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Welcher Mangel äußert sich in den Nägeln?

Fingernägel sind ein wichtiger Indikator dafür, ob es Ihnen gut geht oder ob Ihr Körper eventuell unter einer schweren Krankheit leidet. Erfahren Sie mehr! (Foto: Adobe Stock)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Fakten zu Fingernägeln

Bedeutung der Nägel für den Menschen: Visitenkarte nach außen, aber auch Spiegelbild der Gesundheit

Aufbau der Nägel: Bestandteile sind Nagelbett, Nagelwall, Nagelfalz, Nagelhaut und Matrix

Harmlose Veränderungen der Nägel: Brüchige Nägel, Längsrillen, Weiße Punkte und/oder Streifen, Absplitternder Nagelrand oder eingerissene Nägel, Löffelnägel

Ernsthafte Veränderungen der Nägel: Ablösung der Nagelplatte, tiefe Querrillen, Verfärbungen, Verformungen

Behandlungsmöglichkeiten: Medikamente bei ernsthaften Erkrankungen, ansonsten weniger Kontakt mit Chemikalien, schonende Nagelpflege und ausgewogene Ernährung

Wie ist ein gesunder Nagel aufgebaut?

Sie müssen gereinigt und in regelmäßigen Abständen geschnitten werden – Fingernägel sind etwas, mit dem sich Frauen, aber auch Männer, laufend beschäftigen müssen. Sie dienen nicht nur als eine Art körperliche Visitenkarte, sondern sind ein wichtiger Indikator dafür, ob es dem menschlichen Körper gut geht oder ob es ihm an etwas fehlt. Dies nennt man dann Nährstoffmangel oder auch Vitalstoffmangel. Auch können Fingernägel einen Hinweis darauf geben, ob eine Person an einer schweren Krankheit, wie beispielsweise Diabetes, leidet.

Gepflegte Hände machen automatisch einen guten Eindruck, weshalb man seine Fingernägel nie vernachlässigen sollte. Sollten sie abgekaut, verfärbt oder stark eingedellt sein, kann das sehr schnell unhygienisch wirken und hinterlässt womöglich einen schlechten Eindruck. Aber Fingernägel sind nicht nur dazu da, um gepflegt zu erscheinen. Sie sind auch ein Spiegelbild der Gesundheit. Beim Nagel selbst handelt es sich zwar um Horn, also totes Material. An der Entstehung des Nagels sind jedoch lebendige Hautzellen beteiligt, welche die Nägel um rund einen Millimeter pro Woche wachsen lassen. Aufgrund dessen zählen Nägel auch zu den Hautanhangsgebilden.

Der Aufbau eines Fingernagels ist recht einfach. Der Nagel an sich ist fest mit dem darunterliegenden Nagelbett verwachsen. An der Fingerkuppe trennen sich Nagel und Nagelbett, sodass der Nagel frei vorragt. Die Hautkanten, die den Nagel rechts und links einfassen, heißen Nagelwall. Der untere Hautrand ist der Nagelfalz, aus welchem eine dünne Hautschicht über den Nagel wächst. Diese dünne Hautschicht nennt man auch Nagelhaut. Dort wo der Nagelfalz in einer kleinen Hauttasche steckt, befindet sich die sogenannte Matrix. Hier entsteht laufend neue Hornsubstanz, die sich an der Nagelplatte anlagert und den Nagel dadurch langsam nach vorne schiebt.

Haben Sie’s gewusst?

Nägel sind ein wichtiger Bestandteil des Tastsinns. Ohne sie könnten wir kleine Gegenstände nicht mehr so gut erfassen und währen oft orientierungslos.

Welche Faktoren können die Gesundheit der Nägel beeinflussen?

