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Mönchspfeffer: Heilpflanze für den Hormonhaushalt

(Foto: spline_x - Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Im Mittelalter erlangte der Mönchspfeffer seinen Status als Symbol der Keuschheit: Denn damals sollte die Heilpflanze Mönchen und Nonnen dabei helfen, ihre Keuschheitsgelübde besser einhalten zu können. Heutzutage ist die Pflanze, die aufgrund ihrer Geschichte auch Keuschlamm genannt wird, ein natürliches Mittel bei Wechseljahresbeschwerden, Prämenstruellem Syndrom (PMS) oder Kinderwunsch. Hier erfahren Sie alles über die Heilpflanze Vitex agnus-castus und was Sie bei der Einnahme von Mönchspfeffer beachten sollten.

Vitex agnus-castus im Überblick: Das Mönchspfeffer-1×1

  • Mönchspfeffer: Heilpflanze aus der Familie der Lippenblütler für den Hormonhaushalt
  • Andere Bezeichnungen: Keuschlamm, Keuschbaum, Liebfrauenbettstroh, Keuschstrauch, Tanis
  • Heilwirkung: hormonmodulierend, antientzündlich, potenzsteigernd
  • Anwendung: Tabletten, Tee, Tropfen, Kapseln
  • Einsatzgebiete: Prämenstruelles Syndrom (PMS), Zyklusstörungen, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Kinderwunsch
  • Botanik: Eisenkrautgewächs mit violetten Blüten und bräunlichen Früchten
  • Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Iridoidglykoside (Aucubin, Agnusid), Diterpene, Flavonoide, Gerbstoffe

Heilpflanze Mönchspfeffer: Gegen welche Beschwerden hilft Keuschlamm?

Der Mönchspfeffer ist eine beliebte Heilpflanze, wenn es um Beschwerden rund um den Hormonhaushalt geht. Dazu gehören unter anderem zahlreiche klassische „Frauenleiden“, also gesundheitliche Beschwerden rund um die Menstruation und die Wechseljahre. Unter anderem kann Vitex agnus-castus bei diesen Beschwerden zur Linderung beitragen:

  • Prämenstruelles Syndrom (PMS) mit Kopfschmerzen, Reizbarkeit oder Völlegefühl
  • Zyklusstörungen: Zu kurze oder lange Zyklen, unregelmäßig auftretende Perioden
  • Wechseljahresbeschwerden wie nächtliches Schwitzen oder Hitzegefühl
  • Akne und andere hormonell bedingte Beschwerden
  • bei Kinderwunsch
  • Polyzystisches Ovar-Syndrom (PCOS)

Der Mönchspfeffer ist also eine Heilpflanze, die vor allem bei Beschwerden eingesetzt werden kann, die Frauen betreffen. Teilweise wird Vitex agnus-castus jedoch auch bei männlichen Patienten verwendet. Hierbei soll eine potenzsteigernde Wirkung erzielt werden.

Die Heilwirkung von Mönchspfeffer: Wie wirkt Vitex agnus-castus?

Mönchspfeffer wirkt hormonregulierend. Das heißt, die Pflanze kann den körpereigenen Hormonhaushalt ins Gleichgewicht bringen. So sind auch die meisten der Beschwerden, bei denen das Keuschlamm Linderung verschaffen kann, durch hormonelles Ungleichgewicht bedingt. Zudem birgt Vitex agnus-castus entzündungshemmende und möglicherweise potenzsteigernde Wirkweisen. Doch wie genau wirkt sich die Heilpflanze auf den Hormonhaushalt aus?

Die Hormone des Körpers sind für zahlreiche Körperfunktionen vonnöten – und beeinflussen diese. So auch den Zyklus, die Fruchtbarkeit und die Libido. Reguliert wird das Hormonsystem des Körpers von der Hypophyse, einer Drüse im menschlichen Hirn. Es wird vermutet, dass genau an der Hypophyse die im Mönchspfeffer wirkenden Stoffe ansetzen:

  • Die Wirkstoffe des Mönchspfeffers stimulieren die Stelle der Hypophyse, an der der Nervenbotenstoff Dopamin andockt.
  • Dadurch wird die Ausschüttung des Hormons Prolaktin gehemmt, das unter anderem den Menstruationszyklus und die Produktion anderer Hormone hemmt oder die Milchproduktion begünstigt.
  • Durch die Hemmung von Prolaktin sinkt der Wert des Hormons im Körper und es wird die Hormonausschüttung anderer Hormone begünstigt, so die von Östrogen und die des follikelstimulierenden Hormons (FSH).

