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Gebärmutterkrebs: Ursachen, Symptome & Behandlung

Gebärmutterkrebs kommt häufig vor. Wir haben Ursachen und Risiken der Erkrankung für Sie professionell aufbereitet. Hier erfahren Sie mehr: (Foto: Cara-Foto - Adobe Stock)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die Gebärmutter (Uterus) ist das Organ, in dem das Baby während der Schwangerschaft heranwächst und sich entwickelt. Gebärmutterkrebs beginnt in der Schleimhaut des Uterus (Endometrium).

Dabei handelt es sich um bösartige Tumoren im Gebärmutterkörper, was für die Bezeichnung  Korpus-Karzinom, Endometriumkarzinom oder Gebärmutterkörperkrebs verantwortlich ist.

Glücklicherweise ist diese Krebs-Form bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung in den meisten Fällen heilbar. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts liegt die relative Überlebensrate im 1. Jahr nach der Diagnose-Stellung des Endometriumkarzinoms bei über 80%.

Die Letalitäts-Rate (Wahrscheinlichkeit, an Gebärmutterkrebs zu versterben) liegt je nach Art des Tumors zwischen 6 und 51%. Erkrankte Patientinnen behalten ferner lebenslang ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs.

Starke Zunahme von Gebärmutterkrebs

In den vergangenen Jahrzehnten diagnostizierte man Gebärmutterkrebs immer häufiger:

Während zu Beginn unseres Jahrhunderts auf 1 Endometriumkarzinom 17 Zervix-Karzinome (Gebärmutterhalskrebs) kamen, beträgt das Verhältnis heute 1:1. Mit 6 – 10% aller bösartigen Tumoren der Frau steht es damit an 4. Stelle.

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg erkranken in Deutschland jährlich etwa 10.000 Frauen an Gebärmutterkrebs.

Gründe für die merkliche Zunahme:

  • Diese Zunahme führt man zum einen auf die gestiegene Lebenserwartung der Frau zurück; früher verstarben viele Frauen, bevor sie Gebärmutterkrebs bekamen.
  • Zum anderen verbesserte sich die Diagnostik.
  • Darüber hinaus ist die Tatsache, dass heute die Gebärmutter nicht mehr so schnell entfernt wird, für die Zunahme in den letzten Jahren mitverantwortlich.

Ursachen und Risikofaktoren für das Endometriumkarzinom

Mit zunehmendem Alter tritt die Erkrankung häufiger auf. Betroffen sind dabei vorwiegend Frauen zwischen 55 und 65 Jahren nach den Wechseljahren. Lediglich 5% aller Erkrankten sind jünger als 40 Jahre alt.

AlterspanneRisiko
39 oder jünger1 von 1.832
40 bis 591 von 144
60 bis 791 von 64
Lebenslang1 von 38

 

Der größte Risikofaktor für den Gebärmutterschleimhautkrebs beziehungsweise den Gebärmutterkörperkrebs ist allerdings gar nicht unbedingt das fortgeschrittene Alter, sondern ein Übergewicht von 15 kg oder mehr.

Der Grund:

Fettgewebe produziert das weibliche Sexual-Hormon Östrogen. Und das ist je nach Konzentration und Dauer mit einem höheren Krebs-Risiko verbunden. Übergewicht kann Ihr Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs so um das 3- bis 10-fache ansteigen lassen.

Als Ursache von Gebärmutterkörperkrebs bzw. Gebärmutterschleimhautkrebs gilt im Allgemeinen also eine erhöhte oder verlängerte Östrogen-Zufuhr. Das kann beispielsweise der Fall sein bei:

  • Wenn bei Frauen die Regel-Blutung schon vor dem 12. Lebensjahr eingesetzt hat, ist der Östrogen-Spiegel über die gesamte Lebenszeit gesehen höher als bei anderen Frauen.
  • Gleiches gilt auch, wenn nach dem 50. Lebensjahr noch Regelblutungen auftreten.
  • Auch eine Östrogen-Hormon-Ersatz-Therapie nach der Menopause erhöht das Risiko einer Krebserkrankung.

