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Coralcare – ein Wundermittel für Ihre Gelenke?

Coralcare soll beim Abnehmen helfen, verjüngen und außerdem Osteoporose, Übersäuerung und Gelenkprobleme lindern. Die Zweifel an der Wirksamkeit des Korallenpulvers sind berechtigt, denn es fehlen wissenschaftliche Grundlagen. (Foto: Galina | Adobe Stock)

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Coralcare ist momentan in aller Munde. Das Nahrungsergänzungs-Präparat gilt als Wundermittel, das v. a. bei Arthrose und anderen Gelenk-Beschwerden helfen soll. Doch was steckt hinter diesem ­Pülverchen, das Sie nicht nur im Internet, sondern auch in Reformhäusern und Apotheken kaufen können?

Gegen welche Beschwerden kann Coralcare helfen?

Coralcare soll gegen Alterungsbeschwerden, Osteoporose, Übersäuerung, Bluthochdruck und Gelenkprobleme helfen. Andere Werbeversprechen bescheinigen Coralcare einen Schutz vor Krebs, Diabetes, Multipler Sklerose, Herzerkrankungen und vielem mehr. Es gibt auch Stimmen, die besagen, dass die Einwohner der japanischen Insel Okinawa, die zum Teil außergewöhnlich alt werden, dies aufgrund von Coralcare erreichen.

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Leben Sie in der Nähe einer Müllverbrennungs-Anlage oder Sondermüll-Deponie?

Befindet sich in der Nähe Ihres Wohnorts eine Industrieanlage?

Wurden in Ihrer Wohnung/Ihrem Haus Holzschutzmittel angewendet (auch in der Vergangenheit)?

Befinden sich in Ihren Wohnräumen fest verklebte Fußbodenbeläge?

Haben Sie in Ihrer Wohnung Teppichböden oder Polstermöbel, die gegen Insektenbefall geschützt sind?

Rauchen Sie, oder leben Sie mit einem oder mehreren Rauchern in einem gemeinsamen Haushalt?

Halten Sie sich vorwiegend in geschlossenen Räumen auf (Dazu zählt auch das Kraftfahrzeug bei Berufsfahrern.)?

Arbeiten Sie in einem Supermarkt, Bekleidungs- oder Textilgeschäft bzw. -lager?

Haben Sie häufig (z. B. in Ihrem Beruf) mit Insektenvernichtungsmitteln, Holzschutzmitteln, Lösungsmitteln, stark duftenden Kosmetika, Reinigungs- und Hygienemitteln zu tun?

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Die Bandbreite der Wirksamkeit von Coralcare scheint also groß – und die Versprechen klingen gut. Allerdings ist das Mittel kein Schnäppchen, schließlich müssen Sie für eine 2-Monatspackung Coralcare doch rund 80 € bezahlen – sicherlich gut angelegtes Geld, wenn das Mittel hilft. Doch tut es das tatsächlich?

Coralcare: Was ist dran am ionisierten Kalzium?

Coralcare besteht aus Kalzium (auch Calcium), das in Japan aus Korallen-Bänken gewonnen wird. Die Werbung spricht dabei von „ionisiertem Kalzium“. Dabei verbirgt sich hinter ionisiertem Kalzium nichts anderes als in Wasser gelös­tes Kalzium. Das gleiche Ergebnis erhalten Sie auch, wenn Sie ein Stück Kreide in Wasser auflösen. Ein Wundermittel ist Coralcare also nicht, sondern in erster Linie einfach nur ein Kalzium-Pulver zu einem hohen Preis.

Coralcare ist auch nichts anderes als Kalzium in Pulverform. © alfaolga | Adobe Stock

Wofür braucht der Körper Kalzium?

Der Mineralstoff Kalzium ist ein lebenswichtiger Nährstoff und kommt vorwiegend in den Knochen sowie den Zähnen vor. Menschen mit zu wenig Kalzium können brüchige Knochen sowie Osteoporose (Knochenschwund) entwickeln und haben häufig schlechte Zähne. Kalzium braucht der Körper außerdem für die Blutgerinnung sowie für die Weiterleitung von Reizen in Muskeln und Nerven.

