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Homöopathische Hausapotheke: Was gehört hinein?

Eine gut ausgestattete homöopathische Hausapotheke hilft, im Krankheitsfall schnell reagieren zu können. Was dort hineingehört, ergibt sich aus den typischen Krankheiten und Beschwerden, die in jedem Haushalt auftreten können. (Foto: Sonja Birkelbach - Adobe Stock)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Wenn der Hals kratzt oder der Kopf schmerzt, muss es nicht immer gleich die Chemiekeule sein. Schließlich kann den Symptomen auch auf natürlichem Wege Abhilfe geschaffen werden. Eine homöopathische Hausapotheke sieht Mittel gegen die häufigsten Beschwerden vor, die im Alltag auftreten können. Dazu zählen:

  • Fieber
  • Husten
  • Schnupfen
  • Insektenstiche
  • Prellungen
  • Verstauchungen, Zerrungen, Verrenkungen
  • Hautverletzungen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Blasenbeschwerden

So wie in der Schulmedizin Mittel wie Paracetamol gleich gegen mehrere Beschwerden (in dem Fall Fieber und Schmerzen) helfen, haben auch die meisten homöopathischen Mittel gleich mehrere Wirkungsbereiche.

Darreichungsformen homöopathischer Mittel: Diese Varianten gibt es

Es gibt sie in Form von Globuli, die einfach einzunehmen und gut zu dosieren sind. Doch auch als Tropfen, Salben, Ampullen oder Kapseln werden homöopathische Mittel dargereicht.

Um die homöopathische Hausapotheke gut auszustatten und zu wissen, was dort reingehört, ist ein gewisses homöopathisches Grundwissen sinnvoll. Schließlich muss klar sein, wann welche Potenzen eingesetzt werden, was eine Erstverschlimmerung bedeutet und was bei einer Überdosierung von homöopathischen Mitteln passiert.

Grundlagen und wichtige Begriffe der Homöopathie

Grundannahme der HomöopathieDie Homöopathie basiert auf der Annahme, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt wird. Dadurch werden Beschwerden immer mit dem Stoff behandelt, der dieselben Beschwerden auslösen könnte – allerdings in einer sehr geringen – eben homöopathischen – Dosis.

 

Begriff: PotenzJe nachdem wie hoch die Dosis des Wirkstoffs in einem Mittel ist, ist die Rede von Potenzen. Sie stehen dafür, wie stark ein Stoff verdünnt ist. So steht zum Beispiel die Potenz D6, die häufig verwendet wird, für eine Verdünnung von 1 zu 1 Million. Das heißt übersetzt – auf eine Million Tropfen Wasser kommt ein Tropfen des Wirkstoffs.
Begriff: ErstverschlimmerungEine Besonderheit der Homöopathie ist, dass es aufgrund der Behandlung von Beschwerden mit ähnlich beschwerdeauslösenden Stoffen zunächst zu einer Erstverschlimmerung kommen kann. Diese muss bedacht werden, wenn es um das Einrichten einer homöopathischen Hausapotheke geht. Schließlich gibt es Beschwerden, die besonders schnell gelindert werden sollen.

 

Begriff: GlobuliGlobuli sind kleine weiße Kügelchen, die typisch für die Homöopathie sind. In ihnen steckt der hochverdünnte Wirkstoff – für die schnelle Anwendung sind sie ideal und zum Teil besser geeignet als Tropfen oder Ampullen.

Homöopathische Hausapotheke: Diese 10 Mittel gehören hinein

Um im Falle einer Verletzung, Schmerzen, Fieber, Husten oder Erbrechen schnell reagieren zu können, sollten in der homöopathischen Hausapotheke diese 10 Mittel nicht fehlen. Sie werden von homöopathischen Medizinern als Grundstock für zu Hause empfohlen:

1. Apis mellifica (Honigbiene) bei Schwellungen

Ein Bienenstich verursacht stechende Schmerzen und eine Schwellung. Apis mellifica wird aus Honigbienen und ihrem Gift hergestellt und unter anderem bei Bienenstichen eingesetzt – ganz nach dem Leitsatz, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen. Bei diesen Beschwerden kann Apis mellifica zum Einsatz kommen:

  • Schwellungen bei Insektenstichen
  • Infektionen von Wunden
  • Nesselsucht
  • Entzündungen der Gelenkblasen
  • Entzündungen der Harnblase
  • Entzündungen des Kehlkopfes
  • Mandelentzündungen

Dosierung: Akute Haut- und Schleimhautentzündungen können gut mit Apis mellifica behandelt werden. In der Potenz D6 können sechs Mal täglich drei Globuli eingenommen werden. In der Potenz D12 bei ganz akuten Beschwerden werden zwei Mal täglich drei Globuli genommen.

