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Body-Mass-Index (BMI) - Definition, Formel & Aussagekraft

Inhalt

Wissenswertes zum Body-Mass-Index

Body-Mass-Index = BMI
Andere Abkürzungen = KMZ (Körpermassezahl), KMI (Körpermasseindex) und QKI (Quetelet-Kaupt-Index)
Berechnung: Körpergewicht (in kg) / Körpergröße (in m) ²
Normalwert: BMI von 19 – 25 (Richtwerte zusätzlich abhängig von Geschlecht und Alter)
Wichtig: Keine Aussage über Körperfettanteil

Definition: Was ist der Body-Mass-Index?

Der Body-Mass-Index, kurz BMI, ist ein Index, um das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße zu berechnen. Bekannt ist er auch unter den Abkürzungen KMZ (Körpermassezahl), KMI (Körpermasseindex) und QKI (Quetelet-Kaup-Index). Letztere Bezeichnung wurde von dem Erfinder des BMI, Adolphe Quetelet, abgeleitet. Der Body-Mass-Index ist ein guter Maßstab, um schnell festzustellen, ob eine Person ein gesundes Normalgewicht oder an Unter- bzw. Übergewicht leidet.

Berechnung des Body Mass Index (BMI)

Wer hat den Body-Mass-Index erfunden?

Die Anfänge des Body-Mass-Index waren bereits im frühen 19. Jahrhundert. Der Belgier Adolphe Quetelet versuchte im Jahre 1832 den „durchschnittlichen Menschen in Bezug auf den menschlichen Körper mathematisch zu beschreiben. Er hatte nicht vor, den Menschen in „normal oder „nicht normal einzustufen. Vielmehr ging es ihm darum, eine statistische Formel herzuleiten.

Der Durchbruch des BMI kam erst über 100 Jahre später, im Jahre 1942, als ein US-Amerikaner, der als Statistiker bei einer Lebensversicherung tätig war, einen Zusammenhang zwischen Körpergewicht und der Lebenserwartung von Menschen festgestellt hatte. Daraufhin hatte die Versicherung eine Tabelle mit Richtwerten für das Körpergewicht erstellt. Daraus resultierte, dass Menschen, die laut der Tabelle an Übergewicht leiden, der Versicherung höhere Prämien zahlen müssen, da die Lebenserwartung dadurch verringert wird. Die Begrifflichkeit „BMI” gab es zu dieser Zeit noch nicht. Erst Jahrzehnte später, im Jahre 1972, begründete der amerikanische Ernährungswissenschaftler Ancel Keys den Begriff „Body-Mass-Index (BMI).

1980 griff die WHO darauf zurück und legte einheitliche Richtwerttabellen für das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße fest. Der geeignete Richtwert des BMI wird nämlich auch vom Geschlecht und Alter beeinflusst und ergibt dadurch unterschiedliche Normalwerte, sodass zur Beurteilung des BMI immer der richtige Maßstab hinzugezogen werden sollte.

Wie berechnet man den Body-Mass-Index?

Der BMI beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße eines Menschen. Die Formel zur Berechnung des BMI lautet:

Körpergewicht (in kg) / Körpergröße (in m) ²

Um die Formel besser zu veranschaulichen, folgend ein Rechenbeispiel:

Körpergröße (in m):         1,68 m

Körpergewicht (in kg):        73 kg

Nun die Werte in die Formel einsetzen:

(Körpergewicht in kg) / (Körpergröße in m)² = 73 / (1,68)² = 25,86

Mithilfe eines entsprechenden Online-Rechners, kann der eigene BMI schneller und unkompliziert errechnet werden:

Was ist der optimale Body-Mass-Index?

Gängige BMI-Tabellen zeigen lediglich allgemeine Richtwerte. Der tatsächliche Optimalwert ist von vielen Faktoren wie Alter oder Gesundheit abhängig. Um eine Orientierung zu haben, bietet sich die Klassifizierung von Adipositas (krankhafte Fettleibigkeit) der WHO an:

  • Untergewicht:

Ein BMI von unter 19 zeichnet Untergewicht aus. Unterschreitet man den Index von 16, ist von starkem Untergewicht die Rede. 14 und darunter sind für den Menschen lebensbedrohlich.

