MenüMenü

Eierstockkrebs: Risikogruppen, Symptome, Behandlung

Eierstockkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Eierstöcke. Wir liefern Ihnen alle Informationen zu Symptomen, Behandlungen und mehr. (Foto: Adobe Stock – freshidea)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Wie kein anderer Organbereich verändern sich die weiblichen Keimdrüsen, die Eierstöcke (Ovarien) rund 40 Lebensjahre im Rhythmus des Monatszyklus: Sie wechseln Form und Farbe. Darüber hinaus verändern sich die inneren Schleimhäute zur Follikelreifung, der Follikel selbst sowie die Hormonproduktion je nach den anstehenden Aufgaben.

Eierstöcke Funktion
Die Eierstöcke stellen einen Teil des weiblichen Fortpflanzungsapparates dar und erfüllen essentielle Funktionen im Zuge der Befruchtung einer Eizelle.

Die Entwicklung der Eierstöcke

Eizellen sind die größten menschlichen Zellen und entstehen bereits in den winzigen Eierstöcken des noch ungeborenen Mädchens. An Haltebändern links und rechts im mittleren Beckenbereich tragen die Eierstöcke des neugeborenen Mädchens bereits alle 400.000 bis 500.000 (noch unreifen) Eizellen in sich. Bis zur Pubertät fallen viele in sich zusammen und im Laufe des Frauenlebens reifen nur etwa 500 voll aus. In der Pubertät wachsen die Eierstöcke auf  Pflaumengröße heran und schütten vermehrt Sexualhormone (Östrogene) aus. Das bringt den Zyklus in Gang. Follikelstimulierende Hormone aus der Hirnanhangdrüse regen die Reifung einiger Eizellen an. Auf welchem Eierstock das geschieht, hängt vom Zufall ab.

Die reifenden Eianlagen schwellen auf das Achtfache an. Es formen sich pralle, rötliche Eihüllen (Follikel, auch Graaf-Follikel). Ein Follikel springt schließlich auf und entlässt seine befruchtbare Eizelle in den zugehörigen Eileiter. Gleichzeitig regt der Körper die in ihrem Kern enthaltenen Erbanlagen (Chromosomen) zu Reifeteilungen an: Sie sollen sich spalten, damit aus dem normalen, in allen Körperzellen doppelt angelegten Chromosomensatz ein einfacher Satz Erbanlagen entsteht. Einen solchen einfachen Chromosomensatz bringt die männliche Keimzelle (Spermium) zur Befruchtung mit. Beim Verschmelzen von Ei- und Spermazelle entsteht dann wieder ein doppelter Satz Erbanlagen: die eine Hälfte von der Mutter, die andere vom Vater.

Der Weg nach dem Eisprung

Nach dem Eisprung (Ovulation) schwillt der Eierstock ab. Der zerplatzte Follikel bildet sich zu einem dicken gelben Säckchen um, dem Gelbkörper (Corpus luteum). Dabei handelt es sich um eine neue Hormondrüse, die das Hormon Progesteron ausschüttet. Dieses ist nötig zum Schleimhautaufbau in der Gebärmutter, damit sich ein befruchtetes Ei einnisten kann. Blieb die Eizelle unbefruchtet, sackt der Gelbkörper rund elf bis zwölf Tage später wieder in sich zusammen. Die Gebärmutterschleimhaut löst sich ab und die Periodenblutung stößt es ab.

Mit der Menstruation beginnt ein neuer Veränderungszyklus der Eierstöcke. Die stattliche Eizelle sendet auf ihrem etwa 36 Stunden dauernden Weg durch den Eileiter zur Gebärmutter hormonelle Lockstoffe aus. Sie locken die Spermien an. Nähern diese sich, beginnt die Eizelle ein Enzym zu produzieren, das ihre äußere Hülle lockert. Die meisten Spermien weist die Eizelle ab, das heißt die Hülle bleibt zu. In manchen Fällen öffnet sie sich blitzschnell und saugt ein Spermium ein. Im Zellinneren verschmilzt sein Zellkern mit dem der Eizelle. Unbefruchtete Eizellen scheidet der Körper mit der nächsten Menstruation aus. Befruchtete teilen sich immer weiter, bis sie sich etwa am siebten Tag in der Gebärmutterschleimhaut einnisten.

Stress verursacht kranke Eierstöcke

Über Hormone und Nervenfasern sind die Eierstöcke eng mit dem Gehirn und dem vegetativen Nervensystem verbunden. Stress und innere Konflikte können sie aus diesem Grund krank machen. In den Wechseljahren verkleinern sich die Eierstöcke. Ihre Hormonproduktion lässt allmählich nach, hört jedoch bis ins hohe Alter nie völlig auf. Sie sind also niemals überflüssig.

