Coralcare: Wundermittel für die Gelenke oder teures Calciumpräparat?

Weiße Korallenstruktur mit komplexen Ästen. Natürliche, organische Muster in hellem Licht.
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Coralcare wird seit einigen Jahren als Nahrungsergänzungsmittel beworben und soll unter anderem bei Arthrose, Gelenkbeschwerden und weiteren gesundheitlichen Problemen helfen. Das Korallenpulver ist sowohl im Internet als auch in Reformhäusern und Apotheken erhältlich. Doch wie wirksam ist Coralcare tatsächlich und halten die Werbeversprechen einer wissenschaftlichen Überprüfung stand?

Gegen welche Beschwerden soll Coralcare helfen?

Je nach Anbieter wird Coralcare eine Vielzahl positiver Wirkungen zugeschrieben. Das Präparat soll unter anderem bei Alterungserscheinungen, Osteoporose, Übersäuerung, Bluthochdruck und Gelenkbeschwerden unterstützen. Darüber hinaus finden sich Werbeaussagen, nach denen Coralcare das Risiko für Krebs, Diabetes, Multiple Sklerose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken soll.

Immer wieder wird außerdem behauptet, die außergewöhnlich hohe Lebenserwartung vieler Menschen auf der japanischen Insel Okinawa stehe im Zusammenhang mit Coralcare oder Korallenmineralien.

Die Bandbreite dieser Versprechen ist groß und klingt zunächst überzeugend. Gleichzeitig gehört Coralcare mit rund 80 Euro für eine Zweimonatspackung zu den vergleichsweise teuren Nahrungsergänzungsmitteln. Umso wichtiger ist die Frage: Gibt es wissenschaftliche Belege für diese Aussagen oder handelt es sich überwiegend um Marketingversprechen?

Coralcare: Was ist dran am ionisierten Calzium?

oralcare besteht überwiegend aus Calcium, das nach Angaben der Hersteller aus fossilen Korallenablagerungen gewonnen wird. In der Werbung ist häufig von „ionisiertem Calcium“ die Rede. Dieser Begriff klingt besonders hochwertig, beschreibt jedoch zunächst lediglich Calcium, das in gelöster Form als Ionen vorliegt – ein Zustand, der auch bei vielen anderen Calciumpräparaten oder calciumhaltigem Mineralwasser vorkommt.

Entscheidend ist daher nicht die Bezeichnung „ionisiert“, sondern ob sich daraus ein nachweisbarer gesundheitlicher Vorteil ergibt. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft gibt es keine überzeugenden Belege dafür, dass Coralcare gegenüber herkömmlichen Calciumpräparaten einen zusätzlichen Nutzen bietet.

Im Ergebnis handelt es sich bei Coralcare in erster Linie um ein Calciumpräparat, allerdings zu einem vergleichsweise hohen Preis.

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Coralcare ist auch nichts anderes als Kalzium in Pulverform.

Wofür braucht der Körper Calzium?

Calcium gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen im menschlichen Körper. Rund 99% befinden sich in den Knochen und Zähnen, wo sie wesentlich zur Stabilität beitragen. Darüber hinaus spielt Calcium eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, der Muskelkontraktion sowie der Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln. Eine dauerhaft unzureichende Calciumversorgung kann unter anderem das Risiko für Osteoporose erhöhen.

Mögliche Hinweise auf einen Calciummangel können sein

  • Muskelkrämpfe
  • Kribbeln oder Missempfindungen
  • Brüchige Fingernägel
  • Zahnprobleme
  • Verminderte Knochendichte
  • In ausgeprägten Fällen Herzrhythmusstörungen

Diese Beschwerden können jedoch viele verschiedene Ursachen haben und sind nicht automatisch auf einen Calciummangel zurückzuführen. Deshalb sollte der Verdacht ärztlich abgeklärt werden. Gegebenenfalls kann der Arzt anhand der Beschwerden und weiterer Untersuchungen beurteilen, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt und ob eine Nahrungsergänzung sinnvoll ist.

Die eigenständige Einnahme von Coralcare oder anderen hoch dosierten Calciumpräparaten ist ohne medizinischen Grund in der Regel nicht erforderlich.

Hilft Coralcare beim Abnehmen?

Einige Hersteller werben damit, dass Coralcare den Stoffwechsel anregen und dadurch die Fettverbrennung unterstützen soll. Teilweise wird sogar behauptet, eine erhöhte Calciumzufuhr könne verhindern, dass sich Fett im Körper einlagert. Für diese Aussagen gibt es jedoch bislang leider keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege.

