Liebesleben – mehr Lust und Leidenschaft in der Beziehung

Sex zählt zu den schönsten Nebensachen der Welt und ist für viele Paare integraler Bestandteil einer Beziehung. Doch bei vielen Pärchen pendelt sich im Laufe der Zeit das Sexleben ein und wird weniger - manchmal auch zu wenig. Dann liegt es an beiden Seiten das Sexleben wieder zu beleben und das Feuer neu zu entfachen.
10 min | Veröffentlicht am: 29.08.2022 | Aktualisiert am: 30.04.2024
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Inhaltsverzeichnis

Wenn im Laufe einer Beziehung das sexuelle Verlangen weniger wird, so ist das zunächst kein Grund zur Sorge. Schließlich kommt es beim Liebesspiel nicht nur auf die Quantität an, sondern in erster Linie auf die Qualität. Doch selbst die kann in Langzeitbeziehungen zu wünschen übrig lassen – insbesondere wenn bloß noch das Routineprogramm abgespult wird und sich Pflichtgefühle mit ins Bett schleichen.

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Wenn die Leidenschaft im Laufe einer Beziehung nachlässt, ist das kein Grund zur Sorge. Denn die Lust kann gezielt wieder entfacht werden.

Dabei ist es durchaus möglich, auch nach vielen Jahren Beziehung das Liebesleben und die Lust auf Sex wieder anzufachen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Liebe und Partnerschaft sowie auf das Zusammengehörigkeitsgefühl aus. Auch das eigene Wohlbefinden nimmt zu.

Ist es normal, dass die Lust mit der Zeit nachlässt?

Am Anfang einer Beziehung kommen frisch verliebte Paare häufig kaum aus dem Bett. Schließlich ist das Verlangen nach dem neuen Partner gerade zu Beginn sehr groß. Mehrmals am Tag miteinander zu schlafen, ist völlig normal für die Anfangsphase einer Beziehung. Der Hormonhaushalt spielt verrückt und das Bedürfnis dem anderen nahe zu sein, ist übermächtig. Spätestens nach 24 Monaten lässt der Hormonrausch jedoch nach und der Sex wird oftmals weniger. Das ist aber nichts, worum sich Paare Sorgen machen müssten. Denn das ist ganz normal!

Wenn Sie jedoch nicht aufpassen und sich nicht aktiv um ihr Liebesleben bemühen, dann kann sich eine Distanz einschleichen, die schon allein den Gedanken daran, mit dem Partner zu schlafen, befremdlich macht. Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen und nehmen Sie Ihr Liebesleben selbst in die Hand! Das gilt unabhängig davon, ob Sie in einer bisexuellen, homosexuellen oder heterosexuellen Beziehung leben.

Liebesleben verbessern: Mit diesen 5 Tipps die Libido steigern

Die Grundlage, um wieder mehr Schwung in das eigene Liebesleben zu bringen, ist eine gute Kommunikation. Schließlich müssen beide Partner dazu bereit sein, sich aktiv um ihr Sexleben zu bemühen und die Lust wieder anzukurbeln. Denn wer Initiative zeigt, jedoch nichts vom Partner zurück bekommt, endet oft frustriert und mit Zweifeln.

Beherzigen Sie daher diese fünf Tipps, um Ihr Liebesleben zu steigern und wieder mehr Lust in Ihre Beziehung zu bringen:

Tipp 1 – Zeit nehmen für Zärtlichkeit

„Keine Zeit“ ist einer der häufigsten Gründe, weshalb Paare nur noch wenig Sex haben. Der Alltag hat sie fest im Griff. Job, Kinder, Freunde und täglicher Stress sorgen dafür, dass viele Menschen abends nur noch müde sind. Für Sex bleibt dann keine Zeit und Energie mehr.

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Um Ihr Sexleben aufzufrischen, sollten Sie darauf achten, regelmäßig Zärtlichkeiten mit Ihrem Partner auszutauschen.

Räumen Sie sich diese Zeit daher bewusst ein und nehmen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner Zeitfenster, in denen Sie sich nur sich selbst widmen. Statt sich mit Freunden zu verabreden, verabreden Sie sich mit Ihrem Partner ganz bewusst zum Sex. Es klingt vielleicht unromantisch, sich Sex in den Kalender einzutragen, kann aber ein Schlüssel dafür sein, das Liebesleben wieder zu erhöhen. Sie werden merken, dass sich die Nähe und Zärtlichkeiten positiv auswirken werden und Sie sich auch im stressigen Alltag Ihrem Partner wieder näher fühlen.

