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Ananas: Wie gesund ist die süße Tropenfrucht?

(Foto: pada smith – Adobe Stock)

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Sie ist süß und weckt die Sehnsucht nach tropischen Stränden: Ananas gilt als eine der beliebtesten und auch gesündesten Tropenfrüchte. Sie schmeckt pur, als Saft oder Smoothie, in Desserts, aber auch in herzhaften Gerichten wie Burgern, Wraps, Sandwiches oder Salaten. Sie gilt als Abnehmhelfer, als Superfood und soll vor Krankheiten schützen – doch was ist tatsächlich dran an den vielen Mythen rund um die Ananas? Ist sie wirklich so gesund?

Warum ist Ananas so gesund?

Die Ananas wird als gesundes Lebensmittel eingestuft, was an ihrer Zusammensetzung liegt:

  • Sie steckt voller Vitamine und Spurenelemente, wodurch Sie den Körper mit vielen wertvollen Nährstoffen versorgt.
  • Sie enthält viele Ballaststoffe, wodurch sie die Darmflora ins Gleichgewicht bringt.
  • Ananas hat nur wenig Kalorien, wodurch sie auch für figurbewusste Menschen ein gut geeignetes Lebensmittel ist.
  • Sie enthält Antioxidantien, die die Körperzellen vor schädlichen Einflüssen schützen und sogar Krankheiten verhindern können.
  • Sie enthält Phytoserotonin, was die Serotoninproduktion im Körper ankurbelt und so die Stimmung verbessern kann.

In Süd- und Mittelamerika wird die Ananas auch als natürliches Heilmittel eingesetzt.

Wie wirkt Bromelain in der Ananas?

Die besondere Wunderwaffe der Ananas heißt Bromelain. Bromelain ist ein Enzym, das Eiweiß aufspaltet. Durch die Verdauungsenzyme wirkt die Tropenfrucht verdauungsfördernd. Außerdem wirkt Bromelain entzündungshemmend und ist in einigen entzündungshemmenden Medikamenten enthalten. Weitere Effekte von Bromelain:

  • Bromelain kann die Schwere von Muskelkater reduzieren, denn dieser entsteht durch kleine Entzündungen im Gewebe. Für Sportler ist Ananas daher ein guter Snack nach dem Training.
  • Einige Studien geben Hinweise darauf, dass das Bromelain in der Ananas gegen Tumore und somit Krebs helfen kann.
  • Der eiweißspaltende Effekt von Bromelain ist so stark, dass Ananas genutzt werden kann, um zähes Fleisch zart zu machen.

Welche gesunden Nährstoffe enthält die Ananas?

In der Ananas stecken viele Nährstoffe, die der Körper benötigt, um gesund zu funktionieren. Dazu zählen diese Vitamine und Mineralstoffe, bezogen auf die frische Frucht:

NährstoffGehalt pro 100 g
Ballaststoffe1,4 g
Eiweiß0,5 g
Wasser85 g
Kohlenhydrate12,4 g
Fett0,15 g
Vitamin B1 (Thiamin)80 µg
Vitamin B3 (Niacin)220 µg
Vitamin B5 (Pantothensäure)180 µg
Vitamin B9 (Folsäure)4 µg
Vitamin C19 mg
Vitamin E100 µg
Kalium180 mg
Mangan320 µg
Zink97 µg

 

Neben der vielen gesunden Inhaltsstoffe enthält die Ananas außerdem nur 59 Kalorien auf 100 Gramm und kann somit auch während einer Diät bedenkenlos verzehrt werden.

Wie wirken die anderen Nährstoffe der Ananas auf den Körper?

Jeder Nährstoff in der Ananas hat seine eigene Funktion und wirkt sich auf den Körper in einer bestimmten Weise aus:

Ballaststoffe: Sie sind gut für den Darm, da sie die Darmflora ins Gleichgewicht bringen. Aufgrund der Ballaststoffe macht die Ananas für eine Frucht sogar ordentlich satt, wenn man eine große Portion von ihr isst.

Vitamin B1 (Thiamin): Vitamin B1 ist am Eiweißstoffwechsel im Körper beteiligt und außerdem wichtig für ein gesundes Nervensystem. Nervengewebe und Herzmuskelgewebe können durch Vitamin B1 sowohl erhalten werden als auch wachsen. Da Vitamin B1 hitzeempfindlich ist, ist das Essen roher Ananas ein guter Weg, um möglichst viel von diesem wertvollen Nährstoff aufzunehmen.