In einer vom National Institutes of Health (NIH) begleiteten Studie erhielten 100 Frauen über einen Zeitraum von zwei Jahren täglich 1.000 Milligramm Calcium als Nahrungsergänzungsmittel. Eine Vergleichsgruppe nahm im selben Zeitraum ein Placebo ein. Am Ende der Studie zeigte sich kein signifikanter Unterschied beim Körpergewicht zwischen den beiden Gruppen.

Die Ergebnisse sprechen daher dagegen, dass eine erhöhte Calciumzufuhr allein zu einer spürbaren Gewichtsabnahme führt. Auch größere wissenschaftliche Untersuchungen konnten bislang keinen eindeutigen Nutzen von Calciumpräparaten zur Gewichtsreduktion nachweisen. Coralcare sollte deshalb nicht als Mittel zum Abnehmen betrachtet werden.

Was hilft beim Abnehmen wirklich?

Ein gesundes Körpergewicht entsteht in erster Linie durch eine langfristig ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. Entscheidend sind unter anderem die gesamte Energiezufuhr, die Lebensmittelauswahl sowie der individuelle Kalorienverbrauch.

Eine ausreichende Calciumversorgung ist zwar wichtig für zahlreiche Körperfunktionen, ersetzt jedoch keine nachhaltige Ernährungs- oder Bewegungsstrategie. Wer abnehmen möchte, profitiert deutlich stärker von einer dauerhaft gesunden Lebensweise als von einzelnen Nahrungsergänzungsmitteln.

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Studien belegen, dass Coralcare keine signifikanten Auswirkungen auf die Gewichtsabnahme hat.

Hält Coralcare jung?

Immer wieder wird behauptet, dass die außergewöhnlich hohe Lebenserwartung der Menschen auf der japanischen Insel Okinawa auf Coralcare oder Korallenmineralien zurückzuführen sei. Für diese Annahme gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. Forschende gehen vielmehr davon aus, dass die hohe Lebenserwartung auf das Zusammenspiel verschiedener Faktoren zurückzuführen ist. Dazu zählen unter anderem eine überwiegend pflanzenbetonte Ernährung, regelmäßige Bewegung, soziale Einbindung, Lebensstil sowie genetische Einflüsse. Ein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel lässt sich daher nach heutigem Kenntnisstand nicht als Ursache für die Langlebigkeit der Bevölkerung Okinawas benennen.

Haben Sie realistische Erwartungen an Coralcare

Wer Coralcare mit der Hoffnung auf eine verjüngende Wirkung oder ein längeres Leben einnimmt, sollte seine Erwartungen daher realistisch einordnen. Wissenschaftliche Studien konnten einen solchen Effekt bislang nicht nachweisen.

Gibt es Risiken bei der Einnahme von Coralcare?

Coralcare wird in der Regel in Wasser eingerührt und über den Tag verteilt getrunken. Einige Hersteller empfehlen eine tägliche Calciumzufuhr von bis zu 1.500 Milligramm. Ob eine solche Menge sinnvoll ist, hängt jedoch von der individuellen Ernährung, dem Gesundheitszustand und einer möglichen ärztlichen Empfehlung ab.

Wie viel Calcium benötigt der Körper?

Der tägliche Calciumbedarf lässt sich bei den meisten Menschen bereits über eine ausgewogene Ernährung decken. Nur in bestimmten Situationen, etwa bei einem nachgewiesenen Mangel oder bestimmten Erkrankungen, kann eine zusätzliche Einnahme sinnvoll sein. Wer dauerhaft hoch dosierte Calciumpräparate einnimmt, ohne eine medizinische Diagnose, sollte dies mit seiner Ärztin oder seinem Arzt besprechen.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Calcium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff. Wie bei vielen Nährstoffen gilt jedoch: Mehr ist nicht automatisch besser. Eine dauerhaft überhöhte Calciumzufuhr kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Dazu gehören unter anderem:

  • Nierensteine
  • Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung
  • Erhöhte Calciumwerte im Blut (Hyperkalzämie)
  • In bestimmten Fällen ein erhöhtes Risiko für Gefäßverkalkungen, insbesondere bei einer hohen Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel

Darüber hinaus untersuchen Forschende, welche Auswirkungen eine dauerhaft sehr hohe Calciumzufuhr auf verschiedene Stoffwechsel- und Entzündungsprozesse haben könnte. Die Studienlage ist hierzu jedoch noch nicht eindeutig. Deshalb sollten hoch dosierte Calciumpräparate nur dann regelmäßig eingenommen werden, wenn dafür ein medizinischer Anlass besteht oder eine entsprechende Empfehlung durch medizinisches Fachpersonal vorliegt.

