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Zöliakie - Bedeutung, Symptome, Lebensmittel & Vorbeugung

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Informationen über Zöliakie

Definition: Unverträglichkeit gegenüber Gluten (Klebereiweiß in Getreide)

Getreidesorten mit Gluten: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel

Vorteile: Versorgung mit Ballaststoffen, Vitaminen & wichtigen Kohlenhydraten

Ruf: Diabetesfördernd, dickmachend, Gehirn- & Herzschädigend

Tatsachen: Manche reagieren sensitiv auf Gluten, diese sollten verzichten; gesunde Menschen sollten nicht verzichten

Zöliakie Definition: Was ist Zöliakie?

Weizen macht dick und krank: Immer wieder hört man diese Aussage in Gesundheitsratgebern. Ernährungs- und Diät-Coaches jonglieren mit dieser Formulierung, als sei dies die Wahrheit Nummer Eins.

Daraus hat sich ein regelrechter Trend entwickelt: Immer mehr Menschen meiden Weizen und das auch ohne eine diagnostizierte Unverträglichkeit gegen weizenhaltige Lebensmittel. Denn diese existiert tatsächlich: Manche Menschen vertragen Produkte nicht, in denen Weizen verarbeitet wurde. Doch sind Brot, Pasta und Kuchen tatsächlich auch die Ursache für viele Beschwerden von Nicht-Allergikern?

Was bedeutet Zöliakie?

Zöliakie bedeutet eine glutensensitive, beziehungsweise gluteninduzierte Enteropathie (Darmerkrankung). Das Wort Zöliakie ist eine Eindeutschung des lateinischen Begriffs Coeliacia, der vom Adjektivcoeliacus kommt, das so viel bedeutet wie „den Unterleib betreffend” oder „unterleibskrank”. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Griechischen koiliakós („den Unterleib betreffend”), von koilía („Bauchhöhle, Unterleib”).

Was ist Gluten?

Auf Deutsch bedeutet das, dass ein an Zöliakie erkrankter Mensch glutenhaltige Nahrung nicht verträgt. Dies umfasst Lebensmittel, die Proteine enthalten, die in den Samen von verschiedenen Getreidesorten vorkommen. Gluten wird auch als Klebereiweiß bezeichnet, denn es gibt Teig seine elastischen Eigenschaften. Damit ist es ausschlaggebend für die Struktureigenschaften von Brot, Kuchen und anderen Getreideprodukten.

Wer erkrankt an Zöliakie?

Zöliakie lässt sich nur schwer auf bestimmte Risikogruppen zuordnen. In Deutschland sind ungefähr 0,9 % der Bevölkerung davon betroffen, das bedeutet, rund einer von 100 Menschen. Auch weltweit ist Zöliakie nicht selten: Sie ist eine der häufigsten genetisch bedingten Krankheiten.

Dass es genetische Ursprünge bei der Zöliakie gibt, bedeutet, dass die Krankheit von Generation zu Generation vererbt werden kann. In der Tat ist es eine genetisch bedingte Autoimmunkrankheit mit einer Vererbungswahrscheinlichkeit auf die nächste Generation von 10 bis 15 %.

Daher tritt Zöliakie gehäuft im frühen Alter bei Menschen von 0 bis 8 Jahren auf. Es gibt allerdings auch eine zweite Auftretenshäufung bei Menschen zwischen 20 bis 50 Jahren. Bei diesen Betroffenen sprach man früher meist nicht von Zöliakie, sondern von Sprue. Im Grunde handelt es sich aber um die gleiche Krankheit (Zöliakie), die altersunabhängig auftritt.

Zöliakie & Herkunft

Sicher ist, dass Zöliakie sich auf verschiedene Gene zurückführen lässt und dass Veranlagungen existieren. Einige Experten unterstützen eine Theorie, nach der besonders Völker Zöliakie-anfällig sind, die in Mittel- und Nordeuropa beheimatet sind. Im Vergleich zu Kulturen aus dem Nahen Osten überwiegte hier vor Jahrtausenden Nahrungssuche nach dem Prinzip „Jagen und Sammeln”.