Die Einnahme der Anti-Baby-Pille sowie Schwangerschaften senken dagegen das  Risiko für ein Endometriumkarzinom.

Funktion und Anfälligkeit der Gebärmutterschleimhaut

In der Gebärmutter (Uterus) wächst während der Schwangerschaft das Ungeborene heran. Sie ist an ihrer Innenseite mit einer Schleimhaut (Endometrium) versehen.

Gebärmutterschleimhautkrebs entsteht, wenn sich Zellen der Schleimhaut teilen und auf abnorme Weise wachsen. Manchmal dringen diese Zellen in andere Schichten der Schleimhaut ein oder verbreiten sich außerhalb des Uterus.

Abnormale Blutungen als Warnsignal

Ihre Wechseljahre sind längst vorbei, sodass Ihre letzte Regelblutung schon Jahre zurückliegt. Deshalb sind Sie auch sofort zum Arzt gegangen, als Sie bei sich eine Vaginal-Blutung aus der Scheide feststellten.

Sie haben genau richtig gehandelt. Denn bei unerwarteten Vaginal-Blutungen können die unterschiedlichsten Ursachen vorliegen. Eine der wichtigsten Ursachen, die abgeklärt werden müssen, ist der Gebärmutterschleimhautkrebs. Dies ist die am häufigsten auftretende Art von Gebärmutterkrebs.

Typischerweise kommt es beim Gebärmutterschleimhautkrebs bereits im Frühstadium zu Blutungen aus der Scheide. Vor allem in den Wechseljahren sind starkeBlutungen das Leitsymptom von Gebärmutterkrebs.

Aber auch vor der Menopause sollten Sie irreguläre Blutungen ärztlich abklären, die selbstverständlich nicht immer eine bösartige Ursache haben.

Symptome für Gebärmutterkrebs

Für die Heilungs-Chancen ist es entscheidend, auf die ersten Anzeichen und Symptome vom Endometriumkarzinom zu achten. Deshalb sollten Sie bei folgenden Vorkommnissen sofort einen Arzt aufsuchen:

  • unerwartete Blutungen aus der Scheide oder Ausfluss nach der Menopause oder in zeitlicher Nähe zur Menopause (Perimenopause) – Diese ersten Hinweise finden sich bei mehr als 90% der von dieser Krankheit Betroffenen.
  • ungewöhnlich starke Monats-Blutungen oder Blutungen außerhalb der Regel
  • wässriger, rosa, weißer, brauner, fleischfarbener oder blutiger Ausfluss der Vagina
  • Schmerzen im Unterbauch oder Becken-Bereich – Schmerzen sind eher selten und können auf einen fortgeschrittenen Krankheits-Verlauf hindeuten.

Diese Symptome müssen nicht zwangsläufig auf Gebärmutterschleimhautkrebs hindeuten. Dennoch ist es im Ernstfall von Bedeutung, dass die Erkrankung im Frühstadium entdeckt wird, da die Heilungs-Chancen dann am größten sind.

Gehen Sie zu Ihrem Arzt, wenn unnormale Vaginal-Blutungen oder andere Symptome bei Ihnen auftreten. Dieser klärt, ob es sich um Krebs oder eine andersartige Ursache wie eine Vaginal-Infektion, Gebärmutter-Fibroide oder -Polypen handelt.

Diagnose von Gebärmutterkrebs

Anders als beim Zervix-Karzinom (Gebärmutterhalskrebs), bei dem der Zellabstrich am Gebärmutterhals ein gutes Verfahren zur Früherkennung darstellt, wirken hier Methoden der mikroskopischen Analyse wenig ergiebig.

