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Yamswurzel: Die gesunde Knolle als Heilpflanze

Die Yamswurzel gilt als wichtiges Heilkraut in der Frauenheilkunde. Aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe hilft die Knolle jedoch ebenfalls gegen zahlreiche weitere Beschwerden. Doch wie wirkt die Yamswurzel überhaupt? (Foto: Hongyan - Adobe Stock)

Die Yamswurzel ist vor allem in Westafrika und Südamerika weit verbreitet. Dort ist sie aufgrund ihres hohen Nährstoffgehalts ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Doch Yams macht nicht nur satt, sondern ist auch noch gesund. Daher ist die Knolle auch als Heilpflanze beliebt. Traditionell soll sie gegen Frauenleiden wirksam sein. Doch es gibt noch weit mehr Beschwerden, bei denen die Volksmedizin den Einsatz der Yamswurzel empfiehlt.

Yamswurzel als Heilpflanze: Alles Wichtige auf einen Blick

  • Yamswurzel: Superfood, das auch als Heilpflanze zum Einsatz kommt
  • Heilwirkung: entzündungshemmend, den Hormonzyklus regulierend, entkrampfend, Progesteron-ähnlich
  • Einsatzgebiet: Frauenheilkunde (Wechseljahresbeschwerden, PMS, Stimmungsschwankungen, Zyklusstörungen), Verdauungsbeschwerden, Husten
  • Inhaltsstoffe: Steroidsaponine (Diosgenin), Dioscorin, Gerbstoffe, Stärke, Vitamine und weitere Nährstoffe
  • Anwendung und Einnahme: Kapseln, Tees und weitere Nahrungsergänzungsmittel
  • Weitere Namen: Yams oder Yam

Handelt es sich bei der Yamswurzel um eine Heilpflanze für Frauenheilkunde?

Die Yamswurzel wird als Heilpflanze in der Frauenheilkunde eingesetzt. Grund dafür ist der Diosgenin-Gehalt der Knolle. Dabei handelt es sich um ein pflanzliches Hormon (Phytohormon), das dem menschlichen Gelbkörperhormon, Progesteron, ähnelt.

Wissenschaftlich ist allerdings nicht bewiesen, ob der Körper aus Diosgenin das körpereigene Progesteron herstellen kann. Der Stoff ist neben Östrogen ein wesentlicher Bestandteil des weiblichen Hormonhaushalts und wird an den Eierstöcken produziert.

Das Hormon spielt eine wichtige Rolle in der zweiten Phase des Menstruationszyklus, während der Wechseljahre und der Schwangerschaft. Je nach Einnahmezeitpunkt hat die Yamswurzel unterschiedliche Wirkungen – beruhigend und schmerzlindernd während der Menstruation oder auch fruchtbarkeitssteigernd je nach Zyklus-Zeitpunkt. Die Yamswurzel soll dabei die Dominanz an Östrogen ausgleichen, die einige typische Frauenbeschwerden auslöst.

Yamswurzel aufgeschnitten
Die Yamswurzel ist ein wahres Heilkraut für die Frauenheilkunde. Doch die Inhaltsstoffe wirken ebenfalls gegen andere Beschwerden. © kei u | Adobe Stock

Hormonelle Wirkungen der Yamswurzel nicht eindeutig nachgewiesen

Bis in die 70er Jahre wurde der Rohstoff für die Antibabypille als Verhütungsmittel vor allem aus der Yamswurzel (Dioscorea villosa) gewonnen, einer nord- und mittelamerikanischen Heilpflanze.

Der Schluss, dass die Pflanze deshalb ebenfalls selbst in der Lage sein muss, den menschlichen Hormonhaushalt zu beeinflussen, ist allerdings voreilig. Inwieweit man der Östrogendominanz mit Hilfe der Heilpflanze begegnen kann, ist daher unklar.

Der Stoff, auf dem die Wirkung beruhen soll, ist das Diosgenin: Aus diesem Phytohormon wurde tatsächlich der Anti-Babypillen-Wirkstoff Progesteron gewonnen. Allerdings sind dazu im Labor noch diverse chemische Umbaureaktionen nötig, die im menschlichen Körper gar nicht ablaufen. Deshalb kann man die Yamswurzel nicht ohne Weiteres als „natürliches” Progesteron bezeichnen.

Achtung: In einigen Ländern wählen Frauen die Yamswurzel als natürliches Verhütungsmittel. Die verhütende Wirkung konnte in Studien allerdings nicht nachgewiesen werden. Informieren Sie sich bei Ihrem Gynäkologen, wenn Sie auf der Suche nach einem hormonfreien Mittel zur Verhütung sind.

Welche Inhaltsstoffe besitzt die Yamswurzel?

