Liebesleben: So klappt es mit mehr Lust und Leidenschaft in der Beziehung

Sex zählt zu den schönsten Nebensachen der Welt und ist für viele Paare integraler Bestandteil einer Beziehung. Doch bei vielen Pärchen pendelt sich im Laufe der Zeit das Sexleben ein und wird weniger, manchmal auch zu wenig. Dann liegt es an beiden Seiten das Sexleben wieder neu zu beleben und das Feuer wieder zu entfachen.
10 min | Stand 29.08.2022
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Inhaltsverzeichnis

Wenn im Laufe einer Beziehung das sexuelle Verlangen weniger wird, so ist das zunächst kein Grund zur Sorge. Schließlich kommt es beim Liebesspiel nicht nur auf die Quantität an, sondern in erster Linie auf die Qualität. Doch selbst die kann in Langzeitbeziehungen zu wünschen übrig lassen, wenn bloß noch das Routineprogramm abgespult wird und sich Pflichtgefühle mit ins Bett schleichen.

Wenn die Leidenschaft im Laufe einer Beziehung nachlässt, ist das kein Grund zur Sorge. Denn die Lust kann gezielt wieder entfacht werden © LIGHTFIELD STUDIOS | Adobe Stock

Dabei ist es durchaus möglich, auch nach vielen Jahren Beziehung das Liebesleben wieder zu erhöhen und die Lust auf Sex wieder anzufachen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf Liebe und Partnerschaft sowie auf das Zusammengehörigkeitsgefühl aus, sondern auch das eigene Wohlbefinden nimmt zu.

Ist es normal, dass die Lust mit der Zeit nachlässt?

Am Anfang einer Beziehung kommen frisch verliebte Paare häufig kaum aus dem Bett. Das Verlangen nach dem anderen ist groß und mehrmals am Tag miteinander zu schlafen, ist normal für die Anfangsphase einer Beziehung. Der Hormonhaushalt spielt verrückt und das Bedürfnis dem anderen nahe zu sein, ist übermächtig. Spätestens nach zwölf bis 24 Monaten lässt der Hormonrausch jedoch nach und der Sex wird weniger. Das ist aber nichts, worum sich Paare Sorgen müssten, denn das ist ganz normal.

Wenn Sie jedoch nicht aufpassen und sich nicht aktiv um ihr Liebesleben bemühen, dann kann sich eine Distanz einschleichen, die schon allein den Gedanken daran, mit dem Partner zu schlafen, befremdlich macht. Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen, sondern nehmen Sie Ihr Liebesleben selbst in die Hand, egal, ob Sie in einer bisexuellen, homosexuellen oder heterosexuellen Beziehung leben.

Liebesleben verbessern: Mit diesen 5 Tipps die Libido steigern

Die Grundlage, um wieder mehr Schwung in das eigene Liebesleben zu bringen, ist eine gute Kommunikation. Schließlich müssen beide Partner dazu bereit sein, sich aktiv um ihr Sexleben zu bemühen und die Lust wieder anzukurbeln. Zwar kann auch der eine den anderen immer wieder mit Initiative überraschen, wenn jedoch nichts zurückkommt, kann das frustrierend sein. Beherzigen Sie daher diese fünf Tipps, um Ihr Liebesleben zu erhöhen und wieder mehr Lust in Ihre Beziehung zu bringen:

Tipp 1 – Zeit nehmen für Zärtlichkeit

„Keine Zeit“ ist einer der häufigsten Gründe, weshalb Paare nur noch wenig Sex haben. Der Alltag hat sie fest im Griff, Job, Kinder, Freunde und täglicher Stress sorgen dafür, dass viele Menschen abends nur noch müde sind und für Sex keine Zeit und Energie mehr bleibt.

Um Ihr Sexleben aufzufrischen, sollten Sie darauf achten, regelmäßig Zärtlichkeiten mit Ihrem Partner auszutauschen © luckybusiness | Adobe Stock

Räumen Sie sich diese Zeit daher bewusst ein und nehmen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner Zeitfenster, in denen Sie sich nur sich selbst widmen. Statt sich mit Freunden zu verabreden, verabreden Sie sich mit Ihrem Partner ganz bewusst zum Sex. Es klingt vielleicht unromantisch, sich Sex in den Kalender einzutragen, kann aber ein Schlüssel dafür sein, das Liebesleben wieder zu erhöhen. Sie werden merken, dass die Nähe und die Zärtlichkeit guttun und Sie auch im stressigen Alltag wieder näher zu Ihrem Partner finden, was Ihre Beziehung auffrischt.

