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Alternative Krebstherapien: Vorsicht vor unseriösen Angeboten

Gutgläubige kranke Menschen greifen im Kampf gegen ihr Leiden zu jedem Strohhalm und vertrauen Angeboten von gewissenlosen Geschäftemachern. (Foto: Liddy Hansdottir - Fotolia)

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Diagnose Krebs – Es kommt jeden Tag in Deutschland vor: Gutgläubige schwer kranke Menschen greifen im Kampf gegen ihr Leiden zu jedem Strohhalm und vertrauen den Angeboten von gewissenlosen Geschäftemachern und ihren unseriösen Krebstherapien.

Diese bieten in Zeitschriften und vermehrt über das Internet Produkte an, die Linderung und sogar Heilung von Krebs versprechen. Solche Anzeigen haben Sie alle schon gelesen.

Vielleicht haben Sie auch selbst schon mit dem Gedanken gespielt, einmal ein solches Präparat im Kampf gegen Krebs zu bestellen und auszuprobieren. Hier ist aber höchste Vorsicht geboten. Denn diese Mittel kosten nicht nur häufig sehr viel Geld, sie können zusätzlich auch noch Ihrer Gesundheit schaden.

Anerkannte Krebstherapien – klinisch geprüft und belegt

Etablierte Behandlungen gegen Krebs sind in klinischen Studien geprüft. Es handelt sich hier um Arzneimittel oder andere Verfahren, wie z. B. Bestrahlungstherapien, die die Ausbreitung von Krebszellen stoppen oder Krebszellen zerstören sollen.

Meist ist dabei nicht zu verhindern, dass auch andere, gesunde Körperzellen beeinträchtigt und geschädigt werden.

Dadurch kommt es zu den bekannten typischen Nebenwirkungen bei der Krebsbehandlung:

  • Haarausfall
  • Magen-Darm-Störungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Schädigungen der Blutzellen

Unseriöse Krebstherapien – Wirksamkeit zweifelhaft und unbewiesen

Neben diesen konventionellen Behandlungsmethoden gibt es auch alternative Krebstherapien, wie z. B. die Misteltherapie. Geprüft ist die Wirksamkeit dieser alternativen Methoden in Studien, aber in den meisten Fällen nicht hundertprozentig bewiesen und belegt.

Gelegentlich ist es jedoch so, dass alternative Therapien helfen, die Nebenwirkungen der anerkannten Krebstherapien abzumildern und diese Behandlungen verträglicher zu gestalten.

Gerade bei den alternativen Krebstherapien müssen Sie aber aufpassen. Hier tummeln sich viele unseriöse Anbieter, die nur Ihr Portmonee im Auge haben. Die Notlage der Kranken wird skrupellos ausgenutzt.

Folgende Inhaltsstoffe von Produkten gegen Krebs sind klinisch weder bezüglich der Wirksamkeit noch bezüglich der Nebenwirkungen geprüft:

  • Haifischknorpel.
  • Teufelskralle.
  • Kräutermischungen.
  • Pilze.
  • Korallensalze.
  • Kanadisches Blutkraut.
  • Cäsium.

Das sind nur einige Beispiele, die Liste dieser angeblichen „Mittel gegen Krebs” ist lang und für einen Laien unübersichtlich.

Alternative Krebstherapien: So erkennen Sie unseriöse Angebote

Unseriöse Krebstherapien zu erkennen ist nicht immer schwer. Aufpassen sollten Sie bei diesen Formulierungen:

  1. Das Produkt hilft bei der Behandlung aller Krebsarten. Es wird keine Unterscheidung gemacht zwischen den vielen unterschiedlichen Tumorarten.
  2. Das angepriesene Präparat soll eine höhere Wirksamkeit bei Krebs haben als konventionelle Krebsmittel.
  3. Es wirkt ganz gezielt nur gegen die bösartigen Krebszellen, die gesunden Körperzellen werden nicht beeinträchtigt, d. h., deutlich weniger oder auch gar keine Nebenwirkungen werden versprochen.
  4. Operationen, Chemotherapien oder Bestrahlungen können vermieden werden, wenn das Präparat eingenommen wird.
  5. Bösartige Tumoren werden durch die Therapie mit dem angebotenen Mittel zum Schrumpfen und schließlich sogar zum Verschwinden gebracht. Die Beschreibungen der eigentlichen Wirkungsweise im menschlichen Körper fehlen. Stattdessen wird berichtet von „Wunderheilungen” bei Patienten, die schon ohne Hoffnung und von der Schulmedizin scheinbar aufgegeben waren.

Alternative Heilmethoden bei Krebs, Krebstherapien
© photocrew - Fotolia

Selbstmedikation bei Krebs: Beraten Sie sich stets mit Ihrem Arzt

Krebs auf eigene Faust behandeln wollen? Sei es für Sie selbst, für einen Angehörigen, einen Freund oder Bekannten: Kommt Ihnen eine Anzeige in die Finger, die Ihnen durch eine alternative Behandlung eine Besserungs- oder Heilungschance verspricht, beraten Sie sich immer mit Ihrem Arzt.

Alternative Heilmethoden kreuzen Ihnen immer wieder über den Weg und können ganz vertraulich und vielversprechend klingen. Vereinbaren Sie einen Termin, nehmen Sie den Zeitungsausschnitt oder den Internetausdruck mit und besprechen Sie diese Möglichkeit der Behandlung mit Ihrem Arzt.

Salat in Form eines Turnschuhs

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Vertrauen Sie seiner Einschätzung. Ihr Arzt möchte für Sie das Beste erreichen. Wenn er ein Präparat für tatsächlich sinnvoll erachtet, wird er Ihnen die Nutzung bestimmt nicht ausreden.

Und haben Sie bereits schlechte Erfahrungen gemacht mit solchen alternative Heilmethoden, scheuen Sie sich nicht, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Solche Machenschaften gehören verboten! Dazu wird es aber erst kommen, wenn die Betroffenen sich zu Wort melden und Klage erheben.

Die richtige Ernährung für Krebsbetroffene

Natürlich ist die richtige Ernährung für Krebsbetroffene ein wichtiges Thema, denn das Immunsystem benötigt gerade jetzt intensive Unterstützung beim Kampf gegen die Tumorzellen.

Leider wirken die schulmedizinischen Therapieformen oft schwächend auf den Gesamtorganismus.

Bestrahlung und Chemotherapie ziehen immer auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft. Dadurch können sie körperliche Beschwerden auslösen, z. B. Begleitinfektionen, Kau- und Schluckbeschwerden, Entzündungen des Magen-Darm-Trakts, Störungen der Darmflora etc. .

Die Ernährung sollte somit vor allem auch diese acht Punkte erfüllen:

  1. Verbesserung Ihres Allgemeinbefindens
  2. Unterstützung Ihres Genesungsprozesses
  3. Verhüten von Mangelernährung
  4. Vermeiden starker Gewichtsverluste (Kachexie)
  5. Appetitsteigerung
  6. Reduzierung von Übelkeit, Sodbrennen und Durchfall
  7. Sicherung einer ausgewogenen Nährstoffzufuhr
  8. Stärkung von Immunsystem und Abwehrkräften

Tipps gegen die Beschwerden der Krebstherapie

Passen Sie Ihre Ernährung mit diesen Tipps an die bestehenden Beschwerden an:

Bei Appetitmangel:

  • Trinken Sie vor den Hauptmahlzeiten einen Appetitanreger (z. B. Tees aus Wermut, Salbei, Schafgarbe oder Bitterklee).
  • Auch Obst- und Gemüsesäfte, frische Kräuter, Knoblauch oder eine selbst gemachte Hühnersuppe wirken appetitanregend.
  • Machen Sie vor dem Essen einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Das steigert Ihren Appetit und das Wohlbefinden.
  • Kochen Sie häufig Ihre Lieblingsgerichte.
  • Essen Sie möglichst häufig in Gesellschaft und richten Sie das Essen appetitlich an.
  • Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, die Küchentür beim Kochen zu schließen und in einem anderen Zimmer zu essen. Kurz vor dem Essen durchlüften. So vermeiden Sie Aversionen aufgrund von Gerüchen.
  • Essen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten statt wenige große.