  • Normalgewicht:

Der BMI eines Menschen mit Normalgewicht liegt zwischen 19 und 25 und gilt als optimal und gesundheitlich unbedenklich.

  • Übergewicht:

Ist der BMI über 25, gilt man als übergewichtig. Ab 30 leidet man unter Adipositas, und ab 40 unter starker Adipositas, was gesundheitlich ebenso bedenklich ist, wie Untergewicht.

Body-Mass-Index - Tabelle

Der Body-Mass-Index ist auch abhängig vom Alter

Bei der Beurteilung des Body-Mass-Index spielen nicht nur Körpergewicht und Körpergröße eine Rolle. Beeinflusst wird der Index auch vom Geschlecht der Person und deren Alter. Zum Beispiel können eine Frau und ein Mann den gleichen errechneten BMI aufweisen und dennoch unterschiedliche Optimalwerte haben. Während der BMI des Mannes im Normalbereich legt, kann bei einer Frau bereits ein leiches Übergewicht diagnostiziert werden. Zudem ist es normal, dass Menschen höheren Alters auch ein höheres Gewicht aufweisen.

Body-Mass-Index - Unterschiede nach Alter

Folgen von zu niedrigem bzw. hohem Body-Mass-Index

Egal, ob niedriger oder hoher BMI: Beides kann schwere, gar lebensbedrohliche, Konsequenzen für die Betroffenen mit sich ziehen.

Ein BMI von über 25 kennzeichnet eine Person mit Übergewicht. Mit einem BMI von über 30 gilt man als adipös und ab 40 als stark adipös. Übergewicht, vor allem starkes Übergewicht, kann gravierende Folgen für die Gesundheit mit sich ziehen. Die Betroffenen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an einer der folgenden Krankheiten zu erkranken:

  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes
  • Gelenkserkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Arteriosklerose
  • Krebs, z. B. Darmkrebs oder Nierenkrebs
  • Gicht
  • Gallensteine
  • Arthrose
  • Überbelastungen der Beine, Hüfte oder Wirbelsäule
  • Herzinfarkt

Neben dem Übergewicht darf auch das Untergewicht nicht unterschätzt werden. Errechnet sich für eine Person ein BMI von unter 19, gilt man als untergewichtig. Damit geht oft auch eine Unterversorgung einher, sodass der Körper eines Betroffenen nicht mit den essentiellen Nährstoffen versorgt werden kann. Das bringt dessen Wasser- und Elektrolythaushalt durcheinander. Weitere Risiken bei Untergewicht bestehen für:

  • Erhöhte Infektionsgefahr (schlechte Abwehrkräfte)
  • Schlechte Wundheilung, verlangsamte Genesung nach Erkrankungen
  • Beeinträchtigte Muskelfunktionen
  • Höheres Risiko für Komplikationen beim Krankheitsverlauf von Erkrankungen
  • Bei sehr starkem Untergewicht: niedrige Lebenserwartung
  • In Extremfällen: Tod durch Unterversorgung

Sowohl bei Untergewicht als auch Übergewicht sind oftmals Essstörungen die Ursache. Um den Risiken einer schweren Folgeerkrankung entgegenzuwirken, gilt es jene Essstörng bspw. mit einer Therapie und einer grundsätzlichen Umstellung der Ernährung und Lebensweise zu behandeln.

Der Body-Mass-Index ersetzt nicht die Körperfettmessung

Der BMI sagt nichts zum tatsächlichen Körperfettanteil aus. Der Body-Mass-Index berücksichtigt lediglich das Verhältnis des Körpergewichts zur Körpergröße. Muskulöse Menschen (z. B. Sportler) können einen BMI haben, der sie als übergewichtig kennzeichnen würde. Trotzdem weisen sie kein Übermäßiges Körperfett auf, da Muskelgewebe viel wiegt und so zur Gewichtsverschiebung beiträgt.

Zudem gibt es natürlich auch Menschen im gesunden BMI-Bereich, die dennoch mehr Körperfett als Muskelmasse haben, sodass ein leichtes Gesundheitsrisiko besteht.

Für eine korrekte Körperfettmessung, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt und/oder Ernährungsberater. Berücksichtigen Sie dabei Ihre persönlichen Gewohnheiten bezüglich Ernährung, Sport und allgemeiner Gesundheit, ebenso wie Messungen von Hüftumfang und anderen Faktoren zur Bestimmung des Körperfetts. So erhalten Sie einen akkuraten Schnappschuss Ihres Gesundheitszustandes.

