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Sanddorn: So wirkt die Heilpflanze auf Haut, Schleimhäute und Immunsystem

(Foto: elena_hramowa - Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Sanddorn ist das perfekte Mittel gegen Erkältungen, aufgrund seines hohen Vitamin C-Gehalts. Doch auch bei Hautkrankheiten kommen Präparate aus der orangefarbenen Frucht zum Einsatz und wirken bei Akne oder Verbrennungen.

Sanddorn im Körbchen mit Verzierung
Der Sanddorn ist voller wertvoller Wirkstoffe. © zoryanchik - Fotolia

Mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte, mehr Betacarotin als Karotten und dabei auch noch regional – was das für eine Wunderfrucht ist? Es ist der Sanddorn! Lange Zeit war der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) als Vitamin-C-Spender bei uns unbekannt, die Kraft als bester einheimischer Lieferant von Vitamin C lange verkannt. Doch die Heilpflanze hat sich auch bei uns durchgesetzt und gilt als schonendes, natürliches Mittel, um das Immunsystem zu stärken, Hautkrankheiten zu behandeln und die Schleimhäute zu pflegen.

Die tibetische Medizin nutzt die schützende Kraft der Sanddornbeeren und das aus den Samen gewonnene, hautpflegende Öl schon seit über 1200 Jahren, um damit chronisch verlaufende Hautkrankheiten zu behandeln. Auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sowie im Ayurveda kommt Sanddorn zum Einsatz.

Welche Wirkung hat Sanddorn?

Sanddorn hat noch mehr Einsatzgebiete als die Haut. Er gilt als Multitalent und wirkt:

  • immunregulierend und abwehrstärkend,
  • entzündungshemmend,
  • krebsvorbeugend,
  • cholesterinsenkend,
  • antioxidativ,
  • kreislaufanregend,
  • blutstillend,
  • leistungsstärkend.

Erste Beobachtungen deuten zudem darauf hin, dass Sanddornöl auch eine überschießende Produktion von Magensäure regulieren und Darmtoxine binden kann. Somit reguliert Sanddorn Sodbrennen und regt die Verdauung an. Außerdem soll das Wildobst den Herzmuskel stärken und die Gefäße elastisch haltend. Somit beugt Sanddorn Arteriosklerose vor.

Innerliche Anwendung: Bei welchen Krankheiten hilft die Heilpflanze Sanddorn?

Schleimhautentzündungen: Sanddorn hilft bei Magenschleimhautentzündung, Zahnfleischentzündung und Magen-Darm-Geschwüren. Die Pflanze wirkt generell positiv auf die Schleimhäute. Bei einer Magenschleimhautentzündung legt sich das Sanddorn-Öl, das in Kapselform eingenommen werden kann, wie ein Schutzfilm von innen auf die Magenschleimhaut. Auch Trockenheit im Intimbereich kann durch die Einnahme von Sanddorn-Kapseln verbessert werden, da Sanddorn die Feuchtigkeit der Schleimhäute verbessert.

Augen: Bei trockenen Augen helfen die orangefarbenen Beeren und können den Tränenfilm verbessern. Durch das in Sanddorn enthaltene Zeaxanthin wird die Produktion von Tränenflüssigkeit im Auge angekurbelt und die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit optimiert. Laut Studien kann mit Sanddorn sogar Netzhautschäden vorgebeugt werden.

Immunsystem: Dank seines hohen Vitamin-C-Gehalts stärkt Sanddorn außerdem das Immunsystem und wirkt vorbeugend gegen Erkältungen. Wenn Sie eine Erkältung erwischt hat, können Sie ruhig erstmal auf Sanddorn-Präparate zurückgreifen, bevor Sie klassische Arznei nehmen. Bei grippalen Infekten, Rachen- und Mandelentzündungen sowie Fieber hat sich Sanddorn bewährt.

Erschöpfungszustände: Auch bei allgemeinen Erschöpfungszuständen können Sie Sanddorn-Präparate einnehmen. Appetitlosigkeit und Leistungsschwäche lassen sich ebenfalls mit Sanddorn in den Griff bekommen.

Vitaminmangel: Schwangeren, Stillenden, Kindern, Pubertierenden, Rauchern und Menschen mit hohem Alkoholkonsum wird zur ausreichenden Deckung ihres Vitamin-C-Bedarfs empfohlen, täglich 2 bis 3 EL Sanddornsaft zu sich zu nehmen. Dieser hat einen kräftig säuerlichen bis samtigen Geschmack. Wer unter Vitaminmangel leidet, ist mit Sanddorn gut beraten.

Zellschutz: Sanddorn wird ein antioxidativer Effekt nachgesagt, was bedeutet, dass freie Radikale, die durch schädliche Umwelteinflüsse entstehen, im Körper eingefangen werden. Somit hat Sanddorn eine entgiftende Wirkung und wirkt somit nicht nur als Schönheitsbooster für die Haut, sondern schützt auch die Zellen vor Entartungen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Da Sanddorn schädliche Fette im Blut reduzieren kann, lässt sich damit auch Übergewicht bekämpfen. Außerdem wird so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt, die durch Übergewicht entstehen können. Dank regelmäßig eingenommener Sanddorn-Kapseln bleiben außerdem die Gefäße schön geschmeidig und verkalken nicht. Doch Achtung: Sanddorn-Marmelade oder Saft enthalten viel Zucker, weshalb sie nicht zum Abnehmen geeignet sind.

Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen: Aufgrund der in Sanddorn enthaltenen Flavonoide vermuten Wissenschaftler, dass die Früchte auch bei Leberkrankheiten und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse helfen. Dabei steht die Forschung aber noch ganz am Anfang und bis die Wirkstoffe des Sanddorns tatsächlich in der Therapie solcher Erkrankungen eingesetzt werden, dauert es noch.

Äußerliche Anwendung: Wann können Sie Sanddorn-Öl verwenden?

Zur äußerlichen Anwendung wird nur das Öl verwendet. Sanddorn-Öl kommt sowohl bei bestehenden Beschwerden als auch zur Vorbeugung zum Einsatz, bei:

  • Wundliegen (Dekubitus),
  • Verbrennungen und Sonnenbrand,
  • Akne,
  • vorzeitige Hautalterung.

Die Wirkung des Sanddorns auf die Haut kommt von der enthaltenen Linol- und Linolensäure sowie dem Vitamin E. Die Haut wird geschützt und Hautirritationen werden beruhigt. Dabei sind die Erkenntnisse zur Wirkung des Sanddorns auf die Haut noch recht neu.

Welche Wirkung hat Sanddorn auf die Haut?

Neu erkannt sind die außerordentlich hautgünstigen Eigenschaften des Sanddornöls. Es kann Sonnenlicht absorbieren (Sonnenschutz) und schützt dabei Pigmentflecken vor weiterer Bräunung. Weil es die Regeneration der Haut fördert, hilft es bei Sonnenbrand, Druckgeschwüren, Dekubitus (Wundliegen) und nach Strahlentherapie.

Bei allen wiederkehrenden chronischen Hautleiden – Hautausschläge, Ekzeme, Psoriasis und Hautallergien, ja sogar Neurodermitis – ist seine Anwendung einen Versuch wert, auch wenn das reine Öl teuer ist. Dafür wirkt es ganz natürlich und ohne chemische Zusätze.

Sanddorn am Strauch
Das Sanddorn dient auch für äußere Anwendungen. © jonnysek - Fotolia

Welche Nebenwirkungen hat Sanddorn?

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind bei Sanddorn nicht bekannt.

Wie und wo wächst Sanddorn?

Der dornenbewehrte, baumartige Strauch mit seinen kleinen orange-rot leuchtenden, fleischigen Scheinbeeren hat seine Heimat in Zentralasien.

Er liebt sandige oder kieshaltige Böden; er gedeiht in Deutschland am besten an Meeresküsten und im Schotter von Gebirgsflüssen. Seine Blätter stehen auf kurzen Stielen, sind schmallanzettlich geformt, auf der Unterseite durch Schuppenhaare silbergrau (manchmal auch rot) gefärbt.

Der Volksmund nennt den Sanddorn auch:

  • Haffdorn,
  • Seedorn,
  • Stranddorn,
  • Stechdorn
  • und Korallenbeerdorn.

Wo können Sie Sanddorn kaufen?

Inzwischen gibt es Sanddorn in vielerlei Zubereitungen in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und Naturkostläden zu kaufen:

  • als ungesüßter Ursaft (sehr sauer) oder als „Elixier“ (sehr süß),
  • als Marmelade, Gelee oder Vollfrucht-Zubereitung (mit und ohne Honig)
  • und sogar als Dragees oder Kapseln.

Achten Sie auf die Inhaltsstoffe und Nährstoffe der Zubereitungen und verzichten Sie auf Produkte mit Zusatz- oder Konservierungsstoffen.

Zur äußerlichen Anwendung erhalten Sie dort Cremes und Öle, die einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren wie Linol-, Linolen- oder Palmitoleinsäure aufweisen und von der menschlichen Haut besonders gut aufgenommen werden können. Vitamin E und Karotinoide neutralisieren schädliche Radikale und schützen Ihre Haut vor vorzeitiger Alterung.

Produkte mit Sanddorn selber zubereiten: Wie kommen Sie an die Beeren?

Sanddornfrüchte können Sie auch selbst in der Natur pflücken und gelangen so kostenlos an die wirksame Heilpflanze, die Sie anschließend verarbeiten können. Sie können Sanddorn auch selbst in Ihren Garten anbauen.

Wenn Sie Sanddornbeeren bzw. Sanddornfrüchte kaufen wollen, erhalten Sie diese meist in getrockneter Form. Während der Erntezeit zwischen Mitte August und Oktober können Sie Online oder bei sehr gut sortierten Obst- und Gemüsehändlern auch frische Sanddornbeeren kaufen, zu anderen Jahreszeiten gibt es sie gefroren zu kaufen. 1 Kilogramm frische oder gefrorene Sanddornbeeren kostet rund 15 Euro.

Die frischen Beeren können Sie allerdings nicht roh verwenden. Ihr Fruchtfleisch wird zu Säften, Marmeladen und Mus verarbeitet und vorwiegend in der Erkältungszeit eingenommen.