Mit der Zeit durchzieht sie immer mehr Bindegewebe (Stroma). Mit dem allerletzten Eisprung (Menopause) endet die natürliche Fruchtbarkeitsphase der Frau. Es reift gelegentlich noch eine Eizelle heran. Diese findet kein „Nest“ mehr vor; es sei denn, durch eine Hormonersatzbehandlung kommt es zur monatlichen Blutung.

Eileiterentzündung: Nicht immer muss es eine Bauchspiegelung sein!

Kommt es zum ersten Mal zu einer Eileiterentzündung, bei der eine Antibiotikabehandlung Erfolg hat, dann ist eine Bauchspiegelung normalerweise nicht nötig. Anders aber sieht es aus, wenn Sie nicht auf die Antibiotika ansprechen. Auch wenn die Entzündungen immer wieder auftreten, wird Ihnen wahrscheinlich zu einer Bauchspiegelung geraten werden. Hierbei wird untersucht, ob die Eileiter verwachsen sind oder ob sich Eiter gebildet hat. Dieser kann dann abgeleitet werden.

Eierstockkrebs: Definition, Ursachen und Risikofaktoren

Eierstockkrebs (auch Ovarialkarzinom genannt) ist eine bösartige Krebserkrankung der Eierstöcke, die in jedem Fall eine Therapie erfordert.

Das Ovarialkarzinom gehört zu den aggressivsten Tumoren und ist die zweithäufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechts-Organe. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erkranken in Deutschland jährlich über 8.000 Frauen an Eierstockkrebs und benötigen eine operative Behandlung mit anschließender Therapie.

Ein Ovarialkarzinom kommt zumeist bei Frauen im fortgeschrittenen Lebensalter vor, kann aber auch junge Frauen befallen. Nichtsdestotrotz steigt das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, mit zunehmendem Alter und erreicht mit etwa 70 Jahren seinen Höhepunkt.

Eierstockkrebs tritt familiär gehäuft auf; Brustkrebs bzw. Eierstockkrebs in der Familie gehören also ebenfalls zu den Risikofaktoren. Die gleichen Gene, die eine Anfälligkeit für Brustkrebs verursachen, scheinen auch bei der Entstehung von einem Ovarialkarzinom eine Rolle zu spielen. Demnach sollten Frauen, deren Eltern oder Verwandtschaft an Brustkrebs litten, ebenfalls zu Vorsorgeuntersuchungen für Eierstockrebs gehen.

Die genauen  Ursachen von Eierstockkrebs sind jedoch nach wie vor größtenteils unbekannt; allerdings hat man bei betroffenen Frauen Mutationen des Erbmaterials festgestellt.

Unspezifische Symptomatik und Beschwerden

Über Wochen plagen Sie anhaltende Schmerzen im Unterbauch, die sich zu verschlimmern scheinen. Zunächst glauben Sie, dass es sich dabei nur um ein Verdauungs-Problem handelt.

Um sicher zu gehen, rät Ihnen Ihr Arzt jedoch zu einer gynäkologischen Untersuchung, v. a. vor dem Hintergrund Ihrer familiären Vorbelastung durch Krebs.

Bei der Untersuchung wird eine Geschwulst entdeckt und Sie werden zu weiteren Tests überwiesen. Kurz danach erhalten Sie das Ergebnis: Sie haben ein Ovarialkarzinom. Zum Glück befindet sich der Krebs aber noch in einem frühen Stadium.

Bisher haben Ärzte  angenommen, dass Eierstockkrebs im Anfangs-Stadium nur selten Symptome hervorruft, sondern oft erst im fortgeschrittenen Stadium.

Neueste Studien-Ergebnisse belegen jedoch, dass bei einigen Frauen Anzeichen und Symptome auftreten, bevor sich der Krebs ausbreitet. Wenn man sie entsprechend beachtet, kann die Krebserkrankung früher entdeckt und mit einer Therapie behandelt werden.

Leider ähneln die Anzeichen und Symptome von Eierstockkrebs jedoch denen anderer Erkrankungen wie z. B. Problemen und Beschwerden des Verdauungstrakts sowie der Harnwege.

Das Ovarialkarzinom ruft also im Allgemeinen Symptome und Beschwerden hervor, die häufig unspezifisch sind. Dazu gehören:

  • anhaltende Unterbauch-Schmerzen (s. o.)
  • Verdauungs-Beschwerden,
  • Blutungs-Störungen
  • und allgemeiner Leistungs-Abfall.

