Teufelskralle – afrikanische Heilpflanze bei Gelenkbeschwerden

Teufelskralle – afrikanische Heilpflanze bei Gelenkbeschwerden
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Inhaltsverzeichnis

Die Afrikanische Teufelskralle ist eine Heilpflanze, die besonders wegen ihrer schmerzstillenden und entzündungshemmenden Wirkung geschätzt wird. Daher findet sie vor allem bei der Therapie von Rheuma, Arthrose und Rückenschmerzen Anwendung. Sie soll durch ihre Inhaltsstoffe allerdings ebenfalls bei Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit Abhilfe verschaffen. Erfahren Sie hier, auf welche Stoffe die Wirkung der Teufelskralle zurückgeht und wie Sie die Heilpflanze am besten anwenden.

Teufelskralle als Heilpflanze: Alles Wichtige auf einen Blick

  • Teufelskralle:  Pflanzenart in der Familie der Sesamgewächse, die im Süden Afrikas gedeiht
  • Heilwirkung:  u. a. schmerzstillend, entzündungshemmend, appetitanregend
  • Einsatzgebiet:  Arthrose, Rheuma, Muskelverspannungen, Schmerzen des Bewegungsapparats, Verdauungsbeschwerden, Appetitmangel
  • Inhaltsstoffe:  Glykoside, Phytosterine, Zuckerstoffe, Flavone, Bitterstoffe
  • Anwendung und Einnahme: Kapseln, Tees und Salben
  • Weitere Namen: Afrikanische Teufelskralle, Trampelklette

Harpagophytum procumbens – die Teufelskralle als Heilpflanze

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) gehört zur Familie der Sesamgewächse und ist im südlichen Afrika beheimatet. Ihren Namen erhielt die Pflanze wegen ihrer verholzenden Früchte, die krallenähnliche Haken bilden.

Die Menschen in Südafrika und Namibia schätzen die Teufelskralle schon seit Jahrhunderten als bitteres Tonikum bei Verdauungsstörungen, als Fiebermittel, Schmerzmittel sowie als Mittel gegen Migräne. Dabei verwenden sie jedoch nicht die Blüten, sondern die Speicherwurzeln der Pflanze.

Auch bei uns kommt die Teufelskralle in der Natur vor – allerdings nicht die afrikanische, sondern die Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum). Sie zählt zu der Familie der Glockenblumengewächse und hat im Gegensatz zu der Harpagophytum procumbens keine nachgewiesene Heilwirkung. Darum wird auch in unseren Breitengraden auf die Afrikanische Teufelskralle zurückgegriffen – und das bereits seit knapp 120 Jahren.

Die Teufelskralle wirkt nicht nur schmerzstillend, sondern auch verdauungsanregend sowie entzündungshemmend.sunday pictures | Adobe Stock

Denn auch in Europa schätzt man ihre schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung – insbesondere bei der Therapie von Rheuma. Daher wird die Harpagophytum procumbens bei uns häufig in Form von Fertigpräparaten genutzt, die Sie aus der Apotheke beziehen können.

Wie wirkt die Teufelskralle?

In erster Linie dient die Teufelskralle der Schmerzbekämpfung bei Gelenkleiden und Muskelverspannungen. Kaum beachtet ist ihre verdauungsanregende Wirkung, die auf ihren Bitterstoffgehalt zurückgeht. Generell kann man die Wirkung der Teufelskralle wie folgt zusammenfassen:

  • schmerzstillend
  • entzündungshemmend
  • appetitanregend
  • fördert die Sekretion der Verdauungssäfte

Besonders bei schmerzenden und entzündlichen Erkrankungen in den Gelenken, Rückenschmerzen sowie Verspannungen soll die Teufelskralle Abhilfe schaffen.

Welche Inhaltsstoffe enthält die Teufelskralle?

Die wirksamen Inhaltsstoffe der Afrikanischen Teufelskralle stecken in den Speicherwurzeln der Pflanze. Schon 1958 wurden die Inhaltsstoffe Harpagosid und Harpagid als schmerzstillende, entzündungshemmende Wirkstoffe identifiziert. Doch auch weitere Stoffe reihen sich hier ein:

  • Iridoidglycoside, v. a. Harpagosid, Harpagid, Procumbid
  • Phytosterine
  • Zuckerstoffe
  • Flavone
  • Bitterstoffe

Über die Inhaltsstoffe der Blätter, Blüten und Früchte ist bislang noch wenig bekannt.

Die Teufelskralle kommt bei zahlreichen Erkrankungen zum Einsatz. Dazu gehört beispielsweise Arthrose, Gelenkrheuma sowie Verdauungsstörungen und Muskelverspannungen. Christian Pedant | Adobe Stock

Wann findet die Teufelskralle Anwendung?

Die Teufelskralle ist vom früheren Bundesgesundheitsamt bei folgenden Beschwerden offiziell als pflanzliches Heilmittel anerkannt worden:

  • Arthrose
  • entzündliches Gelenkrheuma
  • Muskelverspannungen
  • Schmerzen der Sehnen und des Bewegungsapparats
  • Verdauungsbeschwerden
  • Appetitmangel

Welche Inhaltsstoffe genau für die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Effekte der Teufelskralle verantwortlich sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Viele Menschen, die an Arthrose oder anderen entzündlichen bzw. schmerzenden Erkrankungen der Gelenke oder des Bewegungsapparats leiden, setzen auf die heilsame Wirkung der Teufelskralle. Allerdings konnte auch die Heilwirkung nicht wissenschaftlich bewiesen werden.