Bei Gewichtsabnahme:

  • Reichern Sie ihre Gerichte mit Crème fraîche, Sahne, Butter etc. an.
  • Trinken Sie zwischendurch energiereiche Getränke (z. B. Kakao oder Malzbier).
  • Lassen Sie sich beispielsweise mit einem Wecker an Zwischenmahlzeiten erinnern.

Bei Magenentfernung (teilweise = Magenteilresektion / komplett = Gastrektomie):

  • Kauen Sie gründlich und langsam, um die Verdauung schon im Mund in Gang zu setzen.
  • Reduzieren Sie stark zuckerhaltige Speisen und Getränke bzw. verteilen Sie sie auf kleine Einheiten, denn sie können das „Dumping-Syndrom” auslösen (typische Symptome: Benommenheit, Schwitzen, Pulsbeschleunigung).
  • Vitamin B12 sollte alle drei Monate als Depotspritze verabreicht werden: Um in den Blutkreislauf aufgenommen zu werden, benötigt dieses Vitamin eine Substanz aus der Magenschleimhaut: den „Intrinsic Factor”. Dieser ist dann nicht oder nur unzureichend vorhanden.

Bei Schluckbeschwerden:

  • Meiden Sie krümelige, trockene und faserige Speisen (z. B. Kekse, Weißbrot und Rindfleisch).
  • Kauen Sie auch hier vor dem Schlucken gründlich durch.
  • Bei vorübergehend starken Schluckbeschwerden hilft es ebenfalls, das Gemüse weicher zu kochen und als Püree zuzubereiten. Darüber hinaus erleichtern Obstmus und Babybreie das Essen.
  • In besonders schweren Fällen wird Ihr Onkologe Ihnen eine Trinknahrung verschreiben oder eine „künstliche” Ernährung („Astronautenkost”) anordnen.

Bei Durchfällen (z. B. aufgrund der Bestrahlung = Strahlenenteritis):

  • Reduzieren Sie die Fettzufuhr, denn Fett wirkt im Darm wie ein Schmiermittel.
  • Meiden Sie ballaststoffhaltige Lebensmittel und Laktose (= Milchzucker).
  • Wie bei „üblichen” Durchfällen sollten Sie viel trinken und gegebenenfalls Elektrolyte aus der Apotheke (z. B. Elotrans, Oralpädon) ergänzen, um Kreislaufbeschwerden und zusätzlicher Schlappheit vorzubeugen.

Probiotika können Durchfälle reduzieren

Bei häufigen Durchfällen aufgrund der Krebstherapie hat sich die kurmäßige Gabe von hoch dosierten Probiotika bewährt. Sie bringen die in Mitleidenschaft gezogene Darmflora wieder ins Lot und verbessern die Funktion des Immunsystems.

Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten, denn diese Präparate sollten ausreichend hoch dosiert und mit verschiedenen probiotischen Bakterien zusammengestellt sein.

Bei Kurzdarmsyndrom (wenn mehr als 100 cm des Dünndarms entfernt wurden, spricht man von einem Kurzdarmsyndrom):

  • Neben häufigen kleinen Mahlzeiten sollten Sie statt der bislang verwendeten Fette vermehrt sogenannte MCT-Öle und –Fette (mittelkettige Triglyceride, z. B. aus dem Reformhaus) zuführen. Diese Fette werden im Darm schnell gespalten und einfacher aufgenommen.
  • Reduzieren Sie insgesamt die Fett-, Ballaststoff -, und Zucker- bzw. Laktose-Aufnahme.
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