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Lycopodium: Mit dem homöopathischen Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden vorgehen

Das homöopathische Mittel Lycopodium hilft bei Blähungen, Sodbrennen und Völlegefühl und ist bei Haarausfall und Impotenz einen Versuch in Eigenregie wert. (Foto: Uryadnikov Sergey)

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Männer und Frauen profitieren vom breitgefächerten Anwendungsgebiet des homöopathischen Mittels Lycopodium. Es wirkt auf den Magen-Darm-Trakt, die Nieren oder die Haut. Kinder beruhigt es bei Wutanfällen und Ängsten.

Lycopodium ist ein homöopathisches Mittel, das bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts sowie bei Leber-, Gallen- und Nierenproblemen zum Einsatz kommen kann. Es wirkt auch auf die Psyche. Wenn Sie unter Verdauungsproblemen leiden oder Probleme mit der Blase haben, kann Lycopodium ebenfalls helfen.

Das Mittel gilt in der Homöopathie als typisches Männermittel, seine spezifischen Wirkungen können jedoch auch für viele Frauen hilfreich sein. So kann Lycopodium zum Beispiel auch Menstruationsstörungen bekämpfen oder in den Wechseljahren den Stoffwechsel in Schwung halten und gegen einen Blähbauch helfen.

Welches sind die typischen Anwendungsgebiete von Lycopodium?

Zu den häufigsten Anwendungsgebieten von Lycopodium zählen diese:

  • Hautprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Ohrenentzündungen
  • Probleme mit dem Verdauungstrakt
  • Leber- und Gallenerkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Infekte der Atemwege
  • Menstruationsbeschwerden
  • Psychische Probleme

Was kennzeichnet das homöopathische Mittel Lycopodium?

Die Besonderheit von Lycopodium ist, dass es sich um ein Mittel mit einer tiefen und langanhaltenden Wirkung handelt, das vielfältig zum Einsatz kommt. In der Homöopathie wird diese Art Mittel als Polychrest beschrieben.

Da das Anwendungsspektrum des homöopathischen Mittels Lycopodium so breit gefächert wird, ist es entscheidend, die Symptome genau zu beobachten. Nur so können Sie feststellen, ob Lycopodium wirklich das Mittel der Wahl ist.

Welche körperlichen und seelischen Symptome weisen auf die Einnahme von Lycopodium hin?

Zu den typischen körperlichen Symptomen gehören diese:

  • Blähungen (mit Durchfall oder Verstopfungen)
  • Vorzeitiger Haarausfall  bei Männern
  • Ohrgeräusche oder Tinnitus
  • Bauch ist aufgebläht und empfindlich gegen Berührungen oder enge Kleidung
  • Druckgefühl im Magen nach dem Essen
  • Bereits nach wenigen Bissen stellt sich ein Völlegefühl ein
  • Schwache Erektionen trotz großem, sexuellen Verlangen
  • Sodbrennen nach süßen Nahrungsmitteln
  • Heißhunger
  • Nierenschmerzen mit roten Ablagerungen im Urin
  • Schmerzen beim Harnabgang

Weitere Leitsymptome sind, dass die Beschwerden zumeist in der rechten Körperhälfte auftreten und im Laufe der Erkrankung nach links wandern.

Zu den typischen seelischen Symptomen gehören:

  • Angst vor: Alleinsein, Versagen, engen Räumen und Menschenmengen
  • Unsicherheit
  • Gereiztheit
  • Misstrauisch

Was löst Lycopodium-Beschwerden aus?

Die Beschwerden, die auf Lycopodium als das richtige Mittel hindeuten, werden durch verschiedene Umstände ausgelöst:

  • Stress
  • Überforderung
  • Erwartungsängste
  • Zu spätes Essen
  • Süßigkeiten
  • Blähende Speisen

Wann verschlechtern oder verbessern sich die typischen Beschwerden?

Um das Mittel noch näher einzugrenzen, kann es helfen zu beobachten, wann sich die Beschwerden verschlechtern und verbessern.

Verschlechterung der Beschwerden:

  • Zur „Leberzeit“ zwischen 16-20 Uhr
  • Warme stickige Räume
  • Durch enge Kleidung
  • Bei stürmischem und nassem Wetter
  • Direkt nach dem Aufwachen

Besserung der Beschwerden:

  • Kühle, frische Luft
  • Lockern der Kleidung
  • Warme Speisen und Getränke
  • Nach Mitternacht
  • Nach warmem Essen
  • Nach dem Wasserlassen
  • Nach dem Aufstoßen
  • Bei Bewegung
  • Bei frischer Luft

Woraus besteht Lycopodium?

