rasch er altert, beziehungsweise wie lange Sie jugendlich bleiben. Das Melatonin hat damit eine antioxidative Wirkung. Es soll das stärkste Antioxidans überhaupt sein.

In gleicher Weise beeinflusst das Hormon Ihr Immunsystem und ist damit daran beteiligt, ob Sie einen Schnupfen, eine Infektion oder eine andere Krankheit bekommen.

Melatonin senkt den Blutfettspiegel und hemmt die Verklumpung der Blutplättchen. Das Thromboserisiko wird verringert. Damit ist es auch ein Schutz vor Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Es verhindert zugleich  Demenzerscheinungen und Gedächtnisverlust. Das Hormon schützt Ihren Körper zudem vor den gefährlichen Auswirkungen kurzwelliger Strahlen wie Röntgenstrahlen oder bestimmter Gifte. Nicht zuletzt macht Melatonin gute Laune.

Um in den Genuss der Wunderwirkungen des Hormons Melatonin zu kommen, brauchen Sie keine Pillen, sondern zunächst einfach nur genügend Schlaf. Wann und wie viel Melatonin ausgeschüttet wird, hängt vor allem von den Lichtverhältnissen ab.

Registriert werden sie über Ihr „drittes Auge”: Zwischen der Netzhaut Ihres Auges und Ihrer Zirbeldrüse gibt es eine enge Nervenverbindung, auf der der Reiz des Lichteinfalls weitergeleitet wird. Das Hormon, das auch Ihren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, wird nur ausgeschüttet, wenn es dunkel ist. Dann senkt es Ihre Körpertemperatur, wodurch der gesamte Stoffwechsel für die Nacht heruntergefahren wird. Der Schlaf setzt ein und Ihr Melatoninspiegel steigt.

Sobald es gegen Morgen heller wird, geht die Zirbeldrüse selbst langsam zur Ruh. Ihre Körpertemperatur wird hochgeschraubt. Andere Hormone und Aminosäuren werden wieder vermehrt gebildet. Ihr Blutzuckerspiegel steigt. Die Zirbeldrüse koordiniert das „Orchester” der anderen Drüsen und steuert die Kommunikation unter den Organen. Tagsüber wird kaum Melatonin gebildet.

Die Ausschüttung des Melatonins nimmt mit dem Lebensalter etwas ab, weshalb das Schlafbedürfnis mit dem Alter sinkt, beziehungsweise sich vermehrt Schlafstörungen einstellen können. Auch Stress nimmt Einfluss auf die Bildung des hilfreichen Hormons. Sobald Stresshormone wie Adrenalin in hohen Mengen ins Blut ausgeschüttet werden, wird die Bildung des Melatonins blockiert.

Wachstumshormone als Anti-Aging-Mittel?

In Hollywood sind sie schon lange beliebt und begehrt: Hormonbehandlungen, um das Altern zu verhindern. Je nach ausgewählter Arztpraxis werden bestimmte Hormone gespritzt, die als wahre Anti-Aging-Mittel beworben werden. Leider aber bleibt dieser Trend nicht nur auf die USA beschränkt. Auch bei uns in Deutschland gibt es immer mehr Praxen, die solche Maßnahmen gegen das Altern anbieten.

In der Medizin gibt es eine Reihe von bewährten Anwendungsmöglichkeiten für das Wachstumshormon. Doch in den letzten Jahren wird es vor allem als „neuer Star” in der Anti-Aging-Szene gefeiert. Viele private Schönheits- und Wellnessinstitute bieten ihren Kunden für 500 bis 1.500 Euro eher fragwürdige Kuren an.

Über das Internet und den grauen Markt sind entsprechende Präparate (viele aus dubiosen Quellen wie China) auch ohne Rezept erhältlich. Dabei ist eine solche Hormongabe wider der menschlichen Natur durchaus nicht ungefährlich.