Es gibt zahlreiche Faktoren, die das Wachstum der Nägel stören können. Grob wird in zwei Kategorien unterschieden, die äußeren Faktoren und die inneren Faktoren. Bei den äußeren Faktoren handelt es sich um Chemikalien, Farben oder aber auch das Rauchen an sich, welches zu kleineren Schäden und Verfärbungen führen kann. Auch eine zu intensive Maniküre kann den Fingernägeln schaden, wenn beispielsweise die Nagelplatte zu dünn gefeilt wurde.

Innere Faktoren stören das Wachstum der Nägel. Dazu gehören unter anderem Stoffwechselstörungen, Infektionen oder Mangelzustände. Darüber hinaus gibt es auch Erkrankungen des Nagelbetts, welche die Geschicklichkeit der Finger hemmen und starke Schmerzen verursachen können.

Wie äußern sich Vital- oder Nährstoffmängel an den Nägeln?

Nicht jede Veränderung am Nagel ist im Folgenden dann auch wirklich auf eine schwere Erkrankung zurückzuführen. Es gibt eine Vielzahl an Veränderungen an den Fingernägeln, welche durch einen einfachen Vital- bzw. Nährstoffmangel verursacht werden. Zu diesen zählen:

  • Weiße Punkte bzw. Streifen: Treten diese nur vereinzelt auf, handelt es lediglich um kleine Verletzungen des Nagels. Es handelt sich dabei um Hohlräume zwischen Hornschicht und rosa Nagelbett, die nach oben hin als helle Flecken sichtbar werden. So eine Veränderung am Nagel kann schon alleine durch das unsanfte Zurückschieben der Nagelhaut ausgelöst werden oder wenn man sich wo stößt. Anders sieht es jedoch aus, wenn die Punkte oder Streifen auf mehreren Nägeln zu finden sind, dann kann es sich nämlich um einen Vitalstoffmangel handeln.
  • Absplitternder Nagelrand oder eingerissene Nägel: Aufweichungen, aggressive Seifen, Rei­nigungsmittel oder Nagellacke sind häufig daran schuld, dass Nägel einreißen oder am Rand anfangen abzusplittern. Manchmal allerdings kann dieses Nagelsplittern auch Zeichen für einen Eisenmangel sein.
  • Brüchige und weiche Nägel: Auch diese Veränderung wird häufig durch zu langes Waschen, Haushaltschemikalien oder Nagellack hervorgerufen. Genauso gut können solche weichen Nägel aber auch auf einen Mangel unterschiedlicher Vitalstoffe hinweisen.
  • Löffelnägel: Diese werden auch oft Hohlnägel genannt. Dabei kommt es zur Eindellung der Nagelplatte, wodurch der Nagel sehr brü­chig wird. Chronischer Eisen- und Vitaminmangel die Ursache für diese Nagelveränderung sein.

Welche Veränderungen der Nägel sind harmlos?

Eine häufig auftretende, jedoch meist harmlose Nagelveränderung, sind brüchige Nägel. Diese Art der Nagelveränderung tritt bei etwa 20 % der Menschen auf, Frauen sind jedoch doppelt so häufig betroffen wie Männer. Generell werden brüchige Fingernägel jedoch häufig von folgenden (harmlosen Ursachen hervorgerufen:

  • Chemikalien: Eine der häufigsten Ursachen für brüchige Fingernägel ist der Kontakt mit Chemikalien. Dazu zählen auch Seifen, Spül- und Waschmittel sowie Nagellackentferner.
  • Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin B, Vitamin C, Biotin, Folsäure oder Cobalamin kann ebenfalls die Fingernägel brüchig machen. Vor allem der Mangel an Vitamin A verursacht trockene, splitternde, brüchige Fingernägel. Umgekehrt kann jedoch eine Überdosierung an Vitamin A ebenfalls die Fingernägel brüchig machen.
  • Mineralstoffmangel: Der Grund für die splitternden und brüchigen Nägel kann auch ein Kalziummangel sein. Es ist auf weitere Symptome, wie beispielsweise Risse in den Mundwinkeln, Blässe, Müdigkeit, Frieren, Ohrensausen oder Kopfschmerzen zu achten, da dies Anzeichen für eine Blutarmut aufgrund von Eisenmangel sein könnten.