  • Die Diagnose-Stellung Gebärmutterschleimhautkrebs bzw. Gebärmutterkrebs beginnt meistens mit einer Unterleibs-Untersuchung. Es gibt jedoch weitere Untersuchungen zur Diagnose-Sicherung:
  • Ultraschall-Untersuchung – Auch wenn man mittels Ultraschall keine Krebserkrankung feststellen kann, so kann Ihr Arzt Auffälligkeiten erkennen.
  • Biopsie – Bei dieser Untersuchungsart wird ein dünnes, flexibles Instrument in die Gebärmutter eingeführt, um eine Gewebeprobe zu entnehmen. Im Anschluss an diese Untersuchung kann es zu Krämpfen oder leichten Blutungen kommen.
  • Ausschabung –In bestimmten Fällen müssen die meisten Zellen der Gebärmutterschleimhaut entfernt werden, um sie anschließend zu untersuchen. (Eine Ausschabung wird meist ambulant, jedoch unter Narkose vorgenommen. Danach kann es zu Krämpfen und Vaginal-Blutungen kommen. Die meisten Frauen können jedoch im Anschluss ihre normalen Aktivitäten wiederaufnehmen. Auf Geschlechtsverkehr sollte jedoch einige Wochen verzichtet werden.)
  • Hysteroskopie (Gebärmutter-Spiegelung) Auch eine solche Untersuchung kann durchgeführt werden. Hierbei wird ein dünnes Instrument in den Uterus eingeführt, das dem Arzt eine optische Untersuchung der inneren Gewebeschichten des Uterus ermöglicht.

Werden bei einer 1. Untersuchung Krebs-Zellen gefunden, muss abgeklärt werden, ob der Krebs ausschließlich die Gebärmutter befallen hat. Hier können verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt werden.

Bei den meisten Frauen mit Gebärmutterschleimhautkrebs wird ein chirurgischer Eingriff vorgenommen. Dies gilt folgenden Zwecken:

  • Einerseits ermöglicht eine Operation maßgeblich die Untersuchung des Uterus und des benachbarten Gewebes. Damit ist eine genaue Krebs-Diagnose möglich und das Stadium der Erkrankung wird deutlich.
  • Ferner bildet die operative Entfernung des Uterus (Hysterektomie) zusammen mit den Eileitern und den Eierstöcken die Behandlungs-Grundlage für einen Gebärmutterschleimhautkrebs.

Mögliche Behandlungs-Maßnahmen

Die Operation allein stellt häufig die einzige und ausreichende Therapie-Maßnahme zur Behandlung des Uteruskrebses dar. Die meisten Spezialisten empfehlen hierbei:

  • entweder die alleinige Entfernung der Gebärmutter, die o. g. Hysterektomie
  • oder mit einer höheren Wahrscheinlichkeit die zusätzliche Entfernung von Eileitern und Eierstöcken (totale Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie). Im Frühstadium kann man darauf verzichten, den oberen Teil der Scheide (Scheiden-Manschette) wegzunehmen.

Dass der Chirurg i. d. R. die Eierstöcke beseitigen muss, hat zweierlei Gründe:

  • Zum einen treten an dieser Stelle häufig Metastasen auf.
  • Zum anderen muss er die Östrogen-Produktion unterbinden, damit keine neuen Karzinome entstehen; ggf. bestrahlt er nach.

Eine Operation ist ein größerer Eingriff, der unter Narkose vorgenommen wird und stets eines Klinik-Aufenthaltes bedarf.

Mittels Bauchschnitt wird dabei im Bauchraum nach weiteren Krebs-Geschwüren in benachbartem Gewebe und Organen Ausschau gehalten. Sollten derartige Krebs-Zellen gefunden werden, so werden diese ebenfalls entfernt.

Die Ärzte sind bemüht, in jedem Fall so viele Krebs-Zellen wie möglich zu entfernen. Bei vielen Frauen wird der Krebs auf diese Weise vollständig entfernt.

Anschließend werden Art, Aggressivität und Stadium der Krebserkrankung ermittelt, sodass man einschätzen kann, ob der Krebs möglicherweise erneut auftreten wird. Diese Einschätzung bildet somit die Basis für die weitere Behandlung.

Wenn eine Operation nicht ausreicht

Da bei den meisten Patientinnen der Gebärmutterschleimhautkrebs langsam wächst, kann mit einer OP oft eine vollständige Heilung erzielt werden, ohne dass eine nachfolgende Chemotherapie oder Strahlentherapie von Nöten ist.