Einen Hinweis darauf haben wir ja schon vor einigen Jahren erhalten, als sich plötzlich zeigte, wie stark eine Hormonbehandlung in den Wechseljahren das Brustkrebsrisiko bei den betroffenen Frauen ansteigen lässt. Und auch das am häufigsten zur Anti-Aging-Behandlung verwendete Wachstumshormon steht im Verdacht, Krebszellen deutlich wachsen zu lassen.

Das Wachstumshormon (andere Bezeichnungen sind Somat(ot)ropin oder HGH von engl.: Human Growth Hormone) wird von der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildet und vor allem während des Schlafes ausgeschüttet. In erster Linie ist es verantwortlich für das Längenwachstum des Körpers. Es sorgt aber auch für den Aufbau von Muskelmasse, die Festigung der Knochen und die Regeneration von Geweben.

Da seine Hauptwirkung (Längenwachstum) ab dem 20. Lebensjahr nicht mehr benötigt wird, fährt der Körper danach die Produktion des Hormons zurück. Im Alter von 60 Jahren ist sie etwa auf ein Drittel des Ausgangswertes gefallen. Mit einer entsprechenden Hormon-Kur („die süße Spritze der Jugend”) wollen Anti-Aging-Mediziner diesen Verlust wieder ausgleichen und so den Alterungsprozess bremsen.

Wie soll das Wachstumshormon das Altern aufhalten?

  • Aufbau von Kraft und Muskelmasse
  • Abbau von Körperfett, Gewichtsverlust
  • straffere Haut und schönere Nägel
  • stabilere Knochen
  • gesteigerte sexuelle Leistungsfähigkeit
  • erholsamer Schlaf
  • besseres Sehvermögen
  • verstärkter Haarwuchs
  • mehr Lebensfreude

Auch die geistige Leistungsfähigkeit und Frische soll sich durch die regelmäßige Anwendung des Hormons verbessern.

Positive vs. negative Wirkungen

Doch da das Wachstumshormon nur einer von vielen Botenstoffen ist, dessen Produktion mit dem Alter zurückgefahren wird, ist bisher gar nicht klar, ob die zusätzliche Gabe tatsächlich einen positiven Effekt hat. In einer aktuellen Untersuchung werteten italienische Hormonexperten der Universität Sassari im Januar 2009 sämtliche bisher verfügbaren Studien zusammenfassend aus.

Ihr ernüchterndes Fazit: „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass ältere Menschen wirklich von einer Behandlung mit dem Wachstumshormon profitieren.” Sehr wohl gibt es dagegen Untersuchungen, in denen mögliche schädliche Wirkungen der Hormongabe auftraten.

Nebenwirkungen einer Behandlung

  • Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)
  • Gelenkschmerzen
  • Karpaltunnelsyndrom (Schmerzen durch verengten Nervenkanal in der Handwurzel)
  • Vergrößerungen der Brust (auch bei Männern)
  • höheres Risiko für Diabetes

Einige Experten halten es außerdem für möglich, dass das Hormon das Wachstum von Krebszellen beschleunigt. Aufgrund dieser möglichen Nebenwirkungen sollten Sie von Hormongaben als Anti-Aging-Waffe auf jeden Fall absehen.

Es gibt jedoch mehrere Wege, wie Sie die körpereigene Ausschüttung des Hormons gefahrlos anregen können: Sie sollten nachts mindestens sieben bis acht Stunden schlafen, denn dann läuft Ihre Eigenproduktion auf Hochtouren. Auch durch Bewegung in den Abendstunden (z. B. Spaziergänge, kürzere Radfahr- oder Laufrunden) lässt sich die Ausschüttung des Hormons fördern.

Bei ernsthaften Erkrankungen ist der Nutzen belegt

Als Anti-Aging-Wundermittel ist das Hormon also nicht zu empfehlen. Selbstverständlich gibt es aber auch Situationen, in denen Sie eindeutig von zusätzlichen Hormongaben profitieren. Außer an Kindern und Jugendlichen mit Wachstumsproblemen wird das Hormon in den letzten fünf Jahren mit guten Ergebnissen auch verstärkt bei anderen Krankheiten erprobt.