Mönchspfeffer und seine Wirkstoffe können also einen Einfluss auf den Prolaktinspiegel nehmen, hormonelles Ungleichgewicht ausbalancieren und sich so günstig auf die Frauengesundheit auswirken.

Mönchspfeffer bei PMS: So unterstützt Keuschlamm bei Prämenstruellem Syndrom

Die Tage vor der Monatsblutung sind bei zahlreichen Frauen von Beschwerden wie Kopfschmerzen, Völlegefühl oder Reizbarkeit geprägt. Dies bezeichnet man als Prämenstruelles Syndrom, kurz PMS genannt. Auch Beschwerden wie eine empfindliche Brust, Hautveränderungen oder Rückenschmerzen gehen mit PMS einher.

Mönchspfeffer kann diesen Schmerzen und Beschwerden entgegenwirken. Denn zahlreiche der Symptome entstehen durch ein erhöhtes Vorkommen des Hormons Prolaktin. Durch die Einnahme von Mönchspfeffer kann der Prolaktin-Wert im Körper sinken und die Heilpflanze so zu einer Linderung der Beschwerden durch PMS beitragen.

Anwendung bei Zyklusstörungen: Der Weg zur regelmäßigen Periode mit Mönchspfeffer

Ausbleibende, zu lange oder sehr kurze Zyklen können eine Belastung für viele Frauen sein. Besonders Frauen mit Kinderwunsch möchten einem unregelmäßigen Zyklus entgegenwirken. Ein natürliches Mittel hin zu einem regelmäßig wiederkehrenden Zyklus kann die Einnahme der Heilpflanze Mönchspfeffer darstellen.

Denn auch bei Zyklusstörungen kommt die hormonregulierende Wirkung des Keuschlamms dem Körper zugute. So kann durch die Einnahme vermehrt Östrogen und das follikelstimulierende Hormon gebildet werden, die beide für die Regulierung des weiblichen Zyklus zuständig sind.

Hormonbedingte Stoffwechselerkrankung: Keuschlamm bei PCOS

Etwa eine Million Frauen allein in Deutschland sind vom polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) betroffen. Die Stoffwechselstörung zeigt sich beispielsweise durch ausbleibende Zyklen, Haarausfall, Übergewicht und Unfruchtbarkeit. Bedingt wird auch diese Erkrankung durch einen massiv gestörten Hormonhaushalt der Frauen im gebärfähigen Alter.

So kann auch bei PCOS die Einnahme von Mönchspfeffer eine gesundheitlich lindernde Wirkung mit sich bringen. Auch hier kann die Heilpflanze einen erhöhten Prolaktinspiegel senken und Beschwerden, die mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom einhergehen, möglicherweise lindern.

Achtung: Bei allen beschriebenen Beschwerden und Erkrankungen handelt es sich um ernstzunehmende gesundheitliche Einschränkungen. Die Einnahme von Mönchspfeffer kann bei all den genannten Leiden zu einer Besserung beitragen. Sollten Sie jedoch wiederkehrende, anhaltende oder starke neu auftretende Beschwerden haben, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.

Hormonregulierende Wirkung: Welche Inhaltsstoffe bedingen die Wirkkraft des Mönchspfeffers?

Die in den Früchten des Mönchspfeffers enthaltenen Inhaltsstoffe sind unter anderem ätherische Öle, Iridoidglykoside, Diterpene, Flavonoide und Gerbstoffe. Das ätherische Öl des Keuschlamms setzt sich dabei aus den sogenannten Terpenen zusammen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Folgende Inhaltsstoffe der Pflanze überzeugen durch ihre Wirkkraft:

  • Sabinen schmeckt pfeffrig und ist dadurch unter anderem auch für den Namen der Pflanze verantwortlich. Zudem wirkt der Stoff gegen Pilze und Entzündungen.
  • Flavonoide wirken antioxidativ, unter anderem ist in Mönchspfeffer Casticin enthalten.
  • Das Iridoidglykosid Aucubin hat entzündungshemmende und antibiotische Wirkweisen.
  • Das ebenfalls zu den Iridoidglykosiden gehörende Agnusid wirkt ebenfalls entzündungshemmend.