Neben diesen relativ harmlosen Ursachen finden sich jedoch auch jene, welche langfristig nicht ignoriert werden sollten.Zu diesen zählen:

  • Hauterkrankungen: Zu diesen zählen Nagelpilz, Schuppenflechte, Ekzeme oder Knötchenflechte.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl eine Schilddrüsenunter- also auch eine -überfunktion können ursächlich für brüchige Fingernägel sein. Wenn weitere Symptome, wie z. B. struppige Haare, allgemeine Erschöpfung, übermäßiges Schwitzen, Herzrasen, Gewichts- und Blutdruckveränderungen oder Hauttrockenheit hinzukommen, sollte man am besten schnell einen Spezialisten aufsuchen, da dies Anzeichen für eine Erkrankung des Hormonsystems sind.
  • Rheumatoide Arthritis: Dabei handelt es sich um eine chronisch entzündliche Gelenkerkrankung, welche glanzlose, brüchige Fingernägel, Nagelwuchsstörungen und kleine Einblutungen unter den Nägeln verursacht.
  • Zytostatika: Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die das Zellwachstum hemmen und sich sehr schnell vermehren. Da sie vor allem bei Krebstherapien eingesetzt werden, führt eine Chemotherapie meist zu brüchigen Nägeln.

Nach derArt, wie die Fingernägel brüchig werden und absplittern, unterscheidet man zwischen Onychoschisis und Onychorrhexis.

Bei der Onychoschisis splittert der Nagel vom freien Rand her schichtweise, horizontal bzw. lammellenartig, ab. Ursächlich dafür könnte ein Vitamin- oder Eisenmangel oder aber auch Fehlernährung sein. Auch häufiger Kontakt mit Wasser und Chemikalien könnte dazu führen, dass die Nägel brüchig werden. Eine weitaus seltenere Ursache für die Onychoschisis ist eine Schilddrüsenunterfunktion.

Die Onychorrhexis hingegen wird gekennzeichnet durch das längsfaserige, vertikale Aufsplittern der Nägel. Meistens wird sie durch eine Fehlernährung verursacht. Es gibt aber auch ernstere Fälle, bei welchen eine Stoffwechselerkrankung oder sogarKnötchenflechte ursächlich für die Nagelveränderung sind.

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Man kann auch selbst etwas gegen brüchige Fingernägel unternehmen bzw. die vom Arzt verschriebene Therapie unterstützen. Wichtig für feste, gesunde Nägel ist eine ausgewogene Ernährung. Auch die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln können sinnvoll sein, sollten jedoch vorher mit dem Arzt abgesprochen werden. Wer keine Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchte, kann auch wichtige Nährstoffe in Form von Tomaten, Eiern, Milch– oder Vollkornprodukten zu sich nehmen. Auch Süßkartoffeln, Kürbiskernen, grüne Bohnen, Fisch, Bananen, Karotten oder Brokkoli können zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen und somit Nagelveränderungen vorbeugen.

Auch auf regelmäßig schonende Nagelpflege sollte geachtet werden. Dabei sollte aggressives Schneiden, Feilen oder aber auch Abreißen vermieden werden. Weiters können Arbeitshandschuhe den Umgang mit Chemikalien wie Waschmitteln für die Nägel erleichtern. Ölbäder für die Hände aber auch spezielle Nagelpräparate, wie Öle und Cremes können bei der Nagelpflege durchaus von Vorteil sein. Auch gibt es spezielle Nagellacke, welche die Nägel mit wichtigen Mineralstoffen versorgen. Diese kann man jeden Abend vor dem zu Bett gehen auftragen und somit die Gesundheit der Nägel mit Leichtigkeit fördern.