Das sind die medizinischen Einsatzgebiete des Wachstumshormons:

  • Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen
  • Störungen des Knochenwachstums
  • chronische Nierenschwäche
  • Fibromyalgie
  • Morbus Crohn
  • HIV-Infektion
  • Magersucht
  • krankhafter Schwund des Fettgewebes (Lipodystrophie)

In diesen Fällen muss der Einsatz des Hormons allerdings unter ständiger ärztlicher Kontrolle erfolgen. Gesunden Menschen, die lediglich die natürlichen Alterungsprozesse bremsen möchten, sind die teuren und möglicherweisegefährlichen Hormonspritzen dagegen nicht zu empfehlen. Nutzen Sie stattdessen die oben erwähnten sanften Methoden, um Ihre körpereigene Hormonproduktion anzuregen.

Wilder Yam als Alternative zum Jugendhormon DHEA?

In Amerika gehört das Hormon DHEA zu den beliebtesten Anti-Aging-Hormonen. Denn das Hormon aus der Nebenniere wird auch gerne als die Mutter der Hormone bezeichnet, weil unser Körper daraus sowohl die männlichen Androgene als auch die weiblichen Östrogene herstellen kann. Gleichzeitig steigert es die Leistungsfähigkeit, da es in seiner chemischen Struktur dem Hormon Adrenalin sehr ähnlich ist, und verlangsamt generell den Alterungsprozess. Daher gilt DHEA als wahrer Jungbrunnen und ist in den USA in jedem Drugstore als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.

Doch synthetische Hormone sind nicht ohne Nebenwirkungen und sollten nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Wenn Sie selbst das Gefühl haben, weniger leistungsfähig als früher zu sein und sich müde oder lustlos fühlen, kann die Wurzel des Wilden Yam (Dioscorea villosa) eine natürliche Alternative für Sie sein.

Der Wilde Yam aktiviert Ihre körpereigene DHEA-Produktion, sodass Sie mit Extrakten der Wurzel ein ganz natürliches Anti-Aging betreiben können. Allerdings müssen Sie ein wenig Geduld mitbringen. Die pflanzlichen Phytohormone wirken nicht so schnell wie ihre chemischen Kollegen und benötigen ein paar  Wochen, bis die volle Wirkung erreicht ist.

Verringern Hormone die männliche Lebenserwartung?

Bekannt ist, dass Frauen länger leben als Männer. Wissenschaftler fragen sich nicht erst neuerdings, warum dies so ist, und hatten in der Vergangenheit mehrere Vermutungen für die kürzere männliche Lebensdauer. So gingen sie davon aus, dass Männer zum Teil schwerer arbeiten, sich aber auch weniger für ihre Gesundheit interessieren. Viele Männer ernähren sich zudem eher vitalstoffarm; auch das kann zu einem kürzeren Leben beitragen. Nun aber zeigt sich, dass wohl auch die männlichen Hormone eine große Rolle spielen; immerhin vermuten dies Forscher aus Südkorea. Sie haben entdeckt, dass Männer ohne Hoden mindestens 14 Jahre länger leben.

Die Wissenschaftler hatten Familienchroniken aus der Zeit von 1550 bis 1861 ausgewertet. Sie verglichen die Daten von 81 Eunuchen mit Männern, die zwar ihre Hoden besaßen, aber zur gleichen Zeit lebten, gleichen sozialen Status aufwiesen und auch sonst vergleichbare Lebensbedingungen hatten. Es zeigte sich, dass die Eunuchen zwischen 14 und 19 Jahre länger lebten als die unkastrierten Männer.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die deutlich verringerte Hormonmenge eine Rolle spielt; eine Vermutung, die sich mit anderen Studien deckt. Denn Tierversuche haben gezeigt, dass Testosteron sich zum Beispiel auf das Immunsystem und das allgemeine Wohlbefinden auswirkt.

Frühjahrsmüdigkeit – Hormone als Ursache?