Die Yamswurzel ist vor allem wegen des enthaltenen Diosgenin bekannt. Doch die Heilpflanze verfügt noch über weit mehr wertvolle Inhaltstoffe, so zum Beispiel Kalium, Zink, Mangan, Kupfer und Eisen.

Da die Yamswurzel einen hohen Gehalt an Stärke, Mikronährstoffen und Ballaststoffen aufweist, ist sie in vielen Ländern ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Die Inhaltsstoffe von Yams im Überblick:

  • Vitamin B6 und B1
  • Riboflavin (Vitamin B2)
  • Folsäure
  • Pantothensäure
  • Niacin
  • Vitamin C
  • Kupfer
  • Kalium
  • Kalzium
  • Eisen
  • Magnesium
  • Phosphor
  • Diosgenin

Die Wurzel ist in ihrem Geschmack und Aussehen dabei der Süßkartoffel ähnlich. Verzehren Sie die Yamswurzel niemals roh – erst nach der richtigen Zubereitung ist Yams verträglich.

Gegen welche Beschwerden hilft die Yamswurzel?

Die Yamswurzel wirkt laut der Volksmedizin entzündungshemmend und krampflösend. Daher kommt sie zum Beispiel bei Magen-Darm-Beschwerden und rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz.

Die traditionellen Anwendungsgebiete der Yamswurzel erstrecken sich über folgende Bereiche:

  • Lösung von Krämpfen (z. B. im Magen-Darm-Trakt)
  • Verdauungsförderung durch verstärkte Gallenproduktion
  • Entzündungshemmung (z. B. bei rheumatischen Erkrankungen)
  • Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen
  • Osteoporose und Arteriosklerose
  • Schleimlöser bei Husten
  • Frauenheilkunde (Wechseljahresbeschwerden, prämenstruelles Syndrom (PMS), Stimmungsschwankungen, Zyklusstörungen)
  • Erste Untersuchungen in der Krebsforschung

Achtung: Schwangere und Stillende sollten die Yamswurzel nicht anwenden. Studien konnten für alle anderen Gruppen bisher keine Nebenwirkungen der Heilpflanze feststellen. Sprechen Sie dennoch mit einem Arzt oder Apotheker, wenn Sie Yams über einen längeren Zeitraum einnehmen möchten.

Die Yamswurzel wird aufgrund seiner vielfältigen Wirkung gegen zahlreiche Beschwerden eingesetzt.

Yamswurzel als natürliches Mittel gegen PMS

Das prämenstruelle Syndrom tritt bei einigen Frauen kurz vor der Regelblutung auf. Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Krämpfe und Schlafstörungen können aufgrund einer Östrogendominanz die Folge sein. Die Nährstoffkombination, die in der Yamswurzel enthalten ist, kann diesen Beschwerden auf natürlichem Weg begegnen.

Wer zu Yams-Kapseln greift, um das prämenstruelle Syndrom zu lindern, sollte die Kapseln nicht den ganzen Zyklus über einnehmen. Lediglich vom Zeitpunkt des Eisprungs bis zum Einsetzen der Regelblutung ist die Einnahme ratsam.

Yams als natürliche Unterstützung gegen Erkältung, Arthritis und Rheuma

Die Pflanze Dioscorea villosa ist reich an Vitamin C und Kalium. Deshalb kann Yams unterstützend bei Erkältungen wirken. Auch Entzündungsprozesse im Körper soll die Knolle laut Volksmedizin heilen. Daher kommt die Yamswurzel als Heilpflanze gegen Schmerzen bei Arthritis und Rheuma zum Einsatz.

Yamswurzel: Krampflösend und verdauungsanregend

Den krampflösenden und verdauungsanregenden Effekt verdankt die Yamswurzel den enthaltenen Mineralien. Daher kann Yams auch auf den Magen-Darm-Trakt beruhigend wirken. Außerdem kann die Pflanze die Gallenproduktion verstärken und auf diese Art und Weise die Verdauung fördern.

Wie sieht die Studienlage rund um die Wirksamkeit der Yamswurzel aus?

Inwiefern die Yamswurzel als Heilpflanze tatsächlich Medikamente ersetzen kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Dennoch gibt es einige Studien, welche die Wirksamkeit der Yamswurzel auf den Prüfstand stellen.

Eine Studie hat beispielsweise die Wirksamkeit der Yamswurzel gegen Wechseljahresbeschwerden untersucht. Das Urteil der australischen Forscher aus dem Jahr 2001: Nach drei Monaten hatte die Yamswurzel lediglich dieselbe Wirkung wie ein wirkstofffreies Scheinmedikament (Placebo) (Komesaroff et al., 2001). Dennoch konnten die Forschenden immerhin feststellen, dass das Präparat frei von Nebenwirkungen war.

