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Zwetschgen bei Verdauungsproblemen: So gesund sind die blauen Früchte

Zwetschgen sind aufgrund ihres Geschmackes sehr beliebt. Doch Zwetschgen sind nicht nur köstlich, sondern auch sehr gesund. Welche Nährstoffe die Zwetschgen enthält und gegen welche Beschwerden die süße Frucht hilft, erfahren Sie in diesem Artikel. (Foto: Fischer Food Design | Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Zwetschgen sind ähnlich wie auch Mirabellen eine Unterart der Pflaume und insbesondere im Spätsommer ein gerne gegessenes und verarbeitetes Obst. Zwetschgen schmecken roh als Obst verzehrt und erfreuen sich als Kuchenbelag, Marmelade und Kompott ausgesprochener Beliebtheit. Sie sind jedoch noch mehr als einfach nur lecker.

Sie enthalten viele wertvolle Nährstoffe und können außerdem bei einigen körperlichen Beschwerden helfen. Doch nicht nur die Früchte sind als Heilmittel geeignet. Auch das Laub und der Harz des Baumes haben eine medizinische Wirkung.

Was ist der Unterschied zwischen Zwetschge und Pflaume?

Zwetschgen und Pflaumen werden begrifflich oft verwechselt. So ist häufig die Rede von Pflaumenkuchen, obwohl dieser üblicherweise mit Zwetschgen belegt wird. Zwetschgen (auch Zwetschke, Zwetsche oder Quetsche) sind im reifen Zustand lila-blau und im Gegensatz zur rundlichen Pflaume länglich-oval.

Pflaumen hingegen sind rund, haben eine entweder gelbe oder dunkelrote, bläuliche oder violette Schale und ihr Fruchtfleisch reicht von gelb zu rot. Das Fruchtfleisch von Zwetschgen ist gelblich-grünlich und außerdem fester und weniger saftig als das von Pflaumen. Im Geschmack sind Zwetschgen säuerlicher.

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Zwetschgen enthalten zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe. © Johanna Mühlbauer | Adobe Stock

Welche Nährstoffe enthalten Zwetschgen?

Zwetschgen sind in Sachen Nährstoffe keine Superfoods, liefern aber durchaus wertvolle Mikro- und Makronährstoffe wie zum Beispiel diese auf 100 Gramm Frucht:

  • 4 mg Vitamin C
  • 240 mg Kalium
  • 8 mg Magnesium
  • 13 mg Kalzium
  • 23 mg Phosphor
  • 0,61 mg Vitamin E
  • 0,05 mg Vitamin B6
  • 133 µg Betacarotin
  • 0,05 mg Vitamin B1
  • 0,03 mg Vitamin B2

Beachten Sie den relativ hohen Zuckergehalt der Früchte, der bei knapp 10 Prozent liegt. Bei den getrockneten Früchten ist er sogar noch höher und vervierfacht sich fast, auf 38 Gramm pro 100 Gramm.  Dadurch sind sie in Sachen Kalorien kein Leichtgewicht.

Was die kleinen blauen Früchte so besonders macht, ist ihr hoher Pektingehalt. Pektin bindet Giftstoffe im Körper und sorgt dafür, dass Zwetschgen bei Verdauungsstörungen als natürliches Heilmittel eingesetzt werden können.

Helfen Zwetschgen bei Verdauungsproblemen?

Das Pektin aus den Zwetschgen quillt im Darm auf und wirkt dadurch verdauungsfördernd. Ob frische oder getrocknete Zwetschgen – bei Verstopfung sind sie ein gutes Hausmittel. Besonders wirksam sind die getrockneten Früchte, die Sie über Nacht in Wasser einlegen.

Schon fünf bis zehn getrocknete Zwetschgen können Ihrer trägen Verdauung auf die Sprünge helfen und so auch Bauchschmerzen beseitigen, die aufgrund von Verstopfung entstanden sind. Trinken Sie dazu viel Wasser, denn Ihr Darm benötigt viel Flüssigkeit, damit die Ballaststoffe quellen können.

Doch Achtung: Mit der abführenden Wirkung der Zwetschge sollten Sie es nicht übertreiben und sie nicht jeden Tag vorbeugend als Snack essen oder in Ihr Müsli schneiden. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Ein zu großer Zwetschgenkonsum kann zu Durchfall führen, mehr als 150 Gramm sollten Sie daher pro Tag nicht zu sich nehmen.

Welche weiteren Gesundheitsvorteile hat die Zwetschge?