Kalziummangel lässt sich anhand verschiedener Symptome diagnostizieren:

  • Muskelkrämpfe
  • Herzprobleme
  • Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit
  • Brüchige Fingernägel
  • Karies
  • Verdauungsstörungen

Wer solche Symptome bei sich feststellt, kann beim Arzt den Kalziumspiegel messen lassen. Direkt auf Coralcare zurückzugreifen ist nicht nötig – erst sollte der Mangel medizinisch abgeklärt werden.

Ist abnehmen mit Coralcare möglich?

Die Hersteller von Coralcare-Produkten geben an, dass die erhöhte Kalziumzufuhr den Stoffwechsel beschleunigt. Es heißt, dass auf diese Weise Fetten erst gar keine Chance gegeben wird, sich im Körper einzulagern, sondern dass diese direkt herausgespült werden.

In einer vom „National Institutes of Health“ in Auftrag gegebenen Studie wurde untersucht, ob die Versprechungen wahr sind und Coralcare wirklich die Pfunde purzeln lässt. Dafür erhielten 100 Frauen jeden Tag über zwei Jahre 1.000 mg Kalzium in Form eines Nahrungsergänzungsmittels, eine Kontrollgruppe erhielt ein Placebo, ebenfalls über 24 Monate. Es zeigte sich, dass keine dieser beiden Gruppen nach Ablauf der Zeit einen Gewichtsverlust vorweisen konnte. Somit lässt sich festhalten, dass Kalzium bzw. Coralcare nicht beim Abnehmen helfen.

Studien belegen, dass Coralcare keine signifikanten Auswirkungen auf die Gewichtsabnahme hat. © sabine hürdler | Adobe Stock

Größer angelegte, wissenschaftliche Studien gibt es bisher nicht, weshalb Sie bei Coralcare mehr auf eine Marketingidee setzen als auf nachgewiesene Erfolge.

Über einen nachhaltigen Abnehmerfolg entscheidet nicht die Menge an Kalzium in Ihrem Essen, sondern vielmehr der Fett-, Zucker- und Kohlenhydratgehalt. Schließlich gibt es viele Lebensmittel, die nachweislich dick machen und wenn Sie sich dann noch wenig bewegen, kann selbst die größte Kalziumdosis keine Wunder bewirken. Setzen Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie Bewegung, dann benötigen Sie auch kein Coralcare.

Hält Coralcare jung?

Dass die Einwohner Okinawas aufgrund von Coralcare ihr hohes Alter erreichen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Vielmehr handelt es sich um eine Kombination von Faktoren, die mit eventuellen genetischen Besonderheiten zusammenhängen sowie mit einer speziellen Ernährung.

Hier befinden sich Mensch, Natur und Kultur in einem so komplexen Zusammenspiel, dass es nicht möglich ist, die Quelle der Jugend rein im Korallenpulver zu sehen. Falls Sie sich also von Coralcare die ewige Jugend versprechen, müssen wir Sie enttäuschen.

Gibt es Risiken bei der Einnahme von Coralcare?

Die Einnahme von Coralcare wird über den Tag verteilt empfohlen und nicht zu den Hauptmahlzeiten. Das Pulver geben Sie morgens in ein Glas Wasser, müssen dann nur umrühren und können im Laufe des Tages immer wieder einen Schluck davon nehmen.

Ein Problem bei der Einnahme von Coralcare ist jedoch die Kalzium-Menge, die Sie zu sich nehmen. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen, täglich 700 bis 1.200 mg Kalzium täglich einzunehmen.

Coralcare wird von den Herstellern zum Teil mit einer Dosis von 1.500 mg täglich empfohlen, also 1,5 g Kalzium, die Sie jeden Tag zu sich nehmen würden. Manche Präparate kommen sogar schon in vorportionierten Beuteln mit 1,5 g daher, wodurch dem Körper automatisch mit jeder Einnahme zu viel Kalzium zugeführt wird.

