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Traditionelle Heilpflanzen aus dem Regenwald

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Exotische Blätter, Wurzeln und Rinden aus den Regenwäldern dieser Erde bergen wahre Heilwunder. Manch eine altbekannte und hoch wirksame Arznei unseres Alltags stammt aus diesen Quellen. Viele Dinge in Ihrem Haushalt kommen ebenfalls aus dem Urwald. Denn etliche unserer Nahrungs- und Genussmittel werden in ihrer Heimat als Heilmittel verwendet.

Die reichhaltige Vielfalt der Regenwälder

Schauen Sie sich einmal bewusst in Ihrer Küche um: Finden sich Pfeffer, Muskat, Zimt, Nelken, Chili oder Vanillepulver in Ihrem Gewürzregal? Liegen in Ihrer Obstschale Ananas und andere Köstlichkeiten aus tropischen Wäldern? Reift auf der Fensterbank eine Avocado vor sich hin? Trinken Sie gern Kaffee, Kakao und Lapacho-Tee? All diese Köstlichkeiten, die gleichzeitig auch Heilmittel sind, haben wir den immergrünen Regenwäldern Südamerikas zu verdanken.

Hier im Urwald haben vor allem viele unserer Arzneien ihre Heimat. Er ist die größte Apotheke der Welt mit einer unglaublichen und mancherorts noch ungestörten genetischen Vielfalt. Die moderne Medizin setzt heute große Hoffnungen, hier weitere wirksame Substanzen zu finden – etwa gegen Krebs, Rheuma, Alzheimer oder Diabetes.

Doch Mittel aus der Dschungelapotheke sind für die Wissenschaft schon lange alte Bekannte. Sie kamen bereits kurz nach der Entdeckung Amerikas im 16. Jahrhundert über Spanien auch zu uns. Die meisten sind uns so geläufig, dass wir gar nicht mehr auf die Idee kommen, sie könnten woanders als bei uns ihren wirklichen Ursprung haben. So war die Chinarinde früher eines der wichtigsten indianischen Medikamente gegen Malaria.

Die Homöopathie geht zurück auf indianisches Heilkraut

Die Blätter der Kokapflanze dienen noch heute zur Bereitung lokaler Betäubungsmittel. Aus der Yamswurzel entstand die Antibabypille. Und die Weidenrinde bescherte uns den erfolgreichsten Tausendsassa unter unseren Medikamenten: das Aspirin. Auch häufig eingesetzte Mittel zur Behandlung von psychischen Leiden, Schmerzen, Herz- oder Augenkrankheiten haben in den Tiefen des Urwalds ihre Geburtsstätte.

Selbst die Homöopathie verdankt ihren Ursprung letztlich einem indianischen Heilkraut. Bei seinen Experimenten mit dem Tee der Chinabaumrinde entdeckte Samuel Hahnemann, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden könne.

Ein großer Teil der heute in der Homöopathie verwendeten Heilkräuter stammt aus der Apotheke der indianischen Heilkundigen. Viele ihrer Kräuter sind auch bei uns in der Apotheke erhältlich. Die meisten sind sogar „offizinell“, was bedeutet, das sie als medizinisches Heilkraut anerkannt sind und entsprechenden Qualitätskontrollen unterliegen.

Diese Rezepte mit traditionellen Heilpflanzen aus dem Regenwald können Sie auch bei uns zubereiten:

Avocadotee – eine Wohltat bei Durchfall

Die Frucht wurde für die tägliche Ernährung verwendet, aus den Resten machte man Medikamente oder Verhütungsmittel. Avocadoöl ist heute in vielen Kosmetika enthalten, weil es die Haut zart und geschmeidig macht.

  • Zerraspeln Sie einen Avocadokern und rösten Sie ihn in einer Pfanne.
  • Vermischen Sie die Raspel mit Spitzwegerichblättern aus der Apotheke (pro Tasse Tee einen Teelöffel).
  • Kochen Sie die Mischung in Wasser auf, lassen Sie den Tee kurz ziehen und seihen Sie ihn ab. In kleinen Schlucken trinken.

Basilikumtee gegen Menstruationsbeschwerden

In der Regenwaldmedizin wird dieser Tee bei Regelproblemen, Magenschmerzen und Fieber getrunken. Auch seine erotisierende Wirkung wusste man zu schätzen. Heute weiß man, dass Basilikum gegen Bakterien wirkt und die Vermehrung von Scheidenpilzen hemmt.

Basilikumkraut gibt es in der Apotheke zu kaufen:

  • Zwei Teelöffel werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und nach 15 Minuten abgeseiht.
  • Zwei- bis dreimal täglich eine Tasse frisch zubereiteten Tee trinken.

Boldotee löst Angst und Nervosität

Die Blätter des immergünen Boldobaumes werden in der indianischen Medizin für viele Heilanwendungen verwendet und gehören zu ihren bedeutendsten Heilmitteln. Boldotee wird empfohlen bei Angstzuständen, nervöser Verstimmung, Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden. Auch bei Gebärmutterleiden wird Boldo geschätzt.

  • Vier Gramm Boldoblätter aus der Apotheke mit einem halben Liter Wasser und etwas Honig aufkochen und zwei Tage ziehen lassen. Morgens auf nüchternen Magen und abends je eine Tasse trinken. Als besonders wirkungsvoll gilt der Boldotee, wenn er in Vollmondnächten im Freien ziehen kann.

Damianatee reguliert die Blutung

Damiana ist bis heute eines der wichtigsten indianischen Heilkräuter, Es wird vor allem als Stärkungs- und Beruhigungsmittel eingesetzt. Darüber hinaus steigert es die Liebeslust.

Gegen Blutungsbeschwerden wird mehrmals täglich eine Tasse Damianatee getrunken:

  • Einen Esslöffel Damiana aus der Apotheke pro Tasse mit kochendem Wasser überbrühen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Je länger Sie den Tee ziehen lassen, desto stärker wirkt er. In kleinen Schlucken trinken.

Sarsaparille gegen Blasenentzündung

Die Sarsaparille ist ein altes Heilmittel der Azteken. Noch heute wird Sarsaparillentee bei allen möglichen Leiden getrunken: bei unreiner Haut, Geschlechtskrankheiten und Fieber. Die harn- und schweißtreibende Wirkung gilt als erwiesen. Nach neuesten medizinischen Erkenntnissen hilft Sarsaparille auch gegen Schuppenflechte. Die Wurzel bekommt man in der Apotheke.

  • Einen Teelöffel zerkleinerte Wurzeln pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, kurz ziehen lassen, in kleinen Schlucken heiß trinken. Mehrmals täglich eine Tasse frisch zubereiten.
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