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Mit diesen Methoden können Frauen ihren Eisprung berechnen

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Baby in Planung? Wer seinen Eisprung kennt, kann die Chancen für eine Schwangerschaft erhöhen. Schließlich gibt es nur ein sehr enges Zeitfenster, in dem Frauen überhaupt fruchtbar sind. Die Möglichkeiten den Eisprung über Apps oder Kalender zu berechnen sind vielfältig. Allerdings sind diese Varianten nicht wirklich zuverlässig. Schließlich kann sich der Eisprung auch mal verschieben.

Den Eisprung zu berechnen kann auch eine Methode für Paare sein, die gerade kein Kind wollen. Wenn die Frau ihre fruchtbaren Tage hat, benutzen das Paar beim Sex einfach Kondome. An den anderen, unfruchtbaren Tagen ist keine zusätzliche Verhütung nötig. Auch diese Variante hat jedoch ihre Tücken. Der weibliche Zyklus ist ein komplexes Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren. Je nach Stresslevel, Gesundheitszustand und äußeren Umständen kann der Zyklus durcheinandergeraten. Eine ungeplante Schwangerschaft ist dann durchaus möglich.

So funktioniert der weibliche Zyklus

Nur wer versteht wie der weibliche Zyklus überhaupt funktioniert, kann zuverlässig seinen Eisprung berechnen. Der weibliche Zyklus dauert im Schnitt 28 Tage. Doch nicht auf alle Frauen trifft das zu und der Zyklus ist auch nicht jeden Monat gleich lang. Zykluslängen von 21 bis 35 Tage sind üblich und besonders in stressigen Phasen oder während einer Krankheit kann sich die Zykluslänge auch mal verändern. Die Regelblutung kommt dann ein paar Tage früher oder später. Dementsprechend ist auch der Eisprung zu einem anderen Zeitpunkt erfolgt als sonst.

Statistiken besagen, dass nur 2 Prozent der Frauen einen immer gleichen Zyklus haben. Schwankungen von fünf Tagen nach vorne oder nach hinten sind bei vielen Frauen üblich.

Diese 3 Zyklusphase gibt es

  1. Zyklusphase: In beiden Eierstöcken reifen je 15 bis 20 Eibläschen heran. Die Reifung der verschiedenen Bläschen ist unterschiedlich stark. Nur das am stärksten gereifte Eibläschen wird letztlich die Eizelle sein, die theoretisch befruchtet werden kann.
  2. Zyklusphase: 12 bis 16 Tage nach Beginn der letzten Regelblutung findet der Eisprung statt. Dabei bricht die Hülle des Eibläschens auf, dass dann durch die Eierstockwand in den Eileiter gelangt. Ab diesem Zeitpunkt kann sie für 6 bis 24 Stunden befruchtet werden.
  3. Zyklusphase: Die Eizelle wandert anschließend in die Gebärmutter, was 4 bis 5 Tage dauert. Wurde sie nicht befruchtet, wird sie abgestoßen. Das äußert sich in der Regelblutung. Wurde sie befruchtet, nistet sie sich in die Gebärmutterschleimhaut ein und entwickelt sich dort zum Embryo.

Die Zeitspanne für die Befruchtung ist sehr gering. Zwar können Spermien bis zu sechs Tage im Körper der Frau überleben. Die meisten Babys entstehen aber am Tag des Eisprungs und in den zwei Tagen davor. Wenn Frauen also wissen, wann genau ihr Eisprung stattfindet, können sie die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung erhöhen.

Was taugen Eisprungkalender und Fruchtbarkeitsrechner?

Online existieren viele Eisprungrechner und Fruchtbarkeits-Apps. Hier können Frauen den ersten Tag ihrer letzten Regelblutung eingeben und die Anzahl der Tage, die ihr Zyklus üblicherweise dauert. Die Rechner spucken dann basierend auf dem aktuellen Datum einen Tag aus, an dem voraussichtlich der nächste Eisprung erfolgen wird. Diese Apps und Rechner basieren auf den bekannten Annahmen zum Ablauf des weiblichen Zyklus: Wie viele Tage dauert es bis das Ei heranreift und wann beginnt die zweite und somit fruchtbare Zyklusphase? Das Ergebnis wird dann an die individuelle Zyklusdauer angepasst.

Vom Grundprinzip sind diese Annahmen nicht falsch und es gibt sicher viele Fälle, für die diese Berechnung stimmt. Dennoch ist die pauschale Berechnung alles andere als zuverlässig. Vor allem wenn es um das Thema Verhütung geht, sollte sie nicht als alleiniger Anhaltspunkt genutzt werden.