2. Arsenicum album (Weißes Arsenik) bei Magen-Darm-Beschwerden

Weißes Arsenik ist eigentlich als Gift bekannt und löst starke Schmerzen und innere Blutungen aus, wenn es eingenommen wird. Arsenicum album wird aus diesem Gift gewonnen und hilft in der homöopathisch verdünnten Form gegen verschiedene Leiden, die gut mit der Hausapotheke und ohne Arztbesuch behandelt werden können. Dazu zählen:

  • Lebensmittelvergiftungen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Magenschmerzen
  • Fieber
  • Schwere Verbrennungen der Haut
  • Panikattacken und Angst

Dosierung: Je nach Potenz wird Arsenicum album unterschiedlich eingenommen. Bei D6 nehmen Erkrankte sechs Mal täglich drei Globuli ein, in der Potenz D12 zwei Mal täglich drei Globuli. Sind die Beschwerden besonders stark, können zwei Globuli in der Potenz C30 zwei Mal am Tag genommen werden.

3. Arnica montana (Bergwohlverleih) bei Gewebsverletzungen

Wohl keine Pflanze kommt bei stumpfen Verletzungen so häufig zum Einsatz wie Arnica bzw. Bergwohlverleih. Arnica wächst im Erzgebirge und in den Alpen. Für die homöopathische Anwendung wird der getrocknete Wurzelstock verwendet. Arnica kommt schon seit vielen hundert Jahren in der Volksmedizin als Wundheilpflanze zum Einsatz und wird auch Wundkraut genannt. Sie hilft bei:

  • Prellungen, die mit einem Bluterguss und Schwellungen einhergehen
  • Gewebsverletzungen durch einen dumpfen Schlag
  • Quetschungen
  • Verstauchungen
  • Knochenbrüchen
  • Kopfverletzungen

Außerdem stillt Arnica den Schmerz nach operativen und zahnärztlichen Eingriffe und wirkt sich positiv auf die Wundheilung sowie die Nachblutungsgefahr aus.

Achtung: Arnica sollte nicht bei Schnittverletzungen, Schürfwunden oder Verbrennungen genutzt werden. Nur stumpfe Verletzungen, bei denen die Haut nicht in Mitleidenschaft gezogen ist, sollte mit Arnica behandelt werden.

Dosierung: Sowohl in der Potenz D6 als auch D 12 werden 1 bis 3 Mal täglich fünf bis zehn Globuli genommen. Auch als Salbe lässt sich Arnica gut anwenden, besonders bei Prellungen und Verstauchungen. Die Salbe kann ein bis zwei Mal täglich auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Schleimhäute und Augen gilt es dabei auszusparen.

4. Rhus toxicodendron (Giftsumach) bei Muskel- und Gliederschmerzen

Giftsumach ist eine in Nordamerika heimische Pflanze, die bei Berührung starke Hautreizungen auslöst. In homöopathischer Dosis hilft sie gegen Ausschlag, besonders wenn sich auf der Haut kleine Bläschen bilden. Auch bei Lippenherpes hilft Rhus toxicodendron. Weitere Gebiete für den Einsatz von Rhus toxicodendron sind Muskel- und Gelenkschmerzen:

  • Gliederschmerzen
  • Erkältungssymptome
  • Verletzungen der Sehnen und Bänder
  • Muskelkater
  • Verrenkungen
  • Gelenkschmerzen bei Rheuma

Dass Rhus toxicodendron das richtige Mittel bei den jeweiligen Beschwerden sein könnte zeigt sich daran, dass sie sich bei Ruhe verschlimmern und bei Bewegung verbessern.

Dosierung: Akute Beschwerden werden mit der Potenz D6 behandelt. Jede Stunde können drei Globuli eingenommen werden, bis sich die Symptome bessern. Anschließend können die Abstände vergrößert werden.

