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Gesund trinken mit grünem Tee: Ist das möglich?

(Foto: Grafvision - Adobe Stock)

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Grüner Tee gilt als eines der gesündesten Getränke überhaupt. Es soll Diabetes und Krebs vorbeugen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und beim Abnehmen helfen. Doch was ist dran an dieser Wunderwirkung von Grüntee?

Welche gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe enthält grüner Tee?

Grüner Tee enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe, die ihn so gesund machen. Dadurch wirkt er antioxidativ, das heißt er fängt freie Radikale im Körper ein und schützt so die Zellen. Freie Radikale sind Sauerstoffverbindungen, die als Zwischenprodukte des Stoffwechsels anfallen und durch negative Einflüsse wie UV-Licht, Zigarettenrauch, Smog, Umweltschadstoffe oder Medikamente entstehen. Sie alle können die Zellen schädigen und Krankheiten auslösen. Auch die Hautalterung resultiert unter anderem aus freien Radikalen.

Besonders erwähnenswert im grünen Tee sind die Catechine. 30 bis 40 Prozent der Blätter des grünen Tees bestehen aus diesen Bitterstoffen bzw. Gerbstoffen, die dem Tee auch seinen charakteristischen, leicht bitteren Geschmack verleihen. Sie haben eine stark antioxidative Wirkung.

Die im Grüntee enthaltenen Polyphenole wirken ebenfalls antioxidativ sowie entzündungshemmend und können der Entstehung von Krebs vorbeugen, indem sie freie Radikale unschädlich machen. Dadurch werden die Zellen gar nicht erst geschädigt.

Weitere Inhaltsstoffe im grünen Tee mit positiver Wirkung sind die Kombination aus Koffein und L-Theanin. Während das Koffein wach macht, hat die Aminosäure L-Theanin im Gehirn einen angstlösenden und konzentrationsfördernden Effekt. So wirkt grüner Tee konzentrationsfördernd, ohne das aufgedrehte Gefühl, das pures Koffein auslösen kann, was auch am geringeren Koffeingehalt im Tee liegt.

Warum ist grüner Tee so gesund?

Die Kombination aus Antioxidantien im grünen Tee hat verschiedene Effekte auf den Körper und soll gezielt gegen zahlreiche Krankheiten wirken, darunter:

Außerdem versorgt er den Körper mit Flüssigkeit, enthält keine Kalorien und kann auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten getrunken werden.

Nicht für alle Krankheitsbilder gibt es bereits breite Studienergebnisse, viele Studien wurden bisher auch noch nicht am Menschen, sondern nur an Tieren durchgeführt und die Ergebnisse daraus abgeleitet. Es gibt aber Indikatoren, dass grüner Tee die Eiweißablagerungen im Gehirn, die Alzheimer auslösen können, abblockt und auch für die krebsvorbeugende Wirkung gibt es bereits Laborexperimente. Allerdings ist der grüne Tee kein Wundermittel, das als alleiniges Lebensmittel ein langes Leben beschert und vor sämtlichen Krankheiten schützt.

Dennoch hat er durchaus die Fähigkeit, Cholesterinwerte zu senken, sich positiv auf den Blutdruck auszuwirken und die Blutgefäße zu weiten, wodurch das Herzinfarktrisiko sinkt, weshalb er als ein gesundes Lebensmittel bezeichnet werden kann. Auch für Diabetiker ist grüner Tee gut geeignet, da er den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach dem Essen begrenzen kann.

Gesund trinken mit grünem Tee: Ist er grundsätzlich gesund?

Grüner Tee kann zu einem gesunden Lebensstil beitragen, allerdings sollte sein gesundheitsfördernder Aspekt in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung sowie ausreichend Bewegung betrachtet werden.

Grüner Tee alleine macht noch kein gesundes Leben aus, wenn die Ernährung ansonsten zu einseitig oder zu ungesund ist. Sich nur mit grünem Tee gesund zu trinken ist nicht möglich. Er leistet aber durchaus seinen Beitrag und kann den Körper bei verschiedenen gesundheitsfördernden Prozessen unterstützen, weshalb es nicht schadet, ihn regelmäßig zu trinken. Er kann zu einer gesunden Ernährung beitragen.

Sogar täglich können Sie ihn trinken und so jeden Tag von seinen positiven Eigenschaften profitieren. Fünf bis sechs Tassen grüner Tee à 125ml pro Tag sind unbedenklich, gut verträglich und führen nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen. Ihr Blutdruck, Ihre Cholesterinwerte und Ihre Blutgefäße werden es Ihnen danken.