Das homöopathische Mittel Lycopodium wird aus der moosartigen immergrünen Pflanze Lycopodium clavatum, die in Deutschland auch als Bärlapp bekannt ist, hergestellt. Hexenkraut oder Teufelsklaue sind weitere Namen für Lycopodium in Deutschland.

Im Sommer werden die blühenden Zweige gesammelt und der feine gelbe Pollenstaub herausgeschüttelt. Für die homöopathischen Mittel wird dieser dann stark verdünnt (potenziert).

 

Lycopodium Homöopathie
© Maren Wischnewski - Fotolia

Dosierung von Lycopodium: Wie nehmen Sie das homöopathische Mittel ein?

Lycopodium: gibt es in Form von Globuli, Tropfen und Tabletten in der Apotheke. Die beliebteste Einnahmeform der alternativen Medizin sind die Globuli.

  • Bei akuten Beschwerden können Sie das Mittel bis zu dreimal täglich in der Potenz D6 – Lycopodium D6 – einnehmen. Fünf Globuli können Sie mit jeder Gabe nehmen.
  • Kinder sollten drei Globuli einnehmen.
  • Kleinkinder bekommen zwei Globuli.
  • Säuglinge bekommen ein Globulus, das in der Backentasche aufgelöst wird.

Was ist, wenn sich die Beschwerden nicht bessern?

Sollte sich nach einem Tag keine Wirkung einstellen, war Lycopodium für Ihre Beschwerden nicht das richtige Mittel. Wenn sich die Beschwerden bessern, können Sie die Gabe reduzieren, erst auf zwei Mal täglich und dann auf einmal.

Auch in der Potenz D12 ist Lycopodium für die Selbstbehandlung geeignet. Sprechen Sie bei Rückfragen mit dem Apotheker und studieren Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage auf Hinweise. Der Preis für Lycopodium in der Potenz D6 liegt bei rund 7 Euro für 10 Gramm Globuli.

In der konstitutionellen Behandlung wird Lycopodium einmalig in einer hohen Potenz wie beispielsweise C200 gegeben. Diese Behandlung sollten Sie jedoch einem erfahrenen Homöopathen überlassen und nicht selbst mit Hochpotenzen „herumdoktern“. Er kann auch Angaben zur längerfristigen Einnahme machen. Auf die Potenz C30 können Sie dann zurückgreifen, wenn Ihre Beschwerden chronisch sind oder schwerwiegend.

Nebenwirkungen gibt es bei homöopathischen Arzneimitteln nicht. Es kann höchstens eine Erstverschlimmerung der Symptome auftreten. In diesem Fall sollten Sie die Einnahme unterbrechen. Verschlechtern sich Ihre Beschwerden stark, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Möglicherweise reicht die Einnahme der homöopathischen Medikamente dann nicht aus.

Abnehmen mit Lycopodium?

Das Mittel hilft in der Potenz D12 gegen einen Blähbauch. Es kann die Verdauung regulieren und den Fettstoffwechsel ankurbeln, wenn Sie zweimal pro Tag fünf Globuli einnehmen. Das kommt auch Frauen in den Wechseljahren zugute. Allerdings sollten Sie die homöopathische Arznei nicht als “Abnehmpille” betrachten. Vielmehr trägt auch eine gesunde Ernährung zu einer gesunden Verdauung bei.

Was charakterisiert den Lycopodium-Typ?

Lycopodium-Männer scheuen die Bindung und haben nicht selten Verlangen nach Sex mit wechselnden Frauen. In allen anderen Bereichen mögen diese Männer keine Veränderungen oder neue Herausforderungen, da diese ihre Unsicherheit nur verstärken würden.

Insbesondere ältere Personen nehmen Lycopodium als Konstitutionsmittel ein. Es hilft bei Lampenfieber, Prüfungsängsten oder Versagensängsten. Doch auch intelligente Kinder mit einer schwachen Muskulatur können das Mittel nehmen. Für die Kinder sind Wutanfälle, diktatorisches Verhalten oder Besserwissen typisch. Die Aggressionen werden häufig auch körperlich und die Kinder schlagen um sich.

Fazit: Mit Lycopodium Magen-Darm-Beschwerden behandeln

Für Frauen ist Lycopodium insbesondere dann geeignet, wenn es um Menstruation oder Wechseljahre geht. Das Mittel kurbelt den Stoffwechsel an und kann einen Blähbauch reduzieren. Männer profitieren insbesondere bei Problemen mit Nieren, Galle oder Leber.

Zur Selbstbehandlung können Sie die Potenzen D6 und D12 nutzen, in den höheren Potenzen kann das Konstitutionsmittel auch über einen längeren Zeitraum angewendet werden – allerdings nur nach der Rücksprache mit einem Homöopathen.

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