Diagnostik bei Eierstockkrebs

Die oben angesprochene Problematik sowie die Tatsache, dass es keine anerkannte Methode zur Früherkennung gibt, führt dazu, dass die Krebserkrankung trotz Beschwerden meist erst spät erkannt wird.

Die Diagnose vom Ovarialkarzinom wird durch eine Kombination von Untersuchungs-Methoden gestellt:

  • eine gynäkologische Tast-Untersuchung auf eine etwaige Geschwulst hin
  • ein vaginaler Ultraschall, der eine krankhafte Vergrößerung des Eierstocks sichtbar macht,
  • eine Blutuntersuchung, um die bei Eierstockkrebs ausgeschütteten Tumor-Marker CA-125 und CA-19-9 zu bestimmen.
  • In der Folge kann  ein  CT oder MRT helfen, Lage und Größe des Tumors zu definieren.

Diagnose-Möglichkeiten im Detail

  • gynäkologische Untersuchung Ihr Arzt untersucht Ihre Vagina, Ihren Mastdarm sowie den Unterbauch inklusive der Eierstöcke. Durch Abtasten weist er unter Umständen eine größere Geschwulst oder eine Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum nach.
  • Ultraschall Diese sonografische Untersuchung mittels hochfrequenter Schallwellen liefert ein Bild vom Bauchraum. Die nicht-invasive Ultraschall-Untersuchung gibt Auskunft über die Größe, die Form und die Umgebung der Eierstöcke. Findet der Arzt eine Geschwulst, reicht ein Ultraschall jedoch nicht aus, um die Gut- oder Bösartigkeit zu beurteilen.
  • Computer-Tomographie (CT) / Magnetresonanz-Tomographie (MRT) – Zur genaueren Bestimmung der Lage und Größe des Tumors wird daraufhin außerdem eine dieser beiden Untersuchungen durchgeführt. Denn beide Methoden liefern detaillierte Bilder des Bauchraums. (Eine Röntgen-Aufnahme der Lunge stellt zudem fest, ob sich der Krebs in der Lunge, den Lymphknoten oder dem Rippenfell ausgebreitet hat.)
  • Blutuntersuchung auf Tumormarker Das Krebs-Antigen 125 (CA 125) ist ein Zucker-Eiweiß-Molekül. Es fungiert als Tumormarker, da es im Blut von Frauen mit Eierstockkrebs in abnorm hohen Konzentrationen vorkommt. Es gibt darüber hinaus nicht-karzinogene Ursachen für einen erhöhten CA-125-Spiegel im Blut. (So können z. B. auch andere gynäkologische Leiden wie eine Endometriose bzw. schon die normale Menstruation diese Werte ansteigen lassen, so dass dies auch kein zuverlässiger Hinweis auf einen Eierstocktumor ist.) Hinzu kommt, dass viele Frauen mit Eierstockkrebs in den Anfangsstadien einen normalen CA-125 Spiegel aufweisen.

Eierstockkrebs kann nicht durch PAP-Test entlarvt werden

Dass der sogenannte PAP-Test in der Lage sei, Eierstockkrebs aufzudecken ist leider nichts als ein Mythos.

Denn er nimmt Zellen von einer völlig andere Stelle unter die Lupe: dem Gebärmuttermund und -hals (Cervix). Hier gibt das Verfahren relativ sichere Hinweise auf Zellveränderungen.

Für die Eierstöcke gibt es leider keinen derartigen Test.

Um herauszufinden, ob Ihre Symptome auf einen Tumor in den Eierstöcken, also auf ein Ovarialkarzinom zurückzuführen ist, muss der Arzt Ihre Eierstöcke mit den o. g. Mitteln untersuchen.

Wichtig: Arzt mit genügend Ultraschall-Erfahrung

Beim Ultraschall werden auch harmlose Zellansammlungen wie Zysten gefunden, die dann behandelt werden, obwohl dies gar nicht nötig wäre.

Erfahrene „Ultraschaller” können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anhand des Ultraschall-Bildes sagen, ob eine Zyste gut- oder bösartig ist. Deswegen ist es wichtig, dass Ihr Arzt genügend Ultraschall-Erfahrung hat, um den Befund wirklich beurteilen zu können.

