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Thermotherapie: So lindern Wärme und Kälte Ihre Beschwerden

Die Thermotherapie umfasst sämtliche Behandlungen, die durch Wärme oder Kälte erfolgen. Doch welche Wirkung verspricht die Thermotherapie? Und bei welchen Beschwerden wird sie eingesetzt? (Foto: rooster26 | Adobe Stock)

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Bei Bauchschmerzen hilft eine Wärmflasche, nach Stürzen hilft ein Kühlpack – diese simplen Hausmittel hat sicher fast jeder schon mal angewendet. Und das zurecht: Wärme und Kälte helfen nachgewiesenermaßen bei verschiedenen Beschwerden, weshalb sie in der Medizin auch als Therapieform eingesetzt werden – Thermotherapie ist der Name dafür.

Was ist Thermotherapie?

Thermotherapie ist der Überbegriff für die Behandlung von Beschwerden mit Wärme oder Kälte. Wann welche Temperatur angesagt ist, hängt von den Krankheitssymptomen ab. Nicht nur körperliche, sondern auch psychische Beschwerden können mit Thermotherapie gelindert werden.

Wie wirkt Thermotherapie mit Wärme?

Wärme sorgt dafür, dass sich die Gefäße weiten und die Durchblutung angekurbelt wird. So werden Stoffwechselabbauprodukte schneller aus dem Körper transportiert und auch das Immunsystem kann bei Wärme besser arbeiten. Zudem wirkt die Wärmetherapie schmerzlindernd, da die Nerven entlastet werden. Wärme sorgt außerdem dafür, dass sich die Muskulatur entspannt und Verkrampfungen gelöst werden. Außerdem verbessert sie die Fließeigenschaften der Gelenkflüssigkeit und wirkt sich positiv auf das Bindegewebe aus.

Bei welchen Krankheiten hilft die Thermotherapie mit Wärme?

Wärmetherapie kann bei verschiedenen Krankheitsbildern zum Einsatz kommen. Meist wird sie ergänzend genutzt:

  • Muskelverspannungen
  • Spastiken, bei denen die Muskelspannung krampfhaft erhöht ist
  • Arthrose
  • Bandscheibenvorfall
  • Bauchschmerzen zum Beispiel bei Reizdarm
  • Gelenkentzündungen wie zum Beispiel Rheuma
Eine bekannte Thermotherapie stellen Fango-Packungen dar, die in der Regel auf dem Rücken der Betroffenen platziert werden. © SophyPhotos | Adobe Stock

Wann ist eine Thermotherapie mit Wärme nicht geeignet?

Vorsichtig mit Wärme sollten Sie bei Rheuma dann sein, wenn sich die Krankheit in einem akuten Stadium befindet. In dem Fall kann eine Wärmetherapie die Beschwerden verschlechtern. Bei Gicht oder Arthrose gilt ebenfalls, dass Kälte im akuten Stadium als angenehmer empfunden wird. Auch bei einem Bandscheibenvorfall mögen Betroffene Wärme nicht immer. So ist bei Nervenreizungen Kälte häufig die bessere Wahl.

Auch bei diesen Beschwerden sollten Sie auf Wärmeanwendungen verzichten:

  • Fieber
  • Grippale Infekte
  • Herzschwäche
  • Akute Entzündungen
  • Bluthochdruck
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Hohes Alter
  • Durchblutungsstörungen
  • Blutungsneigung
  • Tumorerkrankungen im fortgeschrittenen Stadium
  • Nierenerkrankungen
  • Sensibilitätsstörungen, insbesondere bei einer bekannten Übersensibilität bei Wärme

Welche Mittel werden in der Wärmetherapie genutzt?

Wärmflaschen und Wärmepflaster sind als Hausmittel bekannt, wenn es um Wärmetherapie geht. Es gibt jedoch noch weitaus mehr Möglichkeiten, den Körper mit Wärme zu behandeln, um Beschwerden zu lindern:

  • Ultraschall: Durch die Schalwellen werden Wärmeeffekte und leichte Vibrationen im Körper ausgelöst. Auch tiefere Gewebeschichten werden erwärmt, was an der Förderung der Durchblutung durch den Ultraschall liegt.
  • Infrarot: Durch eine Infrarot-Bestrahlung wird Wärme auf der Körperstelle erzeugt, die behandelt werden soll.
  • Heißluft: Heiße Luft wirkt angenehm, lindert Schmerzen und entspannt die Muskeln.
  • Wärmepackungen: Dabei werden Heilerden wie Moor oder Fango auf den Körper aufgebracht und sorgen für Entspannung der Muskulatur und des Geistes und haben einen pflegenden Effekt der Haut.
  • Warme Voll- oder Teilbäder mit Heilerde: Hierbei kommt der wärmende Effekt über das Wasser, die Heilerde hat eine zusätzlich wohltuende Wirkung und kann bei verschiedenen Beschwerden helfen.
  • Heiße Rolle: Dabei werden aufgerollte Handtücher mit heißem Wasser getränkt und auf den Körper gebracht, entweder aufgelegt oder zur Massage. Durch das Rollen bleibt die Wärme lange erhalten.
  • Paraffinbad der Hände: Dabei werden die Hände für einige Minuten in flüssiges Paraffin getaucht und anschließend in Tücher gewickelt. Das verbessert die Durchblutung und lindert Schmerzen.

Welche Form der Wärmetherapie passend ist, entscheidet der Arzt, der die Verschreibung der Thermotherapie vornimmt.