Eine weitere Untersuchung aus dem Jahr 2010 untersuchte die Yamswurzel im Zusammenhang mit Osteoporose. Allerdings erhielten die Versuchspersonen hierbei ein Mittel, das noch sieben weitere Heilpflanzen enthielt. Das natürliche Präparat zeigte laut Untersuchenden in der verwendeten Dosierung ein „prophylaktisches Potenzial“ bei der Behandlung von Osteoporose (Wegiel et al., 2010).

In den letzten Jahren widmen sich auch immer mehr Studien aus dem Bereich der Krebsforschung der Yamswurzel. Nachdem Frauen 30 Tage lang eine Kapsel mit Yams eingenommen hatten, zeigte sich ein signifikanter Anstieg an Sexualhormonen, Antioxidantien und Lipiden. Laut der Wissenschaftler könnte dies das Brustkrebsrisiko sowie das Risiko der Herz-Kreislauf-Erkrankungen während der Menopause senken (Wen-Huey Wu et al., 2005).

2016 erhielt diese Vermutung erneut Bestätigung, als Forschende im Reagenzglas untersuchten, ob aus Yams isolierte Wirkstoffe Brustkrebszellen bekämpfen können. Tatsächlich zeigte sich, dass die Lebensfähigkeit der Brustkrebszelllinien reduziert wurde (Pranapda et al., 2016). Weitere Studien müssen nun zeigen, ob eine Yams-Einnahme das Krebsrisiko tatsächlich senken kann.

Die Yamswurzel liefert wertvolle Inhaltsstoffe. Doch wie wird die Yamswurzel zubereitet? © fengchen | Adobe Stock

Wie bereitet man die Yamswurzel richtig zu?

Die Yamswurzel ist roh giftig und sollte daher nur richtig zubereitet gegessen werden. Für den Einsatz als Heilpflanze gibt es außerdem Fertigpräparate. Traditionell wird die Heilpflanze auch als Tee konsumiert.

Wenn Sie die Yamsknolle essen möchten, finden Sie diese beispielsweise in Asia-Märkten. Bevorzugen sie ein fertiges Nahrungsergänzungsmittel, können Sie sich die Zubereitung des rohen Yams sparen. In Deutschland sind in Reformhäusern, Drogerien und Apotheken meist Extrakte der Yamswurzel in Kapsel- oder Tablettenform erhältlich. Die Kapseln enthalten dann bereits die richtige Dosierung an Yams.

Tee aus Yamswurzeln kochen

In ihren Ursprungsländern Mittel- und Südamerikas bereiten die Menschen vor allem frische Tees aus der Wurzel zu. Dazu benötigen Sie etwa 20 Gramm der Knolle. Schneiden Sie den Yams klein und kochen Sie diesen für 20 Minuten. Nach Ablauf der Zeit gießen Sie den Sud ab. Um den Geschmack des Tees aufzuwerten, können Sie ihn mit Honig oder Agavendicksaft süßen.

Botanik: Wissenswertes rund um den wilden Yam

Die wilde Yamswurzel (Dioscorea villosa) zählt zur Familie der Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae), die auch unter dem Namen Yamsgewächse, Yamswurzgewächse oder Schmerwurzgewächse bekannt sind.

Bei der Yamswurzel handelt es sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wurzelknollen als Überdauerungsorgane bilden. Form und Größe dieser Wurzelknollen können sehr unterschiedlich ausfallen – die Staude kann jedoch bis zu sieben Meter hoch wachsen. Die Pflanze kommt in freier Natur – je nach Art – überwiegend in den tropischen Bereichen Afrikas sowie in Nord- und Mittelamerika vor.

Die am häufigsten zur Nahrungsmittelgewinnung angebaute Yamswurzel entwickelt Wurzelknollen, die bis zu zwei Meter lang werden können und einen süßlichen, Esskastanien und Kartoffeln ähnelnden Geschmack haben.

Yamswurzel: Mehr als nur ein leckeres Superfood

Dioscorea villosa – auch als Yamswurzel bekannt – ist in vielen Ländern der Welt sowohl als Grundnahrungsmittel als auch als Heilpflanze beliebt. Sie zeichnet sich durch ihre wertvollen Inhaltstoffe aus, welche den Yams nicht nur nahrhaft, sondern auch gesundheitsfördernd machen.

Als Heilpflanze kommt die Yamswurzel vor allem zum Einsatz, um Frauenleiden wie Wechseljahresbeschwerden oder PMS zu lindern. Die Volksmedizin rät aber auch noch zu weiteren Einsatzbereichen. So soll Yams beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden abmildern und bei Husten Abhilfe schaffen. Wissenschaftlich ist die Wirksamkeit in diesen Anwendungsgebieten allerdings nicht gesichert.

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