Sollte man sich nicht sicher sein, ob die Brüchigkeit der Nägel nun auf einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel oder aber auf eine ernsthafte Erkrankung zurückzuführen ist, kann man natürlich trotzdem jederzeit den Arzt seines Vertrauens aufsuchen. Dieser führt zuerst ein Gespräch mit dem Patienten um herauszufinden, was für die Nagelveränderung ursächlich ist. Dabei werden etwaige Ernährungsgewohnheiten und die Krankengeschichte des Patienten abgeklärt, bevor weitere Untersuchungen, wie z. B. eine Blutuntersuchung, durchgeführt werden.

Veränderungen am Nagel: Wann sollte man zum Arzt gehen?

Auch wenn sehr viele Nagelveränderungen lediglich durch kleine Verletzungen oder Vitalstoffmängel verursacht werden, kann es ebenso vorkommen, dass es sich bei den Veränderungen der Nägel um Anzeichen von Erkrankungen handelt, welche mehr oder weniger schwer sein können.

Während feine Längsrillen eine normale Alterserscheinung sind, kann es sich bei tiefergehenden Querrillen oft auch darum handeln, dass das Wachstum des Nagels gestört war, wie beispielsweise durch eine falsche Maniküre. Es können jedoch auch ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken, wie z. B. schwere Infekte mit Fieber oder Erkrankungen der Leber, Niere oder des Magen-Darm-Trakts.

Ebenfalls können Stoffwechselstörungen oder auch „Kinderkrankheiten” wie Masern oder Scharlach das Nagelwachstum für einige Zeit stören, was die Furchen verursacht. Aber auch Vergiftungen, wie beispielsweise durch eine Medikamenten-Überdosierung, können daran schuld sein.

Bei der Ablösung der Nagelplatte entfernen sich die Nägel vom Rand weg von der Fingerkuppe. Die abgelösten Stellen verfärben sich weiß. Dieses Phänomen tritt dann auf, wenn die Nägel lange Zeit Wasser oder Waschmittellösungen ausgesetzt waren, können aber ebenso Anzeichen für ein Schilddrüsenleiden oder Diabetes sein.

Nägel verfärben sich auch häufig und wegen den unterschiedlichsten Ursachen. Dazu zählen z. B. der Kontakt mit Chemikalien oder aber auch Nebenwirkungen, welche von eingenommenen Medikamenten hervorgerufen werden. Deshalb wird wegen einer Nagelverfärbung nicht immer sofort zum Arzt gegangen.

Es gibt unterschiedliche Arten von Verfärbungen der Nägel. Zu diesen zählen:

  • Weißfärbung: Handelt es sich, wie oben erwähnt, um vereinzelt auftretende Punkte oder Streifen, gibt es keinen Grund zur Sorge. Auch kann es sich um eine erblich bedingte Verfärbung handeln, welche ebenfalls kein Krankheitsbild erzeugt. Den Arzt aufsuchen sollte man erst, wenn man besagte weiße Flecken oder Streifen auf mehreren Nägeln feststellt, da es sich hier um einen Vitalstoffmangel handeln kann.
  • Gelbfärbung: Eine gelbe Verfärbung kann mit einer Schuppenflechte zusammenhängen. Ist der Nagel jedoch gelb-grau, handelt es sich meist um Nagelpilz (auch: Onychomykose). Davon zu unterscheiden ist das „Syndrom der gelben Nägel”, für welches gelblich bis graugrüne Verfärbungen charakteristisch sind. Auch das verlangsamte Nagelwachstum ist für die Krankheit charakteristisch, welche oft mit Atemwegserkrankungen einhergeht.
  • Dunkelfärbung: Der Kontakt mit Chemikalien, z. B. Haarfärbemittel oder Nikotin, ist oft ursächlich dafür, dass sich Fingernägel braun verfärben. Braune Fingernägel können jedoch auch ein Anzeichen für die Morbus Addison Krankheit, welche die Nebennierenrinde betrifft. Dabei verursachen Splitterblutungen rötlich bis braune Punkte im Nagelbett.
  • Schwarzfärbung: Nägel färben sich meist durch eine Verletzung, wie beispielsweise ein Schlag auf den Fingernagel, schwarz ein. Grund dafür ist, dass sich durch den Schlag oder Stoß ein Bluterguss unter dem Nagel bildet. Es kann jedoch auch sein, dass es sich bei der Schwarzfärbung um einen seltenen Fall von Hautkrebs handelt, weshalb es auf jeden Fall vom Arzt abgeklärt werden sollte.
  • Blaufärbung: Wenn sich Nägel blau verfärben, kann das auf einen Sauerstoffmangel hindeuten, welche auf jeden Fall ärztlich behandelt werden muss. Ein solcher Sauerstoffmangel kann durch eine Herzschwäche oder eine Kohlendioxidvergiftung verursacht werden.
  • Ölnägel: Es handelt sich dabei um eine gelb-braun-graue Verfärbung an den Nägeln, die scharf begrenzt ist und durch die Nagelplatte hindurchschimmert. Diese Verfärbungen können an mehreren Nägeln oder nur an einem Nagel vorkommen. Sie treten sowohl am Rand der Nagelplatte als auch in ihrer Mitte auf. Konkret handelt es sich bei einem Ölnagel um entzündliche Veränderungen im Nagelbett, die vor allem bei Schuppenflechte auftreten.
  • Milchglasnägel: Diese werden auch „Terry-Nägel” genannt und sind fast komplett weißlich verfärbt und trüb. Oft sind dafür Gefäßveränderungen im Nagelbett ursächlich. Diese Gefäßveränderungen können Anzeichen einer Leberzirrhose, Herzinsuffizienz oder aber auch Diabetes mellitus sein. Man sollte Milchglasnägel demnach nicht auf die leichte Schulter nehmen und von einem Arzt abklären lassen.
  • Halb-und-halb-Nägel: Diese Verfärbung liegt dann vor, wenn man eine weißliche Färbung der körpernahen und eine rotbraune Färbung der körperfernen Nagelplattenhälfte erkennen kann. Diese Nagelveränderung deutet auf eine chronische Nierenschwäche, die sogenannte Niereninsuffizienz, hin.
Haben Sie’s gewusst?

Eine Kohlendioxidvergiftung ist nicht zu verwechseln mit einer Kohlenmonoxidvergiftung. Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung verfärbt sich das Nagelbett nämlich ins Kirschrote.

Auch können sich Nägel verformen. Man unterscheidet hier zwischen den LöffelnägelnUhrglasnägeln, Tüpfelnägeln und den Krümelnägeln.

Der Löffelnagel ist die harmloseste Nagelverformung, da sie meist auf einen einfachen Eisen- und Vitaminmangel zurückzuführen ist. Es kann sich jedoch auch um Durchblutungsstörungen oder um das Raynaud-Syndrom handeln, welches eine Gefäßkrankheit bezeichnet. Deshalb sollten auch Löffelnägel zur Sicherheit von einem Spezialisten abgeklärt werden.

Bei denUhrglasnägeln handelt es sich um große Nägel, welche rund gewölbt sind. Oft treten sie in Kombination mit Trommelschlegelfingern auf, bei welchen die Fingerenden rund und stark vergrößert sind. Trommelschlegelfinger können erblich bedingt sein, meist ist jedoch eine Herz- oder Lungenerkrankung in Kombination mit Sauerstoffmangel schuld an diesen Veränderungen. Auch Leberleiden oder chronische, entzündliche Darmerkrankungen können ursächlich für Uhrglasnägel sein. 

