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Künstliche Befruchtung: Das erwartet Sie!

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Die Erfüllung des Kinderwunsches, auf natürlichem Weg, ist leider nicht für alle Paare bestimmt. Zum Glück gibt es gute medizinische Möglichkeiten, um diesen Wunsch nicht vollkommen abzuschreiben. Dennoch sollten Sie genau wissen, was Sie bei einer künstlichen Befruchtung erwartet. Um eine künstliche Befruchtung durchzuführen, gibt es gibt viele verschiedene Arten. Am geläufigsten sind die sogenannten IVF (In-vitro-Fertilisation) und ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) Methoden. Aber auch die IUI (Intrauterine Insemination) gehört zu den bewährten Methoden. Eine weitere wichtige Behandlungsvariante ist die GIFT (Intratubarer Gametransfer). Auch wenn Letztere eher selten Anwendung findet. Im weiteren Verlauf werden Ihnen die einzelnen Behandlungen ausführlich erklärt.

Künstliche Befruchtung – die IVF-Methode

Beim klassischen Ablauf der künstlichen Befruchtung durch IVF ist der erste Schritt immer die Down-Regulierung. Dabei bekommt die Frau Hormonpräparate verabreicht. Diese können aus einzelnen Präparaten oder eine Kombination aus verschiedenen Wirkstoffen bestehen und sorgen dafür, dass möglichst viele Eizellen heranreifen.

In der Regel dauert diese Phase der künstlichen Befruchtung bis zu 14 Tage. Zudem ist eine engmaschige Überwachung durch einen Arzt notwendig, um zum Beispiel auf eine eventuelle Überstimulierung der Eierstöcke rechtzeitig reagieren zu können. Zu beachten ist, dass bereits vor dem Beginn der künstlichen Befruchtung der Patientin ein follikelstimulierendes Hormon zu spritzen ist. Das macht die Frau selbst oder überlässt es ihrem Partner.

Der Eisprung bei der künstlichen Befruchtung

Während der Stimulation der Eierstöcke überwacht der Arzt nicht nur den Gesundheitszustand und die Hormonwerte der Frau. Er kontrolliert auch die Größe und die Reife der Eizellen. Sind sie befruchtungsfähig, ist Schluss mit der Hormoneinnahme. Jetzt gilt es, der Patientin entweder ein Gn2H-Argonist oder HCG zu verabreichen, um den Eisprung auszulösen.

Die Eizellenentnahme bei einer künstlichen Befruchtung

36 Stunden nach Verabreichung des Medikaments, das zur Einleitung des Eisprungs dient, werden per Follikelpunktion die gereiften Eizellen oder auch Eibläschen entnommen. Dies geschieht mit einer feinen Nadel direkt über die Scheide. Dabei wird der gesamte Eingriff lückenlos per Ultraschallgerät überwacht.

Wissenswert: Manche Fruchtbarkeitskliniken gewinnen die Eizellen über eine Bauchspiegelung, was aber äußerst selten ist.

Je nach Schweregrad und Art des Eingriffs wird die Patientin kurz unter Vollnarkose gesetzt. Manchmal werden auch nur Beruhigungsmittel in Kombination mit Schwermitteln verabreicht. Ist die Entnahme der Eizellen abgeschlossen, kann es zu leichten Blutungen kommen. Viele Patientinnen haben auch berichtet, dass sie sich nach einer derartigen Behandlung wund fühlten.

An dem Tag der Eizellentnahme, wird auch das Sperma ihres Partners gebraucht. Normalerweise masturbiert der Mann in einem separaten Zimmer der Klinik, um dort gleich sein Sperma abzugeben. Doch fällt es manchen Männern nicht so leicht, mit solch einer Situation klar zu kommen. Da hilft nur, sich direkt an den Arzt der Fruchtbarkeitsklinik zu wenden, um mit ihm nach einer alternativen Lösung zu suchen. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass der Mann zu hause masturbiert. Anschließend bringt er sein Sperma in einem Spezialbehälter selbst zur Klinik. Das ist aber nur dann möglich, wenn er nicht zu weit entfernt von der Klinik wohnt.

Maßnahmen, um den maximalen Erfolg der künstlichen Befruchtung zu erzielen

Vor der Zusammenführung von Eizelle und Sperma kommt es zu einer labortechnischen Aufbereitung der Samenflüssigkeit. Das geschieht aus zwei Gründen:

  • Die Befruchtungsfähigkeit der Spermien soll möglichst optimal sein.
  • Das Verhindern von eventuellen allergischen Reaktionen der Patientin.