5. Bryonia alba (Weiße Zaunrübe) bei Husten und Halsschmerzen

Husten und Halsschmerzen sind klassische Erkältungssymptome. Sie können mit der Kletterpflanze Bryonia alba, auch als Zaunrübe bekannt, behandelt werden. Bryonia alba hilft bei:

  • Gereizten Schleimhäuten
  • Husten und Brustschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Zahnschmerzen
  • Fieber
  • Entzündungen oder Schmerzen am Bauchfell oder den Rippen
  • Muskel- und Rückenschmerzen in Zusammenhang mit Erkältungssymptomen

Das homöopathische Mittel hilft auch bei einer wunden Nase oder trockenen, rissigen Lippen.

Dosierung: Globuli sind auch bei Bryonia alba die Darreichungsform der Wahl. In der Potenz D6 helfen bis zu zehn Mal täglich drei Globuli und in der Potenz D12 drei Globuli bis zu sechs Mal täglich. Wenn starke Schmerzen beim Atmen oder Luftnot auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

6. Gelsemium (gelber Jasmin) bei Kopfschmerzen und Sonnenstich

Gelber Jasmin ist hübsch aber hochgiftig. In der Homöopathie hilft die Pflanze homöopathisch verdünnt gegen verschiedene Krankheiten:

  • Fieber
  • Grippe und Sommergrippe
  • Sonnenstich
  • Kopfschmerzen
  • Erschöpfung

Auch bei psychischen Beschwerden wie Prüfungsangst hilft Gelsemium.

Dosierung: Bis zu sechs Mal täglich können drei Globuli in der Potenz D6 eingenommen werden. Bei D12 genügen drei Globuli zwei Mal pro Tag. Wer auf die homöopathische Arznei anspricht, sollte schon nach drei bis vier Stunden merken, wie die Beschwerden zurückgehen.

7. Echinacea (roter Sonnenhut) für die Immunabwehr

Nordamerikas Ureinwohner haben schon Gebrauch vom roten Sonnenhut gemacht und die getrockneten Wurzeln zu Tee aufgegossen. In die homöopathische Hausapotheke gehört Echinacea unbedingt hinein, da es eine positive Wirkung auf das Immunsystem hat und dem Körper hilft, die eigenen Abwehrkräfte zu stärken. Die positive Wirkung von Echinacea auf die Gesundheit wurde bereits an der University of Stockton in Kalifornien untersucht und bestätigt. Die Pflanze hilft, wenn Infekte chronisch werden, kaum ausheilen oder immer wieder neu entfachen. Besonders Halsschmerzen können mit Echinacea gut gelindert werden. Die Dauer von Infekten und Erkrankungen kann dank Echinacea verkürzt werden, da der Körper die Krankheitserreger besser selber bekämpfen kann. Ein bis zwei Tage weniger Beschwerden können die Folge sein, weshalb Echinacea auch zusätzlich zu anderen homöopathischen Mitteln eingenommen werden kann.

Dosierung: Für die Selbstbehandlung sind die Potenzen D6 und D12 geeignet. Ein bis drei Mal täglich können fünf bis zehn Globuli eingenommen werden.

8. Nux vomica (Brechnuss) bei Übelkeit

Die gewöhnliche Brechnuss ist ein Baum, der in Südostasien beheimatet ist und über 20 Meter hoch wird. Seine Samen kommen in der Homöopathie zum Einsatz. In Form von Globuli ist die Brechnuss ein beliebtes homöopathisches Hausmittel, das in die Hausapotheke gehört. Es hilft gegen:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Verstopfung
  • Magenbeschwerden und Bauchschmerzen
  • Sodbrennen
  • Erkältung
  • Zahnschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Reizbarkeit

Säuglingen hilft Nux vomica bei Schnupfen und bei Bauchkrämpfen. Da das Mittel so vielfältig einsetzbar ist und gerade bei typischen Reise-Wehwehchen hilft, darf es auch in der Reiseapotheke nicht fehlen. Ob am Urlaubsabend zu tief ins Glas geschaut, eine schaukelige Überfahrt mit der Fähre oder Magenbeschwerden durch verdorbenes Essen – Nux vomica ist das perfekte Allerheilmittel.

Dosierung: Jugendliche und Erwachsene nehmen jede Stunde fünf Globuli in der Potenz D6, bis eine Verbesserung der Symptome eintritt. Sind die Beschwerden sehr stark, kann der Zeitraum zu Beginn auch auf eine halbe Stunde verkürzt werden. Insgesamt sollen pro Tag maximal sechs Dosen eingenommen werden.

