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Mutterkraut: Migräne natürlich vorbeugen

(Foto: Ben Beretovac - Fotolia)

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Das Mutterkraut sieht der Kamille zum Verwechseln ähnlich. Und tatsächlich gehören beide Pflanzen zu der Familie der Korbblütler. Doch im Hinblick auf die Verwendung als Heilpflanze unterscheiden sich die zwei Gewächse erheblich. Denn das Mutterkraut – botanisch Tanacetum parthenium genannt – kommt vor allem bei Frauenleiden und Migräne zum Einsatz. Doch ist diese Wirksamkeit wissenschaftlich belegt? Und welche wertvollen Inhaltsstoffe enthält das Mutterkraut?

Mutterkraut: Das Wichtigste auf einem Blick

  • Mutterkraut: historisch als Heilpflanze eingesetzt
  • Heilwirkung: durchblutungsfördernd, gefäßerweiternd, hormonregulierend
  • Einsatzgebiet: Frauenleiden, Migräne, Fieber
  • Einnahme: Tee oder Fertigpräparate
  • Wirkstoffe: Sesquiterpenlactone (vor allem Parthenolid), ätherisches Öl und Flavonoide
  • Weitere Namen: Tanacetum parthenium, falsche Kamille, Zierkamille, Jungfernkraut, Feverfew

Historische Anwendung von Mutterkraut: Heilpflanze in der Frauenheilkunde

In der Volksmedizin ist das Mutterkraut schon seit dem Mittelalter sehr beliebt. Damals kam es vor allem bei verschiedenen Frauenleiden zum Einsatz – daher lässt sich wohl auch der Name des Mutterkrauts ableiten. So sollte es beispielsweise Wehenschmerzen lindern, den Menstruationszyklus regulieren und den Eisprung fördern. Dem Heilkraut wurde außerdem nachgesagt, bei der Einleitung einer Geburt zu helfen oder Schmerzen während der Periode zu mildern.

Tanacetum parthenium soll außerdem ausgleichend auf den Hormonhaushalt wirken. Die Volksmedizin spricht davon, dass die Heilpflanze auch Wechseljahresbeschwerden wirkungsvoll lindern kann. Des Weiteren kommt Mutterkraut zur Behandlung von diesen Beschwerden zum Einsatz:

  • Erkältungskrankheiten
  • Verdauungsproblemen
  • Rheuma
  • Gicht
  • eitrige Wunden
  • Insektenstichen

Es soll außerdem auch Fieber senken können und trägt daher im Englischen auch den Namen Feverfew (Deutsch: Fieberkraut).

Naturheilkundliche Verwendung finden nur die krautigen Teile der Pflanze und die Blüten. Die Wurzel ist anders als die Blätter und die Blüten für den Einsatz als Heilpflanze irrelevant. Je nach Zubereitung und Dosierung sagt man dem Kraut unterschiedliche Wirkungen nach. So soll es sowohl anregend, beruhigend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, fiebersenkend, krampflösend, gefäßerweiternd als auch hormonregulierend wirken.

Mutterkraut: Heilpflanze gegen Migräneanfälle

Obwohl das Mutterkraut seit dem Mittelalter in der Volksmedizin zum Einsatz kommt, sind diese Wirkweisen nicht wissenschaftlich gesichert. Vielmehr konzentriert sich die Wissenschaft auf einen anderen Einsatzbereich der Heilpflanze: Das Kraut – insbesondere Blätter und Blüten – wird zur Linderung von Migräneanfällen eingesetzt.

Auch wenn die Ergebnisse klinischer Studien bisher nicht einheitlich ausfallen, ist die Datenlage doch vielversprechend (Stahl-Biskup, 2007). So belegte beispielsweise die Studie von Träder (2007) die Wirksamkeit des Mutterkrauts als prophylaktische Phytotherapie bei Migräne.

Das bedeutet, dass die Heilpflanze nicht erst eingenommen werden sollte, sobald die Kopfschmerzen auftreten. Vielmehr ist es sinnvoll, das Mutterkraut regelmäßig zu sich zu nehmen, um Migräneanfällen vorzubeugen.

Interessant: Die Wirksamkeit gegen Migräne ist wohl auf die gefäßerweiternden Eigenschaften des Mutterkrauts zurückzuführen.

migräne kopfschmerzen

Inhaltsstoffe des Mutterkrauts: Wie funktioniert die natürliche Prophylaxe?