Die Vereinigung von Eizelle und Sperma erfolgt in einer Nährstofflösung. Anschließend gibt man alles in einen Brutschrank. Dort kommt es zur eigentlichen Befruchtung, der In-vitro-Fertilisation. Ob die Befruchtung der Eizelle tatsächlich funktioniert hat, wird im Labor per Mikroskop überprüft. Es hat geklappt, wenn zwei sogenannte Vorkerne zu sehen sind. Während dieser Phase entscheidet sich, welche Eizellen tiefgefroren oder vernichtet und welche eingepflanzt werden sollen. Ist es gelungen eine, oder mehrere Eizellen zu befruchten, lagert man sie für eine gewisse Zeit zur Weiterentwicklung in einem Brutschrank. Nach 2-6 Tagen setzt der Arzt zwischen 1-3 Embryonen in die Gebärmutter ein. Für die Übertragung wird ein spezieller Katheter verwendet, dessen dünner Schlauch vaginal eingeführt wird. Dies wird von manchen Frauen als schmerzhaft empfunden.

Wichtig: Die Erfolgsquote dieser Methode liegt bei 25 bis 30 Prozent. Daher empfehlen viele Kliniken das Einfrieren von übrig gebliebenen Eizellen, um gegebenenfalls einen weiteren “Versuch” zu wagen.

Handelt es sich um die Verwendung von kryokonservierte Eizellen oder die Übertragung der Embryonen schlug dreimal fehl, besteht die Möglichkeit, die Grundvoraussetzungen zu verbessern, damit sich die Eizelle besser einnisten kann. Das geschieht mithilfe von Assisted Hatching. Dabei wird die äußere Hülle des Embryos durch ein Lasergerät etwas aufgebrochen. Grundsätzlich ist allerdings zu beachten, dass es nicht wissenschaftlich bewiesen ist, ob die Methode tatsächlich zur Verbesserung der Chancen beiträgt.

14 Tage nach der Übertragung wird geprüft, ob es mit der Schwangerschaft geklappt hat. Hierfür nimmt der Arzt der Patientin Blut ab, um die Schwangerschaft mithilfe eines HCG-Spiegels zu überprüfen. Wurde eine Schwangerschaft festgestellt, ist die nächste Kontrolluntersuchung vier Wochen später unbedingt notwendig. An diesem Termin wird bei einer Ultraschalluntersuchung geprüft, ob sich tatsächlich ein oder mehrere Embryonen entwickeln. Hat es mit der Empfängnis geklappt, findet bald die erste Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung statt.

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Kosten der künstlichen Befruchtung mit der IVF-Methode

Bei der In-vitro-Befruchtung können sich die Kosten bis auf  9.000 Euro und mehr belaufen. Wie sich diese zusammensetzen, sehen Sie anhand des nachstehenden Beispiels:

Kosten je Zyklus3.000 Euro
Medikamente1.500 Euro
Arztkosten1.500 Euro
Gesamt6.000 Euro

Da die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei der ersten Behandlung recht gering ist, kann es sein, dass drei bis vier Zyklen notwendig sind. Dementsprechend steigen auch die Kosten.

Künstliche Befruchtung – die ICSI-Methode

Generell ist diese Methode der IVF ähnlich. Allerdings wählt man hierbei nur ein einzelnes Spermium des Mannes aus. Für die Gewinnung gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Masturbation des Mannes
  • operativer Eingriff

Eine Operation erfolgt dann, wenn zum Beispiel ein Verschluss des Samenleiters vorliegt. Aber auch, wenn der Arzt feststellt, dass sich in der Samenflüssigkeit keine Samenzellen befinden. Dann entnimmt er das Sperma aus den Hoden oder Nebenhoden. Im Anschluss spritzt der Arzt das Spermium in die Eizelle. Wenn die Zellteilung erfolgreich ist, setzt der Arzt bis zu drei Embryonen in die Gebärmutter der Frau ein. Dies geschieht mit einem kleinen Schlauch, durch die Scheide.

Wichtig: Bei diesem Eingriff ist wie bei der IVF-Methode die Einnahme von Hormonen unerlässlich. Und zwar vor und nach dem Eingriff. Außerdem ist zu beachten, dass die Erfolgsquote nur bei 10 bis 15 Prozent liegt. Die Kosten für die ICSI-Methode sind vergleichbar mit der IVF-Methode.

Die künstliche Befruchtung mit der IUI-Methode

Hier erfolgt die Samenübertragung direkt in den Körper der Frau. Ob der Samen von einem Spender oder von dem eigenen Partner kommt, ist irrelevant. Diese Methode kommt zum Beispiel in Frage, wenn die Spermien-Qualität des Partners beeinträchtigt ist. Oder auch, wenn beispielsweise durch eine Querschnittslähmung des Mannes kein Geschlechtsverkehr möglich ist. Selbst bei schwerwiegenden Erbkrankheiten seitens des Mannes gilt eine Insemination fremden Spermas als Möglichkeit. Bei der Behandlung werden die Spermien mit einem Schlauch in die Gebärmutter oder in die Eierstöcke gespritzt. Allerdings liegt der Erfolg bei nur 5 bis 10 Prozent je Versuch. Kommt es zu mehreren Versuchen, stehen die Chancen einer Schwangerschaft bei 10 bis 30 Prozent.