9. Belladonna (Tollkirsche) bei Infekten

Belladonna wird aus der giftigen Tollkirsche gewonnen und hilft bei heftigen Infekten, die plötzlich auftreten:

  • Mittelohrentzündungen
  • Mandelentzündungen
  • Bronchitis
  • Erkältungen

Das homöopathische Mittel lindert Symptome wie dicke Lymphknoten, Schmerzen und Fieber. Auch bei Bindehautentzündung und Sonnenbrand kann Belladonna eingenommen werden.

Achtung: Wenn fünf Stunden nach der Einnahme von Belladonna keine Besserung der Symptome eintritt, sollte besser ein Arzt aufgesucht werden.

Dosierung: In den Potenzen D6 und D12 sollten ein bis drei Mal täglich 5 bis 10 Gobuli eingenommen werden.

10. Pulsatilla pratensis (Küchenschelle) bei Frauenleiden und vielfältigen Beschwerden

Die einheimische Pflanze Pulsatilla pratensis, auch als Küchenschelle bekannt, hilft besonders bei zahlreichen Frauenleiden. Doch auch bei allgemeinen Beschwerden und Erkrankungen ist Pulsatilla pratensis zur Stelle:

  • Schnupfen
  • Entzündungen der Nasennebenhöhlen
  • Ohrenentzündungen
  • Bindehautentzündungen
  • Gelenkschmerzen
  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden, die durch zu schweres oder verdorbenes Essen ausgelöst wurden
  • Zahnschmerzen

Frauen können noch darüber hinaus von Pulsatilla pratensis profitieren. Blasenentzündungen lassen sich mit dem homöopathischen Mittel behandeln und auch bei einem Kinderwunsch kann es eingenommen werden. Immer wenn eine hormonelle Veränderung für den Körper ansteht wie in der Pubertät, in der Schwangerschaft, in der Stillzeit, während der Regelblutung oder während der Wechseljahre, kann Pulsatilla unterstützen, den Hormonhaushalt unterstützend regulieren und hormonelle Beschwerden lindern.

Dosierung: Pulsatilla kann in der Potenz D6 bis zu sechs Mal täglich à drei Globuli eingenommen werden. Für Wechseljahrbeschwerden und Regelschmerzen ist die Potenz D30 besser geeignet

Bei all den homöopathischen Mitteln, die es gibt, ist das nur ein Bruchteil. Allerdings decken diese 10 Mittel die häufigsten Beschwerden ab und sind darüber hinaus in der Anwendung bewährt. Es wirkt jedoch nicht jedes Mittel bei jedem Menschen gleich, weshalb es nicht schaden kann, noch einige Alternativen in der Hausapotheke zu haben.

Weitere Mittel für die homöopathische Hausapotheke

Weitere Globuli, die in eine homöopathische Hausapotheke hinein können, sind:

  • Ruta graveolens (Gartenraute oder Weinraute) bei Verstauchungen der Fußknöchel oder Handgelenke, bei Schleimbeutelentzündungen und bei Knochenhautentzündungen. Auch bei Rückenschmerzen nach Überlastung oder Augenschmerzen nach einer Überanstrengung der Augen hilft das homöopathische Mittel aus der Strauchpflanze.
  • Citrullus colocynthis (Koloquinte) bei Nervenschmerzen im Gesicht oder Oberkörper sowie bei kolikartigen Krämpfen im Bauchraum.
  • Cocculus (Scheinmyrte) bei Schwindel, Reisekrankheit und Jetlag. Das Mittel ist perfekt für die homöopathische Reiseapotheke geeignet. Außerdem hilft es bei Erschöpfungszuständen und kann für mehr innere Ruhe und einen besseren Schlaf sorgen.
  • Hypericum perforatum (Johanniskraut) bei Verletzungen der Nerven, zum Beispiel nach einer Quetschung der Finger oder einem Fall auf den Rücken. Außerdem wirkt Johanniskraut leicht stimmungsaufhellend, weshalb es auch bei Depressionen eingesetzt werden kann.
  • Cimicifuga (Traubensilberkerze) bei Wechseljahrbeschwerden wie innere Unruhe, Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen und einem schwachen Kreislauf.
  • Cantharis vesicatoria (spanische Fliege) bei Beschwerden rund um die Blase wie Blasenentzündung, Brennen beim Wasserlassen, Krämpfen oder verstärktem Harndrang. Auch der Haut kann Cantharis vesicatoria helfen, zum Beispiel bei Verbrennungen oder Ausschlägen. Für die Anwendung auf der Haut sind Canatharis-Salben gut geeignet, für die innere Anwendung sind Globuli das Mittel der Wahl.
  • Phosphorus (Phosphor) bei Erkrankungen der Atemwege wie Husten oder Halsentzündungen. Auch bei Kopfschmerzen, Magen-Darm-Infekten oder Schwindel kann Phosphor helfen, wenn diese mit großer Erschöpfung einhergehen.
  • Aconitum napellus (Blauer Eisenhut) bei Schockzuständen und Fieber sowie Angstzuständen und innerer Unruhe.
  • Chamomilla (Echte Kamille) bei Schmerzen aller Art, wie Zahnschmerzen oder Magenschmerzen. Auch bei Ohrenentzündungen und Durchfall nützlich.
  • Sulfur (Schwefel) bei Erkrankungen der Haut sowie Magen-Darm-Beschwerden.
  • Calcium carbonicum (Austernschalenkalk) ist ein Alleskönner und hilft bei Kopfschmerzen, Durchfall, Menstruationsbeschwerden, Nasenpolypen, Mittelohrentzündungen, Infektanfälligkeit, Windelausschlag, Hautausschlägen und Magenproblemen.
  • Okoubaka (Sandelholzgewächs) bei Vergiftungen durch Lebensmittel oder Schwermetalle sowie bei Schwangerschaftserbrechen, Allergien und Lippenherpes.