Vitamin B3 (Niacin): Das Vitamin unterstützt den Stoffwechsel und verringert Müdigkeit sowie Antriebslosigkeit. Außerdem trägt es zum Erhalt von Haut und Schleimhäuten bei und unterstützt die normale Funktion des Nervensystems. Da Vitamin B3 wasserlöslich ist, kann es nur in kleinen Mengen vom Körper gespeichert werden. Umso wichtiger ist, dass Sie das Vitamin immer wieder zu sich nehmen, zum Beispiel mit einer Portion Ananas am Morgen.

Vitamin B5 (Pantothensäure): Entscheidend am Stoffwechsel beteiligt ist Vitamin B5, ohne dass der Körper nicht funktionieren kann. Es verbessert die Konzentrationsleistung, weshalb eine Mangelversorgung zu Verwirrtheit und Konzentrationsstörungen führen kann. Mit Ananas können Sie dem entgegenwirken.

Vitamin B9 (Folsäure): Für die Neubildung von Zellen braucht der Körper Folsäure, was insbesondere in der Schwangerschaft für die gesunde Entwicklung des Embryos essenziell ist. Auch im Eisen-Stoffwechsel spielt Folsäure eine wichtige Rolle und Schwangere können regelmäßig Ananas essen. Der Körper kann das Vitamin nicht selbst herstellen, weshalb es umso wichtiger ist, ihn regelmäßig damit zu versorgen.

Vitamin C: Wie die meisten Früchte enthält auch die Ananas Vitamin C, das das Immunsystem stärkt und Sie robuster gegen Infekte macht. Außerdem ist Vitamin C antioxidativ und schützt die Zellen vor freien Radikalen, also schädlichen Umwelteinflüssen, die krank machen können.

Vitamin E: Ebenso wie Vitamin C ist auch Vitamin E antioxidativ. Außerdem hemmt es Entzündungsprozesse im Körper, schützt die Gefäße und kann vor Arteriosklerose, also Gefäßverkalkungen, schützen. Zusammen mit dem Vitamin C sorgt Vitamin E außerdem für schöne Haut und einen gesunden Teint.

Kalium: Ananas ist ein guter Kaliumlieferant, das für die Weiterleitung von Nervenimpulsen im Körper benötigt wird. Kalium ist an der Regulierung des Blutdrucks, der Herzfunktion sowie einer gesunden Muskelfunktion beteiligt.

Mangan: Für den Aufbau von Knorpeln, Knochen und Bindegewebe benötigt Ihr Körper Mangan. Es ist Bestandteil von Enzymen und am Energiestoffwechsel des Körpers beteiligt. In Kombination mit dem Vitamin C aus der Ananas fördert Mangan die Kollagenbildung und verbessert das Hautbild.

Zink: Zink stärkt die Abwehrkräfte und trägt außerdem zur Wundheilung bei. Auch wenn 100 Gramm Ananas nur einen kleinen Teil zur benötigten Tagesdosis von mindestens 10 Gramm pro Tag beitragen, so ist der Nährstoff dennoch relevant.

Wie unterstützt Ananas die Gesundheit?

Dank all dieser Vitamine und Mineralstoffe kann die Tropenfrucht Ananas die Gesundheit fördern und das Wohlbefinden verbessern:

  • Weniger Krankheiten und Entzündungen
  • Gestärktes Immunsystem
  • Schutz vor schädlichen Einflüssen auf die Zellen
  • Verbesserte Darmflora
  • Verbessertes Hautbild
  • Unterstützung einer gesunden Funktionsweise von Herz, Muskeln und Stoffwechsel
  • Mehr Energie

Hilft Ananas beim Abnehmen?

Schon lange hält sich der Mythos, dass die Ananas beim Abnehmen hilft. Ananas-Diäten sollen dabei helfen, dass die Pfunde ganz automatisch purzeln, da Bromelain das Fett nur so schmelzen lässt. Dabei spaltet Bromelain kein Fett, sondern Eiweiße. Zudem gelangt Bromelain gar nicht erst in die Teile des Körpers, über die es auf den Fettstoffwechsel Einfluss nehmen könnte. Eine Ananas-Diät ist daher nicht sinnvoll, zumal es sich um eine Mono-Diät handelt.

Bei den häufig angepriesenen Ananas-Diäten werden für drei bis sieben Tage ausschließlich Ananas und Ananassaft verzehrt. Die Kalorienaufnahme pro Tag beläuft sich dabei auf rund 1.000 Kalorien, was durchaus eine Gewichtsabnahme bedeuten kann, da Sie weniger Kalorien zu sich nehmen als sie verbrauchen. Auch entwässert Ananas und kann so zu einer schlanken Linie führen. Gesund ist die Ananas-Diät allerdings nicht, da sie viele andere wertvolle Nährstoffe außer Acht lässt.