Kosten der künstlichen Befruchtung mit der IUI-Methode

Die Kosten für diese Methode variieren stark. Generell ist zu sagen, dass eine Insemination im Spontanzyklus 200 Euro kostet. Kommt eine hormonelle Stimulation dazu, liegt der Betrag bei 1.000 Euro. Allerdings sind hier noch keine Kosten für die Medikamente und Arztkosten enthalten. Des Weiteren ist zu beachten, dass bis zu sechs Behandlungen notwendig sein können. Dementsprechend erhöhen sich die Kosten. Wenn die Behandlung nicht erfolgreich ist, besteht außerdem die Möglichkeit, auf die IVF-Methode umzusteigen. Das heißt dann aber, dass Sie die Kosten zu den schon entstandenen dazu rechnen müssen.

Die GIFT-Methode bei einer künstlichen Befruchtung

Bei dieser Methode handelt es sich um eine Mischung aus In-vitro-Fertilisation und Insemination. Hierbei überträgt der Arzt die Eizellen und das Sperma mit einem kleinen Schlauch direkt in den Eileiter der Frau. Somit kommt es dann zur Befruchtung. Da es sich hierbei um einen operativen Eingriff handelt, geschieht die Durchführung in Narkose. Die Eizellen werden bei der Frau per Punktion durch die Bauchdecke entnommen. Zeitgleich setzt der Arzt die Eizellen zusammen mit dem Sperma durch die Scheide wieder ein. Je nach Umständen, haben Sie die Möglichkeit, die Kosten einer künstlichen Befruchtung steuerlich geltend zu machen. Und zwar als Krankheitskosten.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine künstliche Befruchtung?

Generell gilt die ungewollte Kinderlosigkeit als anerkannte Krankheit. Daher erstatten die Krankenkassen die künstliche Befruchtung zum größten Teil (50 Prozent). Als voll erstattungsfähig gelten alle diagnostischen Maßnahmen, die der Identifizierung der Unfruchtbarkeit dienen. Aber auch Hormonbehandlungen übernehmen die Krankenkassen voll. Allerdings sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, damit Sie eine Kostenerstattung für die künstliche Befruchtung von der Krankenkasse erhalten.

  • Der Arzt stellt fest, dass ein Herbeiführen der Schwangerschaft erforderlich ist.
  • Es besteht aus ärztlicher Sicht hinreichende Aussicht auf Erfolg.
  • Sie sind verheiratet.
  • Es handelt sich um eine homogene Befruchtung. Das heißt, es sind ausschließlich Ei- und Samenzellen des Ehepartners zu verwenden.
  • Sie hatten eine medizinische und psychosoziale Beratung. Diese darf allerdings nicht der behandelnde Arzt durchführen. Er stellt eine Beratungsbescheinigung aus und überweist Sie an einen anderen Arzt oder eine Einrichtung, welche die Berechtigung zur Durchführung von künstlichen Befruchtungen besitzen.
  • Die Altersgrenzen werden eingehalten. Bei Frauen liegen diese zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr. Bei Männern zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr.
  • Sie dürfen beide nicht HIV-positiv sein.
  • Der Behandlungsplan ist der Krankenkasse vor der Behandlung vorzulegen.

Welche Behandlungsmethoden bezuschussen die Krankenkassen zur Hälfte?

Die nachstehende Tabelle soll Ihnen einen einfachen Überblick verschaffen, welche Kosten ganz, zum Teil oder gar nicht übernommen werden.

Volle KostenübernahmeKostenübernahme zum TeilKeine Kostenübernahme
Untersuchung, um die Kinderlosigkeit herauszufindenBehandlungs- und Medikamentenkosten für bis zu 3 Zyklen einer IVF und ICSI-BehandlungEinfrieren der überzähligen Eizellen für einen späteren Versuch
Hormonbehandlung (unter bestimmten Voraussetzungen)Behandlungs- und Medikamentenkosten für bis zu 8 Zyklen einer Insemination ohne hormonelle StimulationVorherige Sterilisation
hormonelle Stimulation der Eierstöcke (unter bestimmten Voraussetzungen)Behandlungs- und Medikamentenkosten für bis zu 3 Zyklen einer Insemination mit hormoneller StimulationVerwendung von Spendersamen

Diese Angaben sind allerdings als grobe Richtwerte zu sehen. Grundsätzlich sollten Sie vor einer künstlichen Befruchtung mit Ihrer Krankenkasse in Kontakt treten und alle Einzelheiten genau besprechen.

Wissenswertes zur künstlichen Befruchtung auf den Punkt gebracht

  • Es besteht die Möglichkeit, die Kosten der künstlichen Befruchtung eventuell steuerlich geltend zu machen. Und zwar unter dem Punkt “Krankheitskosten”.
  • Je nach Bundesland können Sie gegebenenfalls zusätzliche Fördermittel beantragen.
  • Egal, welche Methode der künstlichen Befruchtung Sie anwenden, es steht immer das Embryonenschutzgesetz im Vordergrund.

Autor: Redaktion Gesundheitswissen

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