Die Temperaturmethode ist deutlich zuverlässiger, wenn es darum geht den Eisprung zu bestimmen, da sie mit den tatsächlichen Werten des Körpers arbeitet und nicht mit einem Standard-Kalender. Sie muss allerdings konstant zuverlässig angewendet werden, da sie sonst falsche Ergebnisse liefert. Besonders im Rahmen der Verhütung ist das für viele Frauen ein wichtiger Punkt.

So funktioniert die Temperaturmethode

Die Temperaturmethode basiert auf den bekannten Annahmen über die Phasen des weiblichen Zyklus. Frauen messen im Rahmen dieser Methode täglich ihrer Körpertemperatur (die sogenannte Basaltemperatur) und können anhand dieser erkennen, wann sie fruchtbar sind und wann nicht. Die Funktionsweise ist so:

  • Nach dem Eisprung bildet der Körper das Geschlechtshormon Gestagen. Es wirkt unter anderem auf den Teil des Gehirns, der die Körpertemperatur reguliert. Nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur daher leicht an.
  • Auch schon ein bis zwei Tage vor dem Eisprung kann die Körpertemperatur leicht ansteigen.
  • In der ersten Phase ihres Zyklus liegt die Körpertemperatur bei Frauen niedriger als nach dem Eisprung. Die Temperatur bleibt nach dem Eisprung konstant erhöht, bis kurz vor der nächsten Menstruation.
  • Misst die Frau also nun täglich ihre Körpertemperatur, kann eine erhöhte Temperatur ein Anhaltspunkt dafür sein, dass der Eisprung kurz bevorsteht oder gerade erfolgt ist.
  • Die Frau ist ab dem ersten kleinen Temperaturanstieg noch für maximal drei Tage fruchtbar.
  • Falls sie in den Tagen vor dem Eisprung Sex hatte, haben möglicherweise Spermien im Körper überlebt. Auch sie können in den fruchtbaren Stunden nach dem Eisprung zur Eizelle vordringen und sich einnisten.

Mit der Temperaturmethode kann der Eisprung zwar nicht genau vorausgesagt werden. Er kann aber ab dem Moment, in dem er erfolgt bzw. auch schon in den ein bis zwei Tagen zuvor erkannt werden. Wenn eine Frau nun über viele Monate hinweg ihre Temperatur misst, kann sie auf Basis ihrer Aufzeichnungen den Eisprung auch für die Zukunft besser eingrenzen.

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Wie wird die Körpertemperatur am besten gemessen?

Ein normales Fieberthermometer ist nicht geeignet, um die Köpertemperatur zu messen, da es nicht genau genug ist. Schließlich liegt die Differenz der Körpertemperatur zwischen den fruchtbaren und den unfruchtbaren Tagen nur bei 0,4 bis 0,6 Grad. Hier braucht es also ein präzises Thermometer, das die Basaltemperatur genau bestimmt.

Sogenannte Basalthermometer bekommt man in der Apotheke, im Drogeriemarkt oder im Internet zu kaufen und kosten zwischen 20 und 120 Euro. Die teuren Versionen kommen direkt mit einer passenden App, um die Ergebnisse in einen Kalender einzutragen. Einige Thermometer zeigen auch direkt auf dem Display an, ob es sich um einen fruchtbaren oder unfruchtbaren Tag handelt.

Diese Faktoren machen die Berechnung des Eisprungs schwer

Was so einfach klingt, birgt verschiedene Tücken. Die Körpertemperatur ist sehr komplex und kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden:

  • Erkältungen oder Fieber verfälschen die Temperatur.
  • Auch Medikamente wie Hormonpräparate oder Psychopharmaka können die Körpertemperatur beeinflussen.
  • Starker Alkoholkonsum kann die Körpertemperatur ebenfalls verändern.
  • Ortswechsel, Reisen und Zeitverschiebungen haben auch Auswirkungen auf die Basaltemperatur.
  • Weniger Schlaf als fünf bis sechs Stunden kann das Ergebnis ebenfalls verfälschen.

Falls Frauen innerhalb eines Zyklus krank waren, verreist sind oder viel getrunken haben, ist dies in der Temperaturkurve zu merken.