Die enthaltenen Bitterstoffe des Sesamgewächses regen wiederum nachweislich die Verdauung an und steigern den Appetit. Daher wird die Teufelskralle auch bei Blähungen und Appetitlosigkeit eingesetzt.

Beachten Sie: Wenden Sie die Teufelskralle nur in Absprache mit Ihrem Arzt an. Die Heilpflanze kann keine Standardtherapie ersetzen und sollte diese daher nur ergänzen. Insbesondere bei einer Verschlechterung Ihrer Beschwerden sollten Sie die Einnahme abbrechen und einen Mediziner aufsuchen.

Teufelskralle: Was sind die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen?

Die Teufelskralle kann insbesondere bei einer hohen Dosierung zu verschiedenen Nebenwirkungen führen, wie zum Beispiel:

  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • allergische Reaktionen

Die afrikanische Teufelskralle sollte nicht bei Magen- und Darmgeschwüren angewandt werden, da ihre Bitterstoffe die Sekretion von Magensäure anregen und die Beschwerden verschlimmern können. Bei Gallensteinen sollten Sie Teufelskralle nur nach Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen, da die Inhaltsstoffe den Gallenfluss anregen, was zu einer Gallenkolik führen kann.

Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Teufelskralle nur nach Absprache mit einem Mediziner Anwendung finden.

Tipps zur Anwendung: So entfaltet sich die heilende Wirkung der Teufelskralle

Zu medizinischen Zwecken werden ausschließlich die getrockneten Speicherwurzeln der südamerikanischen Teufelskralle verwendet. Sie können daraus entweder einen Tee zubereiten oder Extrakte der Wurzeln in Fertigpräparaten und Salben anwenden. Dabei sind die Fertigpräparate bei den meisten Anwendern beliebter, da der Tee aufgrund der enthaltenden Bitterstoffe vielen nicht schmeckt.

Die Teufelskralle kann als Heilpflanze auf unterschiedliche Art und Weise angewandt werden.etfoto | Adobe Stock

Falls Sie an stärkeren Gelenkschmerzen leiden, eignen sich vor allem Fertigpräparate, wie Tabletten oder Tinkturen. Haben Sie dagegen nur leichte Muskel- oder Gelenkbeschwerden, können Sie sich einen Teufelskrallen-Tee zubereiten oder Umschläge mit dem Tee auflegen bzw. eine fertige Salbe anwenden. Der Tee eignet sich auch bei Blähungen oder Völlegefühl.

Beachten Sie jedoch, dass die potenziellen Effekte der Teufelskralle erst nach mehreren Wochen eintreten. Daher eignet sich die Pflanze nicht bei akuten Schmerzen. Positive Ergebnisse bei der begleitenden Therapie von Arthrose und Rheuma werden am häufigsten mit hochdosierten Fertigpräparten erzielt.

Tipp: Getrocknete Teufelskrallenwurzeln erhalten Sie in fein geschnittener Form in der Apotheke. Bewahren Sie diese unbedingt geschützt vor Feuchtigkeit in einem gut schließenden Behälter auf.

Innere Anwendung als Tee

Wenn Sie den Tee gegen Verdauungsstörungen oder Appetitlosigkeit einsetzen möchten, verwenden Sie für Ihre Tagesration 1,5 g der getrockneten Wurzel. Bei Anwendungen gegen rheumatische Beschwerden werden im Allgemeinen 4,5 g (etwa 1 Teelöffel) der Wurzel eingesetzt.

Nehmen Sie die entsprechende Menge der getrockneten Teufelskrallenwurzel und übergießen Sie sie mit 300 ml kochendem Wasser.

Wichtig: Dieser Aufguss muss vor dem Abseihen acht Stunden lang bei Raumtemperatur stehen, damit die Inhaltsstoffe bestmöglich freigesetzt werden. Trinken Sie den Teufelskrallen-Tee in drei Portionen über den Tag verteilt. Es empfiehlt sich, nach sechs Wochen eine Pause einzulegen, damit die gewünschte Wirksamkeit der Heilpflanze erhalten bleibt und nicht durch Gewöhnung nachlässt.

Äußere Anwendung gegen Gelenkschmerzen

Zur äußeren Anwendung bei Gelenkschmerzen legen Sie die mit Tee getränkten Tücher auf die schmerzenden Gelenke, schlagen noch ein trockenes Handtuch darum und lassen diese Umschläge etwa 15 Minuten einwirken. Die Umschläge können Sie dreimal täglich wiederholen.

Fazit: Die Afrikanische Teufelskralle als Heilpflanze bei Rücken- und Gelenkschmerzen

Die Afrikanische Teufelskralle ist ein aus Südafrika stammendes Sesamgewächs, welches auf eine lange Tradition als Heilpflanze zurückblicken kann. Anwender schätzen vor allem die entzündungshemmenden, schmerlindernden und appetitanregenden Eigenschaften der Pflanze, die allesamt auf die Inhaltsstoffe der Wurzel zurückzuführen sind.

Die Teufelskralle findet vor allem bei Rheuma, Arthrose, Muskelverspannungen und verschiedenen Magen-Darm-Beschwerden Anwendung. Schwangere und stillende Mütter sowie Menschen mit Magen- und Darmgeschwüren und Gallensteinen sollten auf eine Behandlung mit der Teufelskralle verzichten oder mit einem Arzt Rücksprache halten.