Tipp 2 – Routinen ändern

Bei vielen Paaren sind nach einigen Jahren die Rollen beim Sex immer gleich verteilt. Der eine fängt immer an, der andere ist stets passiv – oder andersherum. Durchbrechen Sie diese Routine und legen Sie bewusst fest, dass ab jetzt der andere anfängt oder Sie sich mit der Initiative abwechseln. So kommen Sie aus Ihrem eingefahrenen Muster heraus und probieren wieder Neues aus.

Tipp 3 – Anregungen holen

Insbesondere bei Frauen findet ein großer Teil der Erregung zunächst im Kopf statt. Bei ihnen dauert es länger, bis sie diese auch körperlich fühlen. Eine Möglichkeit: Schauen Sie sich gemeinsam Pornofilme an, um so richtig in Stimmung zu kommen. Dabei ist es natürlich wichtig, dass die Filme Ihnen beiden gefallen. Sie können sich auch erotische Geschichten vorlesen oder in Form von Podcasts oder Hörbüchern anhören – das Internet ist voll von Inspirationen, die die eigene Fantasie anheizen und die Lust erwecken.

Tipp 4 – Für Abwechslung sorgen

Sie haben seit Jahren nur noch Sex im Bett? Dann wählen Sie beim nächsten Mal bewusst einen anderen Teil Ihrer Wohnung aus und ergreifen Sie die Initiative beispielsweise auf dem Sofa oder in der Nähe des Küchentisches.

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Abwechslung ist beim Sex wichtig, um das Liebesleben spannend und aufregend zu halten.

Auch wenn Ihre Sex-Routine so aussieht, dass sie immer sonntagmorgens miteinander schlafen, so überraschen Sie Ihren Partner doch mal dienstagabends! Insbesondere Paare, die gemeinsam im Homeoffice arbeiten, können die Mittagspause zwischen den Meetings auch mal für eine heiße Überraschung nutzen. Was die Stellungen angeht, können Sie ebenfalls Neues ausprobieren – Anregungen geben Bücher und Filme sowie Ihre eigene Fantasie.

Tipp 5 – Über Fantasien sprechen

Auch wenn Sie Ihren Partner schon lange kennen, gibt es möglicherweise Fantasien und Wünsche, die Sie voneinander noch nicht kennen. Sprechen Sie darüber und erfüllen Sie sich gegenseitig Ihre Fantasien. Insbesondere wenn Sie sich schon lange kennen und sehr vertraut miteinander sind, gibt es nichts, wofür Sie sich vor dem anderen schämen müssen – im Gegenteil: Durch das Teilen der eigenen Fantasie können Sie sich nochmal ganz neu kennenlernen.

Ist Sex Kopfsache?

Frauen benötigen oft mehr als nur einen optischen Reiz oder eine körperliche Stimulation, um sexuell erregt zu werden. Denn die Lust der Frau spielt sich zu einem Großteil in ihrem Kopf ab. So entfachen vor allem die eigene Vorstellungskraft, die erotischen Fantasien und die damit einhergehenden Gefühle das sexuelle Verlangen der Frau.

Obwohl beide Geschlechter von psychischen Faktoren wie Emotionen und Gefühlen beeinflusst werden, hat das eigene Wohlbefinden bei Frauen zudem eine größere Auswirkung auf ihr sexuelles Verlangen. Daher können bei Frauen seelische Verstimmungen sowie Partnerkonflikte schneller zu Lustlosigkeit führen als beim Mann.

Häufig ist es so, dass viel Sex auch zu mehr Lust führt, während wenig Sex die Lust einschlafen lässt. Schaffen Sie es also mit Ihrem Partner wieder in eine Phase zu kommen, in der Sie Ihr Sexleben bewusst in den Fokus nehmen und vermehrt Sex haben, so kann es passieren, dass die Lust dadurch automatisch verstärkt wird und von ganz alleine zurückkommt.

Welche Faktoren können das Liebesleben beeinflussen?