Wenn Sie sich nicht sicher sind,  sollten Sie ruhig einen 2. Arzt konsultieren, der auf Ultraschall spezialisiert ist. Im Falle einer unsicheren Diagnose können Sie sich damit unter Umständen eine Bauchspiegelung ersparen. Diese Diagnose-Methode ist immerhin ein operativer Eingriff mit speziellen Risiken.

Eierstockkrebs: Behandlung & Therapie

Die Behandlung und Therapie von Eierstockkrebs besteht aus einer Operation (Laparatomie), bei der eine Entfernung des Tumors und dem umliegenden Gewebe stattfindet, sowie einer nachfolgenden Chemotherapie der Patientinnen.

Laparatomie: Die Operation als Behandlungs-Option

Wenn die bisherigen Untersuchungen auf Eierstockkrebs hindeuten, bestätigt eine Operation die Diagnose vom Ovarialkarzinom.

Bei diesem Verfahren öffnet der Chirurg die Bauchhöhle der Patientinnen, um den Bauchraum auf Krebs zu untersuchen. Zur Untersuchung entnimmt man unter Umständen Flüssigkeit und entfernt einen Eierstock. Findet der Chirurg bei der Operation Krebs, setzt gewöhnlich die Behandlung mit nachfolgender Chemotherapie ein.

Gute Heilungs-Chancen bei rechtzeitiger Diagnose

Grundsätzlich liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei Eierstockkrebs bei 50%. Die Überlebens-Chancen der Patientinnen sind besser, wenn das Ovarialkarzinom früh entdeckt und mit einer OP sowie der Chemotherapie behandelt wird.

Da es jedoch aus den o. g. Gründen schwierig ist, Eierstockkrebs in den Anfangsstadien zu entdecken, wird nur ein geringer Prozentsatz der Tumor-Fälle diagnostiziert, bevor sich der Tumor ausgebreitet hat.

Untersuchungs-Methoden zur Krebsvorsorge

Außer routinemäßigen Unterleibs-Untersuchungen nimmt man regelmäßige Eierstockkrebs-Vorsorge-Untersuchungen bei den meisten Frauen nicht vor, um ein Ovarialkarzinom zu entdecken.

Die Gründe:

  • Keine der Untersuchungs-Methoden ist genau genug, um zuverlässig Eierstockkrebs in seinen Anfangsstadien zu entdecken.
  • Darüber hinaus ist keine spezifisch genug, um sicher zwischen Eierstockkrebs und anderen Erkrankungen zu unterscheiden.

Eine regelmäßige Kontrolle nimmt man lediglich bei Frauen vor, die einem hohen Krebs-Risiko unterliegen:

  • Darunter fallen z. B. solche mit einer familiären Häufung von Krebs (s. o.).
  • Das gilt auch für Frauen, bei denen ein Gentest ein mutiertes BRCA1- oder BRCA2-Gen nachwies (Bei 5% der Frauen liegt eine genetische Veränderung vor.).

Hoffnung auf verbesserte Untersuchungs-Methoden bieten eine Reihe von Studien: So ist ein neuer Forschungs-Ansatz mit der Bezeichnung Proteomics z. B. möglicherweise richtungweisend, um Eierstockkrebs in seinen Anfangsstadien zu entdecken und rechtzeitig mit einer Chemotherapie zu behandeln.

Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Interaktionen von Proteinen im Blut. Bei Verwendung dieser Technik liefern bestimmte Protein-Muster im Blut  Hinweise für ein Frühstadium eines Ovarialkarzinoms.

Andere Substanzen im Blut wie Leptin, Prolactin, Osteopontin und der insulin-ähnliche Wachstumsfaktor (IGF) II eignen sich nach den bisherigen Forschungs-Ergebnissen zudem als Marker für Eierstockkrebs.

Zysten am Eierstock

Zysten - Formen, Entstehung & BehandlungZysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Gewebe. Warum sie nach den Wechseljahren riskant sein können, und mehr lesen Sie hier. › mehr lesen

Nach oben
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Redaktionsteam Gesundheitswissen

Unser Redaktionsteam besteht aus zahlreichen Experten aus den Bereichen der Schulmedizin und der Pflanzen- und allgemeinen Heilkunde. Das Team informiert Sie über Hintergründe zu Krankheiten und Heilpflanzen, ebenso wie zu Themen wie Partnerschaft und Liebe.

Sie möchten weitere Informationen zu Ihrem Lieblingsthema erhalten? Dann profitieren Sie jetzt von der Expertise unserer Autorinnen und Autoren und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "Täglich gesund". Hrsg. FID Verlag GmbH. Jederzeit kündbar.

Hinweis zum Datenschutz