Erst nach Ende des Römischen Reiches etablierte sich hierzulande der Anbau von Getreide, der beispielsweise im Nahen Osten deutlich früher kultiviert wurde. Dies könnte dazu geführt haben, dass sich die Menschen um Euphrat und Tigris länger an Getreideprodukte gewöhnen konnten und deshalb bis heute weniger anfällig sind für Zöliakie.

Ist Zöliakie heilbar?

Zöliakie ist nicht heilbar. Die Betroffenen müssen lebenslang auf glutenhaltige Nahrungsmittel verzichten. Zum Glück existieren heute viele Möglichkeiten der Vorsorge von Komplikationen, dazu später mehr.

Zöliakie kann sich auf unterschiedliche Weise äußern, das heißt, es handelt sich nicht zwingend um eine Glutenunverträglichkeit. Insbesondere ist nicht jede Glutenunverträglichkeit gleich jeder anderen Glutenunverträglichkeit. Stattdessen existieren viele unterschiedliche Ursachen, warum eine Person Getreideprodukte nicht vertragen kann.

Zöliakie Ursachen: Was sind die Auslöser für Zöliakie?

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die eine Zöliakie unter Umständen begünstigen kann.

Begünstigende Faktoren für Zöliakie:

Teilweise und aus bislang unbekannten Gründen kann die Zöliakie auch durch ein einschneidendes Ereignis aktiviert werden, zum Beispiel nach einer Virusinfektion, oder durch schweren Stress, einer Schwangerschaft oder körperlicher Verletzung.

Typ-I-Diabetiker: Zöliakie & ihre gefährlichen Folgen

Gerade Typ-I-Diabetiker reagieren auf Gluten sehr empfindlich, denn die eh schon belasteten Gefäße leiden deutlich stärker als bei gesunden Menschen. Sichtbar wird dies bei den Gefäßen in Augen und Nieren, die besonders fein sind. Typ-I-Diabetiker, die auch unter Glutenunverträglichkeit leiden, erkranken schneller an Retinopathien, also am Verlust des Augenlichtes und an Nierenschäden.

Im Schnitt tritt die Retinopathie sieben Jahre und die Nephropathie zehn Jahre eher auf als bei Typ-I-Diabetikern ohne Glutenunverträglichkeit. Forscher weisen darauf hin, dass daher bei Typ-I-Diabetikern regelmäßig ein Test auf Zöliakie durchgeführt werden sollte.

Zöliakie erhöht Osteoporose-Risiko

Schon länger ist bekannt, dass die Glutenunverträglichkeit das Risiko für Osteoporose erhöht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Grund darin liegt, dass die Betroffenen sich nur schlecht mit den wichtigen Vitalstoffen Kalzium und Vitamin D versorgen können. Viel entscheidender aber ist, dass ein bestimmtes Protein nicht richtig arbeiten kann.

Normalerweise kontrolliert das Protein OPG im Körper, wie schnell Knochen abgebaut werden. Zöliakie-Kranke aber produzieren häufig Antikörper, die dieses Protein hemmen. Es kommt zu einem beschleunigten Knochenabbau und damit zu starker Osteoporose.

Da Zöliakie-Patienten durch ihre Erkrankung nicht mit Kalzium und Vitamin D vorbeugen können, raten die Wissenschaftler zu Medikamenten, die den Knochenschwund verhindern.

Glutenunverträglichkeit ist nicht gleich Glutenunverträglichkeit

Wie schon zuvor angesprochen, kann eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten unterschiedliche Ursachen haben. Zwei Betroffene müssen nicht das gleiche Leiden haben.

Namentlich existieren insbesondere 3 verschiedene Arten von Getreideunverträglichkeiten:

  • Zöliakie: Zöliakie bezeichnet eine genetische Krankheit, bei der Gluten die Dünndarmschleimhaut schädigt und zu Entzündungen führt. Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall, Gewichtsverlust, Osteoporose, Müdigkeit und Ausschläge sind die Folge.
  • Weizenallergie: Bei der seltenen Weizenallergie sorgen Weizenproteine, die Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs) dafür, dass körpereigene Abwehrkräfte aktiv werden. Die Folge sind typische allergische Reaktionen wie tränende Augen, eine laufende Nase, einer anschwellenden Zunge oder auch ein gefährlicher anaphylaktischer Schock. Forscher empfehlen zwar auch bei dieser Erkrankung eine glutenfreie Ernährung, aber eine strenge Diät wie bei Zöliakie ist nicht angebracht. Die Beschwerden verschwinden, wenn die gluten- und ATI-haltigen Speisen zu rund 90 % vom Speiseplan gestrichen werden. Ab und zu sündigen, ist daher erlaubt.
  • Nicht-zöliakische Glutensensitivität: Hinter dieser unaussprechlichen Bezeichnung verbirgt sich eine dritte Form der Getreideunverträglichkeit, die weitaus schwerer zu klassifizieren ist als die beiden vorherigen Varianten. Sie umfasst Menschen, die keine diagnostizierbare Zöliakie und auch keine Weizenallergie besitzen. Sie reagieren aber trotzdem mit ähnlichen Symptomen, wenn sie Getreideprodukte zu sich nehmen. Typisch sind: Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Hautausschlag und Verwirrtheit. Diagnoseverfahren für diese Art der Sensitivität existieren nicht, allerdings führt eine glutenfreie Ernährung zu erkennbaren Verbesserungen.

Alles nur eingebildet?

Einige Experten halten diese dritte Form für nicht real. Sie glauben, sie sei lediglich ein sogenanntes Nocebo, heißt eine eingebildete Krankheit, ähnlich dem Gegenteil eines Placebos, also einem Medikament ohne Wirkstoff.

Andere Experten vermuten, dass nicht das Gluten der Auslöser der Symptome ist, sondern stattdessen wasserlösliche Oligo- und Polysaccharide (Fructane). Diese Zuckerarten können vom Dünndarm nicht aufgespaltet werden und werden im Dickdarm von Bakterien fermentiert. Bei diesem Prozess entstehen Gase und kurzkettige Fettsäuren, die die Darmprobleme verursachen.

Aber ist Weizen tatsächlich so ungesund?

Weizen gehört seit etwa zehntausend Jahren zur Ernährung der Menschen und ist weltweit eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Wie kann es da plötzlich als so ungesund gelten?

In letzter Zeit hört man immer wieder Negatives über das eigentlich beliebte Getreide. Es erscheint dabei immer öfter in schlechtem Licht, wobei es in außerordentlich vielen Lebensmitteln verarbeitet wird. Verschiedene Autoren behaupten sogar, Weizen sei gefährlich und für zahlreiche Krankheiten verantwortlich.

In seinem Buch „Weizenwampe: Warum Weizen dick und krank macht” behauptet der Kardiologe William Davis, dass Weizen Herz, Gehirn und Haut schädige und Übergewicht sowie Diabetes fördere.

Keine wissenschaftlichen Belege

Die Horrorbotschaften, Weizen mache dick und krank und verklebe den Körper, haben allerdings keine wissenschaftliche Grundlage. Richtig aber ist: Wer zu viel Brot und Nudeln isst, kann durchaus übergewichtig werden und mit dem Übergewicht steigt auch das Risiko für Folgekrankheiten. Dies liegt allerdings weniger an dem enthaltenen Weizenkleber, sondern mehr an den Kohlenhydraten, die ebenfalls seit vielen Jahren ein Dorn im Auge der Diätexperten sind.

Zöliakie Symptome: Wie äußert sich Zöliakie?

Die Symptome von Zöliakie variieren stark und die Erkrankung kann anderen Krankheiten ähneln, wie beispielsweise dem Reizdarmsyndrom (Colon irritabile).

Teilweise sind sich einige Personen mit aktiver Zöliakie ihrer Symptome auch nicht bewusst. Anzeichen wie Müdigkeit, Bauchschmerzen, zeitweiser Durchfall, starke Blähungen, Gewichtsverlust oder auch faul riechende, schaumige Stühle werden dann lange mit anderen Ursprüngen in Verbindung gebracht, bis ein Zusammenhang mit Gluten untersucht wird.

Welche Symptome gibt es bei Glutenunverträglichkeit?