Homöopathische Hausapotheke: Diese Potenzen haben sich bewährt

Die Potenz D6 hat sich für die Selbstmedikation und die Linderung akuter Beschwerden bewährt. Auch D12 bietet sich ebenfalls an und hilft bei starken Beschwerden. Homöopathische Mittel in dieser Potenz werden zum Teil etwas schwächer dosiert, da sie in der Wirksamkeit stärker sind. Beide Potenzen machen sich in jedem Fall gut in der Hausapotheke – einen absoluten Allrounder gibt es mit D6.

Wichtig: Wenn Globuli überdosiert werden, entfalten sie keine toxische Wirkung. Somit gibt es zwar die Dosierungsempfehlung, wenn aber aus Versehen mal ein Kügelchen zu viel eingenommen wird, ist das kein Problem.

Sind Globuli immer homöopathisch?

Globuli sind die beliebteste Darreichungsform in der Homöopathie und viele Anwender ziehen sie Salben oder Tropfen vor. Ihr Trägerstoff ist Zucker. Sie haben viele Vorteile:

  • Sie können überall hin mitgenommen werden
  • Sie sind unkompliziert einzunehmen
  • Auch Kinder mögen sie, da sie einen süßen, zuckrigen Geschmack haben

Globuli steht für Streukügelchen und der Begriff meint in erster Linie die kugelförmigen Zuckerperlen, die nicht zwingend homöopathisch sein müssen. Auch bei Schüßler-Salzen oder in der naturheilkundlichen Bach-Blütentherapie kommen Globuli zum Einsatz.

Homöopathie Globuli
Homöopathische Wirkstoffe können unter anderem in Form von sogenannten Globuli eingenommen werden. © Floydine - Adobe Stock

Eine homöopathische Hausapotheke ersetzt keinen Arztbesuch

Es gibt Beschwerden, die problemlos mit homöopathischen Mitteln behandelt werden können. Ein leichtes Fieber, das nach einem Tag wieder weg ist, ein paar Tage Husten oder Kopfschmerzen, die nach einigen Dosen Globuli besser werden oder Bauchweh und Magenkrämpfe. Homöopathische Arznei kann schulmedizinische Mittel ergänzen oder für sich alleine genommen wirken.

Es gibt jedoch auch Beschwerden, bei denen ein Arztbesuch unabdingbar ist. Wenn die homöopathische Arznei nicht wirkt, die Symptome immer stärker werden, starke Schmerzen oder Blutungen auftreten und das Fieber über 40 Grad steigt, empfiehlt es sich einen Mediziner hinzuzuziehen.

Homöopathische Hausapotheke für alle Familienmitglieder

Ob Kinder, Jugendliche oder der Familienhund – wenn mehrere Menschen beziehungsweise Lebewesen zusammenkommen, gibt es auch verschiedene Bedürfnisse. So mag Cimicifuga ein geeignetes Mittel für reifere Frauen mit Wechseljahrbeschwerden sein – Babys und Kinder benötigen dieses Mittel aber nicht.