Anders äußert sich der Tüpfelnagel, welcher auch Grübchennagel genannt wird. Bei den so genannten Grübchen handelt es sich um stecknadelgroße Aussparungen, die wie ausgestanzt wirken. Sie entstehen durch die Ablösung von Hornzellen auf der Oberfläche der Nägel. Wenn diese Grübchen nicht nur vereinzelt, sondern gruppiert auftreten und sie an mehreren Nägeln beider Hände beobachtet werden können, handelt es sich um Tüpfelnägel. Die Nagelveränderung ist in den meisten Fällen harmlos, tritt aber auch sehr häufig auf, wenn man unter Schuppenflechte leidet. Schuld können aber auch Ekzeme sein, genauso wie eine entzündliche Haarausfall-Erkrankung namens „Alopecia areata”, die kreisförmige, kahle Stellen am Kopf erzeugt.

Eine weitaus schlimmere Form, ist der sogenannte Krümelnägel. Dabei handelt es sich um die schwers­te Art von Schuppenflechte am Nagel. Die Nagelmatrix ist durch mehrere Entzündungen verändert. Statt einer normalen Nagelplatte kann sie daher nur noch bis zu 5 Millimeter dickes, gelblich verfärbtes, bröckeliges Hornmaterial bilden. Auch Nagelpilz, der schon weit fortgeschritten ist, kann Nägel auf diese Art und Weise zerstören.

Fazit

Ein Arzt kann im Zweifelsfall natürlich immer aufgesucht werden, meistens wird es sich jedoch um eine harmlose Veränderung des Nagels handeln, welche mit der Zeit wieder verschwindet. Bei relativ hartnäckige Nagelpilz oder bestimmten Nagelverformungen sollte jedoch nicht abgewartet, sondern auf jeden Fall ein Dermatologe kontaktiert werden. Auch Nagelverfärbungen sollten man, sofern sie nicht herauswachsen, besser ärztlich abklären lassen.

Wie kann man Veränderungen an den Nägeln durch einen Mangel behandeln bzw. vorbeugen?

Es gibt einige Tipps und Tricks, mit welchen man selbst etwaige Mängel oder Veränderungen der Nägel vorbeugen, aber auch behandeln kann. Zu diesen zählen:

  • Weniger Kontakt mit Chemikalien: Wenn häufig mit Chemikalien hantiert wird, sollte man den Nägeln auch hin und wieder eine Auszeit gönnen, in dem man (Gummi-)Handschuhe trägt.
  • Verzicht auf aggressive Substanzen: Nagellacke und Nagellackentferner können bei bereits sehr stark gereizten Nägeln zusätzlich Verfärbungen oder andere Veränderungen hervorrufen.
  • Regelmäßige Nagelpflege: Nägel, welche leicht gereizt werden, feilt man am besten kurz und fettet sie mit ausreichend Nagelpräparaten ein. Auch Olivenöl eignet sich hervorragend für ein pflegendes Nagelbad.
  • Nagelhaut pflegen: Die Nagelhaut sollte bei der Maniküre nicht vollständig entfernt, sondern nur vorsichtig zurückgeschoben werden. Sie schützt den Nagel und kann sich durch das übermäßige Entfernen sogar stark entzünden.
  • Mechanische Belastung verringern: Darauf, etwas Festes mit den Nägeln abzukratzen, sollte verzichtet werden.
  • Nahrungsergänzungmittel und ausreichend Flüssigkeit: Bei einem Nährstoffmangel (z. B. Eisen, Vitamine oder Kalzium) können Nahrungsergänzungsmittel helfen. Auch Dehydration durch einen Flüssigkeitsmangel kann Nagelveränderungen hervorrufen. Deshalb sollte stets auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
  • Therapien konsequent durchführen: Besteht eine Nagelpilzerkrankung oder eine sonstige Erkrankung, welche die Einnahme von Medikamenten erfordert, sollte dies konsequent durchgeführt werden, da die Infektion sonst immer wieder aufflammen könnte.
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