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MSM (Methylsulfonylmethan) – Wirkung & Anwendung

Hier alles zu den Vorzügen der natürlichen Schwefel-Verbindung Methylsulfonylmethan (MSM), die wir idealerweise über die Nahrung aufnehmen: (Foto: Adobe Stock - WavebreakMediaMicro)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Methylsulfonylmethan im Überblick:

Definition: Methylsulfonylmethan (MSM) ist ein Schwefelspender aus der Nahrung; viele Menschen weisen Mangel auf

Wirkung: Es hat eine anti-entzündliche Wirkung

Anwendung: Viele Krankheiten entstehen aufgrund von Entzündungen; Medizin erhofft Einsatz von MSM in vielen Bereichen

Aktuell: Bisher wird es nur als Nahrungsergänzungsmittel genutzt

Problem: Forschungsergebnisse werden aufgrund unklarer Methodik nicht wissenschaftlich anerkannt; sind unvollständig

Definition Methylsulfonylmethan (MSM): Schwefel als Baustein körperwichtiger Substanzen

Die natürliche Schwefel-Sauerstoff-Verbindung, die wir idealerweise über Nahrungsmittel aufnehmen, heißt eigentlich Methylsulfonylmethan und wird kurz auch MSM abgekürzt.

MSM ist bisher nur wenigen Verbrauchern bekannt. Personen, die sich mit Nahrungsergänzungsmitteln oder alternativen Schmerztherapien beschäftigen, werden jedoch von dem Wirkstoff schon mal gehört haben. In der Medizin ist die organische Schwefel-Verbindung auch bekannt unter Dimethylsulfon und Sulfonylbismethan.

Vielen Menschen wissen nicht, dass sie an Schwefelmangel leiden. Oft ist eine ungesunde und nicht ausgewogene Ernährung schuld daran. Symptome eines Mangels sind dann: Gelenkschmerzen, Leberprobleme, Durchblutungsstörungen, Angststörungen, graue Haut, glanzlose Haare, brüchige Fingernägel und Bindegewebsschwäche.

Den meisten ist nicht einmal bekannt, dass Schwefel im menschlichen Organismus vorkommt. Dabei weist der Körper fünfmal mehr Schwefel als Magnesium auf. Bei einem gesunden Körper ist der Schwefelanteil sogar 40-mal höher als Eisen.

Schwefel ist wichtig für den Aufbau von Organismen allgemein. Es ist beteiligt beim Aufbau von Aminosäuren (Cystein und Methionin). Somit spielt es eine wichtige Rolle bei der Bildung von Eiweiß.

Mit Nahrungsergänzungsmitteln kann man einem akuten Mangel entgegenwirken. Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten.

Aufnahme und Dosierung von MSM

Die organische Schwefelverbindung findet man in Früchten, Getreideprodukten, Tomaten, Tee und Kaffee. Allerdings ist es immer in sehr geringen Mengen vorhanden. Daher hat MSM zunehmend im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel an Bedeutung gewonnen. Die Nachfrage hiernach ist in den letzten Jahren rasant angestiegen. Somit bewegen wir uns von einer natürlichen Versorgung mit MSM hinweg zur synthetischen Versorgung.

Die korrekte Dosierung wurde in den letzten Jahren mit zahlreichen Forschungsarbeiten untersucht. Die Ergebnisse von Tierversuchen wurden auf den Menschen hochgerechnet und ergaben Dosierungen mit bis zu 140 Gramm pro Tag. In der Literatur wird eine Dosis von 5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht angegeben.

Wirkung von MSM

Anwendungsgebiete und Wirkung von MSM

Ein Mangel an MSM wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.

MSM beeinflusst eine Vielzahl von Körper-Funktionen, v. a. am Aufbau von körperwichtigen Bausteinen ist der Schwefel beteiligt:

  • Neurotransmitter im Gehirn werden mit Schwefel gebildet. Daher unterstützt MSM die Informationsübertragung im Gehirn.
  • Bei einer ausreichenden Versorgung mit MSM hat man eine zarte Haut, kräftige Haare und Nägel.
  • Am meisten versprechen sich die Forscher jedoch für die Gelenke: MSM wirkt hier unterstützend beim Aufbau von Gelenkknorpel und dem Kollagen in den Gelenken. Bei Beschädigung dieser Knorpel (z.B. durch Rheuma) wird die Flexibilität der Gelenke eingeschränkt. Starke Schmerzen und Beeinträchtigungen der Bewegung können die Folge sein.