Welche Nebenwirkungen kann die Überdosierung von Kalzium haben?

Zu viel Kalzium kann auf Dauer gefährlich für Sie werden und den Körper schädigen. So regt eine solche Überdosierung laut Forschern des Uniklinikums Leipzig das Inflammosom an. Hierbei handelt es sich um Proteine im Körper, die Entzündungen regeln.

Diese Proteine sind eigentlich dafür zuständig, Infektionen zu verhindern. Sind sie aber dauerhaft im Körper vorhanden, können Diabetes, Rheuma oder Tumore die Folge sein.

Weitere Folgen können sein:

  • Fettleibigkeit,
  • Gefäß-Erkrankungen,
  • Veränderte Herzgefäße
  • Nierensteine.

Wie können Sie ausreichend Kalzium aus der Nahrung zu sich nehmen?

Um ausreichend mit Kalzium versorgt zu sein, müssen Sie in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Besonders reich an Kalzium sind viele Milchprodukte wie zum Beispiel Joghurt, Milch oder Käse (insbesondere Emmentaler und Gouda).

Zahlreiche Lebensmittel sind reich an Kalzium. © photka | Adobe Stock

Doch auch in pflanzlichen Lebensmitteln steckt Kalzium, sodass Sie bei einer ausgewogenen Ernährung genügend von dem wertvollen Spurenelement aufnehmen:

Nüsse und Samen wie Mandeln, Haselnüsse oder Sonnenblumenkerne sind ebenfalls gute Kalziumlieferanten.

Es gibt auch Lebensmittel, die den Kalziumgehalt im Körper reduzieren, darunter Phosphat, dass sich in Cola, sowie häufig in Fast Food und Wurstwaren findet. Auch ein zu großer Salzkonsum kann die Kalziumausscheidungen des Körpers erhöhen. Wer unter Osteoporose leidet, sollte mit seinem Arzt über die Ernährung sprechen und kann eine zusätzliche Zufuhr von Kalzium in Erwägung ziehen. Coralcare ist dafür aber nicht nötig.

Welche Probleme entstehen bei der Coralcare-Gewinnung?

Ein Nebeneffekt, der nicht außer Acht gelassen werden darf, wenn es um das Korallenpulver geht, ist die fragwürdige Gewinnung von Coralcare. Es handelt sich nämlich, so der Hersteller, um Korallenpulver, das aus Korallen-Bänken gewonnen wird.

Das könnte natürlich schonend geschehen. Aber für die Gewinnung von Coralcare wird ein Gerät eingesetzt, das Sie am besten mit einem Staubsauger vergleichen können.

Gravierende Schäden an den Korallenriffen, die zu den besonders sensiblen Ökosystemen unseres Planeten gehören, sind die Folge – und das für ein Präparat, dessen Wirkung nicht sonderlich anders ist als die eines ganz normalen Kalzium-Pulvers, das Sie in jeder Apotheke bekommen.

Fazit: Brauchen Sie Coralcare oder nicht?

Unserer Meinung nach können Sie auf Coralcare gut verzichten. Es handelt sich dabei um nichts anderes als Kalzium. Ob es aus Korallen gewonnen wird oder ob Sie ein gewöhnliches Kalzium-Pulver einnehmen, macht keinen Unterschied in der Wirksamkeit – nur in Ihrem Geldbeutel.

Denn Letzteres ist deutlich preiswerter, aber nicht weniger wirksam. Einen Kalzium-Mangel können Sie mit solchen preiswerten Mitteln ebenfalls ausgleichen. Auch bei Übersäuerung können Sie Kalzium unterstützend und nach Absprache mit einem Arzt in hochdosierter Form einnehmen.  Eine Arthrose können Sie jedoch mit beidem nicht heilen, da es sich hierbei um eine degenerative Erkrankung handelt, die nicht heilbar ist. Achten Sie darüber hinaus auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung sowie ausreichend Bewegung – im besten Fall benötigen Sie dann keinerlei Nahrungsergänzungsmittel, sondern sind rein über Ihre Ernährung gut mit Kalzium versorgt.

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