Nicht nur Routine und Stress können das Liebesleben eintrüben, sondern auch bestimmte Lebensereignisse wie Schwangerschaften, Geburten oder auch Krankheiten und das Alter.

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Es gibt viele Faktoren, die das Sexleben negativ beeinträchtigen können.

Schwangerschaft: Sex während der Schwangerschaft ist für viele Paare zunächst mit Unsicherheit verbunden. Schließlich besteht die Sorge, dass vorzeitige Wehen ausgelöst werden oder das Kind durch die Bewegungen Schaden nimmt. Beides ist aber unberechtigt – zumindest, wenn es sich nicht um eine Risikoschwangerschaft handelt. Viele Frauen haben im ersten und letzten Trimester der Schwangerschaft zudem mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen, der die Lust auf Sex reduzieren kann. Doch auch das Wohlbefinden im eigenen Körper muss sich erst einmal neu formen, da sich dieser stark verändert. Grundsätzlich spricht aber nichts gegen den Sex in der Schwangerschaft – solange sich beide Partner damit wohlfühlen. Bei Zweifeln oder Fragen hilft der Frauenarzt.

Geburt eines Kindes: Die Geburt eines Kindes stellt jede Paarbeziehung erst einmal gehörig auf den Kopf. Die bisher bestandene Zweisamkeit wird abgelöst durch eine neue Aufgabe: nämlich sich rund um die Uhr um ein Baby zu kümmern. Da kann das Liebesleben natürlich – und verständlicherweise – leiden.

Sex nach der Geburt zieht zudem viele Zweifel und Fragen mit sich, wie zum Beispiel:

  • Wird es wehtun?
  • Vernachlässigen wir unser Kind, wenn wir jetzt Sex haben?
  • Wie hat sich der Körper der Frau nach der Geburt verändert?

Am besten sprechen Sie offen über Ihre Ängste und Gedanken und nähern sich dem Thema zaghaft, um den Druck herauszunehmen. Schlafen Sie erst wieder miteinander, wenn Sie bereit sind, auch wenn das mehrere Monate dauern kann. Auch wenn diese „Durststrecke“ insbesondere für Männer häufig schwer sein kann, so sollten die Sorgen und Gefühle der Partnerin ernst genommen werden.

Krankheiten: Krankheiten können Sex in einer Beziehung ebenfalls stark in den Hintergrund rücken lassen. Plötzlich sind andere Dinge wichtig und das Paar muss sich auf eine neue Situation einstellen. Das kann jedoch auch zu einem verstärkten Bedürfnis nach Nähe führen, das Paare bei all den Herausforderungen für sich und ihren Zusammenhalt nutzen können. Aus Krankheiten können aber auch Schmerzen beim Sex resultieren, mit denen Paaren sich auseinandersetzen müssen. Miteinander zu sprechen, Alternativen zur Penetration zu finden und ärztliche Behandlung zu suchen kann dabei helfen, dennoch ein erfülltes Sexualleben zu führen.

Alter: Sex im Alter ist ebenfalls ein Thema, das mit Herausforderungen belastet ist. Frauen haben nach der Menopause nicht selten mit vaginaler Trockenheit zu kämpfen, während es bei Männern im Alter zu Erektionsstörungen kommen kann. Auch Herzprobleme oder andere klassische Alterskrankheiten sind herausfordernd. Doch selbst wenn beide Partner gesund sind, erfordert Sex im Alter auch eine gewisse Form von Selbstliebe, um den eigenen, nicht mehr jugendlichen Körper zu akzeptieren. Dabei geht es beim Sex im Alter häufig weniger um sexuelle Höchstleistungen, sondern mehr um Nähe und Zärtlichkeit. Dennoch ist das Erfüllen von Lust natürlich auch im Alter noch ein legitimes Bedürfnis und auch hierbei kann Kommunikation – zusammen mit einigen Hilfsmitteln wie Gleitgel oder Viagra – der Schlüssel sein.

Weitere Gründe für sexuelle Unlust können folgende sein:

  • Libido-Einbuße durch hormonelle Verhütung bei Frauen
  • vorzeitiger Samenerguss
  • Selbstzweifel
  • Beziehungsprobleme wie zum Beispiel ungelöste Konflikte
  • Sexsucht

Wieso ist Sex in Beziehungen so wichtig?