Bei aggressiveren oder weiter fortgeschrittenen Krebserkrankungen wird man auf eine Strahlentherapie oder Chemotherapie zurückgreifen. Hier kann man sowohl eine Bestrahlung von außen als auch durch die Vagina durchführen.

Strahlen-Therapie vor oder nach der Operation

  • Bei einem hohen Wiedererkrankungs-Risiko empfiehlt Ihr Arzt unter Umständen eine Bestrahlung nach der OP. Die Behandlung nutzt hochenergetische Röntgen-Strahlen zum Abtöten der entarteten Krebszellen. Diese Methode empfiehlt sich auch, wenn sich Ihr Tumor schnell vergrößert, tief in die Muskelschicht Ihrer Gebärmutter hineinreicht oder infiltrierend in die Blutgefäße hineinwächst.
  • Eine  primäre Strahlentherapie (d. h. von vornherein), die zur Abtötung der Krebszellen führen soll,  nimmt man bei Frauen vor, für die eine OP nicht in Frage kommt. Dies kann aufgrund eines schlechten Allgemeinzustandes oder individueller Gegebenheiten im Bereich des kleinen Beckens passieren.

Chemotherapie und Hormon-Therapie

Andere mögliche Optionen beinhalten eine Chemotherapie und Hormontherapie:

  • Medikamente wie synthetisches Progestin (eine Form des Hormons Progesteron) verhindern, dass diese Krebszellen in anderen Körper-Regionen einwachsen.
  • In den meisten Fällen wendet man die Hormon-Therapie bei einem Rückfall des Gebärmutter-Tumors an. Des Weiteren behandelt man die Vorstufen dieser Krebs-Form damit. Die Hormon-Therapie gilt darüber hinaus als Option für Frauen mit Frühformen von Gebärmutterkrebs, die ihren Uterus behalten möchten. Diese Therapie ist neu und nicht frei von einem Risiko des Wiedererkrankens.

Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung

Jede Behandlung kann Nebenwirkungen auslösen, die einige Monate oder länger anhalten.

Nach der Behandlung empfiehlt Ihr Arzt regelmäßige Nachfolge-Untersuchungen, um ein eventuelles Wiederauftauchen der Krebszellen zu entdecken. Diagnostizierte und behandelte man die Krankheit in einem frühen Stadium, haben Sie sehr gute Überlebens-Chancen.

Die Forschung arbeitet weiter an möglichen Therapie-Formen für Gebärmutterkrebs, die weniger Nebenwirkungen mit sich bringen; neue Medikamente und weniger invasive Verfahren befinden sich in der klinischen Erprobung.

Endometriumkrebs: Nachsorge extrem wichtig

Da die meisten Rezidive, also erneutes Tumor-Wachstum, in den ersten 3 Jahren nach der Primär-Behandlung auftreten, sollte eine betroffene Frau in dieser Zeit alle 3 – 4 Monate eine Nachsorge-Untersuchung vornehmen lassen.

Dabei wird oft auch Blut abgenommen, um die Tumormarker CEA und CA-125 zu bestimmen, die bei einem Fortschreiten der Krankheit ansteigen. Zur Erkennung von Lymphknoten-Metastasen können Computertomogramme (CT) angezeigt sein.

Die Heilungs-Chancen sind relativ gut, wenn der Tumor frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Denn – und das ist das Tröstliche daran – bei der sogenannten Total-Operation wird ein System im Ganzen herausgenommen, auf das der Gebärmutterkrebs als erstes übergreift. Das ist bei keiner anderen Krebsform möglich.

So beträgt die 5-Jahres-Überlebens-Rate des operierten Korpus-Karzinoms an die 90%, wenn das Karzinom noch nicht zu tief in den Uterus-Muskel eingewachsen ist und keine Lymphknoten befallen sind.

Deshalb sei allen Frauen angeraten, irreguläre Blutungen – auch Schmierblutungen – nicht einfach als funktionelle Störung abzutun; v. a. nicht, wenn sie über 40 Jahre alt sind und einen oder mehrere Risikofaktoren aufweisen.

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