Wirkung von MSM bei Arthritis

Bei der Arthritis sind die Gelenke aufgrund von Entzündungen verschleißt. Das Knorpel-Gewebe ist beschädigt und starke Schmerzen sind die Folge. Hier hilft die anti-entzündliche Wirkung:

  • unterstützt die Bildung von Kollagen
  • entspannt die Muskeln
  • hemmt weitere Entzündungen
  • fängt freie Radikale im Gelenk
  • fördert die Durchblutung

Nahrungsergänzungsmittel mit MSM eignen sich gut für Patienten mit Arthrose, da sie damit ihre Schmerzen lindern können. Dadurch können sie ihre Schmerztherapie ganz ohne Nebenwirkungen ergänzen. Denn Schwefel ist ungefährlich. Eine Überdosis würde einfach ausgeschieden werden. Es zeigt auch keinerlei Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Patienten mit Arthrose profitieren zudem noch auf eine weitere Art von einem hinreichenden Schwefel-Vorkommen im Körper: Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken können gelindert werden.

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Es ist zu betonen, dass MSM bei der Schmerztherapie helfen kann. Es kann Arthrose jedoch nicht heilen. Falls noch Knorpelmasse im Gelenk vorhanden ist, kann es lediglich die Schmerzen lindern. Um die Symptome der Gelenk-Erkrankung zusätzlich einzudämmen, ergänzt regelmäßige Bewegung die Schmerztherapie sinnvoll. Dadurch wird Gelenkschmiere produziert und Muskulatur aufgebaut, die das Gelenk entlastet.

MSM bei Entzündungen

MSM wird für wissenschaftliche Tests immer interessanter aufgrund der anti-entzündlichen Eigenschaften. Wissenschaftler aus Südkorea fanden heraus, dass MSM die Aktivierung eines Proteinkomplexes hemmt, welcher für Entzündungsreaktionen im Körper verantwortlich ist. Das ist eine wichtige Erkenntnis, wenn man berücksichtigt, dass außer Kontrolle geratene Entzündungen im Körper ernsthafte Krankheiten auslösen lösen.

Beispielsweise ist bei einer Gastritis die Magenschleimhaut entzündet. Mit Fortschreiten der Entzündungen können Verätzungen entstehen. Aufgrund der anti-entzündlichen Wirkung von MSM konnten bereits positive Einflüsse auf die Heilung der verletzten Magenschleimhaut verzeichnet werden. Die Erkenntnisse über die anti-entzündliche Wirkung von MSM wird durch zahlreiche weltweite Studien weiter vorangetrieben.

MSM und das körpereigene Abwehrsystem

Forschungen beschäftigen sich mit der Frage, ob MSM den Zellen helfen kann, besser mit oxidativem Stress umzugehen. Weiterhin wird die anti-entzündliche Wirkung im Hinblick auf Allergien untersucht.

MSM hat eine positive Wirkung auf zelleigene Abwehrmechanismen im Rahmen von körperlicher Anstrengung. Studien konnten nachweisen, dass ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von MSM und der besseren Erholungsfähigkeit besteht, weil oxidativer Stress besser abgebaut wird.

Interessant dürfte die Einnahme von MSM auch für die 25% Bevölkerung in Europa sein, die unter allergischem Schnupfen leiden. Dieser wird beispielsweise durch Pollen oder Hausstaub ausgelöst und kann bis zum Asthma gehen. Dann sind die Atemwege chronisch entzündet. Durch Atemnot kann es bei dieser Krankheit zu lebensbedrohlichen Situationen kommen. Auch hier erhoffen sich Forscher weltweit einen positiven Einsatz mit der anti-entzündlichen Wirkung des MSM. US-amerikanische Forscher haben das bereits untersucht. Die Symptome der Studienteilnehmer gingen im Studienverlauf durch die Einnahme mit MSM deutlich zurück.

Anwendung von MSM

Methylsulfonylmethan als Krebsvorbeugung

Weltweit sterben jedes Jahr acht Millionen Menschen an Krebskrankheiten. In den meisten dieser Fälle ist die Lunge oder die Leber betroffen. Zu den selteneren Fällen mit etwa 10.000 Neuerkrankungen jährlich gehört in Deutschland die Krebserkrankung im Mundhöhlenbereich. Diese können aufgrund des Tabak- und Alkoholgenusses entstehen.