Aufgrund seiner nachgewiesen hormonregulierenden Wirkweise ist Mönchspfeffer allerdings nicht frei von Neben- und Wechselwirkungen.

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Welche Neben- und Wechselwirkungen von Mönchspfeffer sind bekannt?

Bei der Anwendung von Mönchspfeffer können Neben- oder Wechselwirkungen auftreten. Besonders achten sollten Sie auf allergische Reaktionen wie Juckreiz, Ausschläge, Atemnot oder Schluckbeschwerden. Auch Darmprobleme, Kopfschmerzen oder Schwindel können durch die Einnahme von Mönchspfeffer auftreten. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, treten Sie mit einem Arzt in Kontakt.

Durch die hormonverändernde Wirkung der Pflanze sollten Frauen, die die Pille anwenden, keine Behandlung mit Mönchspfeffer beginnen, da die Pflanze die verhütende Wirkung der Pille beeinträchtigen kann. Auch Menschen mit Brustkrebs oder einer Hypophysenstörung müssen auf Vitex agnus-castus verzichten. Da Mönchspfeffer die Milchproduktion der Frau beeinflussen kann, sollten auch Schwangere und stillende Frauen von der Einnahme absehen oder diese mit einem Arzt absprechen.

Was gibt es bei der Einnahme von Mönchspfeffer zu beachten?

Die Einnahme von Mönchspfeffer zur Regulierung des Hormonhaushalts sollte über einen längeren Zeitraum andauern. Oft schlägt die Therapie mit dem Heilkraut erst nach acht bis zwölf Wochen an. Egal, ob Sie Keuschlamm also als Tee, Tablette oder Kapseln einnehmen: Achten Sie darauf, dies mindestens über drei Zyklen zu tun.

Es ist zudem empfehlenswert, bei der Einnahme von Mönchspfeffer auf Fertigpräparate aus der Apotheke zu setzen. Diese enthalten eine bestimmte Wirkstoffmenge und können somit genau dosiert werden. Sprechen Sie die Behandlung mit den Präparaten in jedem Fall vorher mit einem Arzt ab.

Botanische Eigenschaften von Vitex agnus-castus: Wie wächst der Mönchspfeffer?

Der Mönchspfeffer blüht vor allem in südlicheren Gefilden. Hierbei bevorzugt er einen Standort in der Nähe von Flüssen oder Küsten. Die Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler und kann bis zu mehrere Meter hoch werden.

Im April bis Frühsommer treibt der Strauch aus und zeigt Dolden, die blau, violett oder rosafarben schimmern. Medizinische Verwendung finden die Früchte des Keuschlamms. Die kleinen schwarzen Samen befinden sich in der schwarz-roten Frucht.

Die Geschichte des Mönchspfeffers: Seit wann ist die Pflanze bekannt?

Bekannt wurde Mönchspfeffer bereits in der Antike, vor allem durch die Nutzung in der Nahrung zur Eindämmung des Sexualtriebes bei Männern und Frauen, insbesondere in Klöstern (Überlieferung der Schriften von Dioscurides).

Dazu gab man die pfeffrig-scharfen Früchte zum Bettstroh dazu, um Nonnen und Mönche von unzüchtigen Gedanken und Taten abzuhalten. Mönchspfeffer galt daher im Altertum auch als Sinnbild für die Keuschheit, das brachte ihm auch den Namen Keuschlamm ein.

Fazit: Mönchspfeffer – Keuschlamm hilft vor allem Frauen

Während der Mönchspfeffer in der Antike und im Mittelalter vor allem Männern dabei helfen sollte, den Sexualtrieb einzudämmen, hat sich der Anwendungsbereich der Pflanze stark gewandelt. Denn Vitex agnus-castus kommt heutzutage vor allem bei Beschwerden, die Frauen betreffen, zum Einsatz. So zum Beispiel bei Prämenstruellem Syndrom (PMS), Zyklusstörungen und Wechseljahresbeschwerden.

Dabei setzt die Heilpflanze direkt an der Hypophyse an: Diese Drüse ist für die Hormone im Körper zuständig. So kann Mönchspfeffer einen gestörten Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen. Verwendet werden sollten vor allem Fertigpräparate aus der Apotheke, da hier die Dosierung des Keuschlamms genau bekannt ist.

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