Leiden Sie auch darunter, dass Sie trotz teilweise schönem Wetter sehr müde sind und nicht richtig in Schwung kommen?  Beim Übergang von den dunkleren, kürzeren Wintertagen auf die hellen, längeren Tage des Frühlings entsteht ein Ungleichgewicht in unserem Hormonhaushalt. Durch das zunehmende Tageslicht wird die Produktion des stimmungsaufhellenden Hormons Serotonin aktiviert, während gleichzeitig das für den Schlaf zuständige Hormon Melatonin noch reichlich ausgeschüttet wird.

Bis diese beiden unseren Schlaf-Wach-Rhythmus regulierenden Hormone wieder im Gleichgewicht sind, benötigt unser Körper eine Phase der Anpassung, die sich in Müdigkeit und Abgeschlagenheit äußern kann. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Wetterumstellung. Durch die zunehmende Wärme weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt und wir fühlen uns schlapp.

Helfen Sie Ihrem Körper mit gesunder Ernährung

Im Winter ernähren wir uns oft zu fett- und zuckerlastig. Denken Sie nur an Gänsebraten, Kohlgemüse mit Speck, Weihnachtsplätzchen & Co. Eine kleine Ernährungsumstellung auf eine ausgewogene Kost mit viel Obst, Gemüse und Salaten hilft Ihnen jetzt, sich schneller an die neue Jahreszeit anzupassen.

Mit einer leichteren Ernährung wird Ihr Organismus mit wichtigen Vitalstoffen versorgt und erhält so die notwendige Energie zum Start in den Frühling. Bevorzugen Sie Vollkornprodukte und greifen Sie lieber zum Körnerbrötchen als zum Croissant. Durch die Ballaststoffe, die sowohl im vollen Korn als auch in Obst und Gemüse stecken, bringen Sie Ihren im Winter träge gewordenen Stoffwechsel wieder in Schwung.

Ein exotisches Einzelmittel bringt Sie wieder in Schwung

Aus einer zu den Korbblütlern gehörenden, aus Chile stammenden Heilpflanze (Bailahuenkraut) wird das homöopathische Mittel Haplopappus hergestellt. Es gilt als wahrer Stimmungsaufheller und hervorragendes Mittel gegen einen schwächelnden Kreislauf.

Wenn Sie sich also so richtig schlapp fühlen, antriebsarm und den ganzen Tag lang müde sind, ist Haplopappus eine gute Mittelwahl gegen das körperliche und seelische Tief zum Frühjahrsbeginn. Wenden Sie das Mittel dazu in der sehr niedrigen Potenz D4 an und nehmen Sie davon bis zur Besserung einmal täglich zwei Tabletten, die Sie langsam im Mund zergehen lassen.

So bekämpfen Sie die Frühjahrsmüdigkeit

Helfen kann es Ihnen, wenn Sie Serotonin tanken. Das ist das Hormon, das Ihnen gute Laune verleiht und Sie wach macht. Am besten funktioniert das, wenn Sie raus an die frische Luft gehen, viel Sonne tanken und alles tun, was Ihnen gut tut. Treiben Sie ein bisschen Sport an der frischen Luft. Essen Sie viel Obst und Gemüse und trinken Sie genügend Wasser. So gehört die Frühjahrsmüdigkeit bald der Vergangenheit an.

Welche Nebenwirkungen hat eine Kortisonbehandlung?

Selbst bei Freunden der Naturmedizin lässt sich der Einsatz von Kortison nicht immer vermeiden. Im Falle von Asthma kann das sogar lebensgefährlich sein. Das Hormon Kortison wird in der Nebennierenrinde gebildet und vor allem unter Stress ausschüttet. Medizinisch genutzt wird das Kortison, weil es in der Lage ist, ein überschießendes Immunsystem zu bremsen und Entzündungen zu hemmen.

Je nachdem zu welchem Zweck Sie Kortison brauchen, kann es Ihnen in Form von Tabletten, Injektionen, Salbe oder Spray verordnet werden. Häufige Anwendungsgebiete von Kortison sind Asthma, Allergien, Gelenkerkrankungen und Entzündungen.