Wissenschaftler in Südkorea haben in Forschungen herausgefunden, dass MSM in der Lage ist, das Wachstum von Tumoren am Zahnfleisch einzudämmen.

Tumore können aber nahezu alle Organe befallen. Forscher sind bemüht, Ansätze für chemoprotektive Substanzen mit geringen Nebenwirkungen zu finden. Es wurde dabei die Wirkung des MSM auf die Zellen verschiedener Tumorerkrankungen im Verdauungstrakt erforscht. Auch hier konnte eine positive zytotoxische Wirkung belegt werden.

Darmkrebs gehört zu der dritthäufigsten Todesursache bei Krebserkrankungen. Die Krebstherapie sucht auch in diesem Bereich nach neuen Möglichkeiten, unter anderem chemoprotektiven Ansätzen mit natürlichen Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmitteln. Hier konnte eine türkische Forschergruppe eine positive Wirkung von MSM auf die Apoptose (programmierter Zelltod) nachweisen.

MSM beim Abnehmen – ein natürlicher Schlankmacher?

Der organische Schwefel soll auch beim Kampf gegen Übergewicht unterstützend wirken. Schwefel ist essenziell für die gesunde Funktion des Stoffwechsels, da er wie bereits erwähnt Bestandteil der wichtigen Aminosäuren Cystein und Methionin ist. Der Stoffwechsel wiederum spielt eine wichtige Rolle beim Verbrennen von Kalorien. Je besser der Stoffwechsel arbeitet, umso besser werden die zugeführten Kalorien verarbeitet.

Wenn Sie trotz bewusster Ernährung und Sport nicht abnehmen können, kann es sein, dass Ihr Stoffwechsel nicht optimal arbeitet. Dann sollten Sie Ihrem Körper zusätzlich MSM zuführen. Produkte mit Nahrungsergänzungsmittel gibt es in Form von Kapseln oder auch Pulver.

Da die Zellwände durch Methylsulfonylmethan elastischer werden, können Giftstoffe den Körper einfacher und schneller verlassen. Durch weniger Toxine fühlen wir uns besser und sind beweglicher. Daher werden Produkte mit MSM gerne von Sportlern konsumiert.

Lebensmittel mit hohen Schwefelwerten

Studien zu MSM

In den populärwissenschaftlichen Quellen wird MSM als Nahrungsergänzungsmittel definiert. Zahlreiche Studien schreiben der Schwefelverbindung Potenziale in verschiedenen Bereichen zu. Jedoch ist die wissenschaftliche Bewertung dieser Aussagen noch schwierig.

Eine Studie der University of Southhampton kritisiert z. B. die Vorgehensweisen und Methodik verschiedener Studien in Bezug auf MSM. Die Methodik wird als unsauber und damit nicht wissenschaftlich bezeichnet. Andere Wissenschaftler erkennen zwar eine positive Wirkung des MSM an, sehen aber die bisherigen Forschungsergebnisse nicht als aussagekräftig genug an. Sie verlangen weitere wissenschaftliche Untersuchungen.

Die vorhandenen Studien schreiben dem Methylsulfonylmethan auf verschiedene Weise positive Wirkungen auf den Organismus zu. Besonders intensiv wird der Zusammenhang der MSM-Supplementation und der Wirkung auf Schmerzen untersucht.

Auch die antioxidative Wirkung des MSM steht im Mittelpunkt von Forschungsarbeiten. Ziel ist es herauszufinden, ob mit MSM chronisch-entzündliche Erkrankungen geheilt werden können.

Weiterhin werden ein eventueller Einsatz des MSM in der Krebsbehandlung geforscht. Studienschwerpunkt ist die Frage, ob Methylsulfonylmethan bei entarteten Zellen ansetzen kann.

MSM ist als Nahrungsergänzungsmittel zwar seit Langem schon bekannt, doch bei wissenschaftlichen Forschungen steckt es noch in den Kinderschuhen. Wissenschaftler können bereits in einigen Pilotstudien leichte positive Wirkungen nachweisen und haben vielversprechende Ansatzpunkte gefunden. Bis zu klaren und stichhaltigen Forschungsergebnissen können aber noch Jahre vergehen.

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