Doch durch welche Inhaltsstoffe zeichnet sich Tanacetum parthenium aus? Wie lässt sich die lindernde Wirkung auf Migräneanfälle erklären? Wissenschaftler nehmen an, dass vor allem Parthenolid für die Wirksamkeit der Heilpflanze verantwortlich ist.

Das ist ein Sesquiterpenlacton, das im Pflanzensaft der Korbblütler (Asteraceae) enthalten ist und eigentlich der Abwehr von Fressfeinden dient. Neben dem Parthenolid konnten sogar noch 34 weitere Sesquiterpenlactone im Mutterkraut gefunden werden. Tanacetum parthenium enthält außerdem Flavonoide sowie ätherisches Öl. Das ätherische Öl beinhaltet vor allem die Substanzen Kampfer und Chrysanthenylacetat.

Parthenolid beeinflusst verschiedene Vorgänge des Entzündungsgeschehens. Außerdem greift es hemmend in die Blutgerinnung ein. Im Labor zeigte sich zudem, dass Mutterkraut die Freisetzung des Botenstoffes Serotonin aus den Zellen verringert. Serotonin steht im Verdacht, durch die Verengung von Blutgefäßen Migräneanfälle zu begünstigen. Sorgt das Mutterkraut also dafür, dass weniger Serotonin freigesetzt wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Kopfschmerzattacke. So lässt sich die Wirksamkeit der Heilpflanze gegen die Kopfschmerzen erklären.

Mutterkraut: Nebenwirkungen sind eher selten

Bei aller Wirksamkeit des Mutterkrauts stellt sich dennoch die Frage, ob mit der Einnahme gleichzeitig auch Nebenwirkungen verbunden sind. Vorsicht ist vor allem geboten, wenn Sie empfindlich gegen Korbblütler (Asteraceae) sind. Allergische Reaktionen im Bereich der Haut, des Mundes und der Zunge sind dann nicht auszuschließen. Andere Nebenwirkungen wie beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden kommen hingegen nur selten vor.

Bezüglich der Verträglichkeit während der Schwangerschaft und der Stillzeit gibt es wenig Daten. Auch für die Verwendung bei Kindern und Jugendlichen lohnt es sich, zunächst mit einem Arzt oder Apotheker Rücksprache zu halten.

Achtung: Auch wenn die Wissenschaft erste Belege für die Wirksamkeit des Mutterkrauts gegen Migräne liefert, ist es dennoch wichtig, bei länger anhaltendem Leiden einen Arzt aufzusuchen. Mit dem Mediziner können Sie gemeinsam besprechen, ob und wie Sie die Heilpflanze gegen Ihre Beschwerden einsetzen können.

Mutterkraut richtig zubereiten: Tee oder Fertigpräparate?

Das Mutterkraut eignet sich nicht nur zur inneren, sondern auch zur äußeren Anwendung. Neben Mutterkraut-Tees sowie fertigen Kapseln und Tabletten gibt es daher auch Mutterkrautsalben. Welche Anwendungsform dabei am besten für Sie geeignet ist, hängt davon ab, gegen welches Leiden Sie die Heilpflanze einsetzten möchten.

Migräne vorbeugen mit Mutterkraut-Tee

Wer auf der Suche nach einer sanften und natürlichen Migräne-Prophylaxe ist, kann sich regelmäßig einen Mutterkraut-Tee aufbrühen. Dazu benötigen Sie etwa 150 Milligramm pulverisiertes Mutterkraut. Übergießen Sie dieses mit kochendem Wasser und lassen die den Aufguss für zehn Minuten ziehen. Um Migräneattacken vorzubeugen, ist es sinnvoll, über mehrere Monate täglich zwei bis drei Tassen Mutterkraut Tee vor den Mahlzeiten zu trinken. Nach und nach können Sie die Dosis dann reduzieren.

Doch Achtung: Forscher bezweifeln immer wieder die Wirksamkeit eines Mutterkraut-Tees. Inwieweit die wertvollen Inhaltsstoffe in das heiße Wasser übergehen, ist noch nicht abschließend geklärt. Daher gibt es auch zahlreiche standardisierte Mutterkraut-Präparate, die eine bessere Wirksamkeit versprechen.