Sanfte Alternativen zu Kortison sind beispielsweise die homöopathische Salben Neydin F und M. Auf pflanzlicher Basis wirkt Kamillensalbe (z. B. Kamillosan) oder Kamillenextrakt. Sie lindern die Symptome einer entzündeten Haut, sofern Kamille bei Ihnen keine Allergie auslöst.

Alle sanften Alternativen können im Ernstfall Kortison allerdings nicht ersetzen. Wenn Ihnen Kortison als Tablette oder Injektion verschrieben wird, ist das Risiko von unerwünschten Begleiterscheinungen natürlicherweise größer als bei Salben. Dazu gehören vor allem eine veränderte Fettverteilung am Körper (Stiernacken, Vollmondgesicht), Bluthochdruck, erhöhter Blutzuckerspiegel und Osteoporose.

Diesen Nebeneffekten können Sie am besten begegnen, indem Sie darauf achten, sich genügend zu bewegen und ausreichend Vitalstoffe zu sich zu nehmen. Dazu gehören vor allem Kalzium, Vitamin D, Vitamin K, Vitamin C und die Vitamine der B-Gruppe. Sprechen Sie in einem solchen Fall mit Ihrem Arzt darüber, ob ein zusätzliches Vitamin- und Mineralstoffpräparat für Sie sinnvoll wäre.

Da Kortison zudem körpereigene Eiweiße abbaut, sollten Sie sich besonders eiweißreich ernähren und viel mageres Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte und Milchprodukte zu sich nehmen.

Kortison & Co: Nie einfach absetzen!

Egal ob Betablocker, Kortison oder manche Antidepressiva: Es gibt Situationen, in denen die Medikamente „ihre Pflicht getan haben” und Sie sie wieder absetzen möchten. Vielleicht weil der schmerzhafte Schub vorbei ist, vielleicht auch weil Sie das Risiko für anderen Erkrankungen, die in Folge der Medikamenteneinnahme auftreten können, verringern wollen.

Aber Vorsicht: Medikamente, deren Aufgabe es ist, Wirkstoffe des Körpers zu imitieren oder zu hemmen, dürfen Sie nicht auf eigene Faust von heute auf morgen absetzen. Es kann zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. So zum Beispiel bei Kortisol.

Normalerweise wird es in der Nebenniere gebildet; es ist die körpereigene Form des Kortisons. Wird dieses von außen zugeführt, um eine Entzündung zu hemmen, fährt Ihr Körper seine eigene Produktion herunter. Es kann sogar sein, dass sie komplett gestoppt wird. Setzen Sie das Kortison ab, dann kann es zu einem starken, erneuten Krankheitsschub kommen. Es muss ausgeschlichen werden, dadurch wird die körpereigene Produktion wieder angeregt. Dies dauert rund 14 Tage bis drei Wochen.

Auch bei Blutdrucksenkern müssen Sie Ihre Dosis langsam verringern. Denn diese haben die Aufgabe, den Herzschlag zu verlangsamen und die Pumpkraft des Herzens zu verringern. Setzen Sie diese Medikamente von jetzt auf gleich ab, kommt es zu einer Rebound-Reaktion. Ihr Blutdruck schießt förmlich in die Höhe, das Risiko für einen Herzinfarkt steigt drastisch an.

Werden Antidepressiva von jetzt auf gleich abgesetzt, droht ebenfalls ein Krankheitsrückfall. Es kann erneut zu Depressionen mit all ihren Symptomen kommen. Zudem treten Schwindel und Kopfschmerzen auf. Diese Beschwerden können zwar in manchen Fällen auch auftreten, wenn die Mittel ausgeschlichen werden, sie sind dann aber sehr gering und gehen schnell vorbei.

Auf welche Weise Sie Ihre Medikamente ausschleichen können, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt besprechen. Denn dies hängt von der Dauer der Einnahme ab, aber auch davon, wie hoch die Dosis war, die Sie täglich zu sich genommen haben.

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