Bauchfett als Gesundheitsrisiko 

Zahlreiche Studien der vergangenen Jahre haben bestätigt, dass vor allem Fett in der Bauchregion (abdominales Fett) besonders gesundheitsschädlich ist: Die entsprechende Körperstatur, die hauptsächlich bei Männern auftritt, wird als „Apfel-Typ bezeichnet. Lagert das Fett hingegen an Oberschenkeln, am Gesäß oder den Hüften, so spricht man vom „Birnen-Typ.

Folgende Krankheiten werden durch Bauchfett begünstigt:

  • Arteriosklerose
  • Diabetes mellitus
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Bluthochdruck
  • Demenz
  • entzündliche Erkrankungen (z. B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder entzündliche Hauterkrankungen)

Im Unterschied zum „Birnen-Fett”, das lediglich als Unterhautfettgewebe lagert, setzt sich Bauchfett auch an Ihren inneren Organen ab. Betroffen sind vor allem Magen, Darm oder Leber. Von dort gelangen Fette an die Innenwänden Ihrer Gefäße und können Blutgerinnsel verursachen. Die Gefäße verengen, was zu einem Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Auch eine Demenzerkrankung ist mitunter die Folge. Der Speck um den Bauch gibt außerdem schädliche Fettsäuren und Botenstoffe ab und verursacht dadurch Entzündungen. So ist etwa der entzündungsfördernde Botenstoff Interleukin-6 im Blut von dickbäuchigen Menschen um bis zu 50 Prozent erhöht.

Wissenschaftler der Universität von Maastricht haben 2010 außerdem festgestellt, dass Fettzellen um den Bauch- und Nabelbereich mehr als 20 verschiedene Hormone und weitere Substanzen produzieren und in den Körper abgeben. Welche Auswirkungen diese Stoffe im Einzelnen auf Ihren Organismus haben, ist noch längst nicht im Detail geklärt.

Wenn Sie jetzt meinen, das vermeintlich harmlosere „Birnen-Fett” sei ein Freifahrtsschein für hemmungslosen Genuss, liegen Sie leider falsch. Auch diese Fetteinlagerungen sollten Sie versuchen loszuwerden. Denn Übergewicht im Allgemeinen belastet Ihre Gelenke und schränkt Ihre Beweglichkeit stark ein.

Eine Studie der Universität Aarhus in Dänemark weist zudem darauf hin, dass vermutlich auch „Birnen-Fett an der Bildung einer Thrombose beteiligt sein kann: Die Forscher untersuchten insgesamt 57.000 Personen im Alter von 50 bis 64 Jahren. Lag der Hüftumfang über 108 Zentimetern, so war das Thromboserisiko gegenüber schlankeren Personen verdoppelt.

Körperfett richtig messen

Für genaue Resultate können Sie ihr Fett z. B. von einem Fitnesstrainer oder Arzt messen lassen. Im Handel finden Sie zudem Körperwaagen, die neben dem Gewicht auch das Körperfett und eventuell noch den Wasseranteil im Körper misst. Auf Körperfettwaagen, die lediglich an der Standfläche Messelektroden aufweisen, sollte grundsätzlich verzichtet werden. Diese messen in der Regel nur den Körperfettanteil der unteren Körperhälfte. Deutlich genauere Ergebisse liefern hier Körperfettwaaren mit Elektroden an den Handgriffen (Handsensoren).

Kritik am Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index ist grundsätzlich ein guter Anhaltspunkt, um das eigene Gewicht in Unter-, Normal- oder Übergewicht einordnen zu können. Jedoch steht der BMI schon seit einigen Jahren in der Kritik, da er nur die Größe und das Gewicht eines Menschen berücksichtigt. Andere relevante Faktoren wie z. B. Muskel- und Fettmasse, Wassereinlagerungen und Knochengewicht werden jedoch vollkommen außer Acht gelassen werden. Beispielsweise kann ein Kraftsportler (Bodybuilder) durch seine hohe Muskelmasse, die schwerer als Fett ist, anhand des BMI (oftmals zwischen 29 und 30) als adipös einstuft werden. Aufgrund ihrer geringen Körperfettanteile gelten Kraftsportler aber selten als tatsächlich übergewichtig.

