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Die Heilpflanze Goldrute hilft Nieren und Harnwegen

(Foto: unpict - Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Bereits den Germanen war die Goldrute als natürliches Heilmittel bekannt. Denn die leuchtend gelbe Wildstaude kann Linderung bei Beschwerden wie Harnwegsinfekten, Nierengrieß oder auch bei einer Reizblase verschaffen. So trägt die Pflanze auch die Beinamen Edelwundkraut oder Goldwundkraut. Doch wie genau entfaltet sich die Wirkung der Goldrute? Und was gibt es sonst noch über die Heilpflanze aus der Familie der Korbblütler zu wissen?

Goldrute vor blauem Himmel
Das gelbe Goldrutenkraut blüht im Hochsommer von Juli bis Oktober. © Elenathewise - Fotolia

Auf einen Blick erklärt: Die Goldrute (Lat. Solidago virgaurea)

  • Goldrute: goldgelbes Staudengewächs aus der Familie der Korbblütler
  • Andere Bezeichnungen: Edelwundkraut, Fuchsschwanz, Schoßkraut, Machtheilkraut
  • Heilwirkung: entwässernd, harntreibend, entkrampfend, entzündungshemmend, vorbeugend gegen Blasen- und Nierensteine, bei äußerlicher Verwendung austrocknend
  • Anwendung: Tee, Tropfen, Fertigpräparate (z.B. Kapseln, Tabletten)
  • Einsatzgebiete: entzündliche Harnwegserkrankungen, Harnsteine, Nierengrieß, Reizblase, Gicht, Rheuma, Zahnfleischentzündungen
  • Inhaltsstoffe: Phenolglykoside, Flavonoide, Triterpen-Saponine, Gerb- und Bitterstoffe, ätherisches Öl

Entzündungshemmend und harntreibend: Welche Wirkung hat die Goldrute?

Die Goldrute wirkt entwässernd, harntreibend, entkrampfend und entzündungshemmend. Daher wird die Solidago virgaurea – so der lateinische Name der Goldrute – vor allem bei Harnwegsinfekten eingesetzt. Die Wirkungsweisen der Staude sind zudem:

  • vorbeugend gegen Blasen- und Nierensteine
  • austrocknend bei äußerlicher Anwendung
  • entspannend auf die Muskulatur der Harnwege

Die Goldrute kann bei Harnwegsinfekten Linderung verschaffen. Oftmals wird das Kraut dabei mit anderen natürlichen Heilmitteln kombiniert, um eine bessere Wirkungskraft zu erzielen. Zu diesen Heilpflanzen gehören Schachtelhalm oder Birkenblätter.

Bei welchen Beschwerden unterstützt die Goldrute als Heilpflanze?

Durch ihre auf den Harntrakt fokussierten Wirkweisen ist die Goldrute als Heilpflanze besonders bei Erkrankungen der Harnwege oder ähnlichen Beschwerden als natürliches Mittel zur Linderung beliebt. Durch die harntreibende Wirkung bietet das Goldrutenkraut eine Möglichkeit zur Unterstützung von Blasenentzündungen. Doch auch bei diesen Beschwerden ist Solidago virgaurea eine naturheilkundliche Option:

  • entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege
  • Harnsteine und Nierengrieß
  • Reizblase
  • Gicht und Rheuma
  • Zahnfleischentzündungen

An der Wirkkraft der Goldrute zusätzlich hervorzuheben ist, dass sie im Gegensatz zu vielen schulmedizinischen Entwässerungsmitteln die Ausscheidung von Natrium-, Kalzium- und Kaliumionen über die Nieren – und damit das lebenswichtige Gleichgewicht der Mineralstoffe (Elektrolyte) – nicht stört. Gleichzeitig kann Goldrutenkraut auch bei Blasenentzündungen nur zu einer Verbesserung beitragen, wenn parallel ausreichend Flüssigkeit konsumiert wird, sodass Keime ausgeschwemmt werden.

Achtung: Goldrute ist ein natürliches Heilmittel, das bei den oben genannten Beschwerden Linderung verschaffen kann und bei der Genesung unterstützt. Bei wiederkehrenden oder anhaltenden Symptomen sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden.

Goldrutenblüten - Nahaufnahme
Goldrutenblüte kann bei Harnwegentzündungen anstelle von Antibiotikum eingesetzt werden. © epantha - Fotolia

Goldrute bei einer Reizblase: So kann das Kraut Linderung verschaffen

Wer unter ständigem, dauerhaft auftretendem Harndrang leidet, hat eventuell eine Reizblase. Menschen mit diesen Beschwerden leiden unter anderem an folgenden Symptomen:

  • plötzlich auftretender und überfallartiger Harndrang
  • gestörter Harnfluss
  • Krämpfe und Schmerzen im Unterleib

Die Ursachen einer Reizblase sind vielfältig. In der natürlichen Behandlung hat es sich jedoch bewährt, den hochdosierten Extrakt der Goldrute einzusetzen, um eine Linderung zu erzielen. Dieser kann unter anderem dabei unterstützen, dass sich die verkrampfte Blasenmuskulatur entspannt. Zudem kann er die Harnbildung anregen und Entzündungen mildern, wie auch krankmachende Keime in der Blase reduzieren.

Mittel gegen Entzündungen: Die Heilpflanze Goldrute

Bereits seit dem Mittelalter wird das Goldrutenkraut auch gegen Entzündungen eingesetzt. Hierbei gilt der Wanderarzt Arnold von Villanova als Entdecker, denn er behandelte bereits im 13. Jahrhundert Nierengrieß und Blasensteine mit dem Kraut.

Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung erhielt die Goldrute auch die Beinamen Gold- und Edelwunderkraut.  Obwohl Solidago virgaurea heutzutage kaum mehr gegen Entzündungen eingesetzt wird besitzt sie Inhaltsstoffe, die diese lindern können. Eine natürliche Milderung von Mundentzündungen ist beispielsweise durch Spülungen mit Goldruten-Extrakt möglich. Doch welche Inhaltsstoffe sind im Goldrutenkraut enthalten?

Die Inhaltsstoffe von Goldrutenkraut: Woher kommen die Wirkungsweisen?

Die natürliche Wirkkraft der Goldrute entsteht durch die Kombination ihrer Inhaltsstoffe. Denn hier treffen unter anderem Phenolglykoside auf Flavonoide und Gerb- und Bitterstoffe. Schon einzeln sind diese Stoffe wirkungsstark. In der Kombination miteinander können sie jedoch nochmals besser bei der Linderung von Harnwegs-Beschwerden unterstützen.

InhaltsstoffWirkungsweise
Phenolglykoside, v. a. Leiocarposid

 

Phenolglykoside entfalten im Kraut der Goldrute vor allem ihre diuretischen, also harntreibenden Eigenschaften.
Flavonoide, v. a. Rutosid, QuercitrinFlavonoide überzeugen durch antivirale und antibakterielle, aber auch antioxidative Eigenschaften.
Triterpen-Saponine

 

Saponine zeigen eine antiphlogistische, also entzündungshemmende Wirkung. Außerdem hemmen sie das Wachstum von Bakterien und Pilzen.
Gerb- und Bitterstoffe

 

Gerb- und Bitterstoffe regen die Verdauung an, dabei vor allem die Aktivität von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse.
ätherisches Öl

 

Goldrutenöl wird als entzündungshemmend und wärmend bezeichnet.

Welche Neben- und Wechselwirkungen der Goldrute sind bekannt?

Die Heilpflanze ist allgemein gut verträglich, Neben- oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bisher nicht bekannt. Lediglich Patienten, die an Nierenleiden oder Ödemen (Wasseransammlungen im Gewebe) leiden, sollten auf die Anwendung verzichten.

Folgende Patientengruppen sollten zudem auf die Einnahme von Präparaten mit Goldrute verzichten:

  • Kinder unter 12 Jahren
  • Schwangere
  • Personen mit Allergien gegen andere Korbblütler, z.B. Kamille

Gut zu wissen: Auch wenn der Korbblütler in der Regel Beschwerden mit den Nieren oder der Harnwege lindert – bei der Einnahme entsprechender Zubereitungen oder Präparate ist Vorsicht geboten. Gerade die entwässernde Eigenschaft der Goldrute kann nämlich je nach Veranlagung Probleme mit sich bringen.

Tee oder Kapsel: Wie wird die Goldrute eingenommen?

Die Heilpflanze Goldrute kann vielfältig angewendet werden. Hier wird vor allem zwischen Fertigpräparaten und Rezepten unterschieden, die Sie selbst zubereiten. Mit Wasser aufgebrüht ergibt Goldrutenkraut einen Tee, der vor allem bei Blasenentzündungen Verwendung findet.

Generell sollten Sie jedoch darauf verzichten, Goldrutenkraut selbst zu sammeln. Denn die heilsame Echte Goldrute kommt selten vor, in der Natur anzutreffen ist vor allem die Kanadische Goldrute, die kaum Heilwirkung besitzt. Das Kraut der Pflanze ist, wie auch fertige Präparate mit Solidago virgaurea, in der Apotheke erhältlich.

Gut zu wissen: Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie Echte Goldrute und nicht etwa Riesengoldrute (Solidago gigantea) oder Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) erhalten. Denn nur erstere enthält den wirksamen Inhaltsstoff Leiocarposid. Doch wo liegen weitere botanische Unterschiede zwischen den Goldrutenarten?

Botanik der Goldrute: Wie wächst die Heilpflanze?

Die Goldrute wuchs ursprünglich vor allem an sonnigen Waldrändern. Heute breitet sie sich auch auf dem Boden von Schuttflächen sowie entlang von Bahngleisen aus. Zu medizinischen Zwecken werden die gesamten oberirdischen Pflanzenteile (also Blätter, Stängel und Blüten) verwendet. Die Erntezeit beginnt mit der Blüte im August.

Alle Sorten der Staude gehören zu den Neophyten, wurden also Mitte des 17. Jahrhunderts von Nordamerika nach Europa gebracht. Neophyten breiten sich oftmals flächendeckend aus – so entsteht aus einer einzelnen Goldruten-Staude schnell ein ganzer Bestand.

Die Gewächse gehören zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae) und sind in ganz Europa anzutreffen. Die leuchtend gelb blühende Wildstaude wird bis zu 1 Meter hoch.

Fazit: Das sollten Sie über die Goldrute wissen

Die Goldrute ist eine Heilpflanze, die bei der unterstützenden Behandlung vor allem von Harnwegsinfekten zum Einsatz kommt. Das natürliche Heilmittel wirkt dabei vor allem durch Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Phenolglykoside und Saponine. Dabei entfalten sich harntreibende und entzündungshemmende Wirkungsweisen.

Botanisch gesehen zählt die Staude zu den Neophyten, einer Gruppe an Pflanzen, die von Nordamerika nach Europa kam. Dabei ist zu beachten, dass nur eine von vielen Arten des Korbblütlers zur medizinischen Verwendung geeignet ist: die Echte Goldrute, Solidago virgaurea.

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