Sex gilt als Bindungsfaktor! Die Intimität und Nähe zum Partner wie auch die dabei empfundenen euphorisierenden Lustgefühle steigern nicht nur das eigene körperliche sowie psychische Wohlbefinden, sondern stärken die Zuneigung und Liebe zum Partner. Demzufolge kommt dem Sex innerhalb einer Beziehung eine hohe Bedeutung zu.

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Sex ist ein wichtiger Bestandteil jeder Beziehung. Denn er fördert die Intimität sowie das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Für viele Paare wird das Thema Sex irgendwann zum Stressfaktor. Es kann Unzufriedenheit auslösen, für Streit sorgen und sogar der Auslöser für Trennungen sein, wenn Paare keine Nähe mehr zueinander finden oder einer der Partner sogar fremd geht, um sich die sexuelle Befriedigung an anderer Stelle zu holen.

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, lohnt es sich also, sich aktiv mit dem Thema zu beschäftigen und das eigene Liebesleben zu fördern!

Entscheidend ist, dass beide Partner mit ihrem Sexleben zufrieden sind. Wenn beide glücklich damit sind, einmal im Monat Sex zu haben, dann besteht auf dieser Ebene kein Problem. Häufig fangen die Probleme erst dann an, wenn die Vorstellungen auseinandergehen und der Partner sich nach etwas anderem sehnt.

Welche positiven Effekte hat Sex?

Beim Sex werden zahlreiche Glückshormone ausgeschüttet, die für das ekstatische Hochgefühl und den Lustrausch verantwortlich sind. Die sogenannten Endorphine werden dabei durch sexuelle Erregung sowie Stimulation freigesetzt und fördern gezielt die Entspannung. So unterstützt das Glückshormon vor allem Frauen, zum Orgasmus zu kommen.

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Sex hat in jedem Alter zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Doch Sex macht nicht nur glücklich, sondern hat auch zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit. Er

  • steigert die Durchblutung,
  • sorgt für besseren Schlaf,
  • reguliert den Hormonhaushalt,
  • kann das Risiko für Herzkrankheiten reduzieren und
  • kann das Risiko für Prostatakrebs senken.

Ein aktives Sexualleben ist also überaus empfehlenswert, da die regelmäßige Produktion von Glückshormonen nicht nur das Selbstwertgefühl des Einzelnen stärkt, sondern auch das gesamte Immunsystem. So fördert Sex sowohl die psychische als auch physische Gesundheit anhaltend.

Dasselbe gilt übrigens auch für Selbstbefriedigung: Bei der Masturbation werden nämlich dieselben Hormone wie beim Geschlechtsverkehr ausgeschüttet. Die regelmäßige Selbstbefriedigung ist daher ebenfalls sehr gesund.

Fazit: Ein gutes Sexleben fördert eine gute Beziehung

Um gegen die sexuelle Lustlosigkeit vorzugehen, sollte grundsätzlich offen kommuniziert werden – egal, ob Sie professionelle Hilfe eines Arztes oder einer Therapeutin in Anspruch nehmen oder sich ehrlich mit Ihrem Partner austauschen.

Sprechen Sie offen über Ihre Wünsche, Fantasien und Gedanken, um gemeinsam einen Weg zu finden, wie Sie Ihr Liebesleben erneut entfachen können. Kommunikation ist der Schlüssel zu mehr Nähe, sowohl gedanklich als auch körperlich. Wenn es keine tiefergehenden Gründe für ein eingeschlafenes Liebesleben wie Beziehungsprobleme oder körperliche Einschränkungen gibt, dann gehen Sie das Thema aktiv an und überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Liebesleben wieder erhöhen können. Ob bewusst gewählte Zeitfenster, Abwechslung, neue Orte, neue Stellungen, das klare Aussprechen Ihrer Wünsche und Fantasien oder erotische Anregungen durch Filme oder Podcasts – Sie haben es in der Hand, ihr Sexleben wieder aufzufrischen.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie beide zufrieden mit Ihrem Liebesleben sind und dafür ist es irrelevant, ob Sie einmal am Tag oder einmal im Monat Sex haben. Die Hauptsache ist, dass Sie glücklich sind und machen, worauf Sie Lust haben.