Die wichtigsten Mittel für Kinder und Jugendliche

Die meisten homöopathischen Mittel sind auch für Kinder geeignet, da sie so sanft in ihrer Wirksamkeit sind. Zum Teil springt der kindliche Organismus auf homöopathische Mittel sogar besser an als der von Erwachsenen. Globuli können Babys und Kindern besser verabreicht werden als Tabletten, da die kleinen Zuckerkügelchen süß schmecken und in die Wange geschoben ganz einfach im Mund zergehen können. Zu den häufigsten Wehwehchen bei Kindern zählen:

  • Verletzungen und Schürfwunden
  • Fieber
  • Koliken
  • Blähungen
  • Schmerzen oder Probleme beim Zahnen
  • Milchschorf
  • Neugeborenenakne
  • Ausschläge
  • Schnupfen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Für all diese Beschwerden gibt es Globuli, die zumindest immer einen Versuch wert sind, bevor Eltern zu pharmazeutischen Mitteln greifen. In die homöopathische Hausapotheke für Kinder gehören hinein:

Beschwerde Homöopathische Mittel
VerletzungenArnica oder Aconitum
FieberGelsemium, Belladona oder Aconitum
KolikenChamomilla
Zahnschmerzen und ZahnungsproblemeChamomilla
Neurodermitis und HautausschlägeSulfur
Akne (bei älteren Kindern)Sulfur
SchnupfenPulsatilla oder Nux vomica
ÜbelkeitChamomilla, Sulfur, Nux vomica oder Byronia
Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung oder DurchfallNux vomica
ErkältungssymptomeBelladonna
BlasenentzündungenBelladonna
Windelausschlag und MilchschorfCalcium carbonicum
InfektanfälligkeitCalcium carbonicum
Polypen und vergrößerte MandelnCalcium carbonicum

Die wichtigsten Mittel für Haustiere

Ob Hunde, Katzen oder Meerschweinchen – auch Haustiere haben mal Schmerzen oder sind krank. Sie können ebenso wie Menschen mit homöopathischen Mitteln behandelt werden, was diverse Tierarztbesuche ersparen kann. Bei Haustieren können dieselben Mittel verabreicht werden wie bei Menschen.

BeschwerdeHomöopathische Mittel
Allergische Reaktionen, SchwellungenApis mellifica
Verletzungen, VerstauchungenArnica
Schmerzen nach OperationenArnica
ErbrechenNux vomica
KolikenNux vomica
SchnupfenPulsatilla
LäufigkeitPulsatilla
Trockener Husten, WürgenDrosera

Tieren können die Globuli entweder in die Backe oder die Lefzen gelegt werden oder sie werden dem Futter untergemischt. Je nach Tier kann das leichter sein, als zu versuchen sie direkt zu verabreichen.

Wer seine Hausapotheke mit homöopathischen Mitteln ausstattet, braucht für Kinder, Tiere und Erwachsene nicht so viele unterschiedliche Mittel. Die Dosierung oder die Potenz kann je nach Mittel abweichen, da muss aber im Einzelfall entschieden und im Zweifel mit einem Homöopathen Rücksprache gehalten werden.

Grundsätzlich sind alle homöopathischen Mittel gut verträglich und können daher problemlos verabreicht werden.

Homöopathische Taschenapotheke: Praktisch für daheim und unterwegs

Die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) ist der bekannteste Hersteller von Globuli und anderen homöopathischen Mitteln. Sie bieten nicht nur die einzelnen kleinen Fläschchen mit den Streukügelchen an, sondern gleich ganze Globuli-Sets. Diese sogenannten Taschenapotheken vereinen die gängigsten 32 Einzelmittel in kleinen Verpackungen à 1 Gramm in einer Mappe und sind perfekt für die Selbstbehandlung geeignet. Da sie so kompakt sind, können sie auch gut mit auf Reisen genommen werden.

Es gibt auch eine homöopathische Taschenapotheke für Kinder, mit vier gängigen Mitteln, alle in der Potenz D6:

  1. Aconitum
  2. Arnica
  3. Belladonna
  4. Chamomilla

Die homöopathische Hausapotheke richtig entsorgen: So geht’s

Globuli wird eine Haltbarkeit von drei Jahren attestiert. Diese Haltbarkeit ist aber nur gewährleistet, wenn sie gut gelagert wurden:

  • Kühl
  • Dunkel
  • Fernab von Strahlungsquellen wie Mikrowellen, Lautsprecherboxen, dem WLAN-Router und anderen elektrischen Geräten

Nach Ablauf der drei Jahre sind sie nicht schlecht, können aber an Wirksamkeit einbüßen. Es empfiehlt sich daher, sie nach diesem Zeitraum zu entsorgen. Um zu verhindern, dass sich hochpotenzierte giftige Wirkstoffe in der Natur anreichern, sollten homöopathische Medikamente nicht einfach in den Müll geworfen oder die Globuli in die Toilette geschüttet werden. Am besten werden sie in einer Apotheke abgegeben. Die Apotheker können die kleinen braunen Fläschchen wiederverwenden und die restlichen Streukügelchen ordnungsgemäß entsorgen.