Für ein zuverlässiges Ergebnis sind immer gleiche Messbedingungen wichtig

Für ein möglichst genaues Ergebnis sollten Frauen am besten zum ersten Tag ihrer Periode mit der Messung beginnen. Eine sorgfältige Messung ist wichtig:

  • Die Temperatur sollte man immer an derselben Stelle messen. Mund oder Achsel sorgen für ungenaue Ergebnisse. In der Scheide oder im Darm ist die Messung am genauesten.
  • Das Thermometer sollte für die Messung drei Minuten an der Stelle verbleiben.
  • Die Messung sollte immer mit demselben Thermometer erfolgen.
  • Frauen sollten unmittelbar nach dem Aufwachen – vor dem Aufstehen – messen.
  • Die Uhrzeit der Messung sollte immer dieselbe sein. Abweichungen von bis zu einer Stunde sind unproblematisch, alles darüber hinaus sollte man auf der Temperaturkurve vermerken.

Für viele Frauen kommt die Temperaturmethode nicht in Frage. Ihr Rhythmus ist unregelmäßig, sie stehen nicht immer zur selben Zeit auf, sie müssen Medikamente einnehmen, reisen viel oder trinken regelmäßig Alkohol. Zwar können die Messungen trotzdem ausprobiert und die Ergebnisse in einer Temperaturkurve festgehalten werden. Das Ergebnis ist so aber nicht absolut zuverlässig.

Wer einen regelmäßigen Rhythmus hat und die Temperaturmethode zuverlässig durchzieht, kann seinen Eisprung ziemlich sicher vorhersagen. Besonders für die Planung einer Schwangerschaft ist sie geeignet. Um diese Methode als Verhütungsmethode zu nutzen, ist es wichtig, dass die Messungen zuverlässig erfolgen. Andererseits kann es zu einer ungeplanten Schwangerschaft kommen, da die Messergebnisse verfälscht sind.

Weitere Anzeichen für den Eisprung

Gebärmutterschleim: Der sich verändernde Gebärmutterschleim kann ein weiteres Zeichen für den Eisprung sein. Je näher der Eisprung rückt, desto klarer und durchlässiger wird er. Seine Konsistenz verändert sich von milchig-klebrig zu flüssig-klar. Rund um den Eisprung ist er fadenziehend, was ebenfalls ein Indiz für den Eisprung ist. Frauen können den Schleim mit den Fingern in ihrer Scheide ertasten und regelmäßig prüfen.

Mittelschmerz: Einige Frauen spüren ihren Eisprung. Sie berichten von einem Ziehen im Unterleib bis hin zu einem krampfartigen Schmerz. Dieser wird sehr wahrscheinlich durch das Aufplatzen der Hülle des Eibläschens verursacht – genau erforscht ist das aber noch nicht. In Kombination mit den anderen Faktoren (Gebärmutterschleim, Temperaturmethode) kann dieser sogenannte Mittelschmerz (er wird so genannt, da er in der Mitte des Zyklus auftritt) ein weiteres Anzeichen für den Eisprung sein.

Eisprung berechnen: Ein Ovulationstest kann helfen

Mit sogenannten Ovulationstests können Frauen ihren Eisprung noch zuverlässiger erkennen. Sie messen die Konzentration des Hormons im Urin, das für den Eisprung verantwortlich ist. Steigt diese Konzentration an, steht der Eisprung kurz bevor. Um den richtigen Test-Zeitpunkt auszuwählen sollten Frauen ebenfalls ihren Zyklus kennen. Die Temperaturmethode kann dabei helfen. In Kombination mit dem Ovulationstest kann man mit ziemlicher Sicherheit die fruchtbare Phase erkennen. Doch auch diese Tests haben Fehler. So ist während des gesamten Zyklus das Hormon im Körper der Frau vorhanden. Übersensible Tests können für falschen Alarm sorgen, unempfindliche Tests erkennen den Eisprung möglicherweise nicht rechtzeitig. Hier ist es wichtig einen qualitativ hochwertigen Test zu kaufen, der zuverlässig misst.

Der Eisprung ist kein Garant für eine Schwangerschaft

Wenn der Ovulationstest positiv ist, das Ergebnis mit der erhöhten Körpertemperatur übereinstimmt und sich der Gebärmutterschleim verändert hat, hat eine Frau so gut wie sicher ihren Eisprung und ist an diesen Tagen fruchtbar. Dennoch ist auch das immer noch keine Garantie darauf, dass es mit der Schwangerschaft auch tatsächlich klappt. Schließlich findet besonders mit zunehmendem Alter der Frau nicht mehr in jedem Zyklus ein Eisprung statt und die Fruchtbarkeit kann eingeschränkt sein.

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