Welche Nebenwirkungen hat grüner Tee?

Bei Mengen über 750 ml pro Tag kann das enthaltene Koffein zu Herzrasen und innerer Unruhe führen. Auch Übelkeit und Bauchschmerzen können auftreten – im extremen Fall sogar Leberschäden. Dafür müssten Sie täglich zehn Tassen und mehr grünen Tee trinken, damit es so weit kommt. Solche Mengen verzehrt aber in der Regel niemand.

Weitere Nebenwirkungen von grünem Tee können sein:

Diese resultieren vorwiegend aus dem Koffein, das nicht jeder Mensch gut verträgt. Bei einem empfindlichen Darm sollte grüner Tee nur in Maßen getrunken werden, denn auch die Gerbstoffe können den Darm belasten.

Auch wer unter Herzerkrankungen leidet, sollte auf den Konsum von Grüntee verzichten. Stillende oder schwangere Frauen sollten maximal ein bis zwei Tassen grünen Tee pro Tag trinken, da das Koffein die Herzfrequenz zu stark erhöhen kann.

Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten bei grünem Tee vorsichtig sein. So haben Studien gezeigt, dass Teepflanzen dazu neigen, Aluminium einzuspeichern. Bei einer gesunden Nierenfunktion ist es für den menschlichen Körper kein Problem, dieses abzubauen, bei Nierenversagen kann sich dieses Aluminium allerdings im Körper anreichern und Krankheiten auslösen.

Ein weiterer Aspekt, der beim Verzehr von grünem Tee berücksichtigt werden sollte, ist, dass grüner Tee dafür sorgen kann, dass Eisen aus der Nahrung im Körper schlechter aufgenommen und verwertet wird. Zwischen dem Verzehr von eisenhaltigen Lebensmitteln und einer Tasse Grüntee sollten daher ein bis zwei Stunden vergehen, um das Eisen nicht zu blockieren. Insbesondere bei einem bekannten Eisenmangel ist das wichtig.

Was ist gesünder: Grüner Tee im Beutel oder lose?

Die Empfehlung bei Tee geht immer hin zum losen Tee. Beuteltees sind häufig von schlechterer Qualität, selbst wenn Sie im Supermarkt den Teuersten auswählen. Grüntee aus dem Beutel ist meist deutlich bitterer, stärker mit Schadstoffen belastet und es ist nur schwer nachvollziehbar was genau enthalten ist und woher er kommt. Es empfiehlt sich daher der Besuch in einem Teeladen und der Kauf von losem Grüntee.

Welcher Grüntee aus dem Beutel ist gut?

Wenn Sie zu grünem Tee aus dem Beutel greifen, dann achten Sie auf Bio-Ware, so haben bei Stiftung Warentest zum Beispiel diese drei Grüntee-Produkte gut abgeschnitten:

  • Alnatura Grüntee Sencha
  • Yogi Tea Grüner Tee
  • Gepa Grüntee Ceylon

Sie alle haben nur eine geringe Schadstoffbelastung und können bedenkenlos verzehrt werden. Außerdem sind die Arbeitsbedingungen in den Anbaugebieten bei Bio-Produkten in der Regel besser, was ein weiterer Grund ist, sich für Bio-Tee zu entscheiden.

Welche Grüntee-Sorten gibt es?

Grüntee ist nicht gleich Grüntee. Unzählige Teesorten gibt es, zu den bekanntesten gehören:

  • Sencha
  • Matcha
  • Bancha
  • Gyokuro
  • Lung Ching, auch bekannt als Drachenbrunnentee
  • Jasmintee

Insbesondere der grüne Jasmintee ist für Grüntee-Einsteiger perfekt geeignet, da er nicht bitter schmeckt, sondern einen leckeren, blumigen Geschmack hat.

Was ist der Unterschied zwischen grünem Tee und schwarzem Tee?

Grüner Tee besteht genauso wie schwarzer Tee aus der Pflanze „Camellia sinensis“. Die Blätter sind also dieselben, nur die Verarbeitung ist unterschiedlich. So werden die Blätter für den schwarzen Tee fermentiert, der grüne Tee hingegen ist nicht fermentiert. Zum Vergleich: Für Oolong Tee wird die Fermentation mittendrin unterbrochen, er ist somit halb fermentiert.

Sind Grüntee-Kapseln gesund?