Wie wirkt Thermotherapie mit Kälte?

Kurzfristige Kälte sorgt dafür, dass sich die Muskelspannung erhöht. Langfristige Kälte kann ähnlich wie Wärme auch einen entspannenden Effekt auf die Muskelaktivität haben, Verkrampfungen lockern und die Muskelaktivität sinken lassen. Kälte lässt außerdem die Blutgefäße verengen, was die Durchblutung herabsetzt. Das ist insbesondere bei Schwellungen und Blutergüssen sinnvoll. Zudem lindert Kälte Schmerzen, da die Aktivität der Schmerzrezeptoren gedämpft und die Leitfähigkeit der Nerven reduziert wird. Stoffwechselprozesse werden durch Kälte verlangsamt und zudem wirkt Kälte entzündungshemmend.

Bei welchen Krankheiten hilft die Thermotherapie mit Kälte?

Kälte kann bei verschiedenen Beschwerden genutzt werden:

  • Fieber
  • Akute Rheumaschübe
  • Akute Bindegewebserkrankungen
  • Zur Vermeidung von Schwellungen
  • Lähmungen
  • Entzündungen der Lymphwege
  • Autoimmunerkrankungen
  • Oberflächliche Venenentzündungen

Wann ist eine Thermotherapie mit Kälte nicht geeignet?

Bei einigen Krankheitsbildern sollten Kälte nur vorsichtig oder gar nicht eingesetzt werden. Dazu zählen:

  • Durchblutungsstörungen
  • Sensibilitätsstörungen
  • Bekannte Kälteempfindlichkeit zum Beispiel bei Untergewicht, Schilddrüsenunterfunktion oder niedrigem Blutdruck
Die Kältetherapie umfasst zahlreiche Anwendungen wie beispielsweise die Kältekammer. © Jacob Lund | Adobe Stock

Welche Mittel werden in der Kältetherapie genutzt?

Unter den Hausmitteln sind Kühlpacks oder in ein Handtuch gewickelte Eiswürfel beliebte Mittel zur Kühlung. In der Kältetherapie (auch Kyrotherapie genannt) kommen weitere Mittel zur Anwendung:

  • Kältesprays
  • Kaltluft
  • Kaltgas
  • Direkte Abreibung mit Eis, auch als Eismassage bekannt
  • Tiefgefühlte Eis- oder Gelbeutel
  • Eismanschetten oder Eiswickel
  • Eiskompressen, also mit Salzwasser gefrorene Tücher oder Tücher, die mit Eiswürfeln gefüllt werden
  • Teilbäder in Eiswasser in Arm- oder Fußbadewannen
  • Kneipp-Therapie mit Wassertreten, kalten Güssen und Barfußgehen in einer kalten Umgebung
  • Kältekammer

Insbesondere die Kältekammer erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Sie fördert die Regulierung des Immunsystems und wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd sowie abschwellend.

Welche Kälteanwendung die richtige ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

Was muss bei der Thermotherapie noch berücksichtigt werden?

Egal ob Kälte oder Wärme angewendet werden, sollte der Patient die Möglichkeit haben, die Temperatur zunächst zu prüfen. Falls es zu heiß oder zu kalt ist, sollte der Therapeut darauf reagieren. Falls Patienten mit intensiver Hitze oder Kälte nicht umgehen können, können Hausmittel wie eine Wärmflasche oder Kirschkernkissen eine Alternative zu Infrarot, Heißluft und mehr sein.

Manche Formen der Thermotherapie können zu Hause angewendet werden. So gibt es beispielsweise Infrarotlampen, die in Eigenregie angewendet werden oder auch Geräte, die ein Paraffinbad der Hände zuhause ermöglichen. Bei komplexeren Therapieformen wie der Kältekammer ist aber natürlich das Aufsuchen einer entsprechenden Therapieeinrichtung nötig.

Thermotherapie ist als physikalische Therapie wenig invasiv, schonend und kommt ohne Chemie oder sonstiges aus, womit sie als natürliche, alternative Medizin bezeichnet werden kann. Sie dient nicht nur der Therapie, sondern kann auch präventiv eingesetzt werden sowie zur Rehabilitation.

Übernimmt die Krankenkassen die Kosten für die Thermotherapie?

Wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt, werden die Kosten für eine Thermotherapie in der Regel von der Krankenkasse übernommen, wenn die Verordnung notwendig und zweckmäßig ist. Versicherte müssen nur die übliche Zuzahlung leisten, die in der Regel 10 Euro pro Verordnung plus 10 Prozent Eigenanteil bedeutet. Am besten halten Sie vor der Behandlung Rücksprache mit der Krankenkasse, um sicherzugehen, dass die Kosten wirklich übernommen werden.

Fazit: Thermotherapie mit Hitze oder Kälte zur Linderung von Beschwerden nutzen

Je nach Beschwerden können Hitze oder Kälte zur Besserung beitragen. Während Wärme bei Verspannungen, Arthrose oder Bauchschmerzen helfen kann, ist Kälte bei Schwellungen die erste Wahl. Einige Methoden der Thermotherapie können zuhause in Eigenregie angewendet werden, für andere komplexere Anwendungen wie die Kältekammer oder Ultraschall muss eine entsprechende Einrichtung aufgesucht werden.

Die Verordnung zu einer Thermotherapie erteilt ein Arzt, er kann auch abwägen, welche Variante die beste ist. Die Kosten für eine Thermotherapie werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

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