Zu den verschiedenen Symptomen einer Getreideunverträglichkeit gehören:

Hinter diesen Symptomen kann sich bei Erwachsenen eine Zöliakie verstecken*
KörperbereichBeschwerden
Allgemeine SymptomeMüdigkeit, Schwäche, Gewichtsabnahme
Magen- & DarmbeschwerdenDurchfall, Blähungen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Brechreiz, Appetitlosigkeit, Zungenbrennen
StoffwechselveränderungenEisenmangelanämie, Krämpfe, Hautblutungen, Kribbeln in den Beinen, manchmal Ödeme
Knochen- & MuskelbeschwerdenRückenschmerzen, Muskelschwäche, Osteoporose, Osteomalazie
Neurologische/psychiatrische BeschwerdenKribbelgefühle, Erschöpfungszustände mit depressivem Einschlag, Nervosität, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, verminderte geistige Belastbarkeit
Störungen der SexualfunktionZyklusunregelmäßigkeiten, frühe Menopause, erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, verminderte Fruchtbarkeit bei beiden Geschlechtern
HautveränderungenDermatitis, trockene Haut, Psoriasis, Ekzeme, schütteres Haar
ZähneZahnschmelzdefekte
* nach Professor Ottmar Leiß, Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden

Man sieht, dass die Unverträglichkeit gegenüber Getreide durchaus lebensbedrohliche Folgen haben kann. Auch vereinzelte Krebsarten stehen auf der Liste der Folgen. Zöliakie sollte demnach nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Zöliakie Diagnose: Wie kann man sich auf Zöliakie testen lassen?

Es ist nicht immer einfach, eine Zöliakie zu erkennen. Oft vergehen viele Monate oder Jahre, bis eine klare Erkenntnis bezüglich der Symptomursachen vorliegt, denn nicht immer sind die Symptome eindeutig und charakteristisch vorhanden. Dennoch ist die Krankheit inzwischen mehr in den Vordergrund gerückt und oft wird schnell auf Vorliegen einer Glutenunverträglichkeit getestet.

Zöliakie wird in der Regel über einen Bluttest diagnostiziert. Dabei werden entsprechende Antikörper gesucht. Leider sind die verschiedenen verfügbaren Tests sehr kompliziert und verlangen gut geschultes Laborpersonal, welches eine umfangreiche Erfahrung im Bereich von Zöliakiediagnose besitzt.

Histologische Diagnose: Diagnose durch eine Dünndarmprobe

Um eine Zöliakie eindeutig zu diagnostizieren, ist anschließend jedoch auch die Untersuchung einer Gewebeprobe des Dünndarms notwendig. Dies schreibt die Europäische Gesellschaft für Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (ESPGHAN) vor. Dies ist heutzutage sehr unkompliziert und schmerzlos.

Die Probe wird unter dem Mikroskop untersucht und der Zustand der Dünndarmschleimhaut bewertet. Dabei sucht der Laborant insbesondere nach vermehrten Entzündungszellen innerhalb des Epithels (Deckschicht der Haut).

Zöliakie bei Kindern

Da es sich um eine Erbkrankheit handelt, leiden schon Säuglinge unter Zöliakie, was sich nur schwer diagnostizieren lässt. Häufig wird die Erkrankung erst spät erkannt, lange nachdem die Ernährung mit glutenhaltigen Lebensmitteln begonnen hat.

Auch die typischen Symptome wie Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfälle werden zudem nicht immer mit einer Zöliakie in Verbindung gebracht. Oft dauert es 3 bis 6 Monate bis zu einer Diagnose. Hinweise kann ein aufgeblähter Bauch bieten sowie ein Unwille zu spielen. Etwa 10 % aller Kinder unter 2 Jahren leiden an einer vorübergehenden Zöliakie, die sich wieder „auswächst”.

Auch im späteren Kindesalter treten unsystematische Symptome auf, die eine Diagnose erschweren. Eine verzögerte Pubertät und zögerliches Wachstum sind nur zwei Hinweise auf Zöliakie.

Zöliakie Behandlung: Leben mit einem individuellen Ernährungsplan

In erster Linie besteht die Behandlung der Zöliakie in einer lebenslangen glutenfreien Ernährungsweise. Alle Nahrungsmittel und Gerichte sollten gemieden werden, die Weizen, Gerste oder Roggen und möglicherweise auch Hafer enthalten. Bezüglich des Hafers wird noch immer kontrovers diskutiert, ob auch dieser wirklich ausgeschlossen werden sollte.

Vieles fällt durch diese Einschränkungen weg, doch einige Lebensmittel bleiben erlaubt. Beispielsweise Fleisch ohne weitere Zutaten (nicht mariniert oder paniert), Früchte, Gemüse, Reis, Kartoffeln und viele Milchprodukte.