Es sollte bei der Berechnung des BMI immer im Hinterkopf behalten werden, dass es sich dabei nur um Richtwerte handelt. Die errechneten Werte sollten demnach nicht abgesondert, vielmehr in einem weiteren Kontext betrachtet werden.

Gibt es Alternativen zum Body-Mass-Index?

Ja, es gibt Alternativen zum BMI. Folgend werden einige davon vorgestellt.

Neuer BMI

Aufgrund der zahlreichen Kritikpunkte der urspünglichen BMI-Formel, wurde diese verbessert:

Körpergewicht (in kg) * 1,3 / Körpergröße (in m) 2,5

Mit dieser neuen Formel werden überdurchschnittlich kleine bzw. große Personen besser berücksichtigt. Weitere körperliche Faktoren (z. B. Körperbau) werden jedoch weiterhin nicht einkalkuliert.

Broca-Index

Der Broca-Index erlaubt eine noch einfachere Berechnung des Normal- und Idealgewichts. Dabei wird von der Körpergröße (in m) einfach ein Meter abgezogen, um das Normalgewicht zu errechnen.

Normalgewicht / Idealgewicht = (Körpergröße (in m) – 100 cm) / (Normalgewicht – 10 %)

Ist jemand 1,85 m, liegt das Normalgewicht dieser Person bei 85 kg. Um aber das ideale Gewicht zu erhalten, werden vom Normalgewicht noch zehn Prozent abgezogen. Im eben genannten Beispiel liegt das Normalgewicht bei 85 kg, das Idealgewicht aber bei 76,5 kg.

Wie beim BMI werden hier auch keine weiteren Faktoren (Fett-, Wasseranteil, Knochengewicht, …) berücksichtigt, sodass diese Formel wie der BMI nicht sonderlich aussagekräftig ist.

Ponderal-Index

Der Ponderal-Index ähnelt sehr der ursprünglichen BMI-Formel:

Körpergewicht(in kg) / Körpergröße (in cm)

Dennoch sagt diese Formel genau so wenig aus wie der BMI oder Broca-Index, da auch hier relevante Faktoren wie der bspw. der Muskelanteil fehlen.

Body-Adiposity-Index (BAI)

Beim Body-Adiposity-Index wird neben der Körpergröße nur der Hüftumfang berücksichtigt, um den prozentuellen Körperfettanteil wiederzugeben. Die Formel lautet:

[Taillenumfang (in cm) / Körpergröße (in cm)] – 18

Ein Kritikpunkt hierbei ist jedoch, dass die Körperfettverteilung nicht richtig wiedergespiegelt wird.

Taille-Hüft-Verhältnis (THV)

Beim Taille-Hüft-Verhältnis wird kein Körpergewicht berücksichtigt, da hierbei nur der Umfang der Taille und Hüfte miteingerechnet werden. Diese Formel ist sehr nützlich, wenn man die Verteilung des Bauchfetts betrachten möchte:

Taillenumfang (in cm) / Hüftumfang (in cm)

Für Frauen ist ein Wert von 0,85 oder größer ideal, für Männer ein Wert von 1 oder größer.

A-Body-Shape-Index (ABSI)

Der ABSI wird errechnet, indem man den BMI, die Körpergröße und den Taillenumfang zur Berechnung heranzieht. Somit kann aufgrund des Taillenumfangs Rückschluss auf das Bauchfett gezogen werden. Im Gegensatz zu den anderen Indizes wird hier der Körperbau in gewissem Maße einkalkuliert. Die Formel lautet wie folgt:

Taillenumfang (in m) / [(BMI^2/3) * (Körpergröße (in m) ^ 1/2)]

Liegt der errechnete Wert über 0,083, ist man einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt.

Taille-Größe-Verhältnis (TGV)

Das Taille-Größe-Verhältnis ist mitunter die genaueste Formel, da sie nicht nur die Fettverteilung, sondern auch den Körperbau mitberücksichtigt.

Taillenumfang (in cm) / Körpergröße (in cm)

Je höher der errechnete Wert ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man einem Gesundheitsrisiko ausgesetzt ist. Davon kann man ausgehen, dass man bei einem erhöhten Wert unsportlicher ist und mehr Gewicht aufweist.

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