Grüner Tee wird nicht nur lose oder im Beutel angeboten, sondern Sie können die positiven Inhaltsstoffe des Tees, wie die Grüntee-Catechine auch als Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Besonders beliebt ist das Epigallocatechingallat, besser bekannt als EGCG. Es wirkt entzündungshemmend und antioxidativ, genauso wie die Catechine im Tee.

Allerdings sollten Sie bei den EGCG-Kapseln die Dosierung beachten, denn diese ist häufig viel zu hoch. Die Folgen können die Schädigung von Leberzellen sein sowie eine Vergrößerung der Schilddrüse. Die Höchstmengen sollten sich daher auf diese Größen belaufen:

  • 338mg EGCG aus Kapseln pro Tag für Erwachsene mit gesunder Leberfunktion
  • 704mg EGCG pro Tag aus einem Aufguss aus losem, grünem Tee

Wie bereiten Sie grünen Tee richtig zu?

Für einen schmackhaften Aufguss sollten Sie zunächst das Wasser aufkochen und es anschließend fünf Minuten lang auf 80 Grad abkühlen lassen. Übergießen Sie grünen Tee mit kochendem Wasser, wird er bitter. Je höher die Qualität des Tees ist, desto kürzer muss er ziehen. Loser Bancha-Tee zum Beispiel muss nur 30 Sekunden ziehen, während für Sencha zwei Minuten optimal sind. Solche Ernährungstipps erhalten Sie auch im Teeladen, in denen man Ihnen die korrekte Zubereitung der von Ihnen gewählten Grünteesorte erklären kann.

Länger als drei Minuten sollte kein grüner Tee ziehen, denn auch das lässt den Geschmack wieder bitter werden. Der Grund dafür sind die Gerbstoffe, die sich durch das heiße Wasser nach etwa drei Minuten lösen und dann in den Aufguss übergehen.

Wo wächst grüner Tee?

Grüner Tee kommt ursprünglich aus China, doch auch in Japan wird viel Tee angebaut, sodass diese beiden Länder mehr als 50 Prozent des weltweiten Bedarfs decken. Weitere wichtige Anbauländer sind Sri Lanka sowie Taiwan. Tee braucht ein bestimmtes Klima, wie eine hohe Luftfeuchtigkeit und stabile Temperaturen. Sie können Tee daher in Deutschland nicht selber anbauen, da die klimatischen Bedingungen nicht passen. Auf den Azoren und in der Türkei wird innerhalb Europas Tee angebaut, auf dem Weltmarkt spielen diese Länder jedoch keine wirkliche Rolle.

Wächst der Tee an schattigen, feuchten Standorten, ist der Gehalt an Gerbstoffen in den Teeblättern niedriger, wodurch er weniger bitter ist. An sonnigen, trockenen Standorten ist der Gerbstoffgehalt höher. Je höher der Gerbstoffanteil im Tee ist, desto niedriger ist der Koffeingehalt.

Fazit: Grüner Tee hat gesundheitsfördernde Eigenschaften

Grüner Tee ist ein gesundes Lebensmittel, wenn es sich um einen hochqualitativen, losen Bio-Tee handelt. Grüner Tee im Beutel schmeckt deutlich schlechter und häufig ist bei ihm die Herkunft des Tees nicht klar und was genau enthalten ist.

Grüner Tee enthält wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, die dafür sorgen, dass der Blutdruck sinkt, die Blutgefäße sich weiten und der Cholesterinspiegel sinkt. Das beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Er steht zudem im Verdacht, vor Krebs und Alzheimer zu schützen, allerdings ist die Studienlage diesbezüglich noch dünn.

Grüner Tee kann aber durchaus in die Ernährung integriert werden und bis zu sechs Tassen pro Tag à 125 ml sind unbedenklich. Darüber hinaus kann es aufgrund des enthaltenen Koffeins zu Nebenwirkungen kommen. Das gleiche gilt auch für EGCG-Kapseln, die die Grüntee-Catechine enthalten. Sie sind häufig zu hoch dosiert, sodass es zu Leberschäden und Schilddrüsenveränderungen kommen kann.

Grüner Tee wächst vorwiegend in Asien und braucht bestimmte klimatische Bedingungen, weshalb ein Anbau im eigenen Garten in Deutschland nicht infrage kommt. Einige Menschen sollten Grüntee nur mit Vorsicht genießen, insgesamt ist er aber ein beliebtes Getränk, das gesundheitsfördernde Eigenschaften hat, hydriert und dabei null Kalorien aufweist.

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