Unterschied zwischen homöopathischer und schulmedizinischer Hausapotheke

Eine homöopathische Hausapotheke ist eine gute Ergänzung der schulmedizinischen Hausapotheke. Schließlich ist es immer eine Möglichkeit, Beschwerden erst einmal ohne Chemie, sondern mit natürlichen Mitteln zu behandeln und auf eine schnelle Wirkung zu hoffen. Dies funktioniert aber nicht immer und manchmal sind Beschwerden zu stark oder das homöopathische Mittel schlägt nicht an, sodass eine Alternative her muss. Die Schulmedizin sieht für die häufigsten Beschwerden klassische Medikamente vor, die sich in ihrer Wirksamkeit bewährt haben. Darunter sind:

  • Paracetamol bei Schmerzen und Fieber
  • Ibuprofen oder Aspirin bei Kopfschmerzen
  • Immodium bei akutem Durchfall
  • Vomex bei Erbrechen
  • MCP-Tropfen bei Übelkeit
  • Voltaren bei Verstauchungen, Zerrungen und Prellungen
  • Betaisadona Salbe bei Schürfwunden und Hautverletzungen
  • Soventol oder Fenistil bei Insektenstichen
  • Aciclovir bei Lippenherpes
  • Iberogast bei Magen-Darm-Beschwerden
  • Grippostad bei Grippesymptomen
  • Bepanthen Wund- und Heilsalbe
  • ACC Akut bei Husten
  • Otriven bei Schnupfen
  • Uvm.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass ein Mittel wie zum Beispiel Grippostad nur die Symptome bekämpft aber nicht die Ursache. Der Körper benötigt trotzdem Zeit und Ruhe, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und wieder gesund zu werden. Viele der schulmedizinischen Mittel sind zwar gut verträglich, dennoch kann es zu Nebenwirkungen kommen. Homöopathische Mittel können zwar kurzzeitig eine Erstverschlimmerung der Symptome auslösen, Nebenwirkungen gibt es aber keine.

Wie lange dauert es bis ein homöopathisches Mittel wirkt?

Je früher die Symptome erkannt und das richtige homöopathische Mittel zugeordnet wird, desto besser kann es wirken. Eine Heilung kann dann in wenigen Stunden oder Tagen eintreten. Viele schulmedizinische Arzneien wirken häufig schneller, so reduziert eine Kopfschmerztablette das Pochen im Kopf  in der Regel in rund 30 Minuten. Mit Globuli kann es auch mal mehrere Stunden dauern, bis die Schmerzen verschwinden oder vielleicht schlägt das ausgewählte Mittel auch gar nicht an. In solch einem Fall ist es dann eine Frage der persönlichen Einstellung und des Leidensdrucks, ob zur Aspirin-Tablette gegriffen wird oder ob so lange homöopathische Mittel versucht werden, bis eines wirkt.

Schulmedizinische und homöopathische Hausapotheke: Diese Hilfsmittel gehören in beide Varianten

Neben den Arzneimitteln dürfen einige Utensilien in keiner Hausapotheke fehlen, egal ob schulmedizinisch oder homöopathisch. Dazu zählen:

  • Pflaster
  • Fieberthermometer
  • Verbandsmaterial
  • Mullbinden
  • Sterile Kompressen
  • Verbandschere
  • Pinzette
  • Taschentücher
  • Desinfektionsmittel
  • Einmalhandschuhe
  • Kühlkompressen
  • Zeckenzange

Im Notfall schnell Kompressen oder Verbandsmaterial zur Hand zu haben, ist essentiell und kann in einem schwerwiegenden Ernstfall mit schlimmen Blutungen sogar Leben retten. In den harmloseren Fällen ist es praktisch, nicht erst zur Apotheke zu müssen, wenn kleinere Blessuren oder Krankheitssymptome auftreten. Gerade abends, nachts und am Wochenende macht eine Hausapotheke die heimische Versorgung daher deutlich leichter.