Tipp 2 – Routinen ändern

Bei vielen Paaren sind nach einigen Jahren die Rollen beim Sex immer gleich verteilt. Der eine fängt immer an, der andere ist immer passiv oder andersherum. Durchbrechen Sie diese Routine und legen Sie bewusst fest, dass ab jetzt der andere anfängt oder Sie sich mit der Initiative abwechseln. So kommen Sie aus Ihrem eingefahrenen Muster heraus und probieren wieder Neues aus.

Tipp 3 – Anregungen holen

Insbesondere bei Frauen findet ein großer Teil der Erregung zunächst im Kopf statt. Bei ihnen dauert es länger, bis sie sie auch körperlich fühlen. Schauen Sie sich daher gemeinsam Pornofilme an, um so richtig in Stimmung zu kommen. Dabei ist es wichtig, dass die Filme beiden gefallen. Sie können sich auch erotische Geschichten vorlesen oder gemeinsam erotische Geschichten in Form von Podcasts oder Hörbüchern anhören – das Internet ist voll von Inspirationen, die die eigene Fantasie anheizen und die Lust erwecken.

Tipp 4 – Für Abwechslung sorgen

Sie haben seit Jahren nur noch Sex im Bett? Dann wählen Sie beim nächsten Mal bewusst einen anderen Teil Ihrer Wohnung aus und ergreifen Sie die Initiative beispielsweise auf dem Sofa oder in der Nähe des Küchentischs.

Abwechslung ist beim Sex wichtig, um das Liebesleben spannend und aufregend zu halten © Vasyl | Adobe Stock

Auch wenn Ihre Sex-Routine so aussieht, dass sie immer sonntagmorgens miteinander schlafen, so überraschen Sie Ihren Partner doch mal dienstagabends – insbesondere Paare, die gemeinsam im Homeoffice arbeiten, können die Mittagspause zwischen den Meetings für eine heiße Überraschung nutzen. Was die Stellungen angeht, können Sie auch immer wieder neues ausprobieren – Anregungen geben Bücher und Filme sowie Ihre Fantasie.

Tipp 5 – Über Fantasien sprechen

Auch wenn Sie Ihren Partner schon lange kennen, gibt es möglicherweise Fantasien und Wünsche, die Sie voneinander noch nicht kennen. Sprechen Sie darüber und erfüllen Sie sich gegenseitig Ihre Fantasien. Insbesondere wenn Sie sich schon lange kennen und sehr vertraut miteinander sind, gibt es nichts, wofür Sie sich vor dem anderen schämen müssen. Im Gegenteil – durch das Teilen der eigenen Fantasie mit dem anderen, können Sie sich nochmal ganz neu kennenlernen.

Ist Sex Kopfsache?

Sexuelle Lust ist zu großen Teilen auch Kopfsache. Wer im Kopf bereit ist, das eigene Liebesleben wieder zu erhöhen und das übliche „dafür bleibt doch keine Zeit“ zur Seite zu wischen, der kann die Lust am Liebesspiel auch nach vielen Jahren mit dem Partner wieder entdecken.

Frauen benötigen oft mehr als nur einen optischen Reiz oder eine körperliche Stimulation, um sexuell erregt zu werden. Denn die Lust der Frau spielt sich zu einem Großteil in ihrem Kopf ab. So entfachen vor allem die eigene Vorstellungskraft, die erotischen Fantasien und die damit einhergehenden Gefühle das sexuelle Verlangen der Frau.

Obwohl beide Geschlechter von psychischen Faktoren wie Emotionen und Gefühlen beeinflusst werden, hat das eigene Wohlbefinden bei Frauen eine größere Auswirkung auf ihr sexuelles Verlangen. Daher können bei Frauen seelische Verstimmungen sowie Partnerkonflikte schneller zu Lustlosigkeit führen als beim Mann.

Häufig ist es so, dass viel Sex auch zu mehr Lust führt, während wenig Sex die Lust einschlafen lässt. Schaffen Sie es also mit Ihrem Partner wieder in eine Phase zu kommen, in der Sie Ihr Sexleben bewusst in den Fokus nehmen und vermehrt Sex haben, so kann es passieren, dass die Lust dadurch automatisch verstärkt wird und von ganz alleine zurückkommt.