Dank der enthaltenen Nährstoffe sind Zwetschgen gut für das Nervensystem, die Haut, das Immunsystem sowie die Sehkraft. Das Pektin hat eine entgiftende Wirkung und unterstützt die Leberfunktion. Sie enthalten außerdem viele sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere die sogenannten Anthocyane. Sie wirken entzündungshemmend, hellen die Stimmung auf und helfen bei:

Aufgrund des hohen Ballaststoffgehalts der Früchte sind sie außerdem gut für Ihren Cholesterinspiegel.

Bei Halsschmerzen empfiehlt es sich, aus den Blättern des Zwetschgenbaumes einen Sud zu kochen. Diese Lösung benutzt man zum Gurgeln, was schnell Erleichterung bringt. Der gleiche Sud wirkt auch bei Zahnfleischentzündungen als Mundspülung und bei entzündlichen Hautkrankheiten als Umschlag. Die beste Sammelzeit für das Laub ist von Mai bis Juli/August.

Zwetschgen wirken gegen zahlreiche Beschwerden wie Halsschmerzen, Osteoporose oder Blutarmut. © M.Dörr & M.Frommherz | Adobe Stock

Wo und wie wachsen Zwetschgen?

Zwetschgenbäume kommen in Europa, Westasien, Nordamerika und Teilen Afrikas vor. Sie gehören zur Familie der Rosengewächse. Der Zwetschgenbaum wird bis zu zehn Meter hoch und bildet im Frühjahr weiße Blüten. In Mitteleuropa wachsen über 100 Arten, die ab Spätsommer in den Handel kommen. Zwetschgenbäume liefern ausgezeichnetes Holz für Möbel, das eine rötliche Farbe besitzt.

Falls Sie selbst einen Zwetschgenbaum im Garten haben, brauchen Sie keine Nachhilfe bei der Befruchtung der Pflanzen leisten, denn die meisten Sorten sind selbstbefruchtend. Die meisten Zwetschgenbäume können bis zu 50 Jahre Früchte tragen. Nach dem Pflanzen dauert es je nach Sorte drei bis sieben Jahre, bis sie das erste Mal Zwetschgen ernten können.

Wann kann man Zwetschgen kaufen und wie lassen sie sich lagern?

Die Zwetschgenzeit beginnt im Juli und geht bis September. Späte Sorten reifen sogar noch bis in den Oktober hinein. In anderen Monaten des Jahres gibt es Zwetschgen in beziehungsweise aus Deutschland nicht frisch zu kaufen, dann müssten Sie auf die getrockneten Früchte zurückgreifen.

Ernährungstipp: Kaufen Sie Zwetschgen am besten aus Bio-Anbau. Nur mit einem Bio-Siegel können Sie bei Obst und Gemüse sichergehen, dass es frei von Pestiziden ist und unter ökologischen Aspekten angebaut wurde.

Lagern Sie die Zwetschgen im Gemüsefach Ihres Kühlschranks. Der weißliche Film, der sich auf der Haut befindet, ist Kondenswasser, das sich während des Wachstumsprozesses anreichert und die Früchte vor dem Austrocknen schützt. Er kann also durchaus mitgegessen werden. Dennoch empfiehlt es sich, die Früchte kurz vor dem Verzehr mit Wasser abzuwaschen, jedoch auch erst dann und nicht schon direkt nach dem Kauf vor der Lagerung.

Fazit: So gesund sind Zwetschgen

Zwetschgen sind eine Unterart der Pflaumen und ein gesundes Lebensmittel, das sie roh oder getrocknet zu sich nehmen können und das auch in gekochten Speisen und vor allem als Kuchenbelag gut schmeckt. Zwetschgen können zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen, indem sie nicht nur wertvolle Nährstoffe liefern, sondern auch bei verschiedenen körperlichen Beschwerden helfen. Zwetschgen sind insbesondere dafür bekannt, die Verdauung anzukurbeln und können daher als Ernährung gegen Krankheiten, insbesondere bei Verstopfung, eingesetzt werden.

Dank des enthaltenen Pektins und der sekundären Pflanzenstoffe helfen Sie nicht nur der Verdauung, sondern sind außerdem gut für den Cholesterinspiegel, gut bei Gicht und unterstützen die Leber bei der Entgiftung. Aus den Blättern lässt sich außerdem ein Sud kochen, der gegen Halsschmerzen wirkt. Ein übermäßiger Verzehr von Zwetschgen kann zu Durchfall führen und bedeutet außerdem viel Zucker.

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