Mutterkraut-Präparate für die gezielte Anwendung

Verschiedene Fertigpräparate wie Tabletten oder Kapseln finden Sie sowohl in der Apotheke als auch in der Drogerie. Der Vorteil: Sie müssen sich nicht um die Zubereitung der Heilpflanze kümmern und genießen direkt die Wirkung des Mutterkrauts. Angaben zur richtigen Dosierung finden Sie in der Packungsbeilage. Alternativ fragen Sie direkt beim Apotheker oder Arzt nach.

In Deutschland erhalten Sie in Apotheken eine homöopathische Tinktur aus Mutterkraut (Nemagran®-Tropfen, Monatsbedarf ca. 12 €) und verschiedene Mutterkraut-Kapseln, die als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen sind (z. B. von Aalborg Pharma oder Vital Nutrition; Monatsbedarf 20 bis 30 €). Über Apotheken können Sie außerdem aus der Schweiz oder Frankreich das Mutterkraut-Medikament Arkocaps Partenelle® beziehen (Hersteller: Arkopharma; Monatsbedarf ca. 15 €).

Mutterkraut: Wissenswertes rund um Herkunft und Botanik

Mutterkraut ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie trägt viele Namen: Tanacetum parthenium, falsche Kamille, Zierkamille oder auch Feverfew (Fieberkraut). Äußerlich fällt vor allem die Ähnlichkeit zur Kamille auf. Denn die zwei Gewächse teilen sich eine typische Blütenform: Die Blütenköpfchen bestehen aus zahlreichen weißen Zungenblüten, die sich um den „Korb“ aus vielen gelben Röhrenblüten reihen. Und auch bei ihrem typischen Duft sind sich die zwei Gewächse ähnlich. Nicht selten verwechselt man das Mutterkraut daher mit der Kamille.

Die Staude wächst 30 bis 80 Zentimeter hoch. Die Blütezeit des Mutterkrauts reicht von Juni bis September. In altmodischen Bauerngärten findet man oft Zierformen der Heilpflanze. Das Mutterkraut wächst allerdings nicht nur in Gärten, sondern auch auf offenem Brachland sowie am Rand von Feldrainen. Ihren Ursprung hat das Kraut vermutlich im östlichen Mittelmeerraum. Mittlerweile ist das Mutterkraut allerdings in ganz Europa sowie in Nord- und Südamerika zu finden.

Tanacetum parthenium: Seit dem Mittelalter als Heilmittel beliebt

Das Mutterkraut ist sowohl als Zierpflanze als auch als Heilpflanze beliebt. Bereits seit dem Mittelalter sagt man der Staude eine gesundheitsförderliche Wirkung nach. Früher stand dabei vor allem die Linderung von Frauenbeschwerden im Fokus. Tanacetum parthenium soll beispielsweise den Hormonhaushalt regulieren und bei der Geburt unterstützen.

Heute kommt die Heilpflanze vor allem vorbeugend bei Migräne zum Einsatz. Die Wissenschaft hat bereits erste Beweise für die klinische Wirksamkeit erbracht. Dabei gilt vor allem der Inhaltsstoff Parthenolid als wichtiger Bestandteil gegen Kopfschmerzen. Möchten Sie das Mutterkraut zu sich nehmen, können Sie entweder einen Tee aufbrühen oder auf Fertigpräparate aus der Apotheke zurückgreifen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Mutterkraut

Hilft das Mutterkraut gegen Migräne?

Auch wenn die wissenschaftlichen Befunde nicht ganz einheitlich sind, kann man davon ausgehen, dass Mutterkraut Migräneanfälle abmildern kann. Die Heilpflanze reduziert das freigesetzte Serotonin und damit auch die Wahrscheinlichkeit, an Kopfschmerzattacken zu leiden.

Wie wirksam ist das Mutterkraut gegen Frauenleiden?

Das Mutterkraut wird schon seit dem Mittelalter verwendet, um Frauenleiden zu heilen. Es soll sowohl den Zyklus regulieren als auch bei einer Geburt unterstützend wirken. Allerdings konnte die Wissenschaft dies noch nicht zweifelsfrei belegen. In der Volksmedizin kommt das Mutterkraut allerdings trotzdem bei Frauenleiden zum Einsatz.

Warum wird das Mutterkraut oft mit der Kamille verwechselt?

Das Mutterkraut und die Kamille zählen beide zur Familie der Korbblütler. Daher verströmen die zwei Pflanzen nicht nur einen ähnlichen Duft, sondern teilen auch ein ähnliches Aussehen. Dabei reihen sich zahlreiche weiße Zungenblüten um den „Korb“ aus gelben Röhrenblüten.

 

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