Was sind die wichtigsten Wirkstoffe des Sanddorns?

Die orange-roten Beeren des Sanddorns strotzen nur so vor Vitaminen. Ihr Gehalt ist sogar zehnmal höher als der von Zitrusfrüchten: Die Beeren bringen bis zu 1.200 mg Vitamin C auf 100 g Frucht mit, so viel wie kaum eine andere Frucht und somit eine wahre Vitaminbombe. Zum Vergleich: Zitronen und Orangen enthalten etwa 500 mg Vitamin C auf 100 g Frucht.

Auch beim Beta-Carotin-Gehalt kann keine Möhre mithalten. Die natürliche Gesamtheit der Wirkstoffe ist dabei selbst synthetischen Präparaten überlegen, weshalb Sanddorn bei Erkältungen chemischer Arznei vorzuziehen ist. Diese wichtigen Wirkstoffe sind in Sanddorn enthalten:

  • Vitamin C (je nach Standort der Pflanze 200 bis 1.200 mg/100 g Frischsubstanz)
  • alle Vitamine der B-Gruppe – besonders zu nennen ist hier Vitamin B12, das sonst fast ausschließlich in tierischen Produkten enthalten ist
  • Beta-Carotin (12 mg /100 g Frischsubstanz; mehr als Karotten)
  • Vitamin E (bis zu 15 mg /100 g)
  • Carotinoide (10,1 bis 40,9 mg / 100 g)
  • Flavonoide
  • Phytoöstrogene
  • biogene Amine (Gewebshormone)
  • Mineralstoffe wie Zink, Eisen, Kupfer, Magnesium, Kalium, Kalzium und Kobalt
  • ungesättigte Fettsäuren wie zum Beispiel Omega-6

Zubereitungstipps: So können Sie Heilmittel aus Sanddorn selbst herstellen

Mit frischen oder getrockneten Beeren und Sanddornöl im Haus, haben Sie alles da, um sich auf die anstehende Erkältungssaison vorzubereiten oder Hautpflegeprodukte selbst herzustellen.

100 ml reines Sesamöl mit 3 bis 5 ml Sanddorn-Öl und einigen Tropfen Lavendelöl mischen, rasch aufbrauchen.

Vorsicht: Bei einigen Frauen kann Sanddorn-Öl ohne Wirkung bleiben, bei manchen kann es eine Allergie auslösen. Testen Sie Ihre Reaktion in der Ellenbeuge aus. Es darf sich keine Rötung zeigen.

  • Innerlich – zur Unterstützung der Immunabwehr:

Sanddornvollfrucht in Joghurt, Müsli, Quark; in Milch oder Wasser verrührt. Als kaltes oder warmes Getränk: 1 TL Sanddornsaft statt Zucker in 1 Tasse Erkältungstee – schweißtreibend. Bei erhöhter Erkältungsgefahr: 1 Glas Orangensaft (1/8 l; am besten frisch gepresst) mit 2 EL Heidelbeersaft, 1 EL Sanddornsaft und dem Saft 1 Zitrone mischen; täglich 1 Glas trinken.

Sanddorntee können Sie aus getrockneten Sanddornbeeren ganz einfach selbst herstellen. Nehmen Sie 2 Gramm Beeren und übergießen Sie sie mit 150 ml heißem Wasser. Lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen. In der Erkältungszeit können Sie bis zu 4 Tassen Sanddorntee täglich trinken.

  • Sanddornsirup:

Erhitzen Sie 1 kg frisch gepflückte und gewaschene Sanddornbeeren vorsichtig mit 1 EL Wasser in einem Emailletopf. Sie dürfen nicht kochen. Sobald ihre Farbe verblasst, die Beeren durch ein Plastiksieb streichen und vorsichtig 500 g Honig löffelweise mit dem Mixer unterrühren. Luftdicht verschlossen hält sich der Sirup ca. 5 Monate im Kühlschrank. (Dosis zur Vorbeugung von Erkältungen: 3-mal täglich 1 TL.)

Fazit: So wirkungsvoll ist Sanddorn

Sanddorn ist eine Vitaminbombe und daher perfekt zur Behandlung und Vorbeugung von Erkältungen geeignet. Auch die äußerliche Anwendung auf der Haut bei Neurodermitis, Akne oder Sonnenbrand ist wirkungsvoll. Sanddorn ist außerdem gut für die Schleimhäute und hilft bei Magenschleimhautentzündung, aber auch bei trockenen Augen.

Sanddorn ist hochverträglich und kann bei der Behandlung von Erkältungen sogar synthetischen Präparaten vorgezogen werden. Sanddorn können Sie als Wildobst entweder selbst pflücken oder als getrocknete oder gefrorene Beere kaufen, die Sie dann verarbeiten. Fertige Produkte mit Sanddorn im Reformhaus oder in der Apotheke sind Sanddorn-Kapseln oder Sanddornöl.

Sanddorn Marmelade im Glas
© zoryanchik - Fotolia
Spitzwegerich, Heilpflanze, Immunsystem, Schmerzen

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