Welche Faktoren können das Liebesleben beeinflussen?

Nicht nur Routine und Stress können das Liebesleben eintrüben, sondern auch bestimmte Lebensereignisse wie Schwangerschaften, Geburten oder auch Krankheiten und das Alter.

Es gibt viele Faktoren, die das Sexleben negativ beeinträchtigen können © standret | Adobe Stock

Schwangerschaft: Sex während der Schwangerschaft ist für viele Paare zunächst mit Unsicherheit verbunden, schließlich besteht die Sorge, dass vorzeitige Wehen ausgelöst werden oder das Kind durch die Bewegungen Schaden nimmt. Beides ist aber unberechtigt, zumindest wenn es sich nicht um eine Risikoschwangerschaft handelt. Viele Frauen haben im ersten und im letzten Trimester der Schwangerschaft mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen und auch das Wohlbefinden im eigenen Körper muss sich erst einmal neu formen, da sich dieser stark verändert. Grundsätzlich spricht aber nichts gegen den Sex in der Schwangerschaft, solange sich beide Partner damit wohlfühlen. Bei Zweifeln oder Fragen hilft der Frauenarzt.

Geburt eines Kindes: Die Geburt eines Kindes stellt jede Paarbeziehung erst einmal gehörig auf den Kopf. Die bisher bestandene Zweisamkeit wird abgelöst durch die neue Aufgabe, nämlich sich rund um die Uhr um ein Baby zu kümmern und viele frisch gebackene Eltern stehen in ihrer Beziehung vor einer neuen Herausforderung. Sex nach der Geburt ist für viele Paare eine Herausforderung und zieht viele Zweifel und Fragen mit sich, wie zum Beispiel:

  • Wird es wehtun?
  • Vernachlässigen wir unser Kind, wenn wir jetzt Sex haben?
  • Wie hat sich der Körper der Frau nach der Geburt verändert?

Am besten sprechen Sie offen über Ihre Ängste und Gedanken und nähern sich dem Thema zaghaft, um den Druck herauszunehmen. Schlafen Sie erst wieder miteinander, wenn Sie bereit sind, auch wenn das mehrere Monate dauern kann. Auch wenn diese „Durststrecke“ insbesondere für Männer häufig schwer sein kann, so sollten die Sorgen und Gefühle der Partnerin ernst genommen werden.

Krankheiten: Krankheiten können Sex in einer Beziehung ebenfalls stark in den Hintergrund rücken lassen. Plötzlich sind andere Dinge wichtig und das Paar muss sich auf eine neue Situation einstellen. Das kann jedoch auch zu einem verstärkten Bedürfnis nach Nähe führen, das Paare bei all den Herausforderungen für sich und ihren Zusammenhalt nutzen können. Aus Krankheiten können aber auch Schmerzen beim Sex resultieren, mit denen Paaren sich auseinandersetzen müssen. Miteinander zu sprechen, Alternativen zur Penetration zu finden und ärztliche Behandlung zu suchen kann dabei helfen, dennoch ein erfülltes Sexualleben zu führen.

Alter: Sex im Alter ist ebenfalls ein Thema, das mit Herausforderungen belastet ist. Frauen haben nach der Menopause mit vaginaler Trockenheit zu kämpfen, während es bei Männern im Alter zu Erektionsstörungen kommen kann. Auch Herzprobleme oder eine überstandene Krebstherapie sind herausfordernd. Doch selbst wenn beide Partner gesund sind, erfordert Sex im Alter auch eine gewisse Form von Selbstliebe, um den eigenen, nicht mehr jugendlichen Körper zu akzeptieren. Dabei geht es beim Sex im Alter häufig weniger um sexuelle Höchstleistungen, sondern mehr um Nähe und Zärtlichkeit. Dennoch ist das Erfüllen von Lust natürlich auch im Alter noch ein legitimes Bedürfnis und auch hierbei kann Kommunikation – zusammen mit einigen Hilfsmitteln wie Gleitgel oder Viagra – der Schlüssel sein.

Weitere Gründe für sexuelle Unlust können folgende sein:

Wieso ist Sex in Beziehungen so wichtig?