Wenn das Gluten erst einmal vollständig aus der Nahrung verbannt ist, geht die Entzündung des Dünndarms meist schon nach ein paar Tagen zurück. Viele, die sich an die Ernährungsvorschriften halten, erfahren eine vollständige Heilung innerhalb weniger Monate. Heilung heißt in diesem Fall aber: Heilung der Darmschleimhaut – nicht Heilung der Zöliakie. Diese ist leider nicht heilbar.

Nur bei einer kleinen Zahl von Personen mit schwer geschädigtem Dünndarm reicht die glutenfreie Ernährungsweise allein nicht aus. Dann können Medikamente helfen, die Entzündung im Dünndarm einzudämmen und Störungen infolge ungenügender Nahrungsaufnahme zu beheben.

Das Meiden milchzuckerhaltiger Nahrungsmittel kann ebenfalls helfen, da die Zöliakie im unbehandelten Zustand auch mit einer Milchzuckerunverträglichkeit zusammenfallen kann.

Zöliakie Ernährung: Wo ist Gluten überall drin?

Auch wenn Gluten auf Verpackungen gesetzlich ausgewiesen sein muss, können einem Allergiker schnell Fehler passieren. Zudem ist es auf Dauer sehr ermüdend, ständig alle Zutaten checken zu müssen – auch wenn sich nach einiger Zeit eine Routine einstellt.

Was darf man nicht essen bei Zöliakie?

Bei vielen Lebensmitteln ist es klar, dass sie Gluten enthalten, denn ihr Hauptbestandteil ist Getreidemehl.

Ausgewählte Lebensmittel mit Getreidemehl:

  • Die Getreidearten Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel & daraus hergestellte Nahrungsmittel
  • Mehl, Schrot
  • Grieß, Graupen, Kleie, Paniermehl
  • Getreideflocken, Stärke
  • Teigwaren
  • Brot- & Backwaren, Knäckebrot, Zwieback, Kekse
  • Malzkaffee, Malzbier, Bier

Andere Lebensmittel können hingegen ebenfalls Gluten enthalten, obwohl sie dies auf den ersten Blick nicht vermuten lassen.

Verstecktes Gluten:

  • Bratheringe
  • Cornflakes
  • Eiscreme
  • Erzeugnisse aus Obst, Fruchtjogurt
  • Feinkostsalate
  • Fertiggerichte
  • Fertigsuppen
  • Fischkonserven
  • Getränke
  • Gewürzmischungen
  • Käsezubereitungen
  • Kartoffelerzeugnisse
  • Ketchup, Senf, Remouladensaucen, Salatdressings
  • Milcherzeugnisse & Käse
  • Süßwaren & Knabberartikel
  • Tiefkühlgemüse
  • Wurstwaren

Hinter diesen verschiedenen Bezeichnungen kann sich Gluten verstecken

Oft sind auch die Bezeichnungen auf den Verpackungen schwer zu definieren. Daher haben wir an dieser Stelle ein paar der Bezeichnungen aufgeführt, die auf eine Glutenverwendung hindeuten.

Irreführende Bezeichnungen:

  • Klassennamen von Zutaten (etwa Stärke, Mehl, Gewürze)
  • Zusatzstoffe (etwa Backtriebmittel, Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel)
  • Zusammengesetzte Zutaten (zum Beispiel Joghurt mit Fruchtzubereitungen unter 25 %)
  • Technologische Hilfsstoffe (etwa Trägerstoffe, Trennmittel, Stabilisatoren, Emulgatoren).

Ist Dinkel bei Weizenallergie erlaubt?

Gluten steckt vor allem in Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Dinkel, aus denen Brot und Nudeln hergestellt werden. Es wird allerdings auch Nahrungsmitteln in der Lebensmittelindustrie als Aromastoff oder Stabilisator zugefügt und versteckt sich deshalb in vielen anderen Lebensmitteln wie Babynahrung, Fertiggerichten, Fruchtjoghurts, Wurst oder Pizza. Das heißt, auch Dinkel ist für Glutenallergiker tabu.

Zöliakie Tipp: Asiatische Nudeln

Asiatische Nudeln bieten gesundheitliche Vorteile für Zöliakie-Patienten. Während europäische Nudeln vorzugsweise aus Hartweizengrieß hergestellt werden, ist dies bei Glas- und Reisnudeln nicht der Fall.