Der Körper braucht eine ausgewogene Ernährung mit buntem Obst und Gemüse sowie gesunden Lebensmitteln, darunter auch Vollkornprodukte, gesunde Öle und Milchprodukte und nimmt durch eine einseitige Ernährung eher Schaden. So kann es zu Nährstoffmängeln und Muskelabbau kommen und außerdem steigt durch den vielen Fruchtzucker, den die Ananas erhält, der Blutzuckerspiegel. Dadurch wird Insulin ausgeschüttet und der Fettabbau blockiert und sogar gefördert. Das führt zu einem konstanten Hungergefühl, zu Heißhungerattacken und nach der Diät in der Regel auch zum Jojo-Effekt, weshalb sich eine Ananas-Diät nicht empfiehlt.

Welchen Effekt hat es, abends Ananas zu essen?

Abends Ananas zu essen, kann der Verdauung auf die Sprünge helfen. Außerdem hat sie eine entwässernde Wirkung, was am Ende des Tages angenehm ist, wenn sich im Gewebe Flüssigkeit angesammelt hat. Außerdem wird durch das enthaltene Vitamin C ein Enzym in der Leber aktiviert, das bei der Entgiftung hilft.

Die Ananas ist daher sowohl ein gutes Dessert als auch die bessere Option als Chips und Schokolade abends vor dem Fernseher. Wer solche ungesunden Snacks durch Ananas ersetzt, kann ebenfalls von einer Gewichtsabnahme profitieren.

Ananas bei Diabetes: Was müssen Sie beachten?

Diabetiker sollten bei Ananas vorsichtig sein. Aufgrund ihres großen Fruchtzuckergehalts hat die Ananas einen hohen glykämischen Index (GI Wert 66), in moderaten Mengen kann sie bei Diabetes aber dennoch gegessen werden. Entscheidend ist, auch frische Früchte zurückzugreifen, denn in getrockneter Form oder aus der Dose enthält sie noch mehr Zucker. Auch Fruchtsäfte und somit Ananassaft sollten Diabetiker meiden.

Ananas: Frisch oder aus der Dose?

Um die meisten Nährstoffe aus Ananas aufzunehmen, empfiehlt sich die frische Frucht. Dosenobst ist deutlich zuckerhaltiger und die Nährstoffe sind durch die Verarbeitung der Ananas nicht mehr im vollen Umfang enthalten. Auch sind häufig weitere Stoffe zugesetzt wie Citronensäure oder Säuerungsmittel. Das natürliche Produkt ist unverarbeitet und somit das bessere Lebensmittel. Auch wenn frische Ananas etwas aufwändiger zu schälen und zu schneiden ist als einfach nur eine Dose zu öffnen, lohnt sich die Mühe.

Wie viel Ananas ist gesund?

Grundsätzlich kann Ananas bedenkenlos verzehrt werden und auch Portionen von 200 oder 300 Gramm sind unbedenklich. Allerdings kann der Fruchtzucker der Tropenfrucht bei großen Mengen zu Blähungen und Völlegefühl führen, falls Sie empfindlich auf Fructose reagieren. Zudem kann das Bromelain in der Ananas dafür sorgen, dass Ihr Mundraum und Ihre Zunge beim Verzehr brennen, was aber nach kurzer Zeit wieder verschwindet.

Fazit: Frische Ananas fördert die Gesundheit

Ananas ist ein leckerer Snack mit gesundheitsfördernder Wirkung. Sie verbessert die Verdauung, sorgt für schöne Haut, hemmt Entzündungen und stärkt das Immunsystem. Außerdem wirkt sie entwässernd, entgiftend und kann beim Abnehmen helfen. Eine reine Ananas-Diät ist dabei jedoch nicht empfehlenswert – vielmehr können Snacks wie Schokolade oder Chips durch Ananas ersetzt werden.

Sie ergänzt eine gesunde und ausgewogene Ernährung und kann selbst von Diabetikern in Maßen verzehrt werden. Ananas sollte immer frisch gegessen werde, da sie so mehr Nährstoffe und weniger Zucker enthält als in Form von Saft oder aus der Dose. Dank ihrer Inhaltsstoffe gilt sie als Gesundheits-Booster und kann bei verschiedenen Beschwerden helfen.

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