Wie können Sie Ihren Calciumbedarf über die Ernährung decken?

In den meisten Fällen lässt sich der tägliche Calciumbedarf bereits durch eine ausgewogene Ernährung decken. Nahrungsergänzungsmittel sind deshalb für gesunde Menschen häufig nicht notwendig. Besonders calciumreich sind Milch und Milchprodukte wie:

  • Milch
  • Joghurt
  • Käse (z. B. Emmentaler oder Gouda)

Auch zahlreiche pflanzliche Lebensmittel tragen zu einer guten Calciumversorgung bei.

  • Brokkoli
  • Grünkohl
  • Fenchel
  • Rucola
  • Kohlrabi
  • Mandeln
  • Haselnüsse
  • Sesam
  • Mineralwasser mit hohem Calciumgehalt

Wer sich abwechslungsreich ernährt, nimmt in der Regel ausreichend Calcium auf.

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Zahlreiche Lebensmittel sind reich an Calzium.

Was kann die Calciumaufnahme beeinflussen?

Neben der aufgenommenen Calcium-Menge spielt auch die Ernährung insgesamt eine Rolle. Ein hoher Salzkonsum kann die Calciumausscheidung über die Nieren erhöhen. Menschen mit Osteoporose oder einem nachgewiesenen Calciummangel sollten ihre Ernährung und eine mögliche Nahrungsergänzung gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.

Für die meisten Menschen gilt jedoch: Eine ausgewogene Ernährung ist der beste Weg, den täglichen Calciumbedarf zu decken. Coralcare bietet hierfür nach aktuellem Kenntnisstand keinen nachgewiesenen Vorteil gegenüber anderen Calciumquellen.

Welche ökologischen Fragen gibt es rund um Coralcare?

Neben den gesundheitlichen Aspekten wird auch die Herkunft des Korallenpulvers diskutiert. Je nach Hersteller stammen die verwendeten Korallenmineralien aus fossilen Korallenablagerungen oder anderen natürlichen Lagerstätten.

Unabhängig von der genauen Herkunft wird der Abbau von Korallenmaterial aus ökologischer Sicht teilweise kritisch bewertet. Korallenriffe gehören zu den artenreichsten und empfindlichsten Ökosystemen der Erde. Deshalb ist es wichtig, dass die Gewinnung von Rohstoffen unter strengen Umweltauflagen erfolgt und natürliche Lebensräume geschützt werden.

Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, sollte sich vor dem Kauf darüber informieren, woher die verwendeten Rohstoffe stammen und ob der Hersteller Angaben zur Herkunft und Umweltverträglichkeit macht. Da Coralcare nach aktuellem Kenntnisstand keinen nachgewiesenen gesundheitlichen Vorteil gegenüber herkömmlichen Calciumpräparaten bietet, kann dieser Umweltaspekt für Verbraucher ein zusätzliches Entscheidungskriterium sein.

Fazit: Brauchen Sie Coralcare oder nicht?

Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft gibt es keine überzeugenden Belege dafür, dass Coralcare gegenüber herkömmlichen Calciumpräparaten einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen bietet. Coralcare kann, wie andere Calciumpräparate auch, dazu beitragen, den Calciumbedarf zu decken, wenn eine ausreichende Versorgung über die Ernährung nicht möglich ist oder ein ärztlich festgestellter Mangel vorliegt. Die besonderen Werbeversprechen, etwa hinsichtlich Arthrose, Gewichtsabnahme oder Anti-Aging, sind hingegen wissenschaftlich bislang nicht ausreichend belegt.

Für die meisten gesunden Erwachsenen lässt sich der tägliche Calciumbedarf durch eine ausgewogene Ernährung decken. Nahrungsergänzungsmittel sind deshalb häufig nicht erforderlich. Wenn dennoch ein Calciumpräparat sinnvoll ist, gibt es in der Regel deutlich preisgünstigere Alternativen mit vergleichbarer Wirkung.

Coralcare ist kein Wundermittel. Als Calciumquelle unterscheidet sich das Präparat nach heutigem Kenntnisstand nicht wesentlich von anderen Calciumpräparaten. Wer über eine Einnahme nachdenkt, sollte sich daher nicht allein von Werbeversprechen leiten lassen, sondern auf wissenschaftliche Erkenntnisse und eine ausgewogene Ernährung setzen.