Diese werden aus der Stärke der Mungbohne oder aus Reismehl hergestellt. Abhängig von der Rezeptur wird teilweise Maisstärke oder Tapiokamehl hinzugefügt. Gerade frisch zubereitet, nicht als Fertiggericht, können diese Nudeln gesundheitlich förderlich sein und könnten zu einer Art „Zöliakie-Nudel” avancieren.

Zöliakie vorbeugen: Glutenfrei kochen als Zöliakie Vorbeugung

Inzwischen existiert eine ganze Reihe an unterschiedlichen Produkten, die bereits von Haus aus kein Gluten enthalten. Doch auch darüber hinaus ist eine glutenfreie Ernährung möglich. Aufgrund des großen „Hypes” um Gluten und seine vermeintliche Gesundheitsschädlichkeit hat sich ein großer Industrie- und Marketingzweig entwickelt, der den Markt mit diversen Optionen einer glutenfreien Ernährung versorgt.

Auch auf Backen muss nicht verzichtet werden: Welche Mehle sind glutenfrei?

Als Alternative zu Weizen & Co. bietet schon die Natur diverse glutenfreie Produkte, mit deren Mehl ohne Weiteres gebackt werden kann.

Glutenfreie Mehle:

  • Mais
  • Reis
  • Hirse
  • Amaranth
  • Quinoa
  • Kichererbse
  • Sojabohne
  • Esskastanie
  • Johannisbrot
  • Usw.

Klare Symbole für Glutenfreiheit

Beim Einkauf von Lebensmitteln garantiert das Symbol der durchgestrichenen Ähre Glutenfreiheit. Fehlt dieses Symbol auf der Verpackung von Lebensmitteln, hilft nur der genaue Blick auf die Zutatenliste, auf der Gluten per Gesetz ausgewiesen werden muss.

Auch Restaurants, Bäcker oder Metzger müssen Lebensmittel seit Anfang 2015 auf glutenhaltige Inhaltsstoffe kennzeichnen. Eine Liste mit verschiedenen Allergenen steht hier auf Nachfrage zur Verfügung.

Als Zöliakie-Patient geht man daher nur noch ein geringes Risiko ein, auf glutenhaltige Lebensmittel zu stoßen, ohne es zu wissen – sofern man sich bewusst informiert.

Glutenfreie Produkte: Für Gesunde nicht empfehlenswert

Doch wie sieht es jetzt mit der Bedeutung einer glutenfreien Ernährung für nicht-Unverträgliche aus?

Neuerer Erkenntnisse nach, ist eine glutenfreie Ernährung ohne Vorliegen einer Zöliakie, alles andere als ratsam. Denn viele Substitute, also Alternativprodukte, sind oft sehr ungesund.

Während die Ersatzprodukte im Supermarkt für Menschen mit Glutenunverträglichkeit eine echte Hilfe sind, bieten sie für andere keinen Mehrwert.

Enthaltene Fettsäuren sind oft ungesund

Forscher aus Valencia haben sich mit den Inhaltsstoffen der glutenfreien Lebensmittel befasst. Sie untersuchten 654 glutenfreie Lebensmittel und verglichen diese mit 655 glutenhaltigen Produkten.

Es zeigte sich: Die Lebensmittel, bei denen kein Gluten mehr enthalten ist, waren deutlich ärmer an Eiweiß als die glutenhaltigen Pendants. Andererseits waren sie aber auch deutlich fetthaltiger. Nur so ist es möglich, dass diese Lebensmittel eine ähnliche oder fast die gleiche Konsistenz bekommen wie die glutenhaltigen Lebensmittel.

Bei dieser größeren Fettmenge handelt es sich allerdings nicht um empfehlenswerte Fette, sondern um große Mengen ungesunder gesättigter Fettsäuren.

Daher sollte man die glutenfreie Kost als gesunder Mensch am besten im Regal liegen lassen, denn sie haben keinerlei Sinn und Zweck, wenn keine Erkrankung vorliegt. Anders sieht es natürlich aus, wenn Gluten tatsächlich nicht vertragen wird. Dann sind die Produkte natürlich empfehlenswert, trotz ihrer vereinzelten Schattenseiten.

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