Fazit

Die Homöopathie verfolgt den Ansatz, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen. Wer also von einer Biene gestochen wird, nutzt das Mittel Apis mellifica, das aus Honigbienen gewonnen wird, um die aus dem Stich resultierenden Beschwerden zu heilen. Dieses Mittel ist nur eines von vielen, die in eine homöopathische Hausapotheke gehören. Schließlich kommt es im Alltag immer wieder zu Verletzungen, Schmerzen und sonstigen Beschwerden. Wer nicht gleich zur Chemie greifen will oder herkömmliche Arzneien sogar ganz ablehnt, hat mit den homöopathischen Mitteln vielfältige Möglichkeiten, um Beschwerden zu lindern und Krankheiten zu heilen.

In die homöopathische Hausapotheke gehören Mittel gegen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schnupfen, Husten, Fieber, Kopfschmerzen und verschiedene Entzündungen. Dabei kann es sein, dass es mehrere Mittel gibt, die bei einem Wehwehchen helfen können. Globuli sind die häufigste Darreichungsform von homöopathischen Mitteln und besonders in der Potenz D6 haben sie sich zur Selbstmedikation bewährt. Als perfekte Hausapotheke oder für unterwegs lassen sich sogenannte Taschenapotheken kaufen, in denen bereits die wichtigsten 32 Einzelmittel vorsortiert sind. So ist die Ausstattung für alle Fälle komplett und es entfällt, die Apotheke selber zusammenstellen zu müssen.

Auch für Kinder sind homöopathische Mittel gut geeignet, ebenso wie für Hunde, Katzen oder Meerschweinchen. Kinder springen auf die homöopathischen Wirkstoffe zum Teil sogar noch besser an als Erwachsene, weshalb viele der typischen Beschwerden von Kindern mit Homöopathie behandelt werden können. Dazu zählen Schmerzen beim Zahnen, Mittelohrentzündungen, Fieber, Schnupfen und Ausschlag. Kinder sind infektanfälliger als Erwachsene, da ihr Immunsystem noch nicht so stark ist. Mit den richtigen homöopathischen Mitteln kann diese Infektanfälligkeit gemildert werden.

Der Unterschied zwischen einer schulmedizinischen und einer homöopathischen Hausapotheke ist, dass diese anstatt Globuli pharmazeutische Arzneien mit chemischen Wirkstoffen vorsieht. Diese wirken zum Teil innerhalb weniger Minuten, während es bei einer Behandlung von Beschwerden mit homöopathischen Mitteln mehrere Stunden oder sogar Tage dauern kann, bis eine Heilung eintritt. Der Vorteil von homöopathischen Mitteln ist, dass sie keine Nebenwirkungen haben. Es kann zwar kurzzeitig zu einer Erstverschlimmerung der bestehenden Symptome kommen, im Unterschied zur Schulmedizin gibt es aber in der Regel keine zusätzlichen Beschwerden, die auftreten. Für viele ist es eine Frage der Herangehensweise und der persönlichen Einstellung, ob sie Krankheiten ausschließlich homöopathisch behandeln wollen oder zu chemischer Arznei greifen. Wer nicht dogmatisch ist, sondern beide Varianten für sinnvoll erachtet, kann auch homöopathische Mittel unterstützend zu Paracetamol, Aspirin und Co einnehmen. Es gibt hier kein richtig oder falsch.

Auch wenn sich eine schulmedizinische und eine homöopathische Hausapotheke stark voneinander unterscheiden, gibt es jedoch einige Hilfsmittel, die in beide Varianten gehören. Dazu zählen ein Fieberthermometer, Verbandsmaterial, Pflaster, sterile Kompressen, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel. So können Krankheiten schnell erkannt (Fieberthermometer) und äußere Wunden schnell behandelt werden. Beiden Varianten der Hausapotheke gemein ist außerdem, dass die Mittel dunkel und kühl gelagert werden sollten. So halten sie am längsten.

Wenn es an die Entsorgung der homöopathischen Hausapotheke geht, sollten die Mittel nicht einfach in die Toilette gespült oder in den Müll geworfen werden. Fläschchen mit Globuli, die älter als drei Jahre sind, können in jeder Apotheke abgegeben werden. Apotheker können die Mittel dann ordnungsgemäß entsorgen und die Behälter können wieder verwendet werden.

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