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Hämorrhoiden - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Informationen über Hämorrhoiden im Überblick

Definition: Gefäßpolster, die den analen Schließmuskel kontrollieren

Problem: Bei Vergrößerung schließt der After nicht mehr richtig

Folgen: Es kommt zu Jucken und Inkontinenz

Ursachen: Viel Sitzen, Sportmangel, falsche Ernährung und Genetik

Behandlung: Salben und Cremes gegen das Jucken, operative Methoden zur Entfernung

Hämorrhoiden sind ein lästiges Leiden in der Gesellschaft. Sie entstehen schrittweise und entwickeln sich letztlich soweit, dass Sie irgendwann um eine Behandlung nicht mehr herumkommen. Die Beschwerden und Symptome sind besonders lästig. Hämorrhoiden sind zudem ein Tabuthema. Über sie spricht man nicht gerne öffentlich und doch haben viele Menschen damit Probleme.

In den meisten Fällen beginnen Hämorrhoiden ganz harmlos: Esjuckt und brennt, darüber hinaus ist irgendetwas störend, besonders beim Sitzen sowie beim Sport. Im weit fortgeschrittenen Fall können sich Hämorrhoiden sogar bis hin zu einer kompletten Ausstülpung der Afterschleimhaut entwickeln. Dann muss man allerdings lange nichts dagegen getan haben.

Was sind Hämorrhoiden? – Definition des Volksleiden

Anders als es der Sprachgebrauch vermuten lässt, handelt es sich bei Hämorrhoiden nicht um eine Krankheit oder etwas, das sich durch irgendwelche Einflüsse entwickelt. Stattdessen handelt es sich bei Hämorrhoiden um ringförmige Gesäßpolster, die am Ausgang des Enddarms, dem After, sitzen. Sie sorgen dort dafür, dass der Schließmuskel richtig funktioniert sowie der Stuhlgang kontrolliert und gesteuert abläuft. Das bedeutet nicht nur, dass jeder Hämorrhoiden hat, sondern auch, dass diese eine sinnvolle und wichtige Aufgabe erfüllen. Dazu füllen sie sich mit Blut und bilden einen Gefäßschwamm. Hätte der Mensch keine Hämorrhoiden, so würden Gase, Feuchtigkeit und Kot unkontrolliert den Darm verlassen.

Probleme mit Hämorrhoiden

Im Laufe der Zeit können sich solche Hämorrhoiden abersackförmig wölben und dabei den Afterausgang mehr und mehr verengen. Das Problem: Der After kann nicht mehr richtig schließen, wodurch Sekret herausläuft. Es kommt zu Stuhlschmieren sowie anderen unangenehmen Effekten. In vielen Fällen beginnen Probleme mit Hämorrhoiden sehr harmlos, schreiten in der Regel jedoch fort über Brennen, Jucken, Nässen, Blut beim Toilettengang bis hin zu Kontinenzproblemen.

In der Medizin werden verschiedene Arten von Hämorrhoidalleiden unterschieden. Auf der einen Seite gibt es die inneren Hämorrhoiden. Diese sind die Gefäßschwämme, die den Schließmuskel kontrollieren. Bei äußeren Hämorrhoiden hingegen, handelt es sich um Knoten außerhalb des Afters, beispielsweise schmerzende rötlich-blaue Knoten (Analthrombosen). Eigentlich sind dies keine Hämorrhoiden im eigentlichen Sinne.

Ursachen – Wie entstehen Hämorrhoiden?

Bei der Entstehung von Hämorrhoiden sind verschiedene Faktoren von Bedeutung. Zum einen sorgt eine Vergrößerung der Hämorrhoiden für das Problem, auf der anderen Seite gibt es diverse Aspekte, die diesen Vorgang begünstigen. Erhöht sich der Innendruck im Bauchraum, zerstört dies über einen längeren Zeitraum die Aufhängung der Hämorrhoiden und die Gefäßpolster verlagern sich nach außen. Infolgedessen entsteht das typische Krankheitsbild des Hämorrhoidalleidens.

Als häufigste Ursache für Hämorrhoidalleiden gilt die chronische Verstopfung, insbesondere aufgrund von vermehrtem Pressen beim Stuhlgang. Darüber hinaus begünstigt falsches Stuhlverhalten wie Nachpressen die Entstehung. Bei der Ausscheidung von kleinem, hartem Stuhl erhöht sich infolge der Erhöhung des Drucks im Bauchraum der Druck in den hämorrhoidalen Gefäßen.