Sex gilt als Bindungsfaktor: Die Intimität und Nähe zum Partner wie auch die dabei empfundenen euphorisierenden Lustgefühle steigern nicht nur das eigene körperliche sowie psychische Wohlbefinden, sondern stärken die Zuneigung und Liebe zum Partner. Demzufolge kommt dem Sex innerhalb einer Beziehung eine hohe Bedeutung zu.

Sex ist ein wichtiger Bestandteil jeder Beziehung. Denn er fördert die Intimität sowie das Zusammengehörigkeitsgefühl © New Africa | Adobe Stock

Für viele Paare wird das Thema Sex irgendwann zum Stressfaktor. Es kann Unzufriedenheit auslösen, für Streit sorgen und sogar der Auslöser für Trennungen sein, wenn Paare keine Nähe mehr zueinander finden oder einer der Partner sogar fremd geht, um sich die sexuelle Befriedigung an anderer Stelle zu holen.

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, lohnt es sich, sich mit dem Thema aktiv zu beschäftigen und das Liebesleben wieder zu erhöhen, wenn sich Flauten anbahnen.

Entscheidend ist, dass beide Partner mit ihrem Sexleben zufrieden sind. Wenn beide glücklich damit sind, einmal im Monat Sex zu haben, dann besteht auf dieser Ebene kein Problem und die Partnerschaft kann glücklich und zufrieden verlaufen. Häufig fangen die Probleme dann an, wenn die Vorstellungen auseinander gehen und der eine etwas anderes will als der andere.

Welche positiven Effekte hat Sex?

Beim Sex werden zahlreiche Glückshormone ausgeschüttet, die für das ekstatische Hochgefühl und den Lustrausch verantwortlich sind. Die sogenannten Endorphine werden dabei durch sexuelle Erregung sowie Stimulation freigesetzt und fördern gezielt die Entspannung. So unterstützt das Glückshormon vor allem Frauen, zum Orgasmus zu kommen.

Sex hat zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Doch Sex macht nicht nur glücklich, sondern hat auch zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit. Er

  • steigert die Durchblutung,
  • sorgt für besseren Schlaf,
  • reguliert den Hormonhaushalt
  • kann das Risiko für Herzkrankheiten senken
  • kann das Risiko für Prostatakrebs senken

Ein aktives Sexualleben ist also überaus empfehlenswert, da die regelmäßige Produktion von Glückshormonen nicht nur das Selbstwertgefühl des Einzelnen stärkt, sondern auch das gesamte Immunsystem. So fördert Sex sowohl die psychische als auch physische Gesundheit anhaltend.

Dasselbe gilt übrigens auch für Selbstbefriedigung: Bei der Masturbation werden nämlich dieselben Hormone wie beim Geschlechtsverkehr ausgeschüttet. Die regelmäßige Selbstbefriedigung ist daher ebenfalls sehr gesund.

Fazit: Ein gutes Sexleben fördert eine gute Beziehung

Um gegen die sexuelle Lustlosigkeit vorzugehen, sollte grundsätzlich offen kommuniziert werden – egal, ob Sie professionelle Hilfe eines Arztes oder Therapeutin in Anspruch nehmen oder sich ehrlich mit Ihrem Partner austauschen.

Sprechen Sie offen über Ihre Wünsche, Fantasien und Gedanken, um gemeinsam einen Weg zu finden, wie Sie Ihre Beziehung auffrischen können. Kommunikation ist der Schlüssel zu mehr Nähe, sowohl gedanklich als auch körperlich. Wenn es keine tiefergehenden Gründe für ein eingeschlafenes Liebesleben wie Beziehungsprobleme oder körperliche Einschränkungen gibt, dann gehen Sie das Thema aktiv an und überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Liebesleben wieder erhöhen können. Ob bewusst gewählte Zeitfenster, Abwechslung, neue Orte, neue Stellungen, das klare Aussprechen Ihrer Wünsche und Fantasien oder erotische Anregungen durch Filme oder Podcasts – Sie haben es in der Hand, ihr Sexleben wieder aufzufrischen.

Sex ist gut für die Gesundheit und stärkt die Beziehung. Wenn einer der beiden Partner oder beide Partner unzufrieden mit dem Sexleben in der Partnerschaft sind, dann kann er zum Problem werden. Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie beide zufrieden mit Ihrem Liebesleben sind und dafür ist es irrelevant, ob Sie einmal am Tag oder einmal im Monat Sex haben. Die Hauptsache ist, dass Sie glücklich sind und machen, worauf Sie Lust haben.