Des Weiteren können

  • Schwangerschaften,
  • Übergewicht,
  • ungewohnte körperliche Anstrengung,
  • das Heben schwerer Gegenstände,
  • langes Sitzen oder Stehen,
  • zu langes Verweilen auf der Toilette nach der Darmentleerung,
  • scharfe Gewürze sowie
  • hoher Kaffee- und Alkoholgenuss

den Innendruck direkt oder indirekt im Bauchraum erhöhen. Gleichermaßen führt der dauerhafte, übermäßige Gebrauch von Abführmitteln unter Umständen zu einer hämorrhoidalen Ausweitung der Gefäße. Insbesondere eine falsche Ernährung ist häufig für viele Symptome und Beschwerden verantwortlich.

Genetische Faktoren wirken sich ebenfalls begünstigend aus: Wenn in Ihrer Familie Hämorrhoiden auftreten, tragen Sie einerhöhtes Risiko, ebenfalls Hämorrhoiden-Probleme zu entwickeln. Sie sollten dann speziell ein Auge auf Ihren After werfen.

Ursachen Hämorrhoiden

Symptome von Hämorrhoiden – Was sind die Anzeichen?

Fehlentwickelte Hämorrhoiden kommen nicht einfach von einen auf den anderen Tag. Sie entwickeln sich über längere Zeit und verursachen währenddessen sehr spezielle Symptome, an denen sie sich gut erkennen lassen. Daneben sind sie in einigen Fällen auch optisch sehr gut erkennbar. Im Folgenden stellen wir einige der typischsten Anzeichen von Hämorrhoiden vor.

Typische Auswirkungen von Hämorrhoiden:

  • Juckreiz und Brennen am After: Oft entzündet sich Ihre Haut am After.
  • Schmerzlose, hellrote Blutungen im Analbereich: Sie entdecken Blut am Toilettenpapier, auf dem Stuhl oder in der Unterhose.
  • Schmerzen beim Stuhlgang: Fehlen diese, spricht das gegen Hämorrhoiden und eher für eine Hautentzündung.
  • Fremdkörpergefühl: Sie haben das Gefühl, dass der Darm nicht vollständig entleert ist.

Einteilung in vier Stadien der Beschwerden

Von normalen bis zur am weitesten fehl-entwickelten Form von Hämorrhoiden lassen sich vier Stadien unterscheiden:

  1. Das Gefäßpolster innerhalb des Analkanals ist vergrößert.
  2. Die Gefäßpolster rutschen beim Pressen und der Darmentleerung nach außen und von selbst wieder zurück.
  3. Nicht mehr nur beim Pressen, sondern auch bei normaler körperlicher Anstrengung rutschen die vergrößerten Hämorrhoiden nach außen. Im Anschluss daran ziehen sie sich von selbst nicht mehr zurück, sondern erfordern ein manuelles Zurückdrücken.
  4. Der gesamte innere Gefäßring wölbt sich nach außen vor und kann nicht mehr zurückgedrückt werden. Der Arzt nennt dies einen Analprolaps (Analvorfall).

Entdecken Sie Blut beim Toilettengang, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Auch andere ernsthaftere Darmerkrankungen als das Hämorrhoidenleiden führen unter Umständen zu Blutabsonderungen.

Die Symptome richten sich auch nach der jeweiligen Lage der Hämorrhoiden.

  • Innere Hämorrhoiden: Diese Hämorrhoiden sieht oder fühlt man nicht. Eine Belastung oder Reizung beim Ausscheiden von Stuhl verletzt die empfindliche Oberfläche einer Hämorrhoide und führt zu einer Blutung. In einem solchen Fall bemerken Sie kleine Mengen von hellrotem Blut am Toilettenpapier oder in der Toilette. Da die inneren Membranen keine schmerzempfindlichen Nervenfasern besitzen, empfinden die Patienten diese Hämorrhoiden in der Regel nicht als schmerzhaft. Es kommt jedoch vor, dass Sie nach einer Darmentleerung ein Völlegefühl im Mastdarm verspüren.
  • Vorgewölbte Hämorrhoiden: Beim Pressen drückt man gelegentlich eine innere Hämorrhoide durch den After. Wenn eine Hämorrhoide vorgewölbt bleibt, verursacht sie möglicherweise einen ständigen, dumpfen Schmerz. Bei Reizungen juckt oder blutet sie.
  • Äußere Hämorrhoiden: Diese Hämorrhoiden sind normalerweise schmerzhaft. In manchen Fällen sammelt sich Blut in einer äußeren Hämorrhoide an und führt zu einem Blutgerinnsel (Thrombus). Dieses verursacht starke Schmerzen und eine Entzündung. Bei einer Irritation jucken oder bluten äußere Hämorrhoiden.

Diagnose – Wie erkennt man Hämorrhoiden?

Bei rechtzeitiger Behandlung stellen Hämorrhoiden in den meisten Fällen ein kleines Problem dar. Zu einem späteren Zeitpunkt kann die Therapie jedoch langwierig und unangenehm sein. Wenden Sie sich aus diesem Grund frühzeitig an einen Proktologen, der sich auf Enddarmerkrankungen spezialisiert hat.

Die Diagnose ist für ihn einfach zu stellen. Zunächst wird er die typischen Symptome abfragen und im Anschluss eine manuelle rektale Untersuchung durchführen. Dabei ertastet er die Schließmuskelregion und führt eine Enddarmspiegelung durch.

Manchmal wird Ihnen ein Arzt eine komplette Darmspiegelung empfehlen. Dies dient insbesondere dazu, bei der Untersuchung ernsthaftere Erkrankungen im oberen Darmtrakt auszuschließen. Da Hämorrhoiden mit Blutungen einhergehen, können sie beispielsweise Anzeichen von Darmkrebs verdecken, die ebenfalls Blutungen verursachen. Ein paralleler Check auf die Darm-Gesundheit bietet sich also sehr an.

Behandlung von Hämorrhoiden

Wenn Sie vergrößerte Hämorrhoiden besitzen und ihre unangenehmen Beschwerden loswerden möchten, so gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie Sie dies erreichen können. Auf der einen Seite können Sie gezielt Ihre Gewohnheiten ändern, um ein Hämorrhoidalleiden zu reduzieren, beziehungsweise zu verhindern. Auf der anderen Seite gibt es verschiedene medizinische Wege, Hämorrhoidalleiden und die einhergehenden Beschwerden loszuwerden.

In einigen Fällen bilden sich Hämorrhoiden nach einer gewissen Zeit von allein wieder zurück. Das ist allerdings nicht immer so und in der Regel wird das Leiden nur schlimmer. Sie sollten sich deshalb nicht auf ihren Hämorrhoiden ausruhen (im Übrigen sowieso eine unangenehme Angelegenheit), sondern bei einem Arzt Hilfe ersuchen. Mit einer professionellen Behandlung sind Sie die Beschwerden wesentlich schneller wieder los, als wenn Sie lange auf eine Besserung warten.

5 Regeln, die gegen Hämorrhoiden-Beschwerden helfen

So senken Sie das Risiko, dass Ihre Hämorrhoiden größer werden und die Beschwerden zunehmen:

  • Werden Sie gegen die Verstopfung aktiv: Setzen Sie auf eine ballaststoffreiche Kost in Ihrer Ernährung. Das bringt Ihren Darm in Schwung und macht den Stuhl weich. Wählen Sie bei Brot, Reis und Nudeln die Vollkornvariante aus. Essen Sie jeden Tag drei Portionen Gemüse und pro Woche zwei Portionen Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Erbsen).
  • Meiden Sie stopfende Lebensmittel: Je fetter und süßer ein Lebensmittel, desto stärker fördert es die Verstopfung. Verzichten Sie bei Ihrer Ernährung auf Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, Fertiggerichte, Chips und fette Fleischwaren.
  • Ihr Darm braucht Flüssigkeit: Trinken Sie jeden Tag mindestens zwei Liter zuckerfreie Getränke (Wasser, Kräutertee, Kaffee). So können die Ballaststoffe in Ihrem Darm gut aufquellen.
  • Lange Sitzungen auf der Toilette sind tabu: Dadurch entsteht ein dauernder Druck auf den Analbereich. Auch starkes und langes Pressen beim Stuhlgang fördert das Leiden.
  • Unterdrücken Sie den Stuhlgang niemals: Dadurch wird Ihr Darminhalt noch härter.
  • Bleiben Sie aktiv: Körperliche Bewegung (z. B. Schwimmen oder Laufen) vermindert den Druck in den analen und rektalen Blutgefäßen, der durch längeres Sitzen oder Stehen in unveränderter Position entsteht. Durch Bewegung vermeiden Sie des Weiteren eine Verstopfung.

Generell gilt: Bewegungsmangel macht Ihren Darm träge und fördert Verstopfungen. Die Diagnose Hämorrhoiden ist also ein Grund für Sie, jetzt erst recht auf Trab zu kommen. Rezeptfreie Salben und Zäpfchen gegen Hämorrhoiden lindern eventuell leichte Schmerzen und Irritationen, bewirken jedoch keine Rückbildung der Hämorrhoiden. Bei anhaltenden Schmerzen oder Hämorrhoiden, die wiederholt auftreten oder häufig oder stark bluten, suchen Sie in jedem Fall den Arzt auf.

Ähnliche Symptome treten nämlich bei anderen Krankheiten wie einer Analfissur („Riss” in der Schleimhaut des Analkanals), Polypen (winzige Geschwulst) in der Schleimhaut der Dickdarmwand oder Dickdarmkrebs auf.

Welche Sportarten sind bei Hämorrhoiden geeignet?

Ideal sind schonende Bewegungsformen, die Ihren Beckenboden stärken. Ein starker Beckenboden verringert den Druck auf Ihre Gefäße beim Stuhlgang. Dazu gehören zügiges Gehen, (Nordic) Walking, Wandern, Gymnastik, Pilates und Yoga. Eine gute Wahl sind auch Ski-Langlauf, Schwimmen und Radfahren auf ebenen Wegen (Teerstraße) sowie Joggen auf weichem Untergrund.

Meiden Sie alle Sportarten, die Druck- und Stoßbelastungen auf Ihre Hämorrhoiden auslösen. Dazu zählen:

  • Pressatmung beim Heben von Gewichten während des Krafttrainings
  • Aufprall nach Sprüngen, hartes Auftreten und plötzliches Abstoppen beim Tennis, Volley- und Fußball
  • sportliche Aktivitäten im Sitzen, bei denen Druck auf den Analbereich ausgeübt wird (Reiten, Radeln auf holprigen Wegen)

Nicht-operative Hämorrhoiden-Behandlungen

Um die Beschwerden loszuwerden, ist Ihre Eigeninitiative gefordert, denn ein wesentlicher Bestandteil der Therapie besteht in der Beseitigung der Ursachen. Ausgehend vom Stadium der Hämorrhoidenerkrankung muss Ihr Arzt diese behandeln. Um die Beschwerden Brennen und Jucken „vor Ort” zu lindern, existieren zahlreiche entzündungshemmende Zäpfchen und Cremes auf dem Markt.

Im fortgeschrittenen Stadium (II bis IV) fällt eine chirurgische Behandlung an. Hier kommen die Sklerosierung (Verödung) der Hämorrhoiden in Frage. Alternativ wird die Ligatur (Abbinden mit Gummiband) sowie die operative Entfernung empfohlen.

Ein Arzt sieht schnell, ob es sich bei Ihnen um eine äußere Hämorrhoide oder eine Analfissur handelt. Um innere Hämorrhoiden abzuklären, tastet er mit einem Latexhandschuh den Darm ab und verwendet ein Rektoskop (ähnlich einer Darmspiegelung). Vermutet Ihr Arzt ernstere Probleme, untersucht er Ihren Dickdarm mit einem Sigmoidoskop.

Verursacht eine Hämorrhoide oder Analfissur leichte Irritationen, empfiehlt Ihr Arzt rezeptfreie Cremes, Zäpfchen und Spülungen. Wenn sich dagegen ein Blutgerinnsel in einer Hämorrhoide findet, sorgt eine schnelle Entfernung für Erleichterung. Bei dauerhaften inneren Hämorrhoiden rät Ihnen Ihr Arzt unter Umständen zu einer Gummiband-Ligatur.

Bei einer Analfissur empfiehlt Ihr Arzt „Weichmacher”, warme Sitzbäder oder spezielle Salben zur Muskelentspannung. Besonders Mischungen mit Nitroglyzerin und Nifedipin setzt man zu diesem Zweck ein. Bleiben die Fissuren nach drei-bis vierwöchiger Behandlung bestehen, bietet sich die Laterale interne Sphinkterektomie als operatives Verfahren an. Dabei schneidet man den Schließmuskel (Sphinkter) ein, wodurch die Spannung nachlässt und die Fissur in 90 % der Fälle abheilt.

Gummiband-Ligatur lässt Hämorrhoiden schrumpfen

Als herkömmliche Behandlungsmethode bei beschwerdeverursachenden inneren Hämorrhoiden, die auf eine konservative Behandlung nicht ansprechen, gilt die Gummiband-Ligatur. Dabei führt der Chirurg ein langes Werkzeug in den Analkanal ein und greift die Hämorrhoiden wie mit einer Zange. Anschließend legt er ein oder zwei kleine Gummibänder um die Grundfläche der Hämorrhoide. Die Gummibänder unterbrechen die Blutzufuhr zur Hämorrhoide, sodass diese innerhalb von sieben bis zehn Tagen abstirbt und abfällt.

Chirurgen wenden die Gummiband-Ligatur lediglich bei inneren Hämorrhoiden an. Sie findet ohne Narkose statt und verursacht keine großen Schmerzen. Sie kann in der Praxis oder zuhause angelegt werden. Die Methode ist allerdings nicht vollkommen risikofrei und auch nicht vollständig beschwerdefrei. Bei schweren Hämorrhoiden wird Ihr Arzt Ihnen also eher eine operative Entfernung empfehlen.

Weitere Behandlungsmethoden von Hämorrhoiden:

  • Infrarot-Koagulation: Eine Bestrahlung mit Infrarotlicht für ein oder zwei Sekunden unterbindet die Blutzufuhr zu der Hämorrhoide. Während der Behandlung verspüren Sie eventuell Wärme und haben einige Tage danach leichte Blutungen. Wie die Gummiband-Ligatur wendet man die Infrarot-Koagulation bei inneren Hämorrhoiden an. Sie wirkt jedoch schneller und birgt ein geringeres Infektionsrisiko.
  • Bipolare Elektrokoagulation: Dieses auch Bicap genannte Verfahren ähnelt der Infrarot-Koagulation und weist die gleichen Vor- und Nachteile auf. Statt Infrarotlicht arbeitet man hierbei mit elektrischen Stromstößen, um die Hämorrhoiden zum Schrumpfen zu bringen.
  • Lasertherapie: Mit Hilfe von Laserstrahlen verdampft man das Hämorrhoidengewebe. Diese Methode ist teuer und zeigte bislang keine Vorteile gegenüber den anderen Methoden. Eine sorgfältige Regulierung der Tiefe und Lokalisierung des Lasers verringert jedoch Nebenwirkungen wie Blutungen und Schmerzen.
  • Operation: Eine operative Entfernung erfolgt in der Regel bei inneren oder äußeren Hämorrhoiden, bei denen eine große Thrombosegefahr besteht, oder wenn andere Methoden keinen Erfolg bringen. Die Operation ist eine wirksame Behandlungsmethode, macht jedoch einen ein- bis zweitägigen Krankenhausaufenthalt notwendig. Darüber hinaus erfordert sie eine längere Erholungszeit als andere Methoden.

Die Zaubernuss als Allheilmittel – auch für Hämorrhoiden

Schon die Indianer schätzten die Heilkraft der Zaubernuss (Hamamelis virginiana). Sie gilt heute als eines der hilfreichsten pflanzlichen Mittel, das Sie sowohl äußerlich als auch innerlich anwenden können. Nordamerikanische Schamanen bereiteten aus der Rinde der Hamamelis unter anderem einen Sud zu, mit dem sie geschwollene Augen und Wunden spülten, Durchfall und Zahnschmerzen bekämpften. Die Siedler aus Europa übernahmen diese Rezepte und sorgten schon früh dafür, dass die Zaubernuss als Destillat in die Apotheken kam. In hiesigen Breiten verwendete man Extrakte der Zaubernuss früher insbesondere bei Verbrühungen und Verbrennungen, bei Schwellungen und Entzündungen der Haut.

In der Volksmedizin ist sie allerdings auch ein beliebtes Heilmittel gegen Durchfallerkrankungen und Atemwegskatarrhe. Zudem hat sich die Zaubernuss in der Frauenmedizin bei Schwächezuständen nach der Geburt zur Stärkung der Gebärmutter, bei sehr starken Monatsblutungen und wunden Brustwarzen (während der Schwangerschaft) bewährt. Es können sowohl die Blätter als auch die Zweige und die Rinde verwendet werden. Die Zaubernuss stoppt Blutungen, schleimigen Ausfluss und hemmt Entzündungen. Die Gerbsäuren der Hamamelis beschleunigen den Heilungsprozess, sie lindern Schmerzen und Schwellungen. Als Lotion oder Salbe lindert die Zaubernuss Krampfadern und Venenentzündungen, juckende Hämorrhoiden und geschwollene, entzündete Haut.

Heute gibt es Lotionen, Tinkturen, Cremes und Salben aus den Wirkstoffen der Hamamelis in jeder Apotheke zu kaufen.

Zubereitung und Anwendung der Zaubernuss

So bereiten Sie einen Tee aus getrockneten Zaubernuss Blättern und Rinde zu:

  1. Übergießen Sie zwei bis vier Teelöffel getrocknete Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser. Zehn Minuten ziehen lassen und abseihen.
  2. Für eine Abkochung setzen Sie 2g geschnittene oder grob gepulverte Rinde mit einer Tasse Wasser auf, zugedeckt zehn Minuten leicht köcheln lassen und heiß abseihen. Tee und Abkochung bei Durchfallerkrankungen zwei- bis dreimal täglich trinken.

Nebenwirkungen: Bei empfindlichen Menschen oder erheblicher Überdosierung kann es gelegentlich zu Magen-Darm-Reizungen, in ganz seltenen Fällen zu Leberstörungen kommen. Tee und Abkochung nicht über längere Zeit verwenden.

Training der Aftermuskulatur zur Vorbeugung von Hämorrhoiden

Eine wirksame Methode, Hämorrhoiden vorzubeugen oder zum Rückzug zu bringen, ist vor allem Bewegung. In diesem Fall ist ein gezieltes Schließmuskeltraining empfehlenswert. Die folgende Übung können Sie überall unbemerkt machen: Im Büro, im Bus, im Auto oder auf der Toilette zum Beispiel.

Ziehen Sie die Aftermuskulatur 20- bis 30 Mal zusammen und lassen Sie diese wieder erschlaffen. Das Zusammenziehen sollte etwa zwei Sekunden und das Erschlaffen drei Sekunden dauern. Wenn Sie diese Übung einige Male täglich durchführen, kräftigt sich der Darmschließmuskel rasch, die Durchblutung wird angeregt und Blutstauungen entgegengewirkt.

Hämorrhoiden

Resümee: Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind ringförmige Gefäßpolster am After des Menschen. Im Normalfall verhindern sie den unkontrollierten Austritt von Kot, Gasen oder Feuchtigkeit. Durch Übergewicht, ungewohnte körperliche Aktivitäten, während einer Schwangerschaft oder als Folge einer chronischen Verstopfung können sich die Hämorrhoiden vergrößern und vorwölben. Dies führt zunächst zu Brennen, Jucken und Blutungen im Analbereich. Die Symptome können sich bis zur Inkontinenz weiterentwickeln.

Die Diagnose Hämorrhoiden sollte so früh wie möglich bei einem Proktologen gestellt werden. Dieser erkennt die Erkrankung anhand der Symptome, einer Tastuntersuchung und ggfls. durch eine Darmspiegelung. Obwohl sich Hämorrhoiden in manchen Fällen von Selbst zurückentwickeln können, sollten sie jedenfalls behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden. Die Behandlung erfolgt zunächst mit entzündungshemmenden, den Juckreiz lindernden Cremes und Zäpfchen. Pflanzliche Mittel wie Eichenrinde, Kamille oder ätherische Öle aus Lavendel können die Behandlung unterstützen. Auch die Zaubernuss gilt als Heilmittel. Sind die Symptome weit fortgeschritten, müssen die Hämorrhoiden chirurgisch entfernt werden.

Um Hämorrhoiden vorzubeugen, eignet sich unter anderem ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeitsaufnahme. Dadurch wird die Tätigkeit des Darms angeregt und Verstopfungen vermieden. Auch eine aktive Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung und Sport wirkt sich positiv auf die Darmgesundheit aus. Dadurch können lange, anstrengende Toilettenbesuche sowie die Anwendung von